Napoleon lebt in allen echten Franzosen weiter

Napoleon Bonaparte ist laut Éric Zemmours großem Geschichtsbuch: „Le Déstin Français“ der Zenit der Geschichte Frankreichs, nach dem sein Niedergang beginnt, und, trotz aller Polemiken, die insbesondere derzeit aus der Anglosphäre auf Frankreich einprasseln, ein Held, an dessen Grab ein richtiger Franzose weint. Am 5. Mai vor 200 Jahren starb Napoleon auf St. Helena im Alter von 51 Jahren. Er verbrachte in Korsika eine unbeschwerte Jugend und sprach zeitlebens Französisch mit italienischem Akzent. Zunächst war er antifranzösisch eingestellt. Zu einem Franzosen wurde er erst durch Vertiefung in französische Literatur und Philosophie, angefangen von Rousseau und Voltaire. Als Politiker brachte er einen Wind der Meritokratie und Kompetenz ins Land, die ganzen eitlen Schwätzer flogen raus, „wie wir es heute bräuchten“, seufzen die Gesprächsteilnehmer im Studio von Sud Radio.

Mit 400 militärischen Siegen war Napoleon der größte Feldherr aller Zeiten, vor Julius Caesar, und die schönste seiner Schlachten war die Schlacht bei Ulm 1805, in der er das österreichische Heer gefangen nahm, ohne einen Tropfen Blut zu vergießen. Frankreichs Schicksal wendete sich grundlegend, als Napoleon 1812 im desaströsen Russlandfeldzug 95% seiner Truppen verlor.

Der bei Sud Radio befragte Napoleon-Biograf Dimitri Casali, der Zemmours Napeleon-Begeisterung teilt, erklärt, Napoleon habe sich auf Drängen seiner nächsten Umgebung gegen eigene Bedenken auf diesen Feldzug eingelassen. Ohne diesen schicksalhaften Feldzug wäre wahrscheinlich nicht Englisch sondern Französisch heute weiterhin die dominierende Lingua Franca. Napoleon lebe in allen Institutionen Frankreichs und allen französischen Gesetzen und Institutionen fort, denn fast alles davon habe Napoleon seinerzeit geschaffen.
Zu Napoleons fatalem Russlandfeldzug, der mit der Eroberung von Paris durch die Armeen Russlands und Preußens endete, gibt es einen grandiosen russischen Dokumentarfilm, der in einer Version mit englischen Untertitel auf Youtube zu sehen ist. Natürlich stellt der Film auch die spektakuläre Wiederkehr Napoleons aus Elba dar, bei der er wieder ohne Blutvergießen Frankreich übernahm und dann schnell, bevor er mehr Truppen sammeln konnte, von einer noch größeren internationalen Koalition bei Waterloo geschlagen werden musste.

Im verfeindeten Wien hatte Beethoven Bonaparte seine Dritte Symphonie gewidmet, und Napoleons Niederlage erfüllte auch in den Ländern der Sieger, die seinetwegen unzählige Menschenleben verloren hatten, Poeten mit Wehmut:

Gustave Le Bon beschreibt 1895 in seinem grandiosen, kurzweiligen Buch „Die Psychologie der Massen“ (La Psychologie des Foules) Napoleon als den Inbegriff des Prestiges, das die Menschen zur Folgsamkeit bringt und um das es in der politischen Kommunikation in allen politischen Systemen an erster Stelle geht. Für die beiden Grenadiere in Schumanns Lied war Napoleon ein unsterblicher Retter, der sie eines Tages aus dem Grab holen würde. Eine aktuellen ArteTV-Doku zeigt wie Napoleon quasi sieben mal starb und wieder auferstand. Auf eine Wiederbelebung dieser Art hoffen derzeit französische Patrioten, insbesondere Generäle, wie wir weiter unten sehen.
In Russland kam es beim Tod des siegreichen Zaren Alexander I. im Dezember 1825 noch zu einem Putschversuch der von der französischen Revolution inspirierten Dekabristen. Deren Idee, dass eine solche Revolution Meritokratie herbeiführen und enorme Produktivkräfte freisetzen würde, stammte von Napoleon und seinem Beispiel. Napoleon blieb auch bei späteren Literaten in den von seinen Armeen heimgesuchten Ländern weiterhin eine ruhmreiche Figur, an der erst seit kurzem ein paar Buntblödel aus New York Times und Washington Post obsessiv zu kratzen versuchen. Er sei misogyn gewesen und habe den ein Verbot des Sklavenhandels aufgehoben, wird dort angeführt, und der Kontext.dieser Randnotizen aus seiner Biographie wird ignoriert.

Macron zur Dekonstruktion bereit

Die Ausbeute der Bildersturm-Kampagne blieb bescheiden, bis Präsident Macron in Paris gegenüber einer drängenden amerikanischen Journalistin konzedierte, es sei an der Zeit, „die französische Geschichte zu dekonstruieren“, um den Imperator als misogynen rassistischen homophoben alten weißen Mann zu entlarven. Er sagte dies in englischer Sprache, und dabei fielen vielleicht Sicherungen aus, die ihn bei einem französischen Interview vor Schiffbruch bewahrt hätten. Englisch ist eben das Medium des Young Global Leader, zu dem der Rothschild-Investmentbanker und Wirtschaftsminister 2016 von Klaus Schwab in Davos gekürt wurde. Trotz aller Versuche, einen Dialog auch mit den den echten Franzosen und deren Wortführern (z.B. Philippe De Villiers) zu führen, hat Macron es offenbar nicht einmal geschafft, deren grundlegende Anliegen irgendwie, wenigstens als Filter (Schere im Kopf) in seinen Diskurs einzubauen. Wer die Geschichte dekonstruiert, dekonstruiert nämlich die Nation und den Gesellschaftsvertrag und letztlich das, was die Zivilisation im innersten zusammenhält. Napoleon-Verehrer Éric Zemmour stellt dies in seinem Buch „Le Déstin Français“ so gründlich wie kein anderer dar. Zemmour erklärt es hier noch einmal aus aktuellem Anlass im Gespräch mit Florian Philippot, der bis 2016 Marine Le Pen beriet. Zemmour, der noch immer Dialog mit dem Macron-Lager pflegt, erklärt gegenüber Philippot, dass Macron inzwischen Objekt eines weit verbreiteten Hasses der patriotischen Franzosen geworden sei. Eines Hasses, der ihm, Zemmour, abgehe, was zum Problem werde. Neulich hat der von Napoleon eingerichtete Staatsrat (Verfassungsgericht) libertizide Quarantänemaßnahmen der Regierung gebilligt. Das stört Philippot, aber Zemmour bemerkt mit Genugtuung, dass der Staatsrat sich seit langer Zeit zum ersten mal wieder als Instrument zum Schutz des Staates betätige, wie von Napoleon vorgesehen. Seit 1978 war der Staatsrat fast nur noch als dessen Dekonstrukteur in Erscheinung getreten. Dass lässt erahnen, dass die Dekonstruktion Frankreichs (z.B. Heiligung des Familiennachzugs und Brautimports im Namen der Menschenrechte) vielleicht nicht nur eine Folge der Menschenrechtsreligion sondern eine rationale Politik des transatlantischen Tiefenstaates sein könnte.

Seine Ernüchterung über die Dialogfähigkeit des Young Global Leader brachte auch neulich Philippe De Villliers in einem neuen Buch „Le Jour d’Après“ (Der Tag danach) zum Ausdruck. Er macht sich darüber Gedanken, wie man Millionen Moslems und Afrikaner zu Franzosen machen kann, wenn sogar der Präsident die Nation dekonstruieren will. De Villiers ruft zu einem „Geistigen Aufstand“ auf, der jetzt im Militär seinen Anfang zu nehmen scheint.

Militär bleibt Kern der Republik

Die Tribüne der Generäle macht weiter von sich reden. Diejenigen noch aktiven Militärs, die den Appell unterzeichnet haben, müssen mit einer Disziplinarstrafe bis hin zur Frühpensionierung/Entlassung („radiation“) rechnen. Die Leitmedien haben den Appell zu einer Insubordination oder gar zu einem „Aufruf zum Militärputsch“ dramatisiert, nachdem Marine Le Pen sich positiv über dessen Inhalt geäußert hatte. Durch die Falschdarstellung hofft man, die aussichtsreiche Präsidentschaftskandidatin erneut zu verteufeln (d.h. von MLP erarbeitete „Dédiabolisation“ zurückzudrehen). Die Generäle stoßen laut Meinungsumfragen jedoch überwiegend auf Zustimmung der Franzosen. Diese zeigt sich auch in immer neuen Unterschriften unter den Appell aus den Reihen des Militärs. Inzwischen sind es 22.000. Allein am 1. Mai kamen 4000 hinzu.

Der Appell spricht tatsächlich davon, dass im Falle des weiteren Abrutschens Frankreichs in Anarchie und Bürgerkrieg irgendwann die Armee wieder in der Pflicht stehen könnte. Diese Aussage ist jedoch keine Drohung sondern eine plausible Deutung der Geschichte. Die Fünfte Republik entstand durch eine putschartige Machtübernahme des pensionierten Generals Charles De Gaulle, und ähnlich war es bei allen früheren Republiken. Auch in dieser Hinsicht bleibt Napoleon der Gründer des modernen Frankreich. In Zeiten, wo der politischen Elite die Loyalität zu Volk und Gesellschaftsvertrag abhanden kommt, ist es die von Natur aus patriotische Armee, die als letzter rettender Anker und letztes Bollwerk der Republik dient, wenngleich sie dies im republikanischen Frankreich unbedingt vermeiden möchte.

Souveränität kommt aus den Gewehrläufen

Der Münchner Merkur schlägt seinem Präsidenten Joe Biden eine feministische Außenpolitik als Mittel zur Rettung des Klimas vor.
Auch in Macrons Plänen für ein „souveränes Europa“ mit europäischer Armee steckt ein Stück Napoleon („Macroleon“). Allerdings einigte Napoleon Europa durch Unterwerfung, flankiert von attraktiven Menschheitsidealen (Softpower), gestützt auf demogaphisches Übergewicht. Der EU fehlen inzwischen alle drei Voraussetzungen.
„Die politische Macht kommt aus den Gewehrläufen“, sagte der Große Vorsitzende Mao, und das gilt auch für die Entstehung von Imperien und daraus erwachsenen Nationalstaaten. Alles andere ist laut De Gaulle Traumtänzerei, durch die man nationale Souveränität verliert, ohne europäische zu gewinnen. Daher fungiert die EU seit ihrer Entstehung überwiegend als ein Lieblingsprojekt der Transatlantiker und Globalisten, welches unter dem Vorwand europäischer Souveränität den nationalen Verrat adelt.
In Boris Johnsons Entsendung der britischen Flotte zur Krim und ins Südchinesische Meer steckt ein Stück „Great Game“, aber diese nostalgische Traumtänzerei hätte wahrscheinlich nicht die Billigung des geerdeten Machtpolitikers Lord Palmerston erfahren.
Auch AKK will Kriegsschiffe an diese beiden Orte entsenden und „mit Russland aus einer Position der Stärke verhandeln“, wie es guter deutsche Tradition entspreche. Es ist wohl eine Tradition vorlauter Polit-Grundschüler*innen und wahrscheinlich auch eine Form der vom Münchner Merkur erträumten feministischen Außenpolitik, die unter ACAB zur vollen Entfaltung käme, womit wir vielleicht das Gegenstück zum Zenit Frankreichs erreicht hätten, nämlich den finalen Fluchtpunkt der politischen Dekadenz, welche schon seit der Antike (laut Platon, Polybios uvm) aus eskalierender Egalitärfrömmelei zu resultieren pflegt.

Anhang

Bei bunten Mai-Demos in Berlin sind fast 100 Polizisten verletzt worden.
Der aus Ghana geflüchtete Siegaue-Vergewaltiger hat im Gefängnis weiter gewütet.
Alle möglichen Wähler springen auf den Wagen der Gewinnerin ACAB. Schuld ist Söder.
Bei dem Reiseveranstalter World Visitor kann man für ca 2000 EUR Sputnik-V-Wellness-Impfreisen nach Russland buchen.
EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides ist schon durch das „EU-Impfdesaster“ aufgefallen. Jetzt verdächtigt man sie der Bestechung.
Netzmedien berichten über ramadan-bedingtes Saurauslassen in latent feindlich gesonnenen fremdkulturellen Enklaven Frankreichs.