Ein Lotse geht von Bord. Heinz-Hermann Thiele ist tot.

Heinz-Hermann Thiele hat nicht geschwiegen – wie soviele Mitläufer im Herbst 2015 – , als es wichtig war, seinen Mund aufzumachen. Während an Deutschlands Bahnhöfen im September 2015 täglich 10.000 Wirtschaftsmigranten in hochgradig irrationaler Weise von Teddybärwerfern und Bahnhofsklatschern bejubelt wurden, quittierte Thiele Merkels kapitale Fehlentscheidungen in den Chaos-Tagen 2015 mit angemessenen Worten.

Heute ist Heinz-Hermann Thiele in München gestorben. Ein schmerzlicher Verlust für unser Land.

Ein Gastbeitrag

von Isabella Klais

Eine große visionäre Persönlichkeit hat für immer die Augen geschlossen. Der Großindustrielle Heinz-Hermann Thiele verstarb plötzlich und unerwartet kurz vor Vollendung seines achtzigsten Lebensjahres in München.

Dabei wäre seine Zeit noch so lange nicht gekommen gewesen. Nicht nur die Unternehmen, deren Geschicke er entscheidend gestaltete, sondern auch sein Land hätten diesen Visionär noch so bitter und dringend gebraucht. Nun müssen alle es ohne ihn schaffen. Sein Vorbild sollte Auftrag sein.

Heinz-Hermann Thiele war ein Mensch, der sich bereits zu seinen Lebzeiten vorbehaltlos anderen zur Orientierung empfahl. Er verdiente seine Berufsbezeichnung Unternehmer, weil er etwas unternahm und sich in vollem Umfang einbrachte, wenn er die Notwendigkeit und die Möglichkeit dazu erkannt hatte. Als Firmenpatriarch vom alten Schlage setzte er hohe Standards, wozu ihn seine eigenen brillanten Leistungen berechtigten. Gibt es eine überzeugendere Anerkennung für sein Werk als das posthume Bekenntnis vieler seiner Mitarbeiter, mit Stolz für ihn gearbeitet zu haben?

Der Unternehmerikone war sein Erfolg nicht in die Wiege gelegt. Der frühe Verlust seines Vaters und die daraus resultierenden bescheidenen finanziellen Gegebenheiten – widrige Umstände, die andere eher zur Larmoyanz und Resignation veranlaßt hätten – dienten ihm als Quelle der Motivation und des Antriebes. Aus dem Tal der Tränen begab er sich auf den Weg zum Gipfelsturm.
Als Volljurist stieg er mit nur 28 Jahren als Sachbearbeiter bei der Knorr-Bremsen-AG ein. Am Ende gehörte ihm der Betrieb, den er nach seiner Übernahme als ramponierte „Klitsche“ zum Weltkonzern führte. Im vergangenen Jahr stieg er als Hauptaktionär bei der Lufthansa-AG ein. Dies geschah mehr aus Verantwortung als aus unternehmerischem Kalkül.

Heinz-Hermann Thiele beschränkte sich nicht auf seine unternehmerische Tätigkeit, sondern bezog aus Verantwortung heraus zu den derzeit in Deutschland herrschenden politischen Zuständen explizit kritisch und konstruktiv in der Öffentlichkeit Stellung. Konsequenterweise kehrte der Quer~ und Klardenker dem politisch weitgehend gleichgeschalteten Unternehmerverband den Rücken. Mit dieser klugen und mutigen Haltung erwies er sich als weißer Rabe in Deutschlands lethargischer bis regimekonformer Unternehmerlandschaft.

Mit unendlicher Trauer verneigen wir uns in tiefem Respekt vor diesem Giganten, der ein Lebenswerk hinterläßt, das seinesgleichen sucht. Die Lücke, die er hinterläßt, wird nicht zu füllen sein. Das aber sollte auch kein Anspruch sein. Er hat Spuren im Leben hinterlassen, die anderen aufzeigen sollten, was möglich ist mit Einsatz und Beharrlichkeit – ganz ohne üppiges Ausgangspolster und Beziehungsgeflecht – und daß Mut und ein selbstbewußtes Profil kein Hindernis, sondern eine Voraussetzung dafür darstellen.

Danke, Herr Thiele, für Ihren großartigen Einsatz für Deutschland! Ein ehrendes Andenken ist Ihnen mehr als gewiß!

Alexander von Schlaun notiert auf seiner FB-Seite:

„In memoriam Heinz-Hermann Thiele, der heute in München verstorben ist – und bereits sehr früh als einer der wenigen keinen Hehl aus seiner Abneigung gegen die Autokratin Angela Merkel machte:
„Sie (Angela Merkel) ist (…) wie sie es in der DDR gelernt hat, eine Autokratin (…).“ (1)
„Das Bürgertum ist zu duldsam (…) Ich kann nur alle ermutigen sich zu artikulieren (…) Dieses Land gerät in eine hochkritische Situation (…) und dagegen müssen wir alle etwas tun.“ (2)
Bereits vor Jahren äußerte er sich äußerst kritisch zu Merkels Grenzöffnung und ihrer ungezügelten Migrationspolitik: „Wir können nicht (…) immer mehr Parallelgesellschaften entwickeln (…).“ (3)
(1) https://youtu.be/USqGwVUqU2A
(2) https://youtu.be/LJnWeFnuk-s
(3) https://youtu.be/LwXa4ifHjJM

 

https://www.morgenpost.de/wirtschaft/article231641433/Knorr-Bremse-Patriarch-Heinz-Hermann-Thiele-gestorben.html
https://www.welt.de/wirtschaft/article226974713/Heinz-Hermann-Thiele-gestorben-Sein-Lebenstraum-blieb-unerfuellt.html
https://www.businessinsider.de/wirtschaft/vom-sachbearbeiter-zum-milliardenschweren-unternehmer-heinz-hermann-thiele-ist-tot/

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2 Gedanken zu „Ein Lotse geht von Bord. Heinz-Hermann Thiele ist tot.“

  1. Ohne den Verdienst des Verstorbenen schmälern zu wollen, doch der Begriff „der Lotse geht von Bord“ gilt einzig allein Fürst von Bismarck!

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