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Hongkong identifiziert sich mit Racaille

Der Film „Die Wütenden — Les Misérables“ des afrofranzösischen Regisseurs Ladj Ly beschreibt rassistische Ungerechtigkeit, die der humanitärmigrantischen Jugend von Pariser Vorstädten wie St. Denis, Chanteloup und Clichy-Sous-Bois seit 2005 widerfährt, und wurde dafür mit Preisen überhäuft. Ähnlich wie der Autor von „Les Misérables“, Victor Hugo, stellt Ly in Kriminalität verstrickte aber herzensgute postkoloniale Protagonisten dar, denen koloniale Bullen mit ebenfalls halbwegs menschlichen Zügen gegenüberstehen. Verbrecherversteher Hugo predigte im gnostischer Tradition, dass es „kein Unkraut, kein schlechten Menschen, sondern nur schlechte Gärtner“ gebe. D.h. wenn Menschen massenweise verelenden, muss man an der Spitze der sozialen Pyramide nach Schuldigen suchen. Es sind in der Regel Alte Weiße Männer (Kapitalisten, Kolonialisten, Juden), die es versäumt haben, die Elenden (misérables) zu „integrieren“. Korrekter gesagt ihnen zu ihrem Menschenrecht auf Teilhabe zu verhelfen. Der gnostische Geist, der im Verbrecher den besseren Menschen sieht, hat sich heute durchgesetzt. Nicolas Sarkozy lernte seine Lektion 2005, als er das altehrwürdige Wort „racaille“ (Gesindel) in den Mund nahm. Hongkong identifiziert sich mit Racaille weiterlesen