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Kirchen mit Erdoğan gegen „erbärmliche“ Europäer

Wenn der türkische Präsident Recep T. Erdoğan verliert, legt er nach. Ähnliches gilt für unsere Kirchenfürsten und für Mohammad bin Salman.
Erdoğan vereinigt mit extravaganten Ausfälligkeiten die ganze Welt gegen sich, aber seine Anhänger stehen zu ihm. Türkische Soldaten, Graue Wölfe und Staatsmedien (TRT) treiben ihre lebenden Migrationswaffen vor sich her, um die griechische Grenze zu stürmen und hässliche Bilder zu erzeugen und dann im Chor mit den Besten der Guten die Griechen zu nazifizieren oder, wie Münchens Kirchenfürsten Marx und Bedford-Strohm die europäische Abwehrhaltung „erbärmlich“ zu nennen.
Die Griechen sind sich in der Abwehr der türkischen Angriffe über Parteilager hinweg einig und bekommen auch einige moralische Verstärkung durch Frontex, wenngleich nicht unbedingt durch die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula Von der Leyen.

Von der Leyen, Seenothofer, Merkel, Röttgen und das linksgrüne Lager machen Erdoğan Hoffnung, indem sie auf visuelle Reize reagieren und nach EU-gesteuerter Verteilung von Frauen und Kindern rufen. Unter diesen Umständen schafft Erdoğan es noch immer, seine Anhängerschaft hinter sich versammeln.

Dies sowohl an der Grenze, wo die Grauen Wölfe mit der türkischen Armee zusammen die „Flüchtlinge“ und insbesondere „Frauen und Kinder“ mit Steinen und Mollis bewaffnen und in das unmenschliche Tränengas der Nazi-Griechen treiben, als auch im Parlament, wo Erdoğans humanitäre Anklagen ungeteilten Applaus zu ernten scheinen.

Man muss sich dennoch wundern, was diese Politik der Türkei auf Dauer bringen soll. Die Erpressung ist zu offensichtlich. Indem Erdoğan die Griechen explizit auffordert, vertragswidrig Migranten nach Westeuropa durchzuwinken, macht er es auch einem Soros György schwer, sich auf seine Seite zu stellen. Man kann bei Erdoğan zwar eine gewisse Schläue und Verstellungskunst feststellen, aber es mangelt offensichtlich nicht nur an strategischem Vermögen sondern auch an Verständnis für die Bindung der Politik durch das Recht und die Notwendigkeit, zumindest deren Anschein zu wahren. Bei unseren Kirchenfürsten wiederum scheint darüber hinaus auch noch die Schläue zu fehlen.
In ähnlicher Weise sorgt gerade der saudische Kronprinz M.B. Salman für Verwunderung, indem er die Ölpreise in den Keller jagt, die OPEC auflöst, sein Land in den Abgrund treibt und sogleich den aufmüpfigeren Teil seiner Königsfamilie verhaftet, nachdem er aus Moskau und Washington keine Unterstützung für die ursprünglich geplante Kartellpolitik bekommen hatte.
All dies bestärkt die alten „Vorurteile“ des Abendlandes über den nahen Osten, von denen der christlich-islamische Konflikt vielleicht noch mehr Ausdruck als Ursache ist. Für diesen alten Konflikt der Zivilisationen schämen sich die Kirchen allerdings heute, und sie üben Wiedergutmachung, indem sie sich der Gegenseite anschließen.