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Seenotrettung und die seltsamen Rituale der Völker

von Dushan Wegner

Bild von Filip Filkovic Philatz
Promis, die es wenig betrifft (und erschreckend viele Gehirngewaschene), machen sich für illegale Immigration stark (sie nennen es »Seenotrettung«) – derweil trauen sich die Bürger, die all diese Moral finanzieren sollen, kaum noch ins Freibad.
Seenotrettung und die seltsamen Rituale der Völker

Diese Götter! Wir selbst haben sie geschaffen. Wir selbst haben ihnen den Zorn angedichtet und die Gerechtigkeit aufgemalt. Wir selbst haben ihnen die heiligen Worte in den Mund gelegt und den heiligen Zorn ins Herz, ihr heiliges Wollen ist unser heimliches Wollen, und so wollen sie unser Opfer, um für einen Tag oder vielleicht sogar ein Jahr ihren gerechten Zorn zu stillen.

Die Azteken aßen gerne Mais, und sie machten sich Sorgen um die Maisernte. Die Priester der Azteken, als man sie fragte, was ob der Maisernte getan werden könne, riefen »Wir schaffen das!« und opferten einen Kriegsgefangenen an Xipe Totec, den aztekischen Gott der Landwirtschaft und des Leidens. Das Opfer – wohlgemerkt: ein Mensch – wurde gefesselt und mit Pfeilen beschossen. Das Gesicht des Opfers wurde dann vom Priester als Maske getragen und die Haut als Mantel, bis sie ausgetrocknet war und beim Gehen knarzte.

Schon die Azteken waren – wer wäre es nicht? – um den Klimawandel besorgt, wenn ein besonders trockener »Klimasommer« ins Haus stand, sahen sie keinen anderen Ausweg, als dem Regengott Tialoc einige Kinder zu opfern. Man hielt Kindertränen für magisch verbunden mit den Regentropfen, und da war es natürlich unabdingbar, die Kinder ein klein wenig zu foltern, damit sie weinten. Anschließend sperrte man die Kleinen in Käfige, wo sie verhungerten, oder man pfählte einfach – was tut man nicht alles für die Moral und das Klima!

Ach, der Opfer waren viele! Manche Opfer wurden mit Drogen betäubt und zu Ehren des Feuergottes Huehueteotl verbrannt, den Göttinnen Teteoinnan und Tlazolteotl wurden gehäutete Frauen geopfert.

Aus der zeitlichen wie kulturellen Entfernung betrachtet ist es immer wieder überraschend, zu welcher Grausamkeit – und Dummheit – die Menschen fähig sind, wenn sie fest glauben, im Besitz einer magischen »Haltung« zu sein, die alle ihre Meinungen zu wahren Aussagen macht und alle ihre Handlung absolut moralisch rechtfertigt. (Zur weiteren Lektüre über die Opfer der Azteken empfiehlt sich etwa Der Spiegel 22/2003.)

Schlägerei am Pommesstand

Sei es das Knochenorakel, das Eierorakel oder die geworfenen Münzen des I-Ging, seit jeher haben Menschen sich darin geübt, symbolhafte Dinge vor sich auf den Tisch oder den Boden zu werfen, und aus der Anordnung eine Wahrheit herauszulesen. Wenn wir schon vom Orakeln und der Suche nach Erkenntnis reden, dann lassen Sie uns die Nachrichten des Tages werfen, wie man Muscheln oder Würfel werfen würde, und dann wollen wir prüfen, ob sich das, was nebeneinander liegt, aus seinen inhärenten Eigenschaften heraus zu einer neuen Form und zu neuem Wissen verbindet.

In einer Nachricht lesen wir heute:

Statt 40.000 Migranten wurden nur 20 zurückgeschickt (…) Weiterhin registrieren die Behörden pro Monat mehr als 10.000 Asylsuchende in Deutschland. (…) Vom Hardliner Seehofer, der der Bundesregierung einst eine „Herrschaft des Unrechts“ an der Grenze vorwarf, kann keine Rede mehr sein. (welt.de, 30.6.2019)

Soso! – Weiter im Nachrichtenorakel! In Deutschland wird derzeit Rudy Carrells sehnliche Frage, wann es endlich wieder Sommer würde, auf sonnigste Weise beantwortet. Es wäre eigentlich alles wunderbar, ein traumhafter Sommer voller Eisessen und Spaß im Freibad, wären da nicht die »jungen Männer«. Stellvertretend für viele weitere Meldungen, hier nur diese:

An einem Pommes-Stand im Freibad an der Hullerner Straße kam es am Dienstag gegen 18.00 h zu einem Polizeieinsatz, weil mehrere Gäste aufeinander eingeschlagen haben. Der Polizei wurde eine Schlägerei zwischen 10 bis 20 Personen gemeldet. (…) Eine umfassende Befragung aller Beteiligten konnte vor Ort ohne Dolmetscher nicht erfolgen. (Polizeimeldung via presseportal.com, 26.6.2019; siehe auch tichyseinblick.de, 29.6.2019)

Manchmal wieder wird bei diesen Meldungen verschämt von einer »Klientel« gesprochen. Man hört, dass es sich dieses Jahr deutlich verschlimmert hat (siehe etwa schwarzwaelder-bote.de, 28.6.2019, spiegel.de, 30.6.2019). Wie zu Zeiten des Kommunismus lernt der Bürger, zwischen den Zeiten zu lesen. Die Freiheit des Bürgers schwindet, doch die Eliten und ihre gehirngewaschenen Fans kümmert es wenig. Man darf zuverlässig vermuten: Es sind nicht die schlimmen »Rechtspopulisten« mit ihren Kindern, wegen derer die Polizei anrückt und die Schwimmbäder vorzeitig schließen.

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Freibad Quelle Facebook Heinz E. 2019 in einem deutschen Schwimmbad. Der Bademeister wird mit einem Schuh angegriffen. Werte Frau Bundeskanzlerin, greifen Sie ein, beschützen Sie unsere verantwortungsbewussten Bademeister, Ihr Wort gilt : ‚Wir schaffen das‘ !

Die Zahl Drei gilt seit jeher als eine heilige Zahl, schließlich ist es die optimale Zahl für die Füße eines stets stabilen Schemels und die größte Anzahl von Dingen, die der Mensch ohne Nachzuzählen und ohne Muster (wie die Punkte-Muster auf einem Würfel) erkennen kann, daher also eine dritte Meldung im Nachrichtenorakel, doch diese dritte Meldung ist etwas komplizierter – wir sind ja keine Journalisten, wir wollen verstehen, wovon wir reden.

Willkommen in Europa M.

Frontex, die Grenz- und Küstenwache der EU-Staaten, welche die EU-Außengrenzen schützen soll (wenn sie darf), hat jüngst ein aus der Luft gedrehtes Video geschossen, das uns zeigt, wie manche der angeblichen »Flüchtlinge« auf dem Mittelmeer tatsächlich dorthin gelangen. Ein wohl nicht ganz billiger Kutter schleppt ein kleines Holzboot aufs offene Meer, dann steigen Migranten, teils in Schwimmwesten, wohlorganisiert auf das Holzboot, und das Holzboot wird vom Kutter getrennt und in die angebliche »Seenot« geschickt (@Frontex, 22.6.2019 – da wir nicht beim Staatsfunk sind, hier auch die Gegenthese: Die nach meiner Einschätzung stramm linksglobalistischen sogenannten »Faktenchecker« von Correctiv haben einen Text dazu geschrieben, warum das, was wir sehen, nicht das ist, was wir sehen, siehe correctiv.org, 28.6.2019).

Man muss nicht lange rätseln, was die Absicht einer solchen auf den ersten Blick widersinnigen Aktion ist. Die Migranten haben vermutlich die Schlepper dafür bezahlt, aufs offene Meer in angebliche »Seenot« gebracht zu werden, damit einer der westlichen sogenannten »Seenotretter« sie aufsammelt und in die lebenslange Vollversorgung eines europäischen Sozialsystems bringt – mit dem Traumziel Deutschland.

Seawatch: Credentino 2016-01: Flüchtlingsboote beim Ablegen schon in Seenot

Eine der Organisationen, die gelegentlich mit angeblicher »Seenotrettung« in die Schlagzeilen geraten, heißt »Sea Watch«.

Sie geben nur vor, dass sie einfach nur Menschen aus Seenot retten wollen, doch betrachten wir, was sie noch sagen.

Wir lesen:

Unter den Jungs, die wir an Bord getroffen haben, ist auch M.

Trotz aller Schwierigkeiten gelang es ihm, diese Etappe seiner Reise abzuschließen.

Wir wünschen ihm, dass er seine Träume verwirklichen kann.

Willkommen in Europa, M!
#DefendSolidarity
(@seawatchcrew, 20.5.2019/ archiviert)

Da ist ganz offen von »Reise« die Rede, der Migrant soll »seine Träume verwirklichen« – und in einem Akt, der beinahe wie Amtsanmaßung anmutet, wird »Willkommen in Europa, M!« erklärt – in wessen Auftrag und Namen spricht diese NGO, welche Behörde hat sie beauftragt, illegale Einwanderer willkommen zu heißen? – Man hat das Gefühl, dass es schon lange nicht mehr um »Rettung« allein geht.

Aktuell wird berichtet, dass eine Kapitänin (Betonung auf dem Femininum) in Italien festgenommen wurde, weil sie ein Schiff dieser NGO trotz Verbot in Lampedusa anlanden ließ, mit 40 illegalen Migranten an Bord und beinahe ein Zollboot rammend (siehe etwa faz.net, 29.6.2019). – Das ist der Punkt, wo die dritte Meldung unseres Nachrichtenorakels einsetzt. – Wir lesen:

Breite Unterstützung aus Deutschland – Sowohl aus der Politik als auch von Prominenten erhält Rackete Unterstützung. Bereits am Freitag kündigte der Satiriker Jan Böhmermann auf Twitter an, der „Sea-Watch 3“-Besatzung helfen zu wollen. (welt.de, 30.6.2019)

Ich halte einen guten Teil von Böhmermanns Bewunderern in Feuilletons und der Politik für rückgratlose Opportunisten, denen es imponiert, dass einer so offen anti-freiheitlich auftreten kann und dabei seinen Reibach macht – seine »kleinen« Fans aber halte ich zum guten Teil für die »Generation Smartphone«, die das kohärente Denken für primitive Reizreaktionen drangegeben hat. Mit einem Böhmermann-Fan logisch zu argumentieren ist in etwa, wie mit mir auf Chinesisch zu reden – mit dem Unterschied, dass ich mir dessen bewusst bin, dass ich kein Chinesisch beherrsche und keinesfalls jemanden dafür beschimpfen würde, dass er des Chinesischen mächtig ist.

Man schämt sich als Deutscher geradezu dafür, wie Deutschland gar nicht mal mehr tut, als stünde das Recht zweifellos über der Tagesstimmung und Moblaune. Bundespräsident Steinmeier kritisiert Italiens Regierung dafür, dass sie Gesetzesverstöße konsequent ahndet (nein, das ist keine Übertreibung von mir, lesen Sie selbst: welt.de, 30.6.2019). Der deutsche Peinlichminister versucht nicht einmal mehr zu verhehlen, auf welcher Seite er steht, wenn linker Aktionismus gegen Recht und Ordnung stehen (@HeikoMaas, 29.6.2019). – Der Cicero-Autor Alexander Kissler schreibt in bitterem Humor:

Theoretisch wäre es auch denkbar, dass eine deutsche Regierung und ein deutscher Außenminister sich für die Gesetzesverstöße der deutschen „Sea Watch“ bei der italienischen Regierung entschuldigten. Theoretisch, wie gesagt. Rein theoretisch. (@drkissler, 30.6.2019)

Man muss kein Orakel befragen, um zu verstehen, dass es seltsame Zeiten sind, wenn das Selbstverständliche und Anständige wenig mehr als eine irreale Pointe darstellt.

Aus altem Wissen schöpfen

Um ein Orakel zu deuten, sei es das Kaffeesatz-Orakel, die Innereien eines geopferten Stieres oder das Nachrichtenorakel des Tages, ist es bewährte Gewohnheit, aus altem Wissen zu schöpfen um neues Wissen zu finden.

Wir lesen heute die schaurigen Berichte über die seltsamen Opfer-Rituale der Azteken, und wir meinen, es aus sicherer Distanz zu tun, historisch wie kulturell – und doch sollten wir, wie bei manchem vergangenem Massenwahn, immer auch fragen, wie viel von den Trieben, die jenen Wahn ermöglichten und anfachten, in uns selbst stecken mag, auch und gerade heute.

Es hat damals, bei den Azteken, durchaus auch Priester gegeben, die selbst im Rahmen ihrer Rituale etwas Blut ließen, und gelegentlich mussten sogar die Kinder von Adligen daran glauben, doch die Regel war wohl eine recht deutliche Rollentrennung: Die Priester opferten, die Opfer wurden geopfert, wer übrig blieb, der bekam ein Spektakel geboten und eine Story dazu geliefert, und, vor allem, er bekam die Zusicherung, dass durch das Opfer den Göttern (und damit der »Moral«) Genüge getan worden war.

Betrachten wir die Aufteilung der Rollen heute, in den Anfangsjahren der großen Migration!

  1. Es gibt eine reiche, gut konnektierte Elite, oft ohne demokratische Legitimation, die hinter und vor den Kulissen die zügellose Migration bewirbt. Die schiere Unmöglichkeit des Anliegens, potentiell über 1,2 Milliarden Afrikaner nach Deutschland zu bringen, kümmert diese Elite wenig. Sie scheinen sich kurzfristig einen Gewinn daraus zu erhoffen, Migration anzuheizen – und sie können sich locker eigene Pools im Garten leisten, Privatschulen für ihre Kinder – und ihre Häuser stehen schon längst hinter hohen, bewachten Mauern.
  2. Es gibt die Gehirngewaschenen, oft aus der »Generation Smartphone«, die statt selbst und logisch zu denken auf antrainierte Slogans und primitive Reize reagieren, Gesetze und Konsequenzen ignorierend, gehorsame Zombies, oft kinderlos (aber nicht immer, was dann grausam für die Kinder ist) und oft ohne nützliche Berufsqualifikation, oft irrational und hoch emotional, sehr leicht steuerbar selbst zu grausamsten Taten, immerzu sich danach sehnend, als williges Rädchen in der Masse aufzugehen.
  3. Es gibt die afrikanischen Immigranten, die von NGOs und globalistischen Populisten de facto eingeladen wurden und weiterhin werden – ich kann sie vollkommen verstehen, denn wer würde nicht die Armut der Krisengebiete Afrikas gegen All-Inclusive in Deutschland tauschen wollen, ich würde es genauso tun!! – das Problem ist aber, 1. dass das Verfahren unfair gegenüber den dortigen Schwächeren ist, die sich den Schlepper nicht leisten können, 2. dass die unbegrenzte Immigration via Schlepper und »Seenotretter« genau gar nicht nachhaltig ist, und 3. dass viele der Einwanderer in Kulturen und Denkweisen sozialisiert wurden, die eher »robuster« sind als unsere Zielkultur.
  4. Und schließlich gibt es die Bürger, in deren Wohnsiedlungen die illegalen Einwanderer aus Afrikas Krisengebieten abgeladen werden. Dies sind die Bürger, die sich auch im heißesten Sommer nicht mehr ins Schwimmbad trauen, die ihre Kinder lieber im Auto zur Schule fahren, die in die Stadt nur noch gehen, wenn es sich nicht vermeiden lässt, und die einen Park nach dem anderen verlieren, die ihrer Lebensqualität und ihrer praktischen Freiheit beraubt werden.

Die Politiker und Staatsfunk-Prominenten, welche in Wort und Tat theoretisch und praktisch die illegale Immigration fördern und fordern, werden die Konsequenzen ihrer Handlungen kaum ausbaden müssen. Die Propagandisten leben von Bodyguards und hohen Mauern geschützt. – Die Gehirngewaschenen, welche die unbegrenzte Immigration fordern, begreifen die Bedeutung ihrer eigenen Forderungen nicht. – Die Immigranten selbst kann man verstehen in ihrem Ansinnen, wenn es auch nicht zwingend ethisch ist, dass sie als die Stärksten ihre Heimat verlassen und die Schwächsten zurücklassen (manche »Flüchtlinge« fliegen immerhin im Urlaub aus Deutschland in ihre Heimat zurück). – Die Bürger aber, deren Heimat, Arbeit, Hoffnung und Freiheit geopfert werden, damit die ersten drei Gruppen ihre jeweiligen Ansinnen umsetzen können, die ließen sich mit jenen vergleichen, welche für die Gottheit und die Moral der Zeit geopfert wurden, teils metaphorisch, teils buchstäblich, und heute wie damals mit dem Messer.

Prüfen, ob es Wahn ist

Eine Zeit lang haben Historiker versucht, umzudeuten, was die Azteken trieben, wonach die gruseligen Berichte nur die Erfindungen missgünstiger Missionare gewesen sein sollen. Inzwischen finden sich genug Belege für die aus unserer Perspektive grausamen Rituale. Es hat sie gegeben.

Es wird dereinst politisch korrekte Historiker geben, welche eine politisch korrekte Umdeutung heutiger Ereignisse vorschlagen werden. Man wird sagen, der Westen habe doch nicht wirklich glauben können, es sei möglich, ohne verheerende Konsequenzen unbegrenzt Fremde aufzunehmen, die zudem in Teilen die Werte eben dieses Westens verachteten. Man wird den Wahn des Westens nur schwer nachvollziehen können. Wie so oft beim Studium ferner und vergangener Völker, wird man alles, was man an unserem heutigen Wahn nicht verstehen wird, mit rituellem Gebrauch und Aberglauben erklären. Es muss eine Gottheit gegeben haben, die wir besänftigen wollten, sonst wäre das alles ja nicht rational gewesen! So sind sie halt, die seltsamen Rituale der Völker.

Dem Wahnhaften kommt der Wahn »normal« vor, und es sind die anderen, die er für wahnhaft hält. – Wie prüfen wir, ob unsere eigene Deutung der Welt nicht wahnhaft ist?

Ich schlage eine einfache Prüfung vor: Denken wir durch, was am Ende des Weges, den wir gehen, stehen wird, was dort logisch stehen kann. Wenn Sie einen Realisten fragen, wie er sich seinen weiteren Weg vorstellt, wird er Ihnen einigermaßen durchdachte Erfolgsmöglichkeiten vorlegen, die Sie dann prüfen können. Wenn Sie einen Wahnhaften fragen, wie es auf seinem Weg weitergehen soll, wird er Ihnen leere magische Floskeln und Formeln vorlegen (»Wir schaffen das!«) und Ihnen die Berechtigung entziehen wollen, seinen Wahn zu hinterfragen (»Miesmacher!«, »Rechtspopulist«, »Ketzer« et cetera).

Schulen und Stadtteile, Parks und Freibäder

Diese Moral! Wir haben sie selbst geschaffen. Die große Moral, wie die Propaganda sie verkündet, lässt uns ihren Zorn spüren, wenn wir uns nicht dem Wahn unterwerfen, den sie als heilige Gerechtigkeit ausgerufen hat. Die Floskeln des Tages sind die neuen heiligen Worte, der Wahn des Tages gilt als »Haltung«, tief eingegraben in die wohltemperierte Seele der Gehirngewaschenen.

Die Gehorsamen akzeptieren als heiliges Wollen, was geheimnisvolle Strippenzieher ihnen als Wollen vorgeben. Die neue Moral will Opfer, wie die alte es auch tat, und die Propagandisten jagen die Gehirngewaschenen vor sich her, auf dass diese die Einfachen und Ehrlichen zwingen, sich und ihre Kinder, ihr Leben und ihre Freiheit opfern zu lassen.

Was ist denn der Zukunftsplan? Werden die Eliten und ihre zornige Lügenmoral denn befriedigt sein, wenn man diesen Rechtsbruch legitimiert, wenn man diese Gefahr hinnimmt, wenn man diese Ungerechtigkeit für gerecht erklärt? – Nein, werden sie nicht. Die Götter und die heilige Moral sind seit jeher gefräßig, sie wollen Jahr für Jahr neue Opfer.

Wir opfern Schulen und Stadtteile, Parks und Freibäder. Unsere Freiheit wird zum Opfer, doch wer ist der Gott und was die Moral, die besänftigt werden sollen?

»Du Opfer«, ist ein beliebtes Schimpfwort gegenüber denen, »die schon länger da sind«, den Schwächeren, und denen, die bewahren wollen, wofür sie so hart arbeiteten.

Wer zur Zeit der Opferungen unter den Azteken lebte, wer dort und dann einfach nur leben wollte, der hatte zwei Aufgaben: Er selbst musste erstens in wahnhaften Zeiten überleben, ohne selbst dem Wahn zu verfallen. Und, zweitens: Er musste nach Tricks und Auswegen suchen, nicht selbst zum Opfer zu werden.

Auf gewisse Weise sind wir heute dort, wo der einfache Azteke damals schon war. Es gilt: Akzeptiere, dass ein gefährlicher Wahn herrscht, doch verfalle ihm nicht. Und: Sei achtsam und geh lieber aus dem Weg, um nicht selbst zum Opfer zu werden.

Guter Text?

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SPÖ und Strache: Dumm und widerlich

Nur wenige Stunden nach Veröffentlichung des skandalösen Strache-Videos erschien eine sehr kluge Analyse

von Andreas Unterberger

Dumm und widerlich. Widerlich und dumm. Und das Ende der Karriere des H.C. Strache. Das ist die Bilanz eines der übelsten Wahlkämpfe der Geschichte. Dieser wird anstelle von Sachargumenten nur noch von täglichen Denunziationen, Aufdeckungen und Strafanzeigen beherrscht, bei denen es großteils um jahrealte Dinge geht. Vor allem die SPÖ, der es ja an sich gar nicht gut geht, hat in Sachen widerlicher Aktionen eindeutig den Spitzenrang eingenommen. Sie steckt mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit auch hinter der jetzt bekannt gewordenen Falle für den freiheitlichen Parteiobmann Strache, in die dieser aber mit unglaublicher Dummheit – vor zwei Jahren – voll hineingeplumpst ist. Strache hat damit in erschreckendem Umfang persönliche Dummheit gezeigt, die ihn eindeutig als überfordert und völlig unqualifiziert erweisen, ein Spitzenamt in dieser Republik innezuhaben. Daran ändert die Widerlichkeit der Aktion gegen ihn gar nichts.

Befassen wir uns dennoch zuerst mit dieser Aktion. Gewiss gibt es noch keine endgültigen Beweise, dass sie in der direkten Verantwortung der SPÖ erfolgt ist. Aber es gibt eine Fülle von heftigen Indizien, sodass man sehr viel Geld auf einen diesbezüglichen Zusammenhang wetten kann.

Diese Indizien liegen vor allem in folgenden Aspekten:

  1. Die Veröffentlichung erfolgte ausgerechnet über jene beiden deutschen Medien, die der Sozialdemokratie besonders nahestehen, über „Spiegel“ und „Süddeutsche“.
  2. Gleichzeitig ist die Veröffentlichung in Deutschland und nicht über die üblichen Kampagne-Medien „Falter“ und ORF ein leicht durchschaubares Ablenkungsmanöver.
  3. Extrem dubios ist auch, dass die beiden deutschen Medien sich jetzt weigern, der österreichischen Justiz das gesamte Video-Material zu übergeben. Offensichtlich wollen sie mit einigen der fehlenden Passagen weitere parteipolitische Kampagnen betreiben. Und denken nicht daran, die Justiz zu unterstützen.
  4. Die Veröffentlichung des zwei Jahre alten Vorfalls passiert genau zu dem Zeitpunkt, da die Sozialdemokraten katastrophal schlechte Umfragewerte haben. Nach dem Prinzip „Cui bono“ findet man ja in den meisten Kriminalfällen den Täter.
  5. Die beiden anderen Linksparteien, denen die Enthüllung, wie der FPÖ-Obmann fetzendumm in die Falle einer Lügenkonstruktion geht, theoretisch ebenfalls nutzen könnten, stehen aus mehreren Gründen außer Verdacht: Sowohl Grüne wie Linkliberale liegen bei den Umfragen sehr gut, sodass das Motiv fehlt; keine hat in der Vergangenheit jemals eine Aktion dieser miesen Art gesetzt; die Falle für Strache würde beide Kleinparteien auch in ihrer komplizierten Konstruktion weit überfordern; und es ist auch die SPÖ, die den weitaus größten Hass auf die Freiheitlichen hat – nicht nur weil diese die Sozialdemokraten aus der Regierung gedrängt haben, sondern vor allem auch, weil die Freiheitlichen direkt in den Erbhof der SPÖ, in die Arbeiterschaft, eingedrungen sind.
  6. Die Aktion stinkt auf zehn Kilometer gegen den Wind danach, dass sie vor zwei Jahren von dem halbkriminellen SPÖ-Agenten Silberstein organisiert worden ist. Der Typ hat ja damals auch gegen ÖVP-Spitzenmann Sebastian Kurz ähnlich dreckige Aktionen gesetzt.
  7. Auch der Umstand, dass die geheimen Aufnahmen von Kontakten Straches und seines Buddys Gudenus mit einer als russische Investorin getarnten Agentin erst jetzt in die Öffentlichkeit gespielt worden sind, deutet massiv auf die SPÖ hin: Denn man hat sie ganz offensichtlich im letzten Wahlkampf nicht mehr gebraucht, weil die FPÖ in dessen Verlauf ganz ohne SPÖ-Zutun von Woche zu Woche weiter zurückgefallen ist. Freilich rückte dadurch nicht die SPÖ an erste Stelle, sondern die raketenartig aufsteigende Kurz-ÖVP. Deshalb hat man damals – erwiesenermaßen! – alle roten Schmutzkübel einzig Richtung Kurz entleert und die FPÖ in Ruhe gelassen, mit der Christian Kern überdies auch eine Koalitionsmöglichkeit offenlassen wollte.
  8. Jetzt aber ist die FPÖ im EU-Wahlkampf gut unterwegs. Zumindest die – methodisch allerdings etwas problematischen – Votings nach den diversen Wahlkonfrontationen zeigen ein exzellentes Reüssieren des Spitzenkandidaten Vilimsky, während die ÖVP mit dem Bleigewicht Karas etwas schwächelt und nur noch knapp voran liegt. Da ist es für die SPÖ jetzt extrem wichtig, alle Kanonen auf die FPÖ zu richten, damit diese sie nicht überholt und auf den dritten Platz abdrängt.
  9. Besonders enthüllend ist, wie der (sehr SPD-nahe) deutsche Oberschmutzfink Jan Böhmermann, von dem das (sehr SPÖ-nahe) ORF-Fernsehen einen langen Hetz-Auftritt übertragen hat, dabei schon vor einem Monat gesprochen hat. Es ist damit völlig klar, dass der Typ schon damals über das Strache-Video vorbereitet worden sein muss. Das beweist ein Zusammenspiel des internationalen Sozialdemokraten-Netzwerks in Sachen Dirty Campaigning.
    Der damalige Wortlaut der Video-Botschaft des Herrn Böhmermann an die „Romy“-Gala des ORF: „Während Sie jetzt gerade die Gala genießen, Sekt trinken, feine Schnittchen essen, und charmant versuchen, Gernot Blümel nicht spüren zu lassen, wie sehr Sie ihn verachten … hänge ich gerade ziemlich zugekokst und Red-Bull-bezahlt mit ein paar FPÖ-Geschäftsfreunden in einer russischen Oligarchenvilla auf Ibiza herum – und verhandle darüber, ob und wie ich die Kronen Zeitung übernehmen kann und die Meinungsmache in Österreich an mich reißen kann.“ Aber darüber dürfe er „leider noch nicht reden“. Zum Abschluss richtete Böhmermann noch einen Wahlaufruf an die Gäste: „Alle, denen Europa am Herzen liegt, wählen am 26. Mai – Und alle, die finden, dass die österreichische Bundesregierung einen guten Job macht, gehen bitte erst am 27. Mai wählen.“ Pech für die SPÖ ist halt, dass Böhmermann in seiner dummen Eitelkeit geredet hat, bevor er reden durfte.
  10. Weiteres Indiz ist die Rückkehr des engsten Silberstein-Mitarbeiters von damals auf die SPÖ-Payroll wenige Wochen vor dem nunmehrigen Wahlkampf. So einen angepatzten Mann nimmt man normalerweise nur dann, wenn er eine besonders wertvolle Fracht im Gepäck hat.
  11. Im Internet ist noch vor Bekanntwerden der Strache-Videos ein geheimnisvoller „Journalist“ aufgetaucht, der die Intrige gleich weiterspinnt und behauptet, von der ÖVP informiert worden zu sein, dass sie schon Aufträge für Wahlen vergeben habe. Das soll die ÖVP ausgerechnet diesem völlig unbekannten Journalisten erzählt haben! Viel wahrscheinlicher ist, dass ihn das Silberstein-Team losgeschickt hat.
  12. Und schließlich hat die SPÖ auch charakterlich die weitaus schmutzigste Geschichte aller österreichischen Parteien. Man denke neben den Silberstein-Aktionen etwa an den verlogenen Vranitzky-Brief an die Pensionisten oder daran, wie die SPÖ 1985/86 alle miesen Tricks eingesetzt hat, um Kurt Waldheim mit internationaler Denunziation zum Kriegsverbrecher zu machen und seine Wahl zum Bundespräsidenten zu verhindern.

Aber einen großen Erfolg hat die SPÖ mit der nunmehrigen Aktion dennoch erzielt: H.C.Strache ist als Tölpel entlarvt. Und das kann er nicht mehr loswerden, selbst wenn der erste juristische Eindruck stimmen sollte, dass Strache nicht wirklich ein Gesetz verletzt hat. Aber in der Politik ist auch Dummheit eine entscheidende Kategorie.

Es wird ihm auch nichts helfen, dass es durchaus Präzedenzfälle gibt, wo Parteiobmänner die Entgegennahme einer illegalen Spende überlebt haben (Strache hat ja offenbar nichts entgegengenommen). Das war etwa einst bei Alois Mock der Fall. Auch bei der CDU-Affäre von Helmut Kohl und Wolfgang Schäuble blieb manches im Dunkeln. Und die europäische Linke versucht seit Jahr und Tag der AfD- und der Le-Pen-Partei unkorrekte Finanzierungen nachzuweisen. Es hat ja auch die SPÖ nie erklären können, wie es ihr unter Gusenbauer gelungen war, die schwere Verschuldung über Nacht loszuwerden (das die kleinen Mitglieder alles aufgebracht hätten, hat ja nicht einmal der „Standard“ geglaubt).

Aber die Menschen wissen, dass im Bereich Parteifinanzierungen immer manches im Dunkeln bleibt und nehmen das daher gar nicht so dramatisch.

Das nunmehrige Megaproblem für Strache ist auch nicht sein Gerede über offenbar letztlich nicht geflossene Parteispenden. Sein Problem ist seine total unakzeptable Dummheit, die Art, wie er bei dem Zusammentreffen mit der angeblich spendenwilligen, ihm aber bisher unbekannten Russin gesprochen hat:

  • Der FPÖ-Chef und sein Adlatus Gudenus sind gleich sechs Stunden im Hause der ihnen bis dahin unbekannten extrem attraktiven Frau geblieben.
  • Das lässt auch stark die Annahme zu, dass Böhmermann mit seinen stänkernden Andeutungen auch noch in jenem einzigen Punkt Recht hatte, der (noch?) nicht durch das Video bewiesen worden ist, nämlich den Kokain-Konsum.
  • Die Offenheit, mit der sie über unzählige Details der österreichischen Politik gesprochen haben, macht Strache und Gudenus zu einem lebenden Sicherheitsrisiko.
  • Genauso schlimm ist, dass Strache der angeblichen Oligarchin Staatsaufträge in Aussicht gestellt hat. Dass er angedroht hat, dass dafür der Strabag-Konzern keine Staatsaufträge mehr bekomme. Das bleibt – bei allem Ärger über die linken Methoden – ein unerträglicher Skandal und geplante Mega-Korruption.
  • Ein ganz übles Charakterbild von Strache zeigt auch jene Passage, wo er davon spricht, dass man kompromittierende Details aus dem Privatleben politischer Gegner suche, die man über das Ausland lancieren könnte. Dann würde niemand wissen, dass eigentlich die FPÖ dahinterstecke. Vielmehr würden sich Sozialdemokratien und Konservative gegenseitig verdächtigen.
  • Das zeigt nicht nur mieses Denken, sondern damit stellt sich Strache auch exakt auf die gleiche Ebene wie die schon vor zwei Jahren aufgedeckten Silberstein-Methoden der SPÖ.
  • Geradezu himmelschreiend ist auch, einer offensichtlich bis dahin unbekannten Fremden vier konkrete österreichische Unternehmer als angebliche geheime Finanziers der FPÖ namentlich zu nennen (Gaston Glock, Rene Benko, Novomatic, Heidi Horten).
  • In die gleiche Kategorie gehört auch die Enthüllung (es dürfte keine substanzlose Enthüllung Straches sein), dass Parteispenden an einen gemeinnützigen Verein fließen, damit sie nicht vom Rechnungshof kontrolliert werden.
  • Fast ebenso schlimm ist die Aufforderung, sich irgendwie an der Kronenzeitung zu beteiligen, damit diese besser über Strache schreibt (die damals ja noch komplett im von der Gemeinde Wien finanzierten SPÖ-Fahrwasser gefahren ist).
  • Nach dem, wie Strache über einzelne Kronenzeitungs-Journalisten gesprochen hat, wird in dieser Zeitung kaum noch jemals ein Journalist bereit sein, so relativ positiv über die FPÖ zu schreiben, wie sie das zuletzt getan hat. Noch dazu wenn er einen davon positiv genannt hat.
  • Es ist auch politisch selbstmörderisch, dass Strache gegenüber einer Ausländerin Sätze sagt wie „Journalisten sind sowieso die größten Huren auf dem Planeten“.

Wenn Strache halbwegs bei Sinnen ist, sucht er jetzt einen raschen ehrenvollen Abgang. Sonst würde er einen fremdbestimmten politischen Tod erleben.

Auch in der FPÖ müsste ihm das jeder ehrliche Parteifreund dringend raten. Immerhin hat die Partei drei Politiker, die durchaus einer Parteiführung und dem Vizekanzleramt gewachsen sind. Das sind die Herren Kickl, Hofer und Heimbuchner.

Genauso dringend wäre der Abgang des Herrn Gudenus. Denn dieser ist zweifellos überhaupt der Schlüsselmann gewesen, der Strache zu diesem Treffen gebracht hat. Er hat dabei auch alles übersetzt, weil die Russin angeblich nicht deutsch kann. Er wäre deshalb auch der erste gewesen, der die Echtheit der angeblichen spendenwilligen Dame zu bewerten gehabt hätte.

Freilich: Gudenus hat sich immer wieder als extrem anfällig für langbeinige slawische Blondinen gezeigt. Und er war vor allem der Mann, der seit Jahren die FPÖ immer wieder in peinliche, überflüssige und schädliche Nähe zum Putin-Imperium gebracht hat. Da konnte sich ein Agent durchaus ausrechnen, wo man am besten ansetzt.

Sollten Strache und die FPÖ jedoch auf Hart und auf Durchhalten setzen, dann sind wohl Neuwahlen unvermeidlich. Dabei hat zwar die ÖVP ganz gute Chancen. Nur hat auch sie danach kaum mehr Chancen, eine arbeitsfähige Koalition zu finden. Denn dann kann sie nicht mehr mit einer Strache-FPÖ weitermachen. Sie kann aber genauso wenig eine Koalition mit den Sozialdemokraten eingehen, die nun endgültig als Rekordmeister in Sachen Dreck dastehen.

Und ob sich eine österreichische Jamaika-Koalition mit Linksliberal und Grün ausgeht und vor allem einen Sinn hat, ist mehr als offen. Das hat schon in Deutschland nicht geklappt. Und dazu fehlt vor allem bei den Neos der Parteigründer Matthias Strolz.

Link: SPÖ und Strache: Dumm und widerlich

 

Auf https://www.andreas-unterberger.at/spannend finden Sie täglich meist mehrere kurz erläuterte Hinweise (samt Links) zu interessanten und lesenswerten Texten in anderen Medien.

 

Kommentar dazu

von Erasmus Konsul

  1. Vielen Dank für die Analyse! Unterberger hat wohl recht hinsichtlich Straches Dummheit. Als Spitzenpolitiker muss er sich mehr im Griff haben. Und ein solcher war er auch schon vor zwei Jahren als Parteiführer, allerdings noch nicht Vizekanzler.Trotzdem ist es ein Skandal! Aber nur ein Teil des Skandals, der ja eigentlich mit dem Rücktritt konsumiert worden wäre!
  2. Die “andere Seite” ist aber, dass nach meinem Verständnis – so sagen es auch Zeitungen wie “Presse” und “NZZ” – Strache/Gudenus mittels eines langfristig aufgebauten Kompromats gezielt eine Falle gestellt wurde. Für die beteiligte Dame musste eine Legende aufgebaut werden, anscheinend ein mehrere Monate dauernder Kontakt mit Gudenus unterhalten und dann ein entsprechender Treffpunkt zur richtigen Zeit präpariert und operativ betreut werden. An dem Projekt muss eine Ganze Gruppe von Leuten gearbeitet haben, einschließlich technischer Überwachung der Kommunikation und des Bewegungsprofils der Zielpersonen sowie deren Sozialverhaltens. Da bieten m.E. sowohl Unterberger als auch beispielsweise die NZZ  – dies dürfte aber auch ähnlich in anderen Zeitungen zu finden sein, nur etwas “komisch”anmutende Tätervarianten (die SPÖ mit ihrem ehemaligen Wahlhelfer Silberstein/ den Komiker Böhmermann) an, eher die übliche innenpolitische „Hausmannskost“. Es dürfte sich aller Wahrscheinlichkeit um eine Geheimdienstaktion gehandelt haben und das ist der erste Teil der anderen Seite des Skandals.
  3. Cui bono (die Analyse, die Unterberger vermutlich in eigenem Interesse nur teilweise macht): Das gibt es m. E. nach drei “Interessenlagen”:

= Befürchtungen zur Außenpolitik Österreichs: Der “Westen”, also die USA/Israel und ihre Epigonen wie Großbritannien oder Deutschland, nicht auszuschließen auch weitere betroffene, aber weniger wahrscheinlich, als “Interessenten”. Die Begründung für diese “Atlantiker”: Naheverhältnis der FPÖ zu Russland, Gerüchte über Ersetzen der parteilosen Außenministerin durch den Parteimann (und jetzigen neuen Vorsitzenden) Hofer und ggf. nicht linientreues Abstimmungsverhalten Österreichs bei Verlängerung bestehender oder Verhängung neuer Sanktionen gegen Russland, Iran u.a., Erschwerung der Geheimdienstzusammenarbeit mit dem österreichischen Verfassungsschutz durch die FPÖ (ist der wirklich so wichtig?).

= Innenpolitische Präzedenzwirkung für Deutschland: Der Westen und insbesondere Deutschland als “Interessent”: Die türkisblaue Koalition als trotz aller Querelen funktionierendes Projekt rechts-bürgerlicher Zusammenarbeit und damit auch Vorbildfunktion für den großen deutschsprachigen Bruder. Kurz als Fernsehstar 2015 und Folgejahren, als Wahlkampfhelfer der CSU-Widerständler gegen Merkel (vor der Zersöderung der Partei!), vielleicht sogar persönliche Animositäten der sozialdemokratisierten CDU gegen Kurz als Promotor dieser rechtsbürgerlichen Orientierung. Demnach wäre die Hauptstoßrichtung des Kompromats eigentlich Kurz, aber natürlich auch die Schwächung und Diffamierung der Rechten wie der FPÖ. Dass SPD/SPÖ und andere in diesem Geleitzug mitschwimmen versteht sich von selbst, da sie letztlich einen linksbürgerlichen Koalitionspartner brauchen. Österreich ist hier als deutschsprachiges Land für Berlin ein “ernsterer Fall” als etwa das sprachlich  isolierte Ungarn oder die als notorische wirtschaftliche “Kostgänger” verschrieenen Italiener!

= Abschreckungswirkung:  Keiner der genannten Interessentengruppen im Westen ist an einer außenpolitischen Debatte in Europa, vor allem nicht in Deutschland interessiert. Die außenpolitische Anästhesierung Deutschlands ist geradezu Voraussetzung für seine Anbindung an Amerika. Die nationalkonservative Orientierung an Interessenlagen rührt an den Fundamenten des Auschließlichkeitsanspruchs der westlichen Moderne und damit auch der Führung durch die USA. Deshalb müssen Parteien dieser Art entweder aus dem “Bogen der politischen Korrektheit” ausgeschlossen oder zur Verhaltensänderung gezwungen werden. Anders dürfen sie nicht an die Macht kommen. Die FPÖ ist hier ein Präzedenzfall für Leute wie Salvini, Le Pen oder auch Meuthen. Die gerade in Mailand versammelte europäische Rechte wird wohl jetzt in Gedanken die letzten Jahre durchgegangen sein und sich fragen, was eventuell bei ihnen aufgezeichnet worden ist. Der Einsatz wird erhöht! Dies auch vor dem Hintergrund der verstärkten politischen politischen Risikoaffinität der Trump-Regeierung! Der Block der Gerechten muss geschlossen bleiben.

  1. Das ist der zweite Teil der “anderen Seite des Skandals”: Das Kompromat stammt vermutlich von – oder ist in Zusammenarbeit mit einem westlichen Geheimdienst vorbereitet worden. Russland dürfte gemäß der cui bono – Analyse daran kaum beteiligt gewesen sein, selbst die NZZ konzediert dies, die ansonsten bereit ist, den Russen alles denkbare vorzuwerfen. Im Gegensatz zu dem Maßnahmen gegen “Schwarz-Blau” (ÖVP/FPÖ-Koalition unter BK Schüssel) in 2000 (Verhängung von Sanktionen der EU) hat man diesmal gar keine Berufung auf “universelle oder europäische Werte” mehr versucht, man geht einfach und letztlich mit Anwendung von Zwangsmitteln vor. Venezuela lässt grüßen, aber vielleicht auch schon Syrien u.a.: Der “Westen” ist kraft seiner “überlegenen Zivilisation” berechtigt, zu bestimmen, wer wo regieren darf und sei es auch – bei Abweichlern – in den eigenen Reihen! Und da wird eine funktionierende Regierung mit Geheimdienstmitteln aus dem Amt geschossen! Diesen Skandal darf aber der systemtreue Journalismus nicht wirklich zugeben und präsentiert deshalb auch mögliche  Ersatzleute als Schuldige (neben – zugegebenermaßen – Hinweisen auf geheimdienstliche Verwicklungen, die aber eher journalistisch zweitrangig hinter dem Skandalon Strache behandelt werden) !
  2. Wie geht es weiter: Kurz hätte trotzdem weiterregieren können, ist aber vermutlich äußerem und innerem Druck gewichen. Der Skandal wurde also fortgesetzt. Der u.a. Autor Unterberger hat in einem Vortrag nach dieser Entscheidung bezweifelt, dass Kurz sich damit einen Gefallen getan hat. Er werde vielleicht zwei bis drei Punkte dazu gewinnen. Dies dürfte m.E. vermutlich nicht zu einer Koalition jenseits von SPÖ oder FPÖ langen: Die drei großen Parteien ÖVP, SPÖ und FPÖ vereinigen über 80% der Wähler auf sich (2017), oder es wird zumindest knapp. Vor allem, wenn Kurz dann wieder in eine starke Konfrontation mit der FPÖ gehen muss. Deshalb steht m.E. auch bereits der Fortbestand der Ära Kurz auf dem Prüfstand. Denn einiges spricht für die Rückkehr zum “immerwährenden status quo” der österreichischen Politik, der großen Koalition! Und für dieses mutige Unterfangen werden sich schon ein paar erfahrene Artisten der Schwarz-Roten-Zunft aus der jetzigen zweiten Reihe der ÖVP zu Wort melden. Aber ich lasse mich wie immer gern eines anderen belehren…

weitere Kommentare aus dem Blog von Andreas Unterberger

  • „Das Volk liebt den Verrat, nicht den Verräter“ – man kann nur hoffen, daß das Volk bei der kommenden Wahl sich in diesem Sinne äußert und jetzt erst recht VILIMSKY die Stimme gibt, während es den Verräter, nämlich „SILBERSTEINS SPÖ“ ächtet!

 

  • pressburger
  • 18. Mai 2019 18:10Strache ist nur ein Bauernopfer. Das eigentliche Ziel sind die konservativen Rechtsparteien, die das Machtmonopol der Linken aktuell gefährden.
    Das Drehbuch für diese Aktion ist bereits vom KGB oder MfS geschrieben, und wiederholt realisiert worden. Reine Routine Angelegenheit.
    Mit anderen Darstellern, aber mit dem gleichen Ziel. Vernichtung des Klassenfeindes. Mit allen Mitteln.
    Die ganze Aktion trägt die Handschrift des MfS. Nicht die Durchführung selbst, Technik, Mikrophone, Wanzen, Kameras, Prostituierte, Alkohol. Sondern der Umgang mit den gewonnenen Daten.
    Die Auftraggeber waren die einheimischen Sozis. Kontakte zum willigen, ideologisch gleich ausgerichteten Geheimdienst. Möglich der BND, evtl. eine Seilschaft aus dem
    MfS, innerhalb des BND.
    Die Daten wurden vor den Wahlen in Österreich gewonnen. Frage, warum wurden sie nicht im Wahlkampf gegen die FPÖ eingesetzt ? Wäre im Interesse der SPÖ gewesen. Warum nicht ? Wahrscheinlich unterschiedliche Lagebeurteilung zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer. Der Auftraggeber wollte einen kurzfristigen Vorteil. Der Auftragnehmer plante einen langfristigen Erfolg.
    Voll erreicht. Die Diskreditierung Straches, der FPÖ, trifft im negativen Sinne, auch das Image der anderen konservativen Parteien im EU Wahlkampf.
    Zwei Fakten sprechen dafür, dass dieses Vorgehen von einen Geheimdienst durchgeführt wurde. Die Langfristige Planung und der richtige Zeitpunkt des Zuschlagens. Voll in tschekistischer Tradition.
    Straches Persönlichkeit wurde vor dem Treffen beurteilt. Das Ergebnis: Einfaltspinsel. Für die geplante Aktion der Richtige.
    Die Sozis haben bei der Erteilung ihres Auftrags, die Zustimmung und die Unterstützung des Dienstherrn, des Beauftragten gehabt.
    Wer profitiert ? Kurz, sowie alle seine linken EU Kumpane.

Anhang:

Die hübsche junge Blondine, mit der Strache auf dem Ibiza-Video redet, sei keine Russin sondern eine Lettin, sagt der staatsnahe russische Sender Vesti. Die englisch untertitelte Sendung zeigt auf, dass Österreich hier von ausländischen Geheimdiensten konditioniert werden dürfte. Besonders herrisch gebärden sich dabei deutsche Meinungsbildner und Politiiker.

https://www.youtube.com/watch?v=aYuhSIKWp20
YouTube9:08
German Media Launches Sting Op! Right-Wing Austrian Politician Snared in “Russian” Honey Pot!
Weitere links:

Verschwörer allerorten – zwischen „Ibizagate“ und „Steinmeiers Kampf“

von Notan Dickerle,  Anwärter auf den Leuchtturmpreis für mutigen Journalismus gegen “Bunt”

 

 

Ein Gespenst geht um in Europa, das Gespenst der Verschwörung. Belebt durch die dazugehörigen Theorien sowie ihre Puppenspieler, die Verschwörungstheoretiker. Nie waren sie so wirksam wie heute, und die bevorstehenden Wahlen zum EU-Parlament scheinen diese Dynamik noch zu verstärken.

Zentralorgan der Manipulation

Eine besonders schlimme Verschwörung wurde jetzt in Österreich durch gute Menschen, unterstützt von zwei besonders verantwortungsbewußten deutschen Qualitätsmedien (nämlich dem “Spiegel” und der “Süddeutschen Zeitung”) aufgedeckt: “Ibizagate” entlarvte eine Verschwörung umstrittener FPÖ-Politiker mit der Russenmafia gegen den Geist der Demokratie und führte zum überfälligen Bruch der türkis-blauen Regierung, die der menschenfreundliche grüne Bundespräsident Alexander van der Bellen nach der letzten Wahl im Herbst 2017 entgegen seiner erklärten Absicht, keine populistischen FPÖ-Minister anzugeloben, nicht verhindern konnte. Aber kaum ist die Verschwörung aufgedeckt schiessen schon wieder neue Theorien ins Kraut: sollten die Aufdecker der Affäre vielleicht gar nicht aus selbstlosen Motiven gehandelt haben, sondern um aus der nicht ganz taufrischen Geschichte zu einem opportunen Moment politisches Kapital zu schlagen? Waren “Spiegel” und “Süddeutsche” vielleicht nicht nur von der Liebe zur Wahrheit beseelt, als sie ihren ideologischen Buddies im Nachbarländle die erforderliche publizistische Hilfestellung leisteten?

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Jan „Piefke“ Böhmermann Putsch deutscher Relotiusmedien gegen Rechts zum Anschluß der Ostmark

Hatte nicht der deutsche Staatskomiker Jan “Ziegenficker” Böhmermann bereits viel früher Indiskretionen über “Ibizagate” von sich gegeben? War da vielleicht sogar dieser israelische Agent Tal Silberstein wieder mit von der Partie, auf dessen Spezialität “Dirty Campaigning” die österreichischen Sozialdemokraten schon früher zurückgegriffen haben? Hatte sich die SPÖ nicht bereits in der Waldheim-Affäre Mitte der 80-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts in der Wahl ihrer Methoden gegenüber dem Gegner als wenig zimperlich gezeigt? “Samma glei so blieb’m?”

Zur gleichen Zeit als in Wien die antipopulistische Bombe hochging eröffnete Bundespräsident Steinmeier im westfälischen Kloster Dalheim die Ausstellung “Verschwörungstheorien früher und heute”. Bis März nächsten Jahres kann sich der Besucher dort ein Bild über “Verschwörungstheorien aus neun Jahrhunderten” machen – selbstverständlich nicht aus Jux, Tollerei oder alternativem Unterhaltungsbedürfnis sondern, wie könnte es anders sein, zum Zwecke der Aufklärung.

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Cicero gegen Catilina Bild: Maccari Quelle: Wikipedia

Die wohl berühmteste aller Verschwörungen, diejenige des römischen Senators Catilina im Jahre 63 v.C., ist ebenso wenig Gegenstand wie “Ibizagate”; erstere ist zu alt, letztere zu frisch. Außerdem sind beide zumindest in Teilen wahr, was der pädagogischen Stoßrichtung der Ausstellung zuwiderläuft.

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Kartoffelkäfer Verschwörung Propaganda-Plakat 1950er Jahre

Es geht vielmehr unter anderem um Teufelsglauben, die Dolchstoßlegende, den Einsatz von Kartoffelkäfern im Kalten Krieg, die amerikanische Mondlandung, “Nine-Eleven” und nicht zuletzt die “Lügenpresse” (wahrscheinlich fehlen u.a. der Mord an Kennedy und an Yitzhak Rabin): Aufgeklärte, vernünftige Menschen sollen glauben, was in der Zeitung steht und im Staatsfernsehen berichtet wird, anstatt Verschwörungstheorien nachzuhorchen oder gar ihrem Bauchgefühl. Und auch ihren Politikern sollen sie Glauben schenken: Steinmeier beschwor in seiner Eröffnungsrede den “Kampf gegen Desinformation und Verschwörungstheorien” als “eine der großen Herausforderungen für die liberalen Demokratien”. Wir lebten nämlich in einer Zeit, “in der unsere demokratischen Werte in Misskredit geraten. Populisten verbreiten in vielen Ländern nicht nur alternative Wahrheiten, sondern offensichtlich Lügen und Verschwörungstheorien”. Woher kommt das nur, Herr Bundespräsident? Steinmeier findet die Antwort selbst: Verschwörungstheoretikern fehle “das Vertrauen in die Demokratie”. Bingo! Nur auf die Frage, warum dies so sei und wann dieses Vertrauen, das zu Zeiten eines Konrad Adenauer, eines Willy Brandt, eines Helmut Schmidt und eines Helmut Kohl ohne Zweifel vorhanden war, verloren gegangen ist, darauf kann oder will das Staatsoberhaupt keine Antwort finden. Er plädiert vielmehr für den “Kampf”, sozusagen Steinmeiers Kampf bzw. der Kampf des polit-medialen Establishments gegen eine zunehmend skeptische Öffentlichkeit. Wobei man das dramatisch klingende Wort “Verschwörung” natürlich rhetorisch reduzieren kann: jede Absprache, die nicht jedem, der von ihr betroffen ist, zur Kenntnis gegeben wird, jede bewußte Intransparenz, jede Falle und jede Intrige ist im Grunde genommen eine kleine Verschwörung. Der übermäßige Gebrauch der bedrohlichen Vokabel durch Politiker der Altparteien ist dabei deutliches Indiz für deren Verunsicherung, ebenso wie sich häufende Verdachtsmomente für außerhalb demokratischer Spielregeln stattfindende Entscheidungsfindung Anzeichen dafür sind, daß unser politisches System aus dem Gleichgewicht gerät. Steinmeier, einst wegen seiner Verläßlichkeit suggerierenden Farblosigkeit durchaus nicht unbeliebt (insoweit Angela Merkel nicht unähnlich), ist spätestens seit seiner einseitigen Stellungnahme zu den Ereignissen in Chemnitz im August letzten Jahres und seiner Empfehlung für linksradikale Punkbands ebenso ein Spaltpilz geworden wie sein Vorgänger, der das Land bekanntlich in Helldeutschland und Dunkeldeutschland aufgeteilt hat.

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Steinmeier – Verschwörung

Vielleicht sollten sich unsere Politiker vom “Global Compact for Migration” inspirieren lassen, wenn sie sich über das Thema Verschwörung auslassen wollen. “Migration war schon immer Teil der Menschheitsgeschichte” heißt es dort. Verschwörungen waren es genauso. Und so wenig sich Migration vermeiden lässt (die im Gegensatz zur Aussage des Migrationspaktes allerdings nicht immer “Quelle des Wohlstands, der Innovation und der nachhaltigen Entwicklung” bedeutet) so wenig kann man geheime Absprachen, Intrigen, Verschwörungen verhindern. Das Gebot des “sapere aude”, des Kant’schen Gebotes, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, wird dadurch umso dringender, auch wenn die in Sonntagsreden so oft beschworenen mündigen Bürger für die aktuelle Politikergeneration offensichtlich unerträglich unbequem geworden sind.

 

Querverweise:

https://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/verschwoerungstheorien-frueher-heute-sonderausstellung-kloster-dalheim-besuch-steinmeier-100.html