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Der entnazifizierte Radetzkymarsch – die Jagdsaison 2020 ist eröffnet!

Noch ist die Serie linksextremistischer Übergriffe und Anschläge im Dezember 2019 nicht aufgeklärt und publizistisch angemessen dokumentiert. Doch zum Verdruß von Manuela Schwesig (SPD), die den Linksextremismus als „aufgebauschtes Problem“ definiert – berichtete die ARD-Tagesschau vom 1.1.2020 über das „Neujahrs-Konzert“ der Antifa in Leipzig-Connewitz.

Im Gegensatz zu Leipzig-Connewitz gab es bei Wiener Neujahrskonzerten weder Mordversuche noch schwerverletzte Polizisten. Aber die Noten und Partituren wurden politisch korrekt nach deren Gesinnung durchleuchtet. Das schildert nun unser geschätzter Autor

 

Notan Dickerle

Anwärter auf den Leuchtturmpreis für mutigen Journalismus gegen “Bunt”

 

Das Wiener Neujahrskonzert, das achtzigste seiner Art, seit es im bösen Jahr 1939 unter der Leitung des braunen Dirigenten Clemens Krauss aus der Taufe gehoben wurde, hat uns eine deutliche Marschrichtung für das Neue Jahr 2020 vorgegeben: nicht nur alles Private ist politisch sondern auch alles Musikalische. In diesem vergangenheitspolitischen Jubiläumsjahr wird es noch einmal richtig rund gehen!

Der Radetzkymarsch ist endlich gereinigt worden, gereinigt von seinen braunen Flecken. Zwar hat ihn Johann Strauß Senior bereits im Revolutionsjahr 1848 geschrieben, als es noch gar keine Nazis gab. Die Fassung, welche die Wiener Philharmoniker seit 1946 (erstmalig unter dem völlig unbraunen Dirigenten Josef Krips) einem begeistert mitklatschenden Publikum präsentierten, war aber von einem gewissen Leopold Weninger arrangiert worden, der nach Ansicht des Politologen Oliver Rathkolb (von der linken österreichischen Reichshälfte) ein „glühender NS-Propaganda-Komponist“ gewesen sei. Weninger hat den berühmten Marsch zwar bereits 1914 entsprechend arrangiert, als braune Umtriebe auch noch kein wesentliches Thema waren, aber später tatsächlich menschenverachtende Kompositionen wie die Hymne „Gott sei mit unserem Führer“ in die Welt gesetzt, bevor er Anfang 1940 im Alter von 60 Jahren verstarb. Seit über 70 Jahren also wurde das Publikum in aller Welt mit musikalischen Hakenkreuzen traktiert, ohne daß jemand diesen unhaltbaren Zustand bemerkt hätte! Zwar hatten sich in der Vergangenheit besonders sensible Dirigenten wie Carlos Kleiber gegen das militante Mitklatschen des Publikums ausgespochen. Sie konnten sich gegen diese populäre Tradition aber nicht durchsetzen, da sie rein ästhetisch und nicht im Sinne umfassender politischer correctness argumentierten. Bei Rathkolb, Teil eines spätestens seit der Waldheim-Affäre bestehenden antifaschistischen Netzwerks rund um seine Lehrerin Erika Weinzierl und das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands, das den angeblich unpolitischen Landsleuten seither regelmäßig den Nazi-Zerrspiegel vorhält, war das anders. Ab heute, 1.1.2020, ist der Radetzkymarsch sauber.

Wurde ja auch Zeit! Am 27. Januar gibt es einen runden antifaschistischen Gedenktag zu feiern, die Befreiung von Auschwitz durch die Rote Armee, bevor dann nach mehreren Zwischenetappen am 8. Mai 2020 zum moralischen Halali geblasen und mit dem 75. Jahrestag des Alliierten Endsiegs über das germanisch Böse die wahrscheinlich letzte Gelegenheit wahrgenommen wird, Deutschen und Österreichern offene Rechnungen zu präsentieren. Da gibt es dann kein Relativieren mehr, wie es noch 1985 anläßlich des „Vierzigers“ in der berühmten, nicht unumstrittenen Rede Richard von Weizsäckers enthalten war, von wegen der 8. Mai sei „für uns Deutsche kein Tag zum Feiern“ oder gar „Die meisten Deutschen hatten geglaubt, für die gute Sache des eigenen Landes zu kämpfen und zu leiden.“

Mein Gott, wenn das heute jemand von der AfD sagen würde! Oder gar den Kommentar von Franz Josef Strauß wiederholen:

„ewige Vergangenheitsbewältigung als gesellschaftliche Dauerbüßeraufgabe lähmt ein Volk!“

  • Ja wenn dem so ist, dann sollte es eben verschwinden, das Volk! Jedenfalls dieses Volk, das derzeit mit Migranten bis zur Unkenntlichkeit geflutet wird, auf daß es sich in der bunten Zuckerwatte westlicher Werte und universaler Menschenrechte auflöse. Vorher sollte es allerdings noch einige kleine Forderungen abarbeiten als da wären: massive Erhöhung des Verteidigungsetats, Verzicht auf Nordstream 2, strikte Beachtung von den USA ausgesprochener Sanktionen gegen Schurkenstaaten wie China, Russland oder Iran, konsequentes Vorgehen gegen „Hate-Speech“ und „Fake News“, Zustimmung zu einer Banken- und Schuldenunion, Reparationszahlungen an Polen, weitere Rettungspakete für Griechenland usw.

Für diese im beginnenden Jahr zu erledigenden Hausaufgaben muß der moralische Druck aufrechterhalten und möglichst erhöht werden, damit niemand auf den Gedanken kommt, die genannten Forderungen seien in Wahrheiten Unverschämtheiten.

Da kann die Musik ungemein behilflich sein, wie ja soeben auch das WDR-Lied von der Oma als Umwelt- bzw. Nazisau gezeigt hat.

Tattoo Jagdsaison

Dabei sind doch die Omas von heute die 68-er von gestern – von wegen gute Kuchen backen, kiffen können sie, die „Omas gegen Rechts“, und am Hintern sind sie tätowiert. Aber das ist ein anderes Thema…

Anhang

In Berlin fackelte derweil die Buntstasi das Auto des Journalisten Gunnar Schupelius ab.  In Bagdad gab es einen Raketenangriff auf einen US-Stützpunkt, den die USA sofort zu einem Angriff auf Iran in Syrien nutzten, zu dem der scheidende Außenminister Pompeo martialische Wahlkampfrhetorik lieferte.  Er will Senator werden.  Das irakische Parlament hat die USA immer wieder aufgefordert, seine Stützpunkte abzuziehen, und es gefällt in der ganzen Gegen kaum jemanden, wenn sie zum Spielball amerikanischen hochmodern bewaffneten innenpolitischen Theaters wird.  Daher wirkt auch der innerhalb von Minuten durchgezogene Gegenangriff auf den Iran wie eine Inszenierung.   Inzwischen wissen wir überdies sicher, dass der Giftgasangriff von Dhouma bei Damaskus, auf den USA und Frankreich mit Raketenangriff reagierten, von ihren Schützlingen inszeniert war.  Auch hierzu lieferte Wikileaks zum Jahresende letzte brisante Erkenntnisse (über Fälschungen der OPCW).