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Nairobi: Bevölkerungs-Gipfel für -Austausch statt -Kontrolle

world population growth 2008-2050
World Population Growth 2008-2050

AfD-Sprecher Dietmar Friedhoff eiertänzelt aus Anlass des Weltbevölkerungsgipfels von Nairobi an das Tabuthema Bevölkerungsexplosion heran aber kommt auch nicht weiter als bis zur Kirchenschelte.
CDU-Lusche Laschet behauptet kanzlerettenkonform wahrheitswidrig, die Völkerwanderung ließe sich nicht mit Mauern aufhalten.
Dazu hört man noch allenthalben den feministischen Traum von der Geburtenkontrolle durch Stärkung der Frauenrechte, wobei stets das unveräußerliche UNO-Menschenrecht der Frau, so viele Kinder zu bekommen, wie sie will, als Mantra wiederholt wird.
Erst vor wenigen Tagen forderte die FDP einen solchen Gipfel mit ähnlich eiertänzelnder Argumentation wie Friedhoff (AfD).
Heikos Auswärtiges Amt kündet indes gemeinsamen Kampf zur Schleifung noch bestehender Migrationshürden an. Nairobi: Bevölkerungs-Gipfel für -Austausch statt -Kontrolle weiterlesen

Klimahysteriker vernachlässigen Bevölkerungsexplosion

Irrationale Ängste waren schon immer der optimale Nährboden für politische Irrwege, Religionen und Aberglauben.

Nach den fetten Jahren von Fortschrittsglauben wie in der Renaissance, Aufklärung, im industriellen Zeitalter oder in den Jahren der Mondlandung sprechen viele Indizien dafür, daß sich heute Verstand und nüchternes Denken wieder auf dem Rückzug befinden. In den mageren Jahren des homo sapiens diktiert der Buntblödel in Redaktionen, Parlamenten, Kirchen, Universitäten oder als Antifa auf dem Asphalt den Glaubenskorridor durch Dezibel, Haltung oder pathologische Empathie. Wer andere niederbrüllt, hat Recht.

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Tönnies stolpert über´s Schnackseln

Die Bevölkerungsexplosion in Afrika nährt einen schrecklichen Verdacht: der Schwarze schnackselt gern.

Als Fürstin Gloria diesen grauenhaften Verdacht in einer Talkshow frei von der Leber weg äusserte, reagierten grüne Puristen und glühende Anhänger der unbefleckten Empfängnis mit einem Sturm der Entrüstung. Andere, die in dieser blasphemischen Behauptung einen Anschlag auf die Würde von Störchen erkannten, machten aus ihrer Schnappatmung keine Mördergrube, in die sie Gloria am liebsten gestossen hätten.

Glorias flapsige Bemerkung hatte die Republik gebeutelt. Noch heute gehen einige Puristen deswegen am Rollator. Als allmählich Gras über Glorias unerhörte Betrachtung gewachsen war, erschütterte der bayerische Innenminister Herrmann einschlägige Tugendwächter damit, daß er Roberto Blanco als netten „Neger“ definierte. Hätte es Zurückrudern als olympische Disziplin gegeben, hätte Herrmann den Medaillenspiegel verändert.

Aber die Tragik will es, daß die Bunte Republik einfach nicht genügend Zeit bekommt, sich aus der Schockstarre zu lösen.

Zuerst eine Fürstin, dann ein Innenminister und jetzt ein Fußball-Manager.

Jetzt ist guter Rat teuer. Markus Kink scheint dabei an Canossa zu denken:

„Auch auf eines der größten aktuellen Probleme kam Tönnies zu sprechen. Der Unternehmer kritisierte höhere Steuern, um den fortschreitenden Klimawandel zu bremsen. Stattdessen machte der 63-Jährige einen Vorschlag: Man solle doch lieber jedes Jahr 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren.

Seine Erklärung:

„Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren.“

Wer von uns kennt das nicht?


Ein unbedachter Moment – und schon ist die Wahrheit über den großen Elefanten im Raum herausgeflutscht.

Jetzt hilft, lieber Tönnies, nur noch gebückteste Gangart um aus dem Schlamassel wieder heraus zu kommen… 😎

Markus Kink

https://www.welt.de/…/FC-Schalke-04-Toennies-entschuldigt-s…

 

Tja, so ist das in der Claudia-Joschka-Republik. Man darf Polizisten verprügeln, Steine werfen, Jugoslawien bombardieren, mit Lkws in Weihnachtsmärkte fahren oder Knaben vor einfahrende Züge stossen.

Aber nach einem falschen Wort kommt der Knecht Rupprecht – heute als Gevatter Verfassungsschutz.

Michael Klonovskys Gedanken von 2016 gelten unter Haldenwang mehr denn je:

Michael Klonovsky, Acta Diurna

„Früher 24. Juli 2016

In den asozialen Netzwerken gilt die merkwürdige Regel, dass ein tendenziöser oder auch bloß süffisanter Kommentar zu einem Anschlag bzw. dessen parteipolitische Wertung moralisch verkommener seien als die Bluttat selber. Ich unterstelle, dies hängt vor allem damit zusammen, dass für den durchschnittlichen Angehörigen unseres entkräfteten Greisenvolkes die Tat selber und die reale Straße als Ort der Auseinandersetzung nicht mehr in Frage kommen, in dieser Sphäre dominieren längst die virilen und robusten Willkommenen, der brave Deutsche ficht seine finalen politischen Kämpfe mit heiligem Ernst im Netz aus, und deswegen bedeutet ihm, was dort „gepostet“ wird, am Ende mehr als das, was in der Realität passiert. Im Netz lassen sich die Tatsachen auch leichter ignorieren, verdrehen, zurechtbiegen (ich spreche durchaus pro domo), dort kann noch getagträumt und in aller Faktenresistenz moralisiert werden, auch die Verfolger und Inquisitoren kommen hier ohne persönliches Risiko auf ihre Kosten; das Netz ist gewissermaßen der letzte Zufluchtsort einer verspäteten Schrumpelform des deutschen Idealismus.“

Boris Reitschuster schreibt zur leitmeidialen Schnappatmung zur Randnotiz Tönnies in TICHYS EINBLICK:

„Wenn ein missglückter Herrenwitz eines Fußballfunktionärs tagelang in den Medien und Netzwerken eines der wichtigsten Themen und Aufreger ist, dann sind uns die Maßstäbe verrutscht. Diese Empörungskultur ist infantil, ja totalitär. Und sie lenkt von den wichtigen Themen ab.“

Positive Diskriminierung spaltet

Denn nur das kann man Tönnies bei nüchterner Betrachtung vorwerfen. Nicht mehr. Denn selbst Angela Merkels Afrikabeauftragter Günther Nooke (CDU) gab Tönnies inhaltlich de facto Recht (nicht im Stil!).

Rassismus wird in Deutschland zunehmend nicht mehr im klassischen Wortsinne gebraucht, wie ihn der Duden definiert – als „Theorie, nach der Menschen bzw. Bevölkerungsgruppen mit bestimmten biologischen Merkmalen hinsichtlich ihrer kulturellen Leistungsfähigkeit anderen von Natur aus über- bzw. unterlegen sein sollen“.Der Begriff wurde gekapert. Er wird missbraucht und instrumentalisiert. Nicht nur, um Hinweise etwa auf kulturelle Unterschiede zwischen Menschen und Menschengruppen zu tabuisieren. Auch, um wie im Falle von Afrika, um unbequeme Themen auf die Indexliste zu stellen. Um Menschen, die auf unbequeme Fakten hinweisen oder einfach nur eine andere Meinung haben, zu diskriminieren und diffamieren.

Viel gefährlicher als der blöde Altherrenwitz von #Tönnies ist der inzwischen in deutschen Medien und bei deutschen Politikern erschreckend weit verbreitete Meinungs-Totalitarismus im Land. Eine tonangebende Gruppe von Ideologen glaubt, sie sei im Besitz der Wahrheit. Und sie müsse diejenigen bekämpfen, die sie anzweifeln. Oder auch nur mit einem dummen Witz in Frage stellen, Das ist ein Rückfall in die Zeit vor der Aufklärung. Es erinnert in Zügen an die Ketzerverfolgung und die Inquisition. Heute sind die Scheiterhaufen nur virtuell.

So ist eine Atmosphäre der Angst entstanden, in der sich viele Menschen nicht mehr trauen, ihre Meinung offen zu sagen, ihre Ängste und Sorgen auszusprechen. Das wird durch eine aktuelle Umfrage von Allensbach bestätigt. „Wir sind zu einem Volk von Flüsterern geworden“, klagt Josef Kraus.

Die Ursache liegt in einer Realitäts-Allergie der tonangebenden Ideologen und derjenigen, die ihnen folgen in ihrem teilweise an eine Religion erinnernden Eifer. Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Die Realität hat sich gefälligst an die Vorstellungen des Bionade-Milieus anzupassen. Wer auf Probleme hinweist, ist ein Brunnenvergifter, verbreitet „Hetze“. Ein Begriff, der in dieser Bedeutung im (west-)deutschen Sprachgebrauch nicht gebräuchlich war und auf den Nationalsozialismus und die kommunistische Diktatur in der DDR zurückgeht. In beiden Diktaturen wurden damit Andersdenkende und Kritiker diffamiert. Allein, dass dieser Begriff heute wieder so oft gebraucht wird für Andersdenkende, sollte alle Alarmglocken schellen lassen.

Weil sich die Nicht-linken Kräfte der Mitte in der Bundesrepublik jahrelang im Tiefschlaf befanden. Weil sie sich herangeschmust haben an dieses merkwürdige Gebräu irgendwo zwischen „Antifaschismus“ und grüner, quasi religiöser Weltbeglückung mitsamt allen Zutaten wie Heiligengestalten und dröhnender Apokalyptik, das heute ein quasi-regierungsamtlicher Zeitgeist geworden ist.

Identitätsgerechtigkeit fragmentiert die Gesellschaft

Statt der Realität ins Auge zu sehen und von ihrem linken rotgrünem Neobiedermeier abzurücken, verteidigen dessen dogmatische Anhänger daher ihre lebensfremde Ideologie immer laustarker und aggressiver, je mehr offenbar wird, dass sie nicht aufgeht.

Diejenigen, die so lautstark Offenheit, Toleranz und Buntheit fordern, legen genau das Gegenteil an den Tag, sobald ihnen jemand widerspricht.Schlimmer noch: Wer auf missliebige Realitäten hinweist, wird zum Schuldigen derselben erklärt. Wer eine falsche Meinung hat, wird massiv unter der Gürtellinie attackiert. Ausgegrenzt. Diffamiert. De facto zum gesellschaftlichen Abschuss freigegeben. Das ist totalitär.

Die Folge ist eine Stärkung der politischen Ränder und ein Erodieren der politischen Mitte, die sich nicht mehr wiederfindet in vielen Medien und Parteien.

Längerfristig wird diese Entwicklung die Demokratie sprengen, und die Folgen sind kaum auszumalen.

 


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Lesen Sie auch Reitschusters Kolumne «Berlin extrem – Frontberichte aus Charlottengrad»: Darin lüftet der Autor ironisch den Blick hinter die Kulissen der russisch-ukrainisch-jüdischen Diaspora an der Spree, deren Außeneinsichten oft ungewöhnliche Perspektiven eröffnen. Darüber hinaus spießt der Autor den Alltags-Wahnsinn in der Hauptstadt auf – ebenso wie die Absurditäten in der Parallelwelt des Berliner Politikbetriebs und deren Auswirkungen auf den bodenhaftenden Rest der Republik.

Sehr geehrter Herr Reitschuster, ich muss Ihnen leider Recht geben. Ich sehe mit zunehmender Sorge, wie im politischen Diskurs und in den sogenannten Mainstream-Medien bestimmte Begriffe systematisch missbraucht werden, um andere Auffassungen zu diskreditieren oder als „unmoralisch“ zu qualifizieren – eine echte Diskussion mit sachlich begründeten Argumenten und Gegenargumenten wird dadurch immer schwieriger – ein Todesgift für die Demokratie. Zu solchen Begriffen, die immer wieder gerne „in den Ring geworfen“ werden, um andere mundtot zu machen gehören – negativ – „rassistisch“, „Nazi“, „islamophob“, „homophob“, „faschistisch“, „populistisch“ (gerne auch „rechtspopulistisch“), „rechts“, „rechtsextrem“, auch „konservativ“ oder „erz-konservativ“– bzw. positiv – „Haltung zeigen“,… Mehr
user10

Ich hätte mir gewünscht, herr Tönnies hätte seine Aussage nicht relativiert. Die Mehrheit in Deutschland hätte sich hinter ihn stellen können, was sie jetzt nicht mehr tun kann. Bitte Herr Tönnies, Sie hätten es nicht nötig gehabt zurückzurudern.

Reimund Gretz
Die Formulierung von Tönnies mag falsch sein in der Sache hat er aber ein Problem angesprochen. Überbevölkerung ist eine der Ursachen der Umweltzerstörung und zunehmender Migrantenzahlen und darf nicht tabuisiert werden! Im Juli 2019 waren die natürlichen Ressourcen der Erde für das ganze Jahr verbraucht! Immer mehr Menschen tragen auch zu immer größerer Zerstörung der Natur bei. Die Befriedigung von immer mehr menschlichen Bedürfnisse überfordert die Erde. Rohstoffe sind nicht unendlich! 7,7 Milliarden Menschen leben auf der Erde die Tendenz ist steigend. 4 Milliarden Menschen, bei allen Fortschritten wurden einmal ausgerufen, verträgt dieser Planet! Das würde ungefähr auch hinkommen, dass… Mehr

Wenn die Deutschen als „Köterrasse“ bezeichnet werden dürfen, so hat mich die Ausdrucksweise von Herrn Tönnies maximal schmunzeln lassen.

Der Berufsstand des Inquisitors feiert Auferstehung.

Der im Mittelalter steckengebliebene Islam bringt die Errungenschaften des Mittelalters nach Europa zurück.

Gruenauerin
Eigentlich ist es kein dummer Witz, den Herr Tönnis gemacht hat, sondern er hat die Wahrheit ausgesprochen. Anscheinend darf man das in diesem Land nicht mehr. Ich hätte das zwar nicht in einer öffentlichen Rede gesagt, sondern beim unverbindlichen Plausch mit einer Tasse Kaffee in der Hand, aber trotzdem, bleibt es die Wahrheit. Wenn ich Herr Tönnis wäre, würde ich mein ganzes Geld aus dem Fußball herausnehmen. Er wird dadurch nicht verarmen. Es gibt auch Steuersparmodelle ohne Fußball. Ich wäre auch nicht zu Kreuze gekrochen. Wenn das Land keine anderen Probleme hat, als an jeder Straßenecke Rassismus zu sehen, dann… Mehr
Weitere Stimmen:

Entwicklungshilfe: Wir sollten den Vorwurf des Neokolonialismus ignorieren

Wolfgang Kaden, Kolumnist bei BILANZ, schätzt die Situation auf dem weiten Feld der Entwicklungshilfe mit gebotener Skepsis so ein:

Quelle: BILANZ (12.3.2019)

Die Entwicklungshilfe für die Zurückgebliebenen gebietet angeblich die Barmherzigkeit; und, seit die Armutsmigration bedrohliche Ausmaße angenommen hat, das deutsche Eigeninteresse. Aber: Hilft sie auch?

Das war doch einmal ein Zeichen der Einsicht. Im vergangenen Sommer gab die Regierung bekannt, dass sie ihre Zahlungen für ein Sozialprogramm des afrikanischen Staates Sambia sofort einstellt. Grund: 4,7 Millionen Dollar an Hilfsgeldern waren spurlos verschwunden.

Es handelte sich allerdings nicht um die deutsche Regierung, sondern um die britische. Der schlossen sich sogleich Finnland und Schweden an. Deutschland zahlt weiter.

Ein Thema war dieses bemerkenswerte Ereignis hierzulande nicht. Die Entwicklungshilfe ist einer der am wenigsten umstrittenen Posten im Bundeshaushalt – insbesondere die für den ärmsten Kontinent, für Afrika. Spenden für die Zurückgebliebenen gebietet angeblich die Barmherzigkeit; und, seit die Armutsmigration bedrohliche Ausmaße angenommen hat, das deutsche Eigeninteresse.

„Wir sind der Weltgerechtigkeitsausschuss“,

hat Claudia Roth (Grüne) bei der konstituierenden Sitzung des Entwicklungshilfeausschusses gesagt. Und die Bürger stimmen ihr zu: Fast Dreiviertel der Deutschen, ergab eine Allensbach-Umfrage, heißen die Hilfsgelder für die ärmeren Regionen gut.

Und die fließen großzügig: Knapp zehn Milliarden Euro werden inzwischen von der Bundesregierung über die ganze Welt verstreut, von 2017 auf 2018 gab es einen kräftigen Aufschlag um rund zehn Prozent. Eine Heerschar von Helfern ist unterwegs. Gemessen am Sozialprodukt, ist Deutschland weltweit einer der größten Spender.

Außerhalb der politischen Klasse, bei den Kennern der Szene, jedoch wachsen schon seit vielen Jahren die Zweifel, ob die Spenden in der bisher geübten Praxis den Empfängerländern wirklich eine Hilfe sind.

Dies gilt besonders für den Kontinent, der hierzulande derzeit im Mittelpunkt des Interesses steht: für Afrika.

Seit den 50er-Jahren, vor allem seit dem Ende der Kolonialherrschaft in den Sechzigern, werden die 54 Länder dieser ärmsten Weltregion mit Hilfsgeldern aus Europa und den USA zugeschüttet – inzwischen schätzungsweise bis zu 4.000 Milliarden Dollar. Gebracht hat es so gut wie nichts. Afrika ist so arm wie eh und je; in manchen Landstrichen sogar noch ärmer als am Ende der Kolonialherrschaft.

„Das Gros der Hilfe ist unter Afrikas Sonne verdunstet“, schreibt Volker Seitz, der als Botschafter 17 Jahre lang in Afrika Erfahrungen sammelte, in seinem Buch „Afrika wird armregiert“.

Eigeninitiative wird systematisch abgewürgt

Wo ist all das Geld geblieben? Warum hat Afrika trotz der vielen Milliarden und der Heerschar an gutgesinnten Helfern keinen Entwicklungssprung gemacht wie andere Weltregionen, vor allem das östliche Asien?

Südkorea hatte in den 50er-Jahren in etwa das gleiche Pro-Kopf-Einkommen wie Ghana. Heute ist Südkorea eines der bedeutendsten Industrieländer mit global erfolgreichen Konzernen wie Samsung oder Hyundai. Ghana hingegen ist immer noch arm, ohne nennenswerte Industrie, ein Lieferant unbearbeiteter Rohstoffe.

Der amerikanische Nobelpreisträger Angus Deaton hat in seinem Buch „Der große Ausbruch – von Armut und Wohlstand der Nationen“ eine, wie mir scheint, entscheidende Ursache für die Wirkungslosigkeit der Hilfsgelder für Afrika herausgearbeitet: Diese Völker bieten bislang nicht die Voraussetzungen, damit Gaben aus dem Norden einen eigenen Entwicklungsprozess in Gang setzen können. Ganz im Gegenteil, da sind sich viele Experten einig, verschlechtert der ständige Fluss von Almosen eher die Chancen, sich aus der Not zu befreien – weil sie die Eigeninitiative systematisch abwürgen.

„Sind die Bedingungen für Entwicklung gegeben“, schreibt Deaton, „so wird keine finanzielle Hilfe benötigt. Sind die Bedingungen der Entwicklung abträglich, so ist die Hilfe nutzlos und wird sogar Schaden anrichten …“

Die wesentliche Voraussetzung sind für ihn Regierungen, die besonnen und verantwortungsvoll den Entwicklungsprozess steuern. Doch kaum ein Land des Kontinents konnte und kann eine solche politische Führung aufbieten.

Die meisten Politiker sehen ihre Posten als Chance, sich selbst und ihren Klan zu bereichern. So entspricht die Summe der jährlich nach Afrika fließenden Hilfsgelder, rund 50 Milliarden Dollar, der Summe des alljährlich aus dem Kontinent abwandernden (Flucht-)Kapitals. Das meiste Geld wurde, nach aller Erfahrung, schlichtweg aus der Staatskasse geklaut oder durch Korruption beiseitegeschafft.

Geld an Bedingungen knüpfen

Soll das Geld nicht weiterhin sinnlos verpulvert werden, müssen Geberländer wie Deutschland ihre Hilfe gänzlich neu überdenken und das Geldspenden an konkrete Bedingungen knüpfen, die von den Regierungen der Nehmerländer zu erfüllen sind. Im Wesentlichen sind dies für mich:

  1. Kampf gegen die Korruption. Keine andere Weltregion ist so durch Bestechung und Vetternwirtschaft durchseucht wie Afrika. Auf der Korruptionsliste von Transparency International finden sich die meisten Länder Afrikas auf Spitzenplätzen.

Es sind nicht nur die Präsidenten und Minister, die für jeden Auftrag, für jede amtliche Bescheinigung Schmiergeld erwarten. Die Unkultur der Korruption geht hinunter bis zum kleinen Zollbeamten, der nichts ohne Schmiergeld ins Land lässt, und zur Polizei, die willkürliche Straßensperren errichtet, um dort abzukassieren.

  1. Kampf gegen die Bevölkerungsexplosion. „Die einzige Kurve, die in Afrika steil nach oben geht, ist das Bevölkerungswachstum“, sagt der Afrika-Journalist Wolfgang Drechsler, der seit 30 Jahren in Südafrika lebt.

Beispiel Nigeria, Afrikas bevölkerungsreichstes Land. Am Ende der englischen Kolonialherrschaft, Anfang der Sechziger, lebten dort 40 Millionen Menschen. Inzwischen sind es 190 Millionen, bis 2050 sollen es 400 Millionen werden.

Die Wirtschaft wächst nicht schneller als die Bevölkerung, oft sogar langsamer. Das heißt: Die Armut bleibt oder wird noch schlimmer.

Eine Politik, die Geburtenkontrolle konsequent fördert, verfolgen nur wenige Regierungen. Verhütungsmittel und Beratungsstellen wären fraglos die wirkungsvollste Entwicklungshilfe (und dabei noch vergleichsweise preiswert). Jedwede Hilfe müsste daher an die Bedingung geknüpft werden, dass die Regierungen der Empfängerländer energisch gegen die überbordende Vermehrung ihrer Bürger antreten.

  1. Kampf für bessere Investitionsbedingungen. Afrika südlich der Sahara, mit Ausnahme der Republik Südafrika, ist ein Kontinent weitestgehend ohne Industrie. An diesem beklagenswerten Zustand wird sich erst etwas ändern, wenn die Regierungen mehr für die Bildung tun und für ansiedlungswillige ausländische Unternehmen ein akzeptables Umfeld schaffen.

Von den rund 400.000 deutschen Unternehmen sind gerade einmal 1.000 in Afrika aktiv. Berlin will künftig Unternehmen mit einem milliardenschweren „Investitionsfonds“ nach Afrika locken. Das Geld ist sicher besser angelegt als mit Ausgaben für immer neue Projekte, die nach Abzug der ausländischen Helfer versanden. Allerdings nur dann, wenn die Regierungen in Afrika die Voraussetzungen schaffen.

Wer Bedingungen wie diese drei stellt, wird sich in Afrika und daheim den Vorwurf des Neokolonialismus anhören müssen. Wir sollten ihn ignorieren. „Die Blauäugigkeit der Geber, die nichts mehr fürchten als den vielstrapazierten Vorwurf des Rassismus und Kolonialismus und deshalb im Namen der Political Correctness auf eine ‚Politik der Zurückhaltung‘ setzen“ (Ex-Botschafter Seitz) – sie hat zu der jahrzehntelangen Vergeudung irrwitziger Geldsummen geführt.

„Wie jeder Mensch und jede Gesellschaft kann Afrika sich nur selbst entwickeln“, heißt es in einem „Bonner Aufruf“ von 2008, in der Experten eine Abkehr von der Almosen-Politik fordern. Schön, dass wenigstens die Briten, die größten Kolonialisten aller Zeiten, mit Sambia jetzt eine wegweisende Entscheidung getroffen haben.

von humanitärem Schwindel – auch in Gaststätten und Hotels!