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VS-Bericht 2016: Bunte Unrechtsrepublik nimmt Konturen an

„Angriff ist die beste Verteidigung“, scheint sich der bayerische Innenminister Joachim Herrmann gedacht zu haben. Bei der Präsentation des neuen Verfassungsschutzberichtes finden sich echte und vermeintliche Buhmänner .
Um die Satire auf die Spitze zu treiben, könnte man Innenminister Herrmann als Beobachtungsobjekt vorschlagen. Wer sich mit rustikalen Bonmots wie

„Roberto Blanco war immer ein wunderbarer Neger, der den meisten Deutschen wunderbar gefallen hat“

stoppt csu, faschistische sammlungsbewegungund Law-and-Order-Rhetorik in die Historie des rassistisch-faschistischen Fundamentalismus einzementiert und in nach Urteil von Rechtsextremismusexperten eine „faschistische Sammlungsbewegung in der Staatskanzlei“ installiert hat, die ein völkisch-bayrisches Integrationsgesetz durchsetzt, kann schlecht mit dem erhobenem Zeigefinger fuchteln.

Wieso fehlt der Herr Minister im VS-Bericht 2016?

Damit wäre wieder ein Schwarzer mehr in der Statistik

  • SATIRE OFF

Die Inszenierung des Ministers Joachim Herrmann lief offensichtlich schief, und hierzu trug der Journalist Christian Jung bei, der erst kürzlich einen uneinsichtigen Minister Herrmann gerichtlich in mehreren Instanzen zwang, ihm Rede und Antwort zu stehen. Auch Petr Bystron hat sich mit dem faktenscheuen Minister angelegt, und manche mutmaßen, Herrmanns Angriff gegen Bystron sei eine Retourkutsche.

Berlin und Karlsruhe wollen Alternativlosigkeit zementieren

Leider ist die Sache nicht so einfach. Zahlreiche Auftritte der bunten Eliten in Berlin und Karlsruhe zeigen ein einheitliches Muster der Verengung des Verfassungsbogens auf ein zeitgeistliches Verständnis von „Menschenwürde“ und „normativem Individualismus“, welches die humanitären Imperative des Groko-Regimes alternativlos und der Alternative den Garaus machen soll.
Auch der Verfassungsschutzbericht selber ist ebenso wie seine Vorstellung durch das Bayrische Amt für Verfassungsschutz auf diesen Zweck hin konzipiert. Zwar nehmen auch islamische und andere Terroristen breiten Raum ein, aber auch dies wird dazu genützt, friedliche Patrioten mit ihnen in Verbindung zu bringen, mit blutigem Image zu beschmieren und als den eigentlichen Staatsfeind aus dem Gesellschaftsleben auszugrenzen.
Petry Bystron selber schrieb es in einem Text, den PI News übernahm, sehr deutlich:

In einer „normalen“ Umgebung könnte man trotz dieses Unterschieds eine gewisse personelle Verflechtung der parlamentarischen und der außerparlamentarischen Opposition gut heißen, bzw. sogar fördern. Doch wir leben nicht in einer „normalen“ politischen Umgebung. Wir erleben es jeden Tag, dass wir als AfD von einer ganzen Einheitsfront aus Parteien, deren Vorfeldorganisationen, Gewerkschaften, Kirchen und Verbänden bekämpft werden. Wir wissen auch, dass es bereits mehrfach Druck seitens der Politik auf den VfS gab, uns unter Beobachtung zu stellen. Es wäre dumm, unseren Gegner den Gefallen zu tun, und ihnen die Gründe für diese Beobachtung zu liefern.
Nach unseren bisherigen Erfolgen ist das einzige, womit uns das System noch das Genick brechen kann, die Beobachtung der ganzen Partei durch den VfS. Wir wissen es aus der Vergangenheit am Beispiel der Republikaner, was dann eintritt: Austritte der Beamten und Staatsbediensteten, dann der anderen Mitglieder aus der bürgerlichen Mitte – im Gegenzug Eintritte von Menschen, die nichts mehr zu verlieren haben, Radikalisierung, der Fall in die Bedeutungslosigkeit.

Tatsächlich ist den REPublikanern ähnliches widerfahren. Der damalige Innenminister von Bayern, Edmund Stoiber, schwang die Verfassungskeule. Die ganze Polizei stand damals hinter den REP, aber sobald die REP auf der schwarzen Liste standen, liefen sie aus Karrieregründen wie ein Hühnerhaufen auseinander.
Die Karrieregründe sind offensichtlich. Den Identitären ist es in München kaum möglich, Notare oder kontoführende Banken zu finden. Wer auf der Proskriptionsliste steht, ist im Effekt oftmals existenziell bedroht. Man kann von institutionalisierter politischer Verfolgung sprechen. Deshalb ist der Vergleich mit Vacláv Havel, den Petr Bystron ins Spiel brachte keineswegs übertrieben.
Ferner ist es nicht übertrieben, von einer Wende der Bunten Republik zum Unrechtsstaat zu sprechen.

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Alltäglicher rotgrünbunter Vandalismus

Das Vergehen von Petr Bystron liegt darin, dass er zwar eine organisatorische Trennlinie zur IB zieht aber ansonsten sich weigert, die unbegründeten Wertungen des Verfassungsschutzes zu übernehmen. Anders als Petry und andere, die sich zum Transmissionsriemen des Buntstasi-Regimes machen, hat Bystron offenbar den Ernst der Lage wirklich erkannt und sich somit als gefährlich erwiesen.  Er hat den Kotau vor dem Gesslerhut verweigert aber zugleich die nötige Umsicht gezeigt.  Akteure wie Petry oder Höcke, die entweder sich zum Transmissionsriemen machen oder Umsicht vermissen lassen, sind dem VS lieber.  Bystron ist höchst verdächtig und beobachtungswürdig, und SPD-Innenminister werden Herrmanns Beispiel nur allzu gerne nachfolgen, und noch eins draufsetzen. Das REP-Szenario, vor dem Petr Bystron warnte, ist nicht mehr weit.

Gummibegriffe „Menschenwürde“ und „Menschenrechte“ hebeln FDGO aus

Der VS selbst schreibt, dass es sich bei der IB um eine „nicht auf den ersten Blick als extremistisch erkennbare Gruppierung“ handelt. Der angebliche Extremismus ergibt sich aus dem Konzept der „ethnokulturellen Identität“, welches der VS wie folgt erklärt:

Das Konzept der „ethnokulturellen Identität“ geht von einer geprägten und über Generationen gewachsenen Identität der Völker aus. Diese sei bestimmt insbesondere durch die gemeinsamen geschichtlichen Erfahrungen, Brauchtum und Religion. Im Verständnis der IBD ist der Islam als Religion und Wertesystem nicht mit der europäischen, deutschen oder österreichischen ethnokulturellen Identität vereinbar. Vor allem die Zuwanderung von Muslimen wird daher als Bedrohung für diese Identität begriffen. […]
Ihre vornehmliche Aufgabe sieht die IBD in der Verteidigung und Bewahrung von „Heimat, Freiheit, Tradition“. An erster Stelle stehe hierbei der Erhalt der „ethnokulturellen Identität“, die durch einen befürchteten „demographischen Kollaps“ sowie durch angebliche „Massenzuwanderung“ und „Islamisierung“ bedroht sei. Die IBD propagiert deshalb einen europäischen Ethnopluralismus, d. h. die räumliche und kulturelle Trennung unterschiedlicher Ethnien. Dies hätte letztlich die Ausweisung großer Bevölkerungsteile unter Missachtung der vom Grundgesetz garantierten Menschenrechte zur Folge. Die ethnopluralistische Vorstellung von an bestimmte Territorien gebundenen Völkern entspricht der rechtsextremistischen „Blut und Boden“-Ideologie, wobei der Begriff der „Rasse“ durch eine angebliche „ethnokulturelle Identität“ ersetzt wird.

Hiergegen ist u.a. anzuführen:

  1. Daraus, dass die IBD der „ethnokulturellen Identität“ einen hohen Wert beimisst, folgt nicht, dass dieser Wert alle anderen Werte erdrückt und somit zur Missachtung von „Menschenrechten“ führen muss. Der Hauptanklagepunkt gegenüber der IBD erweist sich als haltlose Unterstellung.
  2. Bei den „Menschenrechten“ handelt es sich ähnlich wie bei der „Menschenwürde“ seit jeher um einen zeitgeistbedingten, keiner echten Begründung zugänglichen („we hold these truths to be self-evident“) Gummibegriff, der seinerseits ein großes Gefahrenpotenzial birgt und geeignet ist, die Freiheitlich-Demokratische Grundordnung aus den Angeln zu heben, wie es demokratieskeptische MenschenrechtlerInnen zusammen mit Buntstasi-VS derzeit tun. Nur ein kleine Untermenge der Bürgerrechte, darunter z.B. die von der GroKo hart angegriffene Meinungsfreiheit,  ist für die FDGO, der der VS zu dienen hätte, essenziell.  Sogenannte „Menschenrechte“ Fremder unterminieren sogar tendenziell die FDGO.  Die Ordnung steht und fällt mit der Möglichkeit einer Benachteiligung des Fremden gegenüber dem Eigenen.   Indem der VS schon auf seiner Titelseite den  Gummibegriff „Menschenwürde“ zu seiner Leitlinie macht, schafft er sich eine Grundlage für seine institutionelle Überdehnung.  Ein einmaliger Zeitgeist wird zementiert, eventuell nötiges Gesundschrumpfen verhindert.  So wird die BRD zum Unrechtsstaat. Zur Zeitgeistbedingtheit der Menschenrechte s. unter anderem Lynn Hunt „Inventing Human Rights“ sowie Samuel Moyn und Jean-Louis Harouel.
  3. Im bunt ausgeuferten „normativen Individualismus“ wird jeder Bürger, der über Individualinteressen hinaus an die Interessen der nachkommenden Generationen und den Fortbestand des Staatsvolkes denkt, zum Verfassungsfeind, gegen den gesellschaftliche Ächtung und Ungleichbehandlung geboten ist. Darin stimmt der Verfassungsschutz mit dem Tenor des neuesten Karlsruher NPD-Urteils und der Erklärungen des Bundestagspräsidenten Lammert überein. Verfassungskonform ist dieser Auffassung nach nur ein Konsument, der in der Politik allenfalls wirtschaftliche Gruppeninteressen aber kein Gesamtinteresse und keine kollektiven Eigentumsrechte, Ordnungen oder Wertvorstellungen verfolgt. Die Bunte Elite arbeitet mithilfe ihres VS an der Enteignung, Entrechtung und Ersetzung des Souveräns. Hierzu fehlt jede Selbstreflexion.
  4. Assoziationen an NS-Ideologien von „Blut und Boden“ sind als Argumente wertlos. Selbst wenn hier eine Ähnlichkeit bestehen sollte, folgt daraus keine Ähnlichkeit zu den verfassungsfeindlichen Merkmalen der Hitler-Bewegung.  In einer offenen, rationalen Diskussion sind Ideen nach ihrer Tauglichkeit für die zu erfüllenden öffentlichen Zwecke zu beurteilen.  Wer Ideen einfach deshalb verwerfen will, weil man auf diese Weise ein Image maximaler Distanz zu allem Bräunlichen wahren und sich so vorteilhaft gegenüber der politischen Konkurrenz positionieren kann,  engt den Diskursraum selbstsüchtig zum Schaden der öffentlichen Zwecke ein.

Verbaler Vigilantismus ist der Staatsfeind, VS verschmilzt mit Buntstasi

Nachvollziehbar ist, dass der Verfassungsschutz Tendenzen von Bürgerbewegungen, eigenmächtig Fremde, und sei es auch nur Unsympathen wie Salafisten, bedrängen oder vertreiben zu wollen, als eine mögliche Keimform eines Pogromterrors im Auge behält. In seinem Werk „Terrorismus als weltweites Phänomen: Eine Einführung“, spricht Peter Waldmann hier von „Vigilantischem Terrorismus“ als einem Terror, der „am Staat vorbei die bestehende Ordnung bewahren will (Law and Order-Bewegungen)“. Dabei ist aber zu beachten, dass solcher Terrorismus vor allem dort entsteht, wo der Staat versagt. Ein Staat, der, wie das Bunte Bayern in seinem VS-Bericht, sein Hauptaugenmerk auf die Bekämpfung von möglichen verbalen Keimformen eines Vigilantischen Terrorismus legt, ist kein Rechtsstaat sondern ein Linksstaat, der auf die eigene Auflösung zielt und insoweit den Vigilantischen Terrorismus schürt, weil er ihn zur Rechtfertigung seines Repressionsapparates braucht.  Während er von diesem verhältnismäßig unbedeutenden vigilantischen Terrorismus schon verbale Keimformen durch öffentliche Proskription bekämpft, die ihrerseits dem linken Gesinnungsterror und oft genug auch physischem Terror als Vorlage dient, geht der VS gegen ebendiesen linken Terror praktisch nicht vor.  Im Bericht findet sich keine vergleichbare Reflexion über verbale Keimformen des linken Terrors, denn diese betreibt der VS ja selbst.  Aus den neusten Ereignissen aus Frankfurt wissen wir, dass er auch die physische Gewalt der humanitärchaotischen und linken Gewalttäter praktisch nicht ahndet.

Hierin ähnelt die Bunte Republik kommunistischen Regimen, die laut Alexander Solzhenitsyn dazu neigten, in Kriminellen Verbündete zu sehen, weil ihr Hauptfeind die patriotischen Bürger waren.

bunte Schlapphüte
Versager sind bunt, auch bei den Schlapphüten

Bei der Identitären Bewegung macht er dazu in ihrer Symbolik oder in rhetorischen Elementen wie „Reconquista“ Ansätze zu vigilantischem Terrorismus aus.
Die Wiedereroberung des eigenen Raumes durch das eigene Volk und dessen Kultur (Reconquista) kann jedoch sehr vieles bedeuten und dabei viele legale und demokratisch legitimierbare Formen annehmen. Auch hier zeigen die Schlapphüte lediglich, dass ihre Vorgesetzten auf Biegen und Brechen einen Gesslerhut aufstellen wollen, um die AfD in die Falle zu locken, und dass er sie es Petr Bystron nicht verzeihen können, dass er das Spiel durchschaut hat.

Bekenntnis zu identitären Werten und Beobachtung durch VS ist demokratische Ehrensache

Man könnte noch weitere unwürdige Schmierereien der verfassungsfeindlichen Verfassungsschützer anführen.

  1. Der VS konstruiert aus Sympathien für die Idee der „Konservativen Revolution“ eine Verbindung zu einer „antidemokratischen, antiliberalen und antiegalitären Strömung der Weimarer Zeit“. Doch hierbei handelt es sich nur um die Herstellung von Assoziationsketten zum Zwecke der Beschmierung, wie die Buntstasi sie betreibt.
  2. Der VS sieht zu Recht in exzessiver „Israelkritik“, die z.B. Israel für alle Übel der Welt verantwortlich macht oder auf Verneinung des Existenzrechts Israels abzielt, eine häufige Maske des Antisemitismus. Der VS macht daher eine Verfassungsfeindlichkeit von Pegida München an auffälligen antiisraelischen Tönen des Vorsitzenden Heinz Meyer fest. Die Mutmaßung, Meyers Israelkritik maskiere alte antisemitische Affekte, kann durch intensive Erforschung der Gesinnung von Meyer vielleicht bestätigt werden.  Aber vor welcher Gefahr will der VS hier Staat und Volk schützen?  Gefährdet es die FDGO, wenn ein Organisator von Montagsspaziergängen in einer Art Büttenrede vor 200 Personen seine unausgegorenen und folgenlosen Meinungen ausbreitet?  Ganz anders sieht es immerhin beim VS selber aus.  Dem VS könnte man umgekehrt tatsächlich ankreiden, er stünde mit seinen Versuchen, die ethnokulturelle Identität des Volkes zu leugnen und zugleich dieses Volk mit allerlei Schuld zu belasten und an der Artikulation existenzieller Interessen hindern, in geistiger Nähe derer, die dies gegenüber Israel praktizieren. Wer ethnokulturelle Identität zerstören will, beginnt mit ihrer Leugnung.  Erweist sich der „Rassist“ und „Faschist“ Joachim Herrmann hier konsequenterweise auch noch als ein geistig Verwandter der Holocaustleugner?   Wenn man will, ja.  Es ist letztlich eine Machtfrage.

Kritik an Abweichung von angeblichen Gesinnungserfordernissen der „Menschenwürde“, wie der VS sie neuerdings ins Zentrum seiner Tätigkeit stellt, sollte sich gänzlich verbieten.  Ihr fehlen die Voraussetzungen der Klarheit und Bestimmtheit, die im Rechtsstaat an behördliche Sanktionen geknüpft sein müssen.  Dies gilt erst recht dann, wenn die Kritik lediglich aus rabulistischer Schmier-Argumentation besteht. Der VS  verletzt hierdurch seinerseits die Gebote der Menschenwürde.  Personen wie Petr Bystron werden zum Objekt und Mittel für unausgesprochene politische Zwecke.

12196064_10204789203842627_8391172213675208608_nDer VS-Bericht ist ein Armutszeugnis, eine geistig-moralische Bankrotterklärung einer Republik, die aufgrund ihrer Fixierung auf „Menschenwürde“ und „Menschenrechte“ das Spannungsfeld, in dem diese zu anderen wichtigen Werten einschließlich Demokratie und Volk stehen können, verkennt, missachtet und aus dieser sträflichen Missachtung eine Waffe zur Unterdrückung der eigentlichen Träger der Demokratie macht.

Für einen Bürger, dem die Freiheitlich-Demokratische Grundordnung am Herzen liegt, ist es inzwischen zur Ehrensache geworden, der Identitären Bewegung Anerkennung zu zollen, um baldmöglichst ähnlich wie Petr Bystron den Ritterschlag durch die Schlapphüte der Bunten Unrechtsrepublik zu erhalten.

Anhang

Matthias Matussek und Roland Tichy müssen auch vom VS beobachtet werden. Matussek lieferte neulich in der Print-Ausgabe von Tichys Einblick einen hervorragenden Bericht über die Identitäre Bewegung, der auch die Haltlosigkeit der VS-Vorwürfe aufzeigt.
Andererseits zeigen Verfassungsrechtler wie Herbert von Arnim, Karl-Albrecht Schachtschneider, Dietrich Mursewiek oder auch der gerade verstorbene Roman Herzog, auf welche demokratiefernen Abwege die Bunte Republik bereits geraten ist. Von diesen echten Gefahren ist in dem VS-Bericht nichts zu lesen. Stattdessen wird dem Anliegen des Bunt-Erdoganismus der Freiheitsabschaffer Maas-Kauder-Künast (Kampf gegen „Fakenews“ und „Hatespeech“) viel Raum gegeben. Der VS erweist sich als Werkzeug des Mächtigen zur Aushebelung der Verfassungsordnung.
Götz Kubitschek schreibt auch über den Missbrauch des VS im Fall Bystron und konzentriert sich auf die Einseitigkeit, mit der der VS im Falle des „rechten“ Staatsfeindes kleinlichtse sanitäre Absperrungen (s. oben „Blut und Boden“ oder „Israelkritik“) errichtet und Schmierarithmetik betreibt, wohingegen Leute, die an linken Massenmördern Gefallen finden und deren Wirken lobpreisen, natürlich keiner Erwähnung wert sind, und wie das AfD-Volk noch immer auf diese inkohärente Masche hereinfällt.
Was die IB unter „ethnokulturelle Identität“ versteht, erklärt Martin Sellner in einem bemerkenswert durchdachten Artikel, dem der VS nur Argumente auf dem Niveau von Antifa-Schmierpamfleten entgegenzusetzen hat, was aber offensichtlich als Grund für politische Verfolgung reicht.


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Papst Benedikt XVI. – ein großer Gelehrter und bayerischer Patriot

Benedikt XVI. beherrscht mehrere Sprachen (Deutsch, Italienisch, Französisch, Spanisch, Englisch und Latein) und liest darüberhinaus Altgriechisch und Hebräisch. Sein Leben war nicht auf Rosen gebettet, sondern gekennzeichnet durch Fleiß, Disziplin und Beharrlichkeit. Einfachen Verhältnissen entstammend erblickte der emeritierte Papst unter seinem bürgerlichen Namen Joseph Ratzinger am 16. April 1927 in der kleinen bayerischen Gemeinde Marktl am Inn das Licht der Welt.

Dieser Tage feierte der emerierte Papst, der sich statt der offiziellen Anrede „Heiliger Vater“ lieber ein „Vater Benedikt“ wünscht, seinen 90. Geburtstag zurückgezogen in seinem Alterssitz im vatikanischen Kloster Mater Ecclesiae.

In der öffentlichen Wahrnehmung dominieren Klischees über den ersten deutschen Papst seit dem Mittelalter. Sehr viel differenzierter wird das Bild, wenn man sich mit Person und Wirken eines Mannes beschäftigt, der weder Bischof, noch Kardinal oder Papst werden wollte. Seine eigenen Pläne, sich im Ruhestand dem Verfassen von Büchern zu widmen, gab er schweren Herzens auf, weil er in Ämter berufen wurde, um die er nie gebuhlt hatte. Das einzige Amt, das er in Rom hätte übernehmen wollen, war das Amt des Bibliothekars der Vatikanischen Bibliothek. Sich alten Büchern und Handschriften zu widmen, zu forschen und zu schreiben gehörte zu seinen grossen Passionen, ebenso wie die Liebe zur Musik.

Seine wunderschöne, geschliffene, durchdachte Sprache prädestinierte den Meister der Gedankenführung für das Lehramt. Vor seinem Studium wurde Joseph Ratzinger als Jugendlicher wie viele Altersgenossen auch als Flakhelfer in München eingesetzt, und hatte großes Glück, daß er einen direkten alliierten Bombenangrif auf seine Batterie 1944 überlebte. Mit 17 wurde Ratzinger zur Wehrmacht eingezogen; bis Juni 1945 befand er sich in Kriegsgefangenschaft. Der später Dogmatik-Professor begann sein Theologiestudium 1946, und machte bald eine steile Karriere. Über Dissertation und Habilitation kam er als Berater und Redenschreiber zu Kardinal Frings. Sein großes Potential erkennend ernannte Papst Paul VI. Ratzinger 1963 zum Konzilstheologen bei Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965), wo er reformerische Akzente setzte.

Schock durch die 68er-Bewegung

„Doch der vorsichtig liberale Kurs des Konzil-Teilnehmers wurde schnell beendet, als der Uni-Theologe mit der Studentenrevolte konfrontiert wurde. Der respektlose Umgang der Studenten mit der Kirche kränkte den Geistlichen, der sich in der Folgezeit vom Liberalen immer mehr zum Konservativen wandelte. Es war nur konsequent, dass konservative Papst Johannes Paul II. den Kardinal Ratzinger zum Präfekten der Glaubenskongregation machte – und damit zum obersten Glaubenshüter des Katholizismus.“

Am 25. März 1977 ernannte Papst Paul VI. Joseph Ratzinger zum Erzbischof von München. Der Professor folgte dem Ruf, er war „bereit“, obgleich ihn die Ernennung wie ein Fallbeil traf. Statt sich an seinem Wohnsitz in Pentling dem Schreiben von Büchern widmen zu können, gab Kardinal Ratzinger dem Insistieren von Papst Johannes Paul II. nach und übersiedelte 1982 als Präfekt der katholischen Glaubenskongregation in den Vatikan. Der neue Papst wollte Ratzinger das Amt bereits 1978 übertragen, aber seine Loyalität und das frisch angetretene Amt als Erzbischof waren die Gründe für Ratzingers erbetene Bedenkzeit. Tief im Herzen verortete Professor Ratzinger seine eigentliche Neigung und Berufung als Hochschullehrer.

2005-04-20 B - Wir sind Papst1

„WIR SIND PAPST“ titelte die BILD-Zeitung, als Joseph Ratzinger am 19. April 2005 zum ersten deutschen Papst seit Jahrhunderten gewählt wurde. Sein Pontifikat endete spektakulär durch den ersten Amtsverzicht seit 1294 am 28. Februar 2013. Gründe waren nicht zuletzt Erschöpfung und vermutlich Resignation.

Sein Pontifikat war spannend. Nicht zuletzt, weil sich an der Amtsführung des bayerischen Papstes ein durch die 68er-Bewegung degeneriertes gesellschaftliches Klima widerspiegelte.

Benedikt XVI. war ein stiller Papst zwischen zwei populären Päpsten. Ein Mann der leisen Töne, den Grandezza und Noblesse zieren. Die leisen Töne hört man besser als lautes Brüllen. Ein Anti-Populist. Ein hochsensibler, feiner Mann.

Der Zeitgeist hingegen kakophon. Bunt, schrill, aus dem Lot.

Eine rotgrünbunte Medienlandschaft stets in sprungbereiter Feindschaft lauernd, dem Repräsentaten eines konservativen Katholizismus aus jeder konkreten oder konstruierten Verfehlung einen Strick zu drehen. Eine Medienlandschaft, die nicht nur jeden Satz, sondern jedes Wort auf die Goldwaage legt, um sobald sich die Gelegenheit bietet, einen Sturm der Entrüstung zu entfachen.

Bei einer Vorlesung am 12.9.2006 in Regensburg zitierte Benedikt XVI. einen byzantinischen Kaiser, Manuell II., aus dem 14. Jahrhundert:

„Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat, und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten‘. Der Kaiser begründet, nachdem er so zugeschlagen hat, dann eingehend, warum Glaubensverbreitung durch Gewalt widersinnig ist.“

Die Reaktion war ähnlich wie nach der TV-Parodie 1987 über den Ayatollah durch Rudi Carrell. Hysterische Proteste, Mordaufrufe gegen den Papst, Verbrennungen von Papst-Puppen, krakelende Massen, Straßenkrawalle aufgebrachter Moslems.

Hochwillkommen für die Empörungsschickeria war die Aufhebung der 1988 erfolgten Exkommunikation von vier Bischöfen, darunter Richard Williamson (Stichwort Holocaustleugnung) im Januar 2009. Die dafür veranwortlichen Kardinäle haben sich zurückgezogen, als die Wogen der Entrüstung hochschlugen, und Benedikt in das offene Messer der Medien rennen lassen. Der Papst übernahm die Verantwortung, räumte die Panne ein und drückte in einem Hirtenbrief vom 10.3.2009 sein Bedauern darüber aus.

Interessant die Reaktionen von Politikern und Medienvertretern. Kanzlerin Angela Merkel übte sich in Papst-Schelte und untermauerte wie schon 1999 bei ihrem im Trommelfeuer der Presse stehenden Förderer und Ex-Kanzler Helmut Kohl, daß sie es widerwärtig meisterlich beherrscht, nach unten zu treten und nach oben zu buckeln. Was Harald Schmidt seinerseits so kommentierte:

„Das ist jetzt nach Luther schon das zweite Mal, daß ein Ossi gegenüber dem Papst frech wird.“          (Harald Schmidt; 7.2.2009)

Die Moderatorin der 3SAT-Sendung „Kulturzeit“ schnaubte

„Dieser Papst ist eine Zumutung!“        (Nina Mendelsohn; Kulturzeit 18.3.2009)

und gab für die einschlägigen Snobs der selbsternannten Kulturschickeria die Parolen des betreuten Denkens vor.

Die Moral- und Toleranz-Arier vom SPIEGEL suhlten sich in Unfehlbarkeit und sudelten:

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Gefundens Fressen waren auch zum Teil Jahre und Jahrzehnte zurückliegende Mißbrauchsskandale. Mißbrauch ist Unrecht. Notorische Skandalisierungen durch die Medien charakterisieren unsere Zeit. Unrechtsbewußtsein bei den Medienschaffenden ist Mangelware. Medien ersetzen Unrechtsbewußtsein durch Humanitärbigotterie und Egalitärfrömmelei. Der eigentliche Skandal sind verlogene und kaltschnäuzige Skandalasierer, die sich in der leitmedialen Kulturschickeria die Klinke in die Hand geben.

Die Stimmungsmache der Medien zeitigte pogromähnliche neurotische Schlagseiten. 2009 riss eine Frau den gebrechlichen Papst zu Boden (siehe Foto unten):

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Anlässlich seines Deutschlandsbesuchs 2011 empfing der damalige Bundespräsident Christian Wulff den greisen Papst Benedikt. Am Rednerpult stehend verstieg sich Wulff in seiner Rede an den Papst, der wie ein armer Sünder auf einem Stuhl lauschend neben ihm kauerte, zur Hybris, der moralisch Überlegene zu sein.  Der Papst mußte sich von Präsident Wulff belehren und mahnen lassen:

„Wie geht die Kiche um mit dem Fehlverhalten von Amtsträgern?“ (Christian Wulff)

Erst später kamen Details über das Fehlverhalten von Bundes-, Glamour und Hochglanz-Präsident Wulff ans Licht, dessen Eskapaden samt Entourage um Herrn Maschmeyer keine Indizien für nennenswerte Redlichkeit waren.

In der sogenannten Vatileaks-Affäre sind seit 2011 immer wieder interne Dokumente des Vatikans in die Medien gelangt. 01-U1-Titel-Papst-201207_01

Interessant wiederum was deutsche Journalisten daraus konstruiert haben. In der Vatileaks-Affäre ging es in erster Linie um Missmanagement. Peanuts im Vergleich mit dem alltäglichen Terror überall in der Welt:  Islamisten köpfen Journalisten, verüben Massaker an Unschuldigen, und quittieren Karikaturen mit MG-Salven. Bemerkenswert die „Zivilcourage“ deutscher Journalisten im Fall islamistischer Verbrechen, deren Spektrum bei Vergewaltigungen nicht beginnt und bei Selbstmordanschlägen nicht endet. Die „Zivilcourage“ deutscher Journalisten drückt sich aus durch Schweigen, Verniedlichen oder Schönreden.

Die Strapazen durch weite Reisen, u.a. 2012 zum ebenfalls schon greisen Fidel Castro nach Kuba, setzten dem Papst zu sehr zu.

Am 11. Februar 2013 gab Benedikt XVI seinen Amtsverzicht und das Ende seines Pontifikats am 28.2.2013 bekannt. Er sei „zur Gewissheit gelangt“, dass seine Kräfte infolge des vorgerückten Alters nicht mehr geeignet seien, „um in angemessener Weise den Petrusdienst auszuüben“.

Die „Süddeutsche Zeitung“ brachte zum 90. Geburtstag des emeritierten Papstes einen Artikel. Aufschlußreich zur geistig-moralischen Verfassung der Gesellschaft sind auch Leserkommentare wie jene, die erkennen lassen, daß alles was deutsch, katholisch und konservativ ist, quasi vogelfrei ist und ungestraft herabgewürdigt werden darf. Genau das ist das Publikum, das ständig von „Menschenrechten“  palaviert und bei jeder Gelegenheit den Glaubenssatz „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ in grenzenlosem moralischem Imperialismus in die Welt hinaus posaunt.

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Exemplarisch für die geistige Pogromstimmung gegen den KIrchenmann sind Leserkommentare wie jene rechts oben in der „SZ“:

„ein selbstherrliches, weltfremdes, kleinkariertes A …… Möge ihn bald der Teufel holen“  (Max E.)

Wohltuend davon hebt sich das Niveau in der „Jungen Freiheit“ ab. In einer ausführlichen Würdigung schreibt Matthias Matussek am 14.4.2017:

„Die Welt reagierte schockiert, und den deutschen Medien war ein Feindbild abhanden gekommen. Wie kommt der Heilige Vater dazu, das Amt niederzulegen, wo man ihn doch längst als „unbelehrbar“ und „starrköpfig“, vor allem aber „machtbewußt“ (Hans Küng) karikiert hat? Benedikt XVI. sprach im Konsistorium von der Kraft, die es braucht, das „Schifflein Petri zu steuern“, eine Kraft, die in den „vergangenen Monaten derart abgenommen hat, daß ich mein Unvermögen erkennen muß, den mir anvertrauten Dienst gut auszuführen“.

Der greise aber weise Benedikt nötigt Respekt ab. Ein Fels in der Brandung. Wellenbrecher und Sündenbock zugleich. In der heutigen Zeit an seiner Überzeugung fest zu halten, und obendrein konservativ und katholisch zu sein, kann im Zeichen der Luft- und Deutungshoheit der im deutschen Sprachraum fest im Sattel sitzenden Pogrom-Presse erfordern, eine Haut wie ein Elefant und ein Rückgrat wie ein Märtyrer zu haben. Als Zielscheibe eines institutionalisierten Pinocchio zu fungieren,  und im Fadenkreuz des Übergutmenschen zu stehen, zeitigt Verunglimpfungen, Schmähungen und Gehässigkeizen in einem vulgären Ausmaß. Mediale Hinrichtungen sind Programm und Legion. Eva Herman, Jürgen Möllemann, Kurt Waldheim, Franz Schönhuber, Ernst Nolte, Brigitte Bardot oder mysteriöse Todesfälle wie bei Uwe Barschel oder Jörg Haider dokumentieren, wohin moralischer Imperialismus führt.

Oft sind es die Redlichsten und Aufrechtesten, die der bunten Kulturschickeria ein Dorn im Auge sind. Federführend in der 3-D-Technologie (Diffamieren, Dämonisieren, Denunzieren) sind Parteien wie die GRÜNEN oder die SPD.

Die „sprungbereite Feindseligkeit“ – eine geniale Wortschöpfung von Papst Benedikt – nimmt alle ins Visier, die sich als unbunt outen. Wer sich gegen den mainstream stellt, gerät ins Visier linksextremer Netzwerke, einer Art „Buntstasi“, deren willige Helfer an fast jeder Ecke stehen und in allen Kanälen sprungbereit lauern.

„J´accuse!“

BUMAS: Bunte Maulkörbe nach Maas

Heiko Maas hat die Schnauze voll. Nadelstiche im Netz nagen notorisch an den Nerven. Facebooknutzer posten anarchoides, subversives und unbuntes Gedankengut. Hipster treffen sich zum Hopfen und brezeln Unerhörtes an Stammtischen.

Unerträglich für Minister Maas. Damit ist nun Schluß. Maulkörbe sind die Lösung, z.B. Modell Anette in Stasi-Rot. Wer mundtot ist, meckert nicht über einen Mangel an Meinungsfreiheit.

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Die österreichische Firma BUMAS wirbt für „Bunte Maulkörbe nach Maß“. „Komfortabel, farbenfroh und sicher.“

Bei dem von Bu-Maas geleiteten Bundesministerium der Justiz gibt es maasgeschneiderte Spezialanfertigungen für Zweibeiner.

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Anders als die österreichischen Kollegen braucht Bu-Maas für die Anwendung seines Maulkorbs keine Gründe mehr.

Um Aufmüpfige mundtot zu machen.


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…..

Maas wirkt: Maulkörbe waschkörbeweise.

Claudia Roth sieht rot bei Liebesentzug. Ein 41 jähriger facebook-Nutzer empfand Frau Roth (GRÜNE) als „ekelhaft“. Das wurde dem renitenten Freier zum Verhängnis. Majestätsbeleidigung, das geht gar nicht. Aus Frau Roths juristischem Schwitzkasten führte sein Weg vor den Richter, wo er zu einer saftigen Geldstrafe von 3000.-Euro  verdonnert wurde.

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Claudia Roth. NIE WIEDER DEUTSCHLAND. Aber Geld stinkt nicht. Für fette Diäten und eine üppige Altersversorgung kann man schon mal Kreide fressen.

Nicht ganz grün war Claudia Roth des weiteren ein 57 jähriger Berliner. Andreas M. erschien Claudia Roth als „linksfaschistische Sau“. Übermannt von einem derartigen Alpdruck machte der wackere Mann in verbaler Lynchjustiz seiner Beklemmung Luft und forderte, die „dumme Tucke Roth aufzuhängen“. Dass dies bei einer Anti-Sexismus-Kämpferin und Bundesempörungssirene für Alarmstimmung sorgen musste, war „nachvollziehbar“.

Herr M. wurde im Februar vom Amtsgericht Berlin-Tiergarten wegen Beleidigung von Frau Roth zu einer Geldstrafe von 1920.-Euro verurteilt.

Dagegen legte der Beklagte Einspruch ein. Vor Gericht versicherte der Mann, das mit dem „Aufhängen“ nicht ernst gemeint zu haben. Die Beleidigung hingegen schon. Im nächsten Prozess wurde die Strafe erhöht und Herr M. am 11.April 2017 zu 4800.-Euro Geldstrafe verurteilt.

In der BR-Sendung „Münchner Runde“ genoß Frau Roth ein Privileg als Dauergast. Als Claudia Roth die Ankündigung ins Haus flatterte, daß der jüdische Publizist und scharfsinnige Rhetoriker Henryk M. Broder an dem Abend ihr Sparringpartner werden sollte, griff die Bundestagsvizepäsidentin zur Notbremse, und ließ Herrn Broder aus der geplanten Talkshow ausladen.

Claudia Roth begegnet am Tag der deutschen Einheit (3.10.2016) dem einfachen Wähler und äussert sich abfällig über den Diätenzahler „Oh Herr, schmeiß Hirn herunter!“. Claudia Roth ist der Schlagfertigkeit im Arbeiter- und Bauernstaat nicht gewachsen: Claudia Roth: „Sind Sie überhaupt bereit, zu zu hören?!“ Volk: „Wir haben Ihnen lange genug zugehört!“

Felix Menzel hat auch kräftig geblecht, als er in einer nichtöffentlichen Rede eher vorsichtig und vornehm von Roth als Sinnbild des bunten Zeitgeistes raisonnierte und dabei dessen Quallenhaftigkeit in Frau Roth verkörpert sah.  Er verarbeitete seine Erfahrungen in einem Buch „Politische Prozesse“.  Aus dem Vergleich von 20 Fällen entnimmt er die Erkenntnis, dass die Justiz im Dienst der bunten Gesinnung stehe, wie sie von Jahrzehnten freiheitstötender Gesetzgebung nahegelegt wird.  Inzwischen sind weitere Fälle hinzugekommen.  Aber immerhin handelt es sich hier noch um Justiz, die ein Mindestmaß an Rationalität voraussetzt, und somit um etwas maaslos rationales.

Für Justizminister Maas war das ein unerträglicher Zustand.  Seit sich der SPD-Minister auf Facebook spezialisiert hat, wird kurzer Prozess gemacht. Im Vergleich damit waren Canossa und Daumenschrauben fröhliche touristische Zeitreisen.

Maas wirkt. Und er nimmt seinen Namen beim Wort. Die Justiz brummt vor Arbeitsbeschaffungs-Maasnahmen und maaslosen Überstunden.

Im Land, wo die Claqueure wuchern und Neurosen blühen, setzt Maas neue Maasstäbe.

Neue Zeiten kreiieren neue Geschäftsideen.

Bunte Maulkörbe nach Maas. Die Nachfrage bestimmt das Angebot.

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Iustitia wurde in der Geschichte oft mißverstanden.

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Besonders von maaslosen Reinkarnationen.

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Imad Karim, Cahit Kaya, Akif Pirincci, Udo Ulfkotte und unzähligen anderen Demokraten wurden und werden wäschekorbweise maasgeschneiderte Maulkörbe verpasst.

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Protagonisten der 3D-Technologie (diffamieren, dämonisieren, denunzieren) kommen haufenweise aus den Reihen der Grünen und SPD.

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Googeln genügt, z.B. unter „Strafanzeige stellen“ und Namen wie Grüne oder Volker Beck eingeben. Claudia Roth ist in guter Gesellschaft. Volker Beck, Renate Künast, Jürgen Kasek und die Hinterbänkler aus der Stahlhelm-Fraktion der Denunzianten werden sekundiert von den Scharfmachern aus der Stegner-Partei.




Zuerst bombardieren. Fragen tabuisieren. Assads Sturz ist Programm

Es geht nicht um Gerechtigkeit oder um die vielstrapazierte Humanität. Die ist nur vorgeschoben, wie immer. Es geht um knallharte Machtinteressen. Die dazu notwendige Dämonisierung des syrischen Präsidenten Assad nimmt vulgäre Ausmaße an. Westliche Politiker tagten in Lucca (Toscana) und einigten sich auf Präsident Assad als Sündenbock. Nach Saddam Hussein, Slobodan Milosevic und Gaddafi trifft der Bannstrahl nun den syrischen Präsidenten. Im Irak, Libyen und Afghanistan herrschen nach der „humanitären“ Intervention des Westens Chaos, Anarchie und Morden ohne Ende. Jugoslawien ist zerschlagen.

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Assads angeblicher Giftgasangriff auf „beautiful babies“ am 4.4.2017 erinnert an die Brutkastenlüge. US-Präsident Trump reagiert völlig irrational und bombardiert, ehe die Hintergründe der Tragödie geklärt sind.

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Martialische Kriegspropaganda und Dämonisierung „Giftgas-Assad“ durch BILD und Chefredakteur Julian Reichelt. Mediale Hinrichtung. Foto by n0by

Trotz massiver Medienkampagnen nagen Zweifel an Assads angeblicher Alleinschuld. Merkel, Gabriel und von der Leyen halten den völkerrechtswidrigen Angriff auf den souveränen Staat Syrien für „nachvollziehbar“.

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Präsident Assad mit seiner Frau. Der Regimesturz durch den humanitärbigotten Westen scheint beschlossene Sache. Wie zuvor schon bei Saddam Hussein, Slobodan Milosevic oder bei Gaddafi.

Nach eine Myriade von Schuldzuweisungen nimmt der Beschuldigte Assad am 13. April in einem Interview zum Giftgasangriff erstmals persönlich Stellung:

„Assad nennt Chemiewaffenangriff zu 100 Prozent konstruiert
Damaskus: Der Giftgasvorfall in Syrien mit mehr als 80 Toten ist nach den Worten von Präsident Assad zu hundert Prozent konstruiert. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP erklärte Assad, die syrische Armee verfüge über keine Chemiewaffen mehr. Dem Westen und speziell den USA warf er vor, den angeblichen Chemiewaffenangriff als Vorwand für einen Luftschlag gegen die syrischen Streitkräfte genutzt zu haben. An die Adresse Washingtons sagte Assad weiter, die US-Regierung sei nicht ernsthaft an einer politischen Lösung interessiert. Sie wolle lediglich den politischen Prozess nutzen, um die, so wörtlich: „Terroristen“ zu schützen. Assad bezog sich damit auf die Rebellen in Syrien. Einer Untersuchung der Vorfälle in Chan Scheichun will Assad nach eigenen Worten nur zustimmen, wenn sie unabhängig sei und nicht für politische Zwecke genutzt werde.“  (BR)

Beim ersten Besuch von US-Aussenminister Rex Tillerson beim russischen Amtskollegen Lawrow einigten sich die Vertreter der USA und Rußlands eine Untersuchungskommission zum Giftgasangriff einzurichten.

Anhang

  • Der russisch-amerikanische Militäranalyst T. Saker erklärt umfassend, wie das Szenario sich aus russischer Sicht darstellt. Amerika ist zu seinem üblichen Muster des unzurechnungsfähigen humanitärfrömmlerischen Rambos zurückgekehrt. Im Gegensatz zu seriösen Staaten wie China und Iran besteht der Westen aus Akteuren, denen der Status eines möglichen Verabredungspartners fehlt, weil sie sich nicht nach Regeln verhalten. Dass der Chemie-Angriff von Assad stammen könnte ist aus mehreren Gründen auszuschließen. Zu offensichtlich ist, dass ein Vorwand für einen völkerrechtswidrigen Krieg gesucht wird. Wir sind dem III. Weltkrieg nahe, da Russland hier kaum zurückweichen kann. Saker berichtet dort auch von der netten Geste des Vertreters Boliviens im UN-Sicherheitsrat.
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  • Der französische Orient-Experte Alexandre Del Valle erklärt sehr gut, mit welcher geostrategischen Situation wir es zu tun haben. Die ehemalige abendländische Zivilisation steht, von Russland gefüHrt, gegen die sunnitisch-westliche Globalisten-Allianz. Die EU bewegt sich auf dem Kriegspfad gegen Europa. Del Valle erklärte dies erst vor wenigen Tagen auch im Pariser Abgeordnetenhaus.
  • Über die gruselige Medienkampagne, George W. Trump und mehr schreibt Christian Weilmeier, der auch bemerkt, wie Trump an vielen Fronten gleichzeitig Kehrtwenden macht.
  • Alexandra Bader fragt sich, ob Donald Trump wirklich vor den Kriegstreibern kapituliert hat. Auch bei denen, die Trump unterstützten, stirbt die Hoffnung zuletzt.
  • Jörg Schönenborn fordert Ermordung Assads. Willy Wimmer kommentiert Trumps Angriff. Applaus für Trump bei Tichy.
  • Auch am Karfreitag bombardiert Trump. Mit der bisher stärksten nicht-nuklearen Bombe in Afghanistan:                                                                                             „US-Bombenangriff in Afghanistan gilt offenbar auch als Warnung an Nordkorea
    Washington: Die US-Streitkräfte haben in Afghanistan den bisher größten nicht-nuklearen Sprengsatz gezündet. Der Einsatz der sogenannten „Mutter aller Bomben“ richtete sich gegen ein Tunnelsystem der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat. Nach Angaben der afghanischen Behörden wurden dabei mindestens 36 IS-Kämpfer getötet. Weiter hieß es, Zivilisten seien nicht unter den Opfern, außerdem sei der Abwurf der Bombe mit der Regierung in Kabul abgesprochen gewesen. Presseberichten zufolge verbinden die Vereinigten Staaten den Luftschlag am Hindukusch auch mit der einer militärischen Drohung gegen Nordkorea, falls das Regime dort seine Atomtests nicht beendet.
    “ (BR)
  • Donald Trump lässt Assoziationen aufkommen an US-General Curtis LeMay, der nach dem Zweiten Weltkrieg die Sowjetunion oder Nordkorea atomar auslöschen wollte. Über LeMay, Spitzname „Iron Ass“ liest man in Wikipedia: „LeMay war ein ausdrücklicher Kriegsbefürworter und glühender Antikommunist. So hatte er zum Beispiel in seinem ersten strategischen Kriegsplan gegen die Sowjetunion von 1949 vorgeschlagen, in einem einzigen massiven nuklearen Erstschlag die Sowjetunion anzugreifen. Dabei sollten sämtliche damals vorhandenen US-Atombomben (133 Stück) innerhalb von 30 Tagen auf insgesamt 70 sowjetische Städte abgeworfen werden. Die Sowjets besaßen zum damaligen Zeitpunkt noch kein nukleares Arsenal.“
  • Charles Lindbergh setzte sich 1941 gegen einen Kriegseintritt der USA ein. Aus verschiedener Perspektive ein interessantes Beispiel.

Bayern ist frei. Bunte Kartelle passen nicht zu uns. Wir diskutieren auch auf FB, VK, G+ und GG. Wir fördern die Volksbildung im Sinne einer Befähigung des Souveräns zur Artikulation seiner Interessen.Helfen Sie uns dabei!




Pyrrhus-Sieg für BILD-Chef Julian Reichelt. Plasberg taumelt.

„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache – auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazu gehört.“  Seit Februar 2017 regiert Julian Reichelt (*15.6.1980 Hamburg) im Chefsessel der BILD-Zeitung, ein von sich selbst offenbar maßlos überzeugter junger Mann, der weise Empfehlungen wie oben zitierte von Hanns Joachim Friedrichs (1927-1995) links liegen lässt.

„Hart aber fair“ am Montagabend zeigt Straßenfeger-Qualitäten. Moderator Frank Plasberg hat in die Runde am 10. April 2017 den frischgebackenen BILD-Chef Julian Reichelt (36), Ulrich Scholz (Oberstleutnant a.D. und NATO-Pilot), Fritz Pleitgen (Ex-WDR-Intendant), Kristin Helberg (Journalistin und Syrien-Expertin), Jürgen Hardt (CDU, Koordinator für Trandatlantische Zusammenarbeit im Auswärtigen Amt) und Katharina Ebel (Syrien-Koordinatorin von SOS-Kinderdörfer) eingeladen.

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Hart aber fair (10.4.2017). Foto: pi-news v.l.n.r.: Ulrich Scholz, Fritz Pleitgen(verdeckt), Jürgen Hardt, Kristin Helberg, Julian Reichelt, Frank Plasberg

Das Thema: „Giftgas gegen syrische Kinder – werden wir schuldig durch Wegschauen?“

Ein unglücklicher Titel. Der Titel konstruiert und instrumentalisiert ein schlechtes Gewissen beim Zuschauer. Ein zugleich raffinierter Titel. Drei Worte genügen: 1) Wir 2)schuldig 3) Wegschauen. Damit steht der erste Sündenbock fest.

Zweiter Sündenbock: es fällt auf, daß alle Formulierungen hinreichend geschickt suggerieren, daß ein angeblich unmenschlicher syrischer Präsident Assad Genozid am eigenen Volk verübt.

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Präsident Assad mit seiner Frau. Der Regimesturz durch den humanitärbigotten Westen scheint beschlossene Sache. Wie zuvor schon bei Saddam Hussein, Slobodan Milosevic oder bei Gaddafi. Foto: Quelle Facebook

Ein klassischer Fehlstart. Die Diskussion beginnt mit Prämissen, in der nicht Argumente, sondern Mutmaßungen dominieren.

Fritz Pleitgen lancierte einen durchaus selbstkritischen Denkanstoß:

“ Rußland ist für uns immer an allem schuld. Aber was macht Deutschland? Präsentiert sich gerne als Friedensnation und ist gleichzeitig führende Nation im Export von Kriegswaffen. Das ist schäbig.“

Oberstleutnant Ulrich Scholz, kein zackiger Militär, sondern eher ein Mann der leisen Töne, Knigge und Manieren, distanziert sich vom martialischen Vorgehen von US-Präsident Trump gegen Assad. Unbewiesene Vorwürfe rechtfertigten kein militärisches Vorgehen.

https://www.facebook.com/hartaberfairARD/?fref=ts

Eine fade Figur machte Jürgen Hardt (CDU). Der Koordinator für Transatlantische Zusammenarbeit im Auswärtigen Amt langweilte mit Allgemeinplätzen und Worthülsen. Ein typischer Diener seines Herrn und strammer Parteisoldat. Hardt verstieg sich sogar zum faux pas, der westlichen Doktrin nicht hörige Steuerzahler und Untertanen als einfältigen „deutschen Michel“ zu verunglimpfen.

Verplemperte Zeit waren auch die Diskussionsbeiträge der in etlichen Sendungen als „Syrien-Expertin“ hochgejazzten Kristin Helberg. Sie war Syrien-Korrespondentin von 2001-2008. Seit Jahren kann Helberg nicht mehr legal nach Syrien einreisen. In einer Anfrage zu Helberg im Zusammenhang mit Öffentlich-rechtlichem Gesinnungsjournalismus ist zu lesen:

Frau Helberg bezog zunehmend Position auf Seiten der „Revolution“ und wandelte sich von einer Journalistin zur Aktivistin. Sie tat damit genau das, was man laut Alpha-Journalist Hajo Friedrichs unterlassen sollte: Sie machte sich gemein mit einer Sache und verlor so ihre Objektivität und ihre Neutralität. Frau Helberg ist u. a. Unterstützerin der gewaltaffinen Regime-Change-Initiative „Adopt a Revolution“, die vom Ausland aus den bewaffneten Kampf gegen die syrische Regierung unterstützt und den Sturz des syrischen Präsidenten Assad fordert.

Helberg wird trotz ihrer langjährigen Abwesenheit von Syrien und ihrer Parteilichkeit für ausschließlich oppositionelle Gruppierungen als Expertin geführt, die das Land so gut kenne „wie kaum ein anderer Journalist“ und wird somit für das Publikum unberechtigterweise zu einer Vertrauensperson in strategischen Nahostfragen verklärt.

Auf der Facebook-Seite von „Hart aber fair“ kontert eine Kommentatorin mit Insider-Informationen:

Elena Melina: “ Schämen Sie sich Frau Helberg. Ich habe mit Menschen aus Syrien gesprochen und glauben Sie mir, Sie wollen einfach nur Frieden. Ob Assad an der Macht ist oder nicht, ist den Menschen egal. Das hat auch Frau Ebel (direkt aus Syrien angeflogen) in der Sendung gesagt! Wurde überhört. Wenn Sie hier in der Sendung gegen Assad plädieren, dann argumentieren Sie bitte NICHT mit dem Humanismus! Sagen Sie einfach offen, warum Sie Aggression wollen. Bspw. mutmaßlich, weil Sie die Interessen der kriegsgeiler Politiker vertreten, denen Menschen komplett egal sind. Hören Sie bitte auf, diese unschuldigen Opfer, für Ihre politischen Interessen zu instrumentalisieren.

Insofern ist es ratsam, alle statements von Helberg in Kenntnis der Hintergründe mit Vorsicht zu genießen.

Einprägsamste Figur des Abends war ohne jeden Zweifel der neue BILD-Chef Julian Reichelt. Er fiel dem sehr distinguiert und dezent auftretenden Oberstleutnant Ulrich Scholz notorisch, despektierlich und persönlich beleidigend ins Wort. Reichelt fuhr nicht nur den Diskussionsteilnehmern ungebeten und übergriffig über den Mund. Zeitweise schien er sogar Moderator Frank Plasberg das Zepter zu entreissen, und die Sendung drohte aus dem Ruder zu laufen. Es lag an der Noblesse des Oberstleutnants, daß er sich angesichts der Unverfrorenheiten von Julian Reichelt nicht spontan erhoben und die Sendung verlassen hat. Im umgekehrten Fall wäre es unschwer vorstellbar, daß Reichelt hitzköpfig genug gewesen wäre, die Sendung stante pede zu verlassen, um für einen quotenwirksamen Eklat zu sorgen.

Die Person Julian Reichelt ist sehr interessant. Konsultiert man Wikipedia, dann findet man unter dem Stichwort „Rüpel“ eine sehr präzise Beschreibung des BILD-Chefs:

Ein Rüpel ist ein ungehobelter, respektloser, unhöflicher und aggressiver Mensch mit schlechten, schroffen und teils provozierenden Umgangsformen. Das Wort wird abwertend und praktisch ausschließlich in Bezug auf Männer verwendet. Rüpel ist in etwa gleichbedeutend mit dem Begriff Flegel, ersteres allerdings mit noch stärkerer Betonung auf der Aggressivität.

Auch in „Hart aber fair“ hat sich der verhaltensauffällige Journalist – de facto Aktivist – gründlich selbst demaskiert. In Wikipedia heißt es u.a. über Reichelt:

Reichelt wird wiederholt öffentlich kritisiert, er gilt aber auch selbst als „außergewöhnlich streitlustig“. So lieferte er sich 2015 ein öffentliches Streitgespräch mit dem als „Snowden-Enthüller“ bekannt gewordenen Journalisten Glenn Greenwald, infolgedessen Greenwald Reichelt unterstellte, etwas stimme nicht mit ihm („There’s something wrong with you.“) und Reichelt Greenwald als „pöbelnden Ideologen“ bezeichnete

Ohne Manieren, aufbrausend, hitzköpfig, fanatisch.

Um besser zu verstehen wie der BILD-Chef tickt, sei auf seine Kommentare in BILD verwiesen. Anno 2010 hatte Reichelt den Iran auf dem Kieker:

„Frieden schaffen mit Atomwaffen! Lieber 8000 amerikanische Bomben als eine einzige iranische!“ (Zitat Julian Reichelt)

Radikal, fundamental, extrem. Zitate eines Hass-Predigers. Zynischer Gesinnungsjournalismus und reinrassige Kriegspropaganda.

Die NachDenkSeiten schreiben über Reichelts Auftritt bei „Hart aber fair“:

Aber um was geht es Reichelt? Um die Wahrheit geht es ihm natürlich nicht. Und um journalistische Arbeit auch nicht. Dafür interessiert sich Julian Reichelt offenbar noch nicht einmal. Mit Journalismus hat sein Schaffen nämlich nicht einmal im Ansatz zu tun. Reichelt ist Agitator und Propagandist. Die wohl beste Charakterisierung seiner selbst lieferte er während der Plasberg-Sendung selbst ab:

„Im freundlichsten Fall kann man das Verschwörungstheorie nennen. Das würde voraussetzen, dass sie selber an den Schwachsinn glauben. Wenn sie selbst nicht daran glauben und das bewusst und willentlich verbreiten, nennt man das Propaganda.“ (Zitat Julian Reichelt)

Kurz zuvor hatte ihn der ehemalige NATO-Stabsoffizier Ulrich Scholz, der gestern im Zentrum des reicheltschen Bannstrahls stand, durch kritische Gegenpositionen kräftig aus dem Konzept gebracht. Reichelt wäre jedoch nicht Reichelt, wenn er Gegenpositionen gelten lassen würde. Nein, bereits die kleinste Kritik an seinen eigenen „Wahrheiten“ treibt dem Chef der Chefs derart Schaum vor den Mund, dass er vollends die Selbstbeherrschung verliert.

NATO-Pilot Ulrich Scholz war gerade dabei, die russische Gegendarstellung zu erläutern, daß es sich beim angeblichen Giftgasangriff von Assads Luftwaffe um eine Treffer auf ein Giftgaslager der Rebellen handelte. Reichelt tobt, wirft dem Sympathien des Publikums genießenden Offizier Infamie vor und versteigt sich in erzieherische Allüren:

„Dafür sollten Sie sich schämen!“  (Zitat Julian Reichelt)

Reichelt beleidigt durch persönliche Angriffe. Geriert sich als Rambo in der Runde.

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Plasbergs Versuche, Reichelt zu mäßigen, wirkten bisweilen hilflos. Der BILD-Chef riß die Luft- und Deutungshoheit in der Runde an sich, und ließ andere nicht ausreden. Streckenweise wähnte sich das Publikum im Berufsschulunterricht mit schwer erziehbaren Jugendlichen, wo ein Halbstarker dem Lehrer das Leben schwer macht. Reichelt ließ nicht nur jegliche gute Kinderstube vermissen, sondern strapazierte Geduld und Kapazität des Moderators auf das Äusserste. Nur der Schlußgong rettete Frank Plasberg über die Runden.

Die „Huffington Post“ titelt:

„Hart aber fair“: „Bild“-Chef geht im Syrien-Talk auf Ex-Nato-Mann los – bis Plasberg dazwischen geht.“

und fährt fort

„Im Studio setzt Reichelt allerdings mehr auf ein moralisches Flächenbombardement als auf einen Präzisionsschlag. Im besten Fall seien Scholz‘ Behauptungen Verschwörungstheorie, im schlimmsten Fall Propaganda, ruft er. „Entweder ist es uninformiert und dumm, oder es ist gelogen.“

Auf „Journalistenwatch“ kommt Julian Reichelt in der Einschätzung von Peter Bartels nicht gut weg:

„NATÜRLICH weiß der BILD-Bengel auch, dass sowohl die Russen als auch die Syrer gestern vehement bestritten, für den neuen Gasmord verantwortlich zu sein. Und in einem letzten Rest journalistischer RÜCKVERSICHERUNG dürfen Reichelts Redakteure immerhin schreiben:“ KAUM ZWEIFEL BESTEHT nach internationaler EINSCHÄTZUNG, dass der Chemiewaffenangriff durch die syrische Luftwaffe erfolgt ist.“ Und zitieren als BEWEIS sogar einen „Aktivisten“ namens Mohammad Katabb (34), der dann tatsächlich „beweist“: „Um 6.55 Uhr hörte ich einen Kampfjet, das Donnern war im ganzen Stadtteil zu hören. Die Armee flog vier Angriffe auf unsere Stadt.“ Und dann „beweist“ BILD endlich:“ES WÄRE NICHT DAS ERSTE MAL …“

um Julian Reichelts bizarre Gedankenwelt dann – nicht zu Unrecht – in die Nähe von Amok zu rücken:

„Amok … ist eine psychische Störung … Es gilt heute als empirisch gesichert, dass eine Vielzahl der Taten nicht impulsiv stattfindet, sondern …detailliert geplant wurde.“ So beschreibt es Wikipedia, bekanntlich fern jeder Art von Populismus. Julian Reichelt, Springers syrischer Embedded-Kampftee-Trinker ist wieder mal Amok gelaufen. In BILD. Er hat eine ganze „Wandzeitung“ dazu gebraucht. 54 (!) Zeilen lang, 7 Absätze. Eng gequetscht. Um DEN DEUTSCHEN zu sagen: In Syrien wiederholt sich der Holocaust. Da werden Kinder vergast. Der Mann an der Gaskammer: Ein „Schlächter namens Assad“

In der FAZ vom 11.4.2017 ging Frank Lübberding mit dem BILD-Chef ins Gericht:

„Reichelt leidet wohl weniger am Schicksal syrischer Kinder, sondern an dem seiner Zeitung. Die „Bild“ musste unter ihrem langjährigen Chefredakteur Kai Diekmann zuletzt einen rapiden politischen Bedeutungsverlust verkraften. Reichelt soll das offensichtlich wieder ändern. Mit dem Mittel der Zuspitzung und dem Ziel der politischen Provokation. Er bringt dafür alles mit, was die „Bild“ jetzt scheinbar braucht: Die Selbstgefälligkeit des Ignoranten und die Kaltschnäuzigkeit des Demagogen… (Zitatende)

Der obszöne Auftritt des BILD-Chefs schlug auch in den sozialen Medien hohe Wellen. Exemplarisch einige Stimmen von der Facebook-Seite von „Hart aber fair“

Christina Langerey Beschämend war auch der Umgang von Plasberg mit ihm. Er hatte ihn als verantwortlicher Moderator nicht im Griff und ließ Herr Scholz weder aussprechen noch oft zu Wort kommen. Stattdessen gewährte er einem Julian Reichelt das Eingreifen in die Ausführungen von Herrn Scholz und ließ ihn aufs gröbste persönlich und diffamierend werden. Ein guter Moderator hätte dazu etwas gesagt (und es hätte vor allem bei Herrn Reichelt genug Möglichkeiten dazu gegeben), Plasberg wollte das scheinbar nicht – für mich ein Zeichen in Sachen Inkompetenz. Genug Ansätze hätte es gegeben, ob ein Verweis auf die vielen Falschmeldungen in der Zeitung für die Herr Reichelt verantwortlich ist oder eine einfache Frage an ihn, warum er Herrn Scholz CIA-Quellen für Propaganda hält, aber denkt seine CIA-Quellen wären vertrauenswürdig.

Zu Julian Reichelt selbst braucht man nicht viel sagen. Er hat schon mehrere Rügen von offizieller Stelle für seine Verständnis von Journalismus und Kriegstreiberei (siehe 2016) bekommen. So respektlos und einseitig, subjektiv und gefährlich er berichtet, so geht er aller Wahrscheinlichkeit nach mit der Wahrheit und mit Menschen um. Man merkte deutlich, dass er andere Fakten (und Herr Scholz als langjähriger Pilot weiss sehr wohl das er gemacht hat und wie die internen NATO-Strukturen funktionieren) weder wahrhaben möchte, und sich erst gar nicht damit auseinandersetzen möchte. Wenn Journalismus heute so funktioniert, dass man sich nicht von seiner Meinung durch Fakten abwendet, dann ist dieser Beruf völlig verfehlt oder überflüssig.
Ich weiß nicht was ihm seine Journalisteneltern von Axel Springer beigebracht haben, vermutlich waren sie in ihrem Beruf genauso schlecht wie er und haben das auch noch weitergegeben.

Die eingangs gestellte Frage wer für den Giftgasangriff am 5. April verantwortlich war (siehe auch Post bei Facebook kurz zuvor) wurde übrigens NICHT beantwortet. Für alle Beteiligten war klar – auch für Herrn Plasberg – dass es sich nur um Assad handeln kann. Keine objektive faktenbasierte Auseinandersetzung mit den Fakten, geschweige denn mit dem Völkerrecht – das war hart anzuschauen, aber weit entfernt von fair.“

oder:

Heinz Peter Müller „Lieber“ Julian, meiner Meinung sind Sie Realsatire, denn ich kann das was Sie von sich geben nicht wirklich ernst nehmen. Leider ist das was Sie von sich geben und die Standpunkte die Sie vertreten nicht wirklich unterhaltsam, geschweige denn lustig, sondern eher noch Öl ins Feuer gießend. Was Sie tun, ist Kriegstreiberei und das leider offensichtlich in vollem Bewusstsein. Sie sind so US-hörig, dass einem das Mittagessen hochkommt. Ich hoffe Sie wissen, wer den Nahen und Mittleren Osten destabilisiert hat, wer Geschäfte mit Saudi Arabien tätigt, welche den Jemen bombardieren, wer Regime Changes durchführt usw. usf. Aber ich glaube, dass interessiert Sie sowieso nicht. Um die Wahrheit geht es der Springer Hetzpresse ja auch gar nicht, sondern um Feindbilder und Deutungshoheit. Selig sind die geistig Armen. Sie dürfen sich angesprochen fühlen.“

Auch Sven Harmgart meldet sich auf der Facebook-Seite von „Hart aber fair“ zu Wort:

„Ich habe den Eindruck, dass nach dem völkerrechtswidrigen Angriff seitens der USA auf einen syrischen Militärflugplatz plötzlich die Kriegstreiber der Nordatlantik-Connection wieder Oberwasser sehen.
Es scheint eine Strategie dahinterzustecken, wenn zeitgleich mit diesem Militärschlag der deutsche Außenminister und am Sonntagabend bei »Anne Will« Frau von der Leyen, Herr Wolfssohn und Herr Kornblum davon reden, man müsse Putin davon »überzeugen«, seine Allianz mit Assad aufzugeben.
Dieses »Überzeugen« bedeutet wohl im Klartext: Man will mit begrenzten Militärschlägen gegen das syrische Militär, bei denen dann auch „versehentlich“ russische Kräfte getroffen werden könnten, Putin zur Aufgabe seiner militärischen Unterstützung von Assad zwingen, wohlwissend, dass Putin keinen direkten Gegenschlag gegen die US-Amerikaner führen wird. Denn dies könnte zum dritten Weltkrieg führen.

Putin hatte den Westen mit seinem direkten Eingreifen in Syrien überrascht und die strategische Lage komplett geändert. Das will man jetzt rückgängig machen, um danach in Syrien wieder freie Bahn zu haben. Darum geht es.
Jetzt wird eine „Betroffenheitsrhetorik“ inszeniert, um uns „friedliebende“ Deutsche mit Bildern von Kindern, die durch den Krieg getötet und verletzt werden, einmal wieder für die Rechtfertigung volkerrechtswidriger Militäreinsätze ideologisch weichzukochen.

Es ist doch immer wieder das Gleiche. Die gleiche propagandistische Masche wurde bereits beim Jugoslawienkrieg und den beiden Irak-Kriegen eingesetzt. Und immer wieder fallen etliche auf diese Verlogenheit herein.
Was jetzt in Syrien geschieht, ist eine Folge des zweiten Irak-Krieges. Und wer hat diesen Krieg mit unbewiesenen Behauptungen vom Zaun gebrochen?
Eigentlich sollte man meinen, dass die deutsche Bevölkerung aus vorangegangenen Ereignissen gelernt hat, aber das Feinbild vom „bösen Russen“ ist immer noch wirksam.

Dass durch unzählige Kriege der USA, durch den Einsatz von Drohnen unzählige Zivilisten als „Kollateralschaden“ billigend in Kauf genommen werden, wird durch die aktuelle Stimmungsmache verdrängt. Und wie war das, als durch den Befehl eines hohen Bundeswehr-Offiziers Dutzende Zivilisten in Afghanistan ums Leben kamen? Was hier stattfindet, ist Kriegspropaganda.
_________

Diese Talkshow war ein Armutszeugnis für den angeblichen Anspruch öffentlich-rechtlicher Medien in Deutschland, objektiv zu sein. Bevor man nun die ARD direkt dafür verantwortlich macht, sollte man einmal bei Wikipedia unter dem Suchbegriff „Frank Plasberg“ nachschauen, um zu erkennen, dass „Hart aber fair“ keine originäre ARD-Sendung sondern eingekauft ist.

Falls jemand die in diesem Wikipedia-Beitrag erwähnte und von Herrn Plasberg selbst produzierte Quizsendung „Paarduell“ einmal gesehen hat, sollte ihm aufgefallen sein, dass Herr Plasberg akute Lücken im Allgemeinwissen hat.

Dass Herr Plasberg eine Tendenz zum Sensationsjournalismus hat, kann man dort auch nachlesen (Stichwort:Geiselnahme von Gladbeck1988). Es gibt darüber Videoaufzeichnungen, die ich gesehen habe.

Man braucht sich überhaupt nicht darüber zu wundern, wenn zu dieser Talkshow Herr Julian Reichelt eingeladen wurde. Im Grunde genommen ist dieser nämlich genau vom gleichen Schlag wie Herr Plasberg.

https://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Plasberg

Frank Plasberg hat mit dem BILD-Chef für Gesprächsstoff gesorgt. Nicht nur über grenzwertige Charaktere. Sondern auch über einen Journalismus, der Grenzen überschreitet. Einen Journalismus ohne Ethik, Gewissen und Moral.

Ein Journalismus, der sich prostituiert und sich vor den Karren der Kriegspropaganda spannen lässt. Ein Journalismus, der uns einem Dritten Weltkrieg wieder ein Stück näher rückt und wahrscheinlicher werden lässt.

Kinder und Krokodilstränen-TV: So funktioniert Kriegspropaganda

„Assad mordet weiter: Kinder vergast – und die Welt tut nichts!“ titelt die BILD-Zeitung vom 5. April 2017. Schlechtes Gewissen und der Wunsch nach moralischer Überlegenheit fördern die Mobilmachung. „Darum, auf zu den Waffen!“. Das lässt sich kein Gutmensch zweimal sagen. Der humanitäre Imperativ ist alternativlos. Die Achse des Bösen, Schurkenstaaten und Weltbösewichte wie Saddam, Gaddafi, Assad, Putin oder Kim sind das Szenario für die Massen. Mit guten Gewissen, Lichterketten und Marschflugkörpern volle Kraft voraus! Der Dritte Weltkrieg ist bunt. Bis Weihnachten sind wir wieder zu Hause. Franz Ferdinand und Sarajevo, das ist lange her.

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Nicht die Waffen, sondern die Zustimmung breiter Schichten der Bevölkerung sind der erste Schritt in den Krieg. Gutmenschen sind der beste Garant für Kriege jeder Art: Angriffskriege, Bürgerkriege, humanitäre Kreuzzüge und völkerrechtswidrige Vernichtungskriege. Gutmenschen gehen über Leichen. Selektive Indoktrination und Infusion der gewünschten Feindbilder verwandeln Gutmenschen in  Wutbürger. Das Rezept mit dem richtigen Köder funktioniert todsicher:

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Bundeskanzlerin Angela Merkel exekutiert diese Grundsätze in der Manier und Mimik eines eiskalten Polit-Roboters und der Gestikulation einer Marionette, s. auch hier.

“Bitte gestatten Sie mir, dass ich aus aktuellem Anlass einige Worte mit Blick auf das Chemiewaffenmassaker an unschuldigen Menschen in Syrien sage. Wir wissen alle, dass Chemiewaffen international geächtet sind und wer sie einsetzt, begeht ein Kriegsverbrechen. Ich habe über die begrenzten und gezielten Luftschläge der Vereinigten Staaten von Amerika gegen einen syrischen Stützpunkt heute morgen mit dem französischen Präsidenten Francoise Hollande und dem italienischen Premierminister Paolo Gentiloni telefoniert. Und wir sind uns darin einig, dass die alleinige Verantwortung für diese Entwicklung Präsident Assad trägt.“

Die Menschlichkeit oder humanitäre Prinzipien als Grund für völkerrechtswidrige Angriffskriege sind prima vista konsensfähig, weil die Bevölkerung nie die ganze Wahrheit erfährt. Angriffskriege als „nachvollziehbar“ umzuinterpretieren, ist schlichtweg Humanitärbigotterie. Es geht um Einflußsphären, um den Sturz unliebsamer oder widerspenstiger Regime. Das „Verbrechen“ von Gaddafi, Saddam, Assad oder Kim liegt nicht in deren demokratiefeindlichen Maßnahmen. Das tun leidlich viele Staaten unsanktioniert in Afrika, Süd- und Mittelamerika oder in Saudi-Arabien. Gaddafi, Saddam, Assad oder Kim waren weder US- noch NATO-hörig. Das ist der Knackpunkt.

Ganz anders unsere westlichen Regierungen: immer am Nasenring der USA oder der NATO. Westliche Regierungen beherrschen den Kotau meisterlich und sie haben ihre Lektion als Transatlantiker vorzüglich gelernt. Verteidigungsministerin Ursula van der Leyen befeuert die gleiche schlichte Feindbild-Propaganda wie Merkel. Hier die Guten – nämlich wir und unsere makellosen, humanitären Prinzipien – dort die Schurken. Kinderschlächter und Despoten.

Trumps völkerrechtswidrigen Angriff auf den souveränen Staat Syrien analysiert Alexandra Bader auf „Ceiberweiber“ schonungslos:

„Ohne lange zu fackeln haben die USA den syrischen Militärflughafen Schairat angegriffen, nachdem behauptet wurde, Assads Truppen hätten Giftgas eingesetzt. Wie zu erwarten verstummen all jene Trump-Kritiker, die ihn zuvor pausenlos als sexistisch, rassistisch oder schlicht unfähig gegeißelt haben. Wie auf Kommando ringen sich Mainstream-Kommentatoren positive Bewertungen ab, die damit einmal mehr unterstreichen, dass sie der Kriegsmaschinerie und sonst niemandem dienen. Man sieht in dieser Situation auch, wer mit Trump tatsächlich die Hoffnung auf eine andere US-Außenpolitik verbunden hat, denn diese Menschen sind jetzt sehr enttäuscht.“

BILD, Bundesregierung, NATO – die großen Polarisierer. Eine streng in schwarz und weiß eingeteilte Welt. So bombastische wie skrupellose Desinformations-Kampagnen im großen Stil. Im Netz kursieren etliche Beiträge, die die Giftgas-Angriffe von Idlib als perfides Falschflaggen-Manöver bezeichnen.

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Wie schon bei den Giftgasangriffen von Ghuta vom 21.8.2013 gibt es bis heute keine Sicherheit, welche Bürgerkriegsparteien für den Angriff auf die syrische Stadt Chan Scheichun am 4. April 2017 verantwortlich sind. Selbst die nicht immer unparteische ARD-Tagesschau hält sich bedeckt:

Eine Bestätigung des Vorfalls von anderer Seite liegt bislang nicht vor. Die Beobachtungsstelle, die den bewaffneten Rebellen nahesteht, stützt sich auf ein dichtes Netzwerk von Informanten in Syrien. Von unabhängiger Seite sind ihre Angaben nur schwer zu überprüfen.

Als ob die Unschuldsvermutung niemals existiert hätte, kreuzigen westliche Medien und Politiker Präsident Assad als „alleinig Verantwortlichen“. Ein schauriges, vorauseilendes Kriegsgeheul, obwohl es bislang nur Mutmaßungen gibt. Niemand scheint Interesse zu haben, Untersuchungs-Kommissionen einzusetzen. Die US-Regierung unter Trump attackiert völkerrechtswidrig einen souveränen Staat. China, Rußland und Iran reagieren mit Unmut, aber besonnen.

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Die BILD-Zeitung überschlägt sich vor Kriegsbegeisterung. Glühende Bellizisten wie Julian Reichelt bedienen die Klaviatur des humanitären Flächenbombardements, wirksamer als A, B und C-Waffen zusammen. BILD veredelt den von ihr bisher so geschmähten Buhmann Trump zum humanitären Kreuzritter.

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Bild-Untertitel zum Titelfoto vom 8.4.2017 +++ Raketen aus dem Mittelmeer gegen Assads Schergen ++++ Syrien will jetzt Vergeltung +++ Droht jetzt ein großer Krieg?“

Ein Déjà-vu-Erlebnis und eine gruselige Analogie findet sich in der Geschichte.

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Herz zereissende Krokodilstränen, aufgedunsene Kindergesichter, erfundene Zwischenfälle oder schlichtweg falsche Tatsachen oder Unterstellungen entzünden Kriege an jedem Ort des Planeten zu jedem geplanten Zeitpunkt.

Brutkastenlüge

Krokodilstränen ebneten den Weg in den Zweiten Golfkrieg. Eine junge Frau aus Kuwait schilderte in Tränen aufgelöst am 10.10.1990 vor dem Menschenrechtsausschuß im US-Kongreß die Brutalität irakischer Soldaten, die angeblich kuwaitische Frühgeborene aus Brutkästen gerissen haben sollen.  Erst nach der US-geführten militärischen Niederwerfung Iraks stellte sich die Geschichte als Erfindung der amerikanischen PR-Agentur Hill & Knowlton heraus.

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Nicht viel anders die geheimnisumwitterten Massenvernichtungswaffen von Saddam Hussein, die 2003 zum völkerrrechtswidrigen Angriffskrieg der US-geführten internationalen Streitkräfte gegen den Irak führten.

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Während US-Präsident George Bush weiterhin ungestraft seine Hunde ausführt, wurde sein politischer Intimfeind Saddam Hussein zum Tode durch den Strang verurteilt und am 30.12.2006 hingerichtet.

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Die Hinrichtung von Saddam Hussein

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Zerstörer USS Maddox. Angeblich von nordvietnamesischen Schnellbooten im Golf von Tonkin attackiert. Konsequenz: Vietnam-Krieg

Zur Durchsetzung des Angriffskriegs gegen Vietnam lancierten die Medien am 2. und 4. August 1964 die Meldungen, daß US-Kriegsschiffe von nordvietnamesischen Schnellbooten angeblich angegriffen wurden. Nur eine Minderheit hegte Zweifel an der Version. Wieso sollte ein kleines Land wie Vietnam eine Supermacht wie die USA angreifen?  Die Pentagon-Papiere und die Memoiren von Minister Robert McNamara enthüllten viele Jahre später die Infamie dieser politischen und medialen Desinformationskampagne.

Kriegspropaganda existiert seit es Kriege gibt. Im Ersten Weltkrieg wurden Deutsche vom Kriegsgegner zu Bestien, Horden und Hunnen verzeichnet.

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Kriegspropaganda 1915. Deutsche Soldaten als Kinderschlächter

Da passt es natürlich gar nicht, daß Fotos auch eine andere Kriegswirklichkeit belegen:

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Deutsche Soldaten versuchen einen französischen Soldaten vorm Versinken in einem Schlammloch zu retten (1916)

Historische Gräuel- und Kriegspropaganda ist keineswegs Makulatur.

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Der Deutsche als barbarische Bestie. Gegnerische Kriegspropaganda Erster Weltkrieg

Die Versenkung der „Lusitania“ führte schlußendlich durch eine gelenkte US-Medienkampagne am 6. April 1917 zum Kriegseintritt der USA gegen Deutschland. Die Deutschen hatten die Versenkung der Lusitania vergeblich dadurch zu rechtfertigten versucht, daß das Passagierschiff Waffen und Munition transportierte. Das als barbarischer Akt deklarierte Manöver deutscher U-Boote brachte die US-Bevölkerung bis zur Kriegsbereitschaft in Wallung. Erst 1982 gaben die Kriegsgegner den Transport von Waffen und Munition öffentlich zu.

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Moderne Kriegspropaganda ist manchmal sehr raffiniert und subtil. Früher waren Auslöser für Kriege Attentate wie 1914 in Sarajevo oder eingefädelte Zwischenfälle wie in Gleiwitz 1939 oder Tonkin 1964. Solche fadenscheinigen Konstrukte laufen aber Gefahr, durchschaut zu werden. Viel besser ziehen humanitäre Imperative wie 1990 in Kuwait oder 1999 im Kosovo. Oder von westlicher Propaganda zu Schurken aufgebaute Regierungschefs wie Slobodan Milosevic, Saddam Hussein, Gaddafi oder Assad.

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Die geistigen Brandstifter sitzen in den Redaktionen und ihnen hörigen Regierungen. Das Stroh dazu liefern die Strohdummen und Humanitärbigotten, die gerne Medienbildern gehorchen und von Staatsraison nichts wissen wollen. Dies auch dank Anleitung von Redaktionen und hörigen Regierungen. Ein Spiel mit dem Feuer.

Der Nahe Osten ist ein Pulverfaß. Politiker im Sog von Merkel sind auf dem besten Weg, good old Europe in das Pulverfaß der Zukunft zu verwandeln.

Anhang

Pearl Harbour: Flotte musste für Medienbilder geopfert werden

Vieles spricht dafür, dass die amerikanische Regierung unter Präsident F.D. Roosevelt einen japanischen Angriff gezielt herbeiführte und einen Großteil seiner Flotte den in die Ecke gedrängten Japanern als ungeschützten Köder darbot, um auf Englands Seite in den Krieg einsteigen zu können. Der bekennend US-freundliche Springer-Verlag oder andere staatsnahe Medien bemühen sich allerdings, diese These zu entkräften.
Die amerikanische Öffentlichkeit wollte nicht am Krieg teilnehmen und wählte Roosevelt auch deshalb. Das US-Ölembargo 1941 gegen Japan und die Hull-Note, quasi ein  Ultimatum werden als Vorgeschichte von Pearl Harbour zumeist geflissentlich verschwiegen.

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Pearl Harbor 1941.

Zur Vorgeschichte von Pearl Harbour schreibt Wikipedia:

„Als Japan im Juli 1940 trotz amerikanischer Warnung Truppen in Indochina stationierte, schränkte die US-Regierung unter Präsident Franklin D. Roosevelt im September 1940 den amerikanischen Export von Erdöl und Stahl nach Japan ein (damals bezog Japan 80 % seines Erdöls aus den USA). Als dies nicht die gewünschte Wirkung hatte und Japan im Juli 1941 weitere Truppen in Indochina stationierte, verhängten die USA am 25. Juli 1941 ein vollständiges Öl-Embargo gegen Japan und froren alle japanischen Guthaben ein. Da sich das Vereinigte Königreich und Niederländisch-Indien diesem Schritt anschlossen, verlor Japan 75 % seines Außenhandels und 90 % seiner Öl-Importe.“

US-Präsident Roosevelt hielt nach dem Angriff der Japaner alle Trümpfe in der Hand. Der Eindruck, daß Pearl Harbor Erlösung und roter Teppich zugleich für ihn war, um die Stimmung der kriegsmüden US-Bevölkerung zu kippen, lässt sich nicht abschütteln.

Roosevelts mit großem Pathos geführte Rede begann wie folgt:

„Yesterday, December 7th, 1941 — a date which will live in infamy — the United States of America was suddenly and deliberately attacked by naval and air forces of the Empire of Japan. The United States was at peace with that nation and, at the solicitation of Japan, was still in conversation with its government and its emperor looking toward the maintenance of peace in the Pacific.“

Ähnliches gilt sogar für die deutsche Öffentlichkeit jener Zeit, die ständig durch Inszenierungen à la „Sender Gleiwitz“ auf Kriegskurs gebracht werden musste.
Dass man dem Volk nicht reinen Wein einschenken sondern Theater vorspielen müsse, ist eine klassische politische Weisheit.
Laotse, 6. Jhd v. Chr.: „Die scharfen Instrumente des Staates darf man den Menschen nicht zeigen“ (國之利器不可以示人). Konfuzius wenig später: „Man kann dem einfachen Volk nicht beibringen, die Politik zu verstehen sondern nur sie zu befolgen“.

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Heute kommt als Besonderheit hinzu, dass auch die vermeintlichen politischen Eliten nicht Inszenierer sondern „Die Getriebenen“ sind.

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Der Erste Weltkrieg war keineswegs unausweichlich. Rückblickend hätten sich wiederholt Wendemarken zur De-Eskalation geboten. Die Kriegsgegner und Pazifisten waren in der Minderheit. Warnende Stimmen wurden verunglimpft. Der französische Pazifist Jean Jaurès (*1859) fiel am Vorabend des Kriegsausbruchs am 31.7.1914 in einem Pariser Café einem Attentat zum Opfer. Die britischen Kriegsgegner John Elliot Burns und John Morley traten mit dem Tag des Kriegsausbruchs von ihrem Ministeramt zurück.  Andere Kriegsgegner wie Rosa Luxemburg oder Karl Liebknecht wurden interniert. Sogar Ende 1914, vor dem Kriegseintritt Italiens und der USA, hätte man noch eine für alle Kriegsparteien gesichtswahrende Lösung finden können. Das Zündeln am Balkan und in Nordafrika, an dem sich alle Groß- und Regionalmächte beteiligten, erinnert an die jetzigen Konfliktherde in Syrien, Libyen, Afghanistan und an das Gebiet, wo ein künftiges Kurdistan entstehen wird, sofern die NATO, die Türkei und andere Strippenzieher das Selbstbestimmungsrecht der Völker nicht ähnlich pervertieren wie im und nach dem Ersten Weltkrieg. Stichwort Sykes-Picot, Versailles, Trianon und Sèvres.

Lange Zeit waren Fritz Fischers Thesen in seinem Buch „Der Griff nach der Weltmacht“ (1961) – je nach Standpunkt Klassiker oder Machwerk – in Stein gemeißelt. Erst das 2012 vom australischen Historiker Christopher Clark publizierte „The sleepwalkers“ beleuchtete die „Ur-Katastrophe des 20.Jahrhunderts“ mit weniger mono-zentrierten Sichtweisen. Sein Buch rüttelt an der Sündenbockrolle der untereinander verwandten europäischen Führer wie dem Zaren, Wilhelm II oder Kaiser Franz Joseph, die früher oder später nur noch als Marionetten von Propaganda, Militär und des industriell-militärischen Komplexes eine eher tragische als gestaltende Rolle spielten. Insofern waren die Imperatoren eher die Getriebenen als die Lenker der Völker.

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Das wirkliche Gesicht des Krieges. Kriegschirurgie und entstellte Gesichter (Erster Weltkrieg)

Die Schlacht an der Somme, Verdun, die Isonzo-Schlachten – wir haben nichts daraus gelernt.

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Soldatenfriedhof und Beinhaus von Douaumont (Frankreich) gewidmet allen „masters of war“

Die Euphorie und der gutmenschliche Gerechtigkeitswahn gebar Monster und Albträume. Invaliden, Soldatenfriedhöfe, Beinhäuser und Blutbäder.

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Kriegsinvaliden. Zum Nachdenken für kriegsbegeisterte Journalisten und Politiker, die Raketenangriffe als „nachvollziehbar“ einstufen

Die Schlafwandler und Gutmenschen sind wieder unterwegs. Es genügt, die statements von Angela Merkel oder Ursula von der Leyen zu hören.

Die Schlafwandler von Christopher Clark

Gutmensch Donald Trump

Wie man aus der Berichterstattung bei Breitbart entnehmen kann, erklärt Donald Trump zum Angriff auf Syrien:

“That attack on children yesterday had a big impact on me. Big impact,” Trump had said. “That was a horrible, horrible thing, and I’ve been watching it and seeing it, and it doesn’t get any worse than that.”

Die Breitbart-Gemeinde hat weitgehend Vertrauen zu Trump verloren.
In Deutschland titelt Jürgen Elsässer „Fuck Trump“.
Umso begeisterter sind antirussische Kriegstreiber wie John McCain.  Hiesige Medien ringen sich auf einmal Lob für Trump ab, und Politiker bemühen sich, die Reihen hinter ihm zu schließen, was aber bei dem alternativ informierten Publikum im Netz im wesentlichen ablehnende Reaktionen auslöst.
Man rätselt über die Angst vor CIA und Tiefem Staat, die Trump zur Unterwerfung getrieben habe. Manche russlandfreundliche Medien beruhigen, es handele sich um einen genialen Schachzug von Trump. Er entmachte die Geheimdienste, indem er der Armee ihre Funktion übertrage. Dazu müsse er sich vorübergehend verstellen.
Einige patriotische Amerikaner versuchen, zu glauben, es handele sich um eine symbolische Aussage, dass der tatkräftige Trump die Überschreitung der „rote Linie“ anders als Obama tatsächlich bestrafe aber nicht weiter gehen werde.
Aber gerade diese Tatkraft ist die eines Getriebenen, der unbedingt auf Medienbilder reagieren muss und keine Untersuchung abwarten kann, und der auf dieser Basis in weitere Ausweitung zu einem größeren Krieg stolpern dürfte, der für die USA keinen strategischen Wert aber umso größeres destruktives Potenzial hat. Es sei denn man folgt den russischen Erklärungen, wonach die Verbreitung von „gelenktem Chaos“ seit langem ein strategisches Ziel amerikanischer Geheimdienste sei, dem sich jetzt auch Trump gefügt habe.  Demnach gibt es über den pseudohumanitären Hetzmedien noch eine höhere Staatsraison, aber dies nur in den USA und nur mit chaotischer Ausrichtung.

Treibende Kraft der Eskalation in Syrien sind sogenannte „Menschenrechtsaktivisten“. Der US-Raketenangriff hat u.a. auch das Leben von 9 Zivilisten, darunter von 4 Kindern gefordert. Nun melden diese dubiosen Aktivisten laut BR:

Stand: 08.04.2017 12:38 Uhr

Aktivisten melden neuen Luftangriff auf Chan Scheichun

Damaskus: Das am Dienstag von einer Giftgasattacke betroffene syrische Chan Scheichun ist offenbar erneut aus der Luft angegriffen worden. Dabei soll eine Frau getötet worden sein, berichteten syrische Menschenrechtsaktivisten. Bei dem Giftgasangriff Anfang der Woche starben mehr als 80 Menschen. Washington macht die syrische Regierung für die Bombardierung verantwortlich. Als Reaktion hatten die USA gestern 59 Marschflugkörper auf den Flugplatz abgefeuert, von dem der Angriff am Dienstag ausgegangen sein soll.  B2/KL/Dig 08.04.2017 12:00

Der saudi-arabisch König Salman lobte bei einem Telefonat mit US-Präsident Trump den Angriff als mutige Entscheidung. Es sei die richtige Antwort auf die Verbrechen dieses Regimes gegen sein Volk angesichts des Versagens der internationalen Gemeinschaft, hieß es von der amtlichen Nachrichtenagentur des Königreichs. Die iranische Regierung warnte dagegen vor einer weiteren Eskalation des Extremismus in der Region. B2/KL/Dig 08.04.2017 15:00

Die Ungereimtheiten über die mysteriösen Giftgas-Einsätze treiben Kommentatoren in den sozialen Medien um:

Clemens A. Koch: „Nur mal so in den Raum gestellt:

Am 01.04. erklärt die Türkei die militärische Operation „Schutzschild Euphrat“ für beendet (kann man unter dem Begriff googeln, Quellen unterschiedlicher Art bringen diese Nachricht) und zieht sofort alle Truppen ab. Dieser Militäreinsatz richtete sich in erster Linie gegen Kurden.

Die Aktion wurde beendet, obwohl die Kurden dort nicht besiegt wurden.

Wenige Tage nach dem Abzug der türkischen Truppen, gibt es in genau dem Gebiet, in dem die Armee Erdogans aktiv war, einen furchtbaren Giftgasangriff.

Komisch …“

Markus Kink überlegt:

Schurke Assad?

So viel zum Thema, nur Assad könne für den Giftgaseinsatz verantwortlich sein.

Die US-Streitkräfte selbst hatten 2015 einen ehemaligen irakischen Chemiewaffenexperten, dann im Dienst des IS, gefangen genommen. Von ihm stammt die Aussage, dass der „Islamische Staat“ selbst Giftgas abfülle.

Genauso lange wissen die USA also, das der IS über chemische Waffen verfügt – und auch schon eingesetzt hat, das haben sogar Untersuchungskommissionen der UN bestätigt.

Sieht sehr nach False Flag aus, um die Amerikaner doch noch zum Eingreifen zu bewegen – von wem auch immer.

Auch in den Öffentlich-rechtlichen Medien schlägt das Thema Syrien und Giftgas hohe Wellen:

Kritischer Hörer, Freitag, 07.April, 12:37 Uhr

15. Giftgas schon einmal von den isl. Rebellen in ähnlicher Situation eingesetzt.

Mitte 2013 war eine vergleichbare Situation wie jetzt. Die syrische Armee hatte Erfolge. Teile des Nachschubs für die Terroristen wurden unterbunden.

„Frühere Erfahrungen in dieser Richtung seien „nicht ermutigend“
gewesen. Derartige Ermittlungen dürften nicht politisch missbraucht werden.“ (Forderung Syriens)

Vermutlich nicht unberechtigt:
Im März 2013 beschuldigte die syrische Regierung vor der UNO die Islamisten, in einer großen Schlacht Sarin-Gas eingesetzt zu haben. Sie forderte eine „qualifizierte, unparteiische und unabhängige Kommission zur Untersuchung des Vorfalls einzurichten.“
Am folgenden Tag (21.03.13) meldeten plötzlich die USA, GB und Frankreich eine Reihe von Vorfällen mit Chemiewaffen.
Die UN-Ermittlerin Carla del Ponte erklärte, dass Zeugenaussagen auf die „Rebellen“ als Täter verwiesen.

Eine Untersuchung des Massachussets Institute of Technology verortete nur die „Rebellen“ als Täter.

….

Irritiert, Freitag, 07.April, 12:54 Uhr

30. Jetzt bin ich verwirrt.

Gerade eben: Ob es ein Gaslager der Rebellen war können wir nicht klären deshalb hat es keinen Sinn darüber zu sinnieren…
Ähm Bitte? Ist das nicht das Thema heute?
Aber das es Assad gewesen sein könnte wird lang und breit ausdiskutiert…
A bisserl einseitig , oder?

….

Kritischer Hörer, Freitag, 07.April, 12:40 Uhr

19. Assad hat die Unterstützung der Bevölkerung auch nach Nato-Umfragen.

Auch die auch von der Nato in Auftrag gegebenen Umfragen sahen eine große Unterstützung für Präsident Assad, nämlich 70 % (2013).
– Februar 2011 ergab nach Al Jazeera, eine Revolution in Syrien sei „unwahrscheinlich aufgrund von Assads Popularität“
– Ende 2011 widersprachen 91 % gewalttätigen Protesten gegen die Regierung (TESEV, Türkei)
– Mai 2012 bekam die Ba’ath Partei 60% der Stimmen
– Juni 2014 bei den Präsidentschaftswahlen bekam Assad 88 % der Stimmen.

Erzbischof Hindo im Gespräch mit Fides: „Wir werden selbst darüber entscheiden, wann Assad gehen muss und nicht der IS oder der Westen … Und eines ist gewiss: wenn Assad jetzt geht, dann endet Syrien wie Libyen“.

….


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