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Der Bayer verzeiht vieles – aber den Wendehorst nicht

Groß war der bei allen Konservativen (und besonders bei uns), als Horst Seehofer, damals noch bayerischer Ministerpräsident, Kraft seines Amtes als bajuwarischer Löwe nach der Bundestagswahl auf Konfrontationskurs zur Gottkanzlerin und ihrer linksliberalen Entourage ging. Eine konservative Revolte schien greifbar, ein CSU-Kanzler rückte in Reichweite realer Optionen.

Markus Kink schreibt weiter:


Und heute?

Wir wissen natürlich, wie diese Geschichte weiterging.

Der bayrische Prachtlöwe hat gebrüllt – aber natürlich wollte er nur spielen – um eine halbe Stunde später mit eingezogenem Schwanz und demütig gesenktem Haupt seiner Herrin um die Beine zu streichen.
Nein, dieser bayrische Löwe war da schon wahrlich kein Prachtexemplar mehr – alt, zahnlos und gebrochen wurde er von seiner Dompteurin Merkel durch die Manege gejagt. Eine Peitsche benötigt sie dafür wahrlich nicht, meist reicht ein strenger Blick und „Horschti“, wie er in Berlin mitleidig genannt wird, kuscht in die Ecke.

Und jetzt? Hätte er nicht als Innenminister alle Optionen, seinem Land und dem Volk dem er per Eid verpflichtet ist, noch einen letzten Dienst zu erweisen? Sich gegen den Mainstream, die Kanzlerin zu stellen und sie mit Taten zu brüskieren – die Grenzen schließen, die Illegalen abschieben und Deutschland in einen Rechtsstaat zurück zu verwandeln, der diesen Namen verdient. Es wäre das politische Ende einer schwachen Kanzlerin und sein Eintrag in die Geschichtsbücher Europas, seine Chance als Gerechter in die Annalen einzugehen.

Aber natürlich wird „Horschti“ nichts dergleichen tun – wachsweich in den Händen der großen Vorsitzenden versucht er die Grünen links zu überholen und sich den NGOs als Bückling darzubieten.

Merkels Pagen und Leckagen
(c) Uwe Ostertag

Aber eines, lieber Horst, solltest du nie vergessen, wenn dir Wohl und Wehe deiner CSU noch etwas bedeuten:

Der Bayer verzeiht vieles – aber kein Bündnis mit den grünen Zersetzern.


Markus Kink

Anhang

Seehofers Wendigkeit irritiert die eigenen Leute. Er redet neuerdings wie Linksgrüne davon, dass „Seenotrettung“ Vorrang vor allem anderen habe. Einerseits warnt er vor einem neuen 2015 und andererseits tut er so, als könnte man das lawinenartige Anschwellen der Völkerwanderung durch ihre „zeitweilige“ europäische Zementierung verhindern. Zugleich erklärt er, schon der kurzfristig zu erwartende Seenötiger-Ansturm sei von Italien alleine nicht bewältigbar und auch eine westeuropäische Koalition der Willigen reiche zur Aufnahme der Schiffbruchwilligen nicht aus. Man sollte folgerichtig erwarten, dass erst einmal die vielerorts (auch z.B. von Joachim Herrmann und Sebastian Kurz) geforderte Rückverschiffung nach Afrika umgesetzt wird. Der Königsweg hierfür wäre der Widerruf des Nichtzurückweisungsprinzips. Wenn sich hierfür kein Wille findet, wäre hilfsweise eine weitere Bekämpfung der Humanitärschlepperei (z.B. ihr Verbot in einer Zuständigkeitszone der libyischen Küstenwache) denkbar. All dies müsste jedweder Durchlöcherung der bestehenden Europäischen Regeln (Dublin) zuvorkommen. Während frühere Schwenker von Seehofer mit leitmedialer Macht und politischer Großwetterlage erklärt werden konnten, geht seine plötzliche Positionierung am linken Rand der CDU/CSU darüber hinaus, so dass Spekulationen über mögliche Demenz oder Erpressbarkeit Seehofers ins Kraut schießen.