Die Renaissance des German-American Day unter Reagan und Trump

Das 17. Jahrhundert war in Deutschland geprägt durch den Dreißigjährigen Krieg und durch Seuchen. Im Osten drohten die Osmanen nach der Okkupation des Balkans mit dem Durchmarsch bis weit in den Westen, ehe sie 1683 vor Wien gestoppt wurden. Im Westen konnten die vom Dreißigjährigen Krieg geschwächten deutschen Länder dem landhungrigen französischen Sonnenkönig Ludwig XIV nichts entgegensetzen, als er 1681 Straßburg eroberte und schließlich das Elsaß – in der Renaissance eine blühende Landschaft und Wiege der deutscher Kultur („Quel beau jardin“) – ohne nennenswerten Widerstand besetzen konnte. In den folgenden Jahren verwüsteten und plünderten französische Mordbrenner badische und württembergische Städte. Die Schloßruine von Heidelberg ist noch heute beredtes Symbol für dieses Barabarentum unter General Melac, von dem das bairische Wort „Lackel“ herrührt. In diesen wenig hoffnungsvollen Jahren machten sich am 6. Oktober 1683 die ersten deutschen Auswanderer nach Amerika auf. Im übrigen geht der Name „Amerika“ zurück auf einen Deutschen. Der Kartograph Martin Waldseemüller (+1520 in Lothringen) benannte die Neue Welt nach dem florentinischen Seefahrer Amerigo Vespucci (1454-1512).

Erstmals gefeiert wurde der Deutsch-Amerikanische Tag im 19. Jahrhundert, aber bedingt durch den Ersten Weltkrieg und die während dieser Zeit vorherrschende anti-deutsche Stimmung in den Vereinigten Staaten starb diese Tradition aus.

Steubenparade. Bild: Wikipedia

Erst 1983 wurde diese Tradition durch den damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan, damals als „Cowboy“ dämonisiertes Feindbild der Linken, wiederbelebt.

Der Erste Weltkrieg wurde nicht nur mit Kanonen, sondern auch mit einer gehässigen Propaganda gegen Deutsche geführt, die damals der angloamerikanischen Welt nicht nur unter Charlie Chaplin in Hollywood als unzivilisierte „Hunnen“ verkauft wurden.

US-Kriegspropganda gegen die Monster in der Pickelhaube (1917). Bild: Wikipedia

Das führte schließlich sogar soweit, daß Orte und Städte umbenannt wurden. Berlin in Kanada wurde 1916 in „Kitchener“ umbenannt, Hochkirch in Australien in „Tarrington“. Sauerkraut hieß nunmehr „liberty cabbage“ und Frankfurter (Würstchen) starben fürderhin Heldentod als „hot dogs“. Die Biergärten wurden zu Unorten, und das „Little Germany“ in New York war schon seit der „General Slocum“-Katastrophe dezimiert. Vorbei die Zeiten, als preußische Generäle wie Friedrich Wilhelm von Steuben (*1730 Magdeburg-1794 Utica, New York) für die amerikanische Unabhängigkeit kämpften und Carl Schurz US-Innenminister wurde. Aus der deutschen Erfindung Grabenmantel wurde der „trenchcoat“, aus den Röntgen-Strahlen die „X-ray“. Das Haus „Sachsen-Coburg-Gotha“ hieß fortan „Windsor“ und Lord Mountbatten ließ vergessen, daß er einmal Battenberg hieß. Schließlich war alles deutsche so verpönt, daß sich selbst die Deutschen angesichts ihres angeknacksten Selbstbewußtseins schämten, deutsche Namen zu tragen. Aus Gerd Höllerich wurde Roy Black und Ludwig Franz Hirtreiter stand als Rex Gildo auf der Bühne.

Donald Trump besaß nicht nur den Mut, das Säbelrasseln mit Nord-Korea durch ein Treffen mit dem Diktator zu ersetzen, sondern auch mit alten Ressentiments zu brechen. Mehr über seine Proklamation des German-American Day erfahren wir nun

von Isabella Klais

In Anerkennung ihrer Leistungen und des Beitrages deutscher Immigranten zur US-amerikanischen Nation proklamierte Präsident Donald Trump, selbst deutscher Abstammung, den 06. Oktober zum deutsch-amerikanischen Tag.

Damit erneuerte er die zum 300. Jahrestag der deutschen Einwanderung 1983 durch Präsident Ronald Reagan erfolgte Entscheidung, die 1987 gesetzlich verankert worden war.

Die deutsche Sprache unterlag bei Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika als offizielle Landessprache nur denkbar knapp der englischen – ein deutliches Indiz für den bedeutenden Bevölkerungsanteil, den deutsche Einwanderer damals stellten.

In New York existierte noch in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts auf der Upper Eastside ein deutsches Viertel mit Geschäften, in denen auch nicht-deutschstämmige New Yorker gerne deutsche Spezialitäten erwarben. Bedauerlicherweise verschwanden diese Läden mit dem Aussterben ihrer Inhaber im Laufe der Zeit zusehends. Die Folgegenerationen assimilierten sich vielleicht etwas zu perfekt – typisch deutsch eben – und verloren den Bezug zu ihren Wurzeln.

Wir danken Präsident Trump für diese nette Geste und freuen uns, auch in den kommenden Jahren wieder einen deutschstämmigen Präsidenten im Weißen Haus zu sehen. We count on you, Mister President!

Proklamation zum Deutsch-Amerikanischen Tag, 2020

Ausgestellt am: 5. Oktober 2020

Seit unserer Gründung sind die Deutsch-Amerikaner für unseren Fortschritt als Nation von zentraler Bedeutung. Fleißige und treue frühe deutsche Einwanderer kamen an unsere Küsten, um sich Träume von wirtschaftlichen Möglichkeiten zu erfüllen und ihren Glauben frei von staatlicher Einmischung auszuleben. Diese Männer und Frauen gründeten Familien und bauten sich eine Existenz auf. Sie zeigten Tugenden, die dazu beitrugen, unser einzigartiges amerikanisches Ethos zu formen, und gaben Traditionen weiter, die unsere kulturelle Identität weiterhin prägen. Heute, am Deutsch-Amerikanischen Tag, gedenken wir der außerordentlichen Beiträge von Deutsch-Amerikaner für unser Land, und wir ehren die mehr als 43 Millionen Amerikaner, die wie ich das deutsche Erbe für sich beanspruchen.

Die Geschichte der Deutsch-Amerikaner ist eingebettet in die heiligsten Kapitel der amerikanischen Überlieferung. Als sich die Mitglieder des ersten Kontinentalkongresses in Philadelphia trafen, um eine Zukunft in Freiheit auf diesem Kontinent zu schmieden, gingen sie durch Straßen voller deutscher Unternehmen. Über ihre Beratungen wurde fleißig in deutschsprachigen Broadsides berichtet und in den Kaffeehäusern in deutscher Hand rigoros debattiert. Am 4. Juli 1776, als die Gründerväter unsere Unabhängigkeit erklärten, war eine deutschsprachige Zeitung die erste, die der neuen Nation die Nachricht überbrachte. Am nächsten Tag wurden die Straßen mit deutschen

Übersetzungen von Thomas Jeffersons revolutionären Worten überflutet, in denen er verkündete, dass „alle Menschen gleich geschaffen sind“.

Seither haben die Amerikaner deutscher Abstammung unsere Geschichte geprägt. Der deutsche Einfluss spielte eine große Rolle bei der Etablierung unseres unnachgiebigen Engagements für eine universelle öffentliche Bildung. Es war eine Deutsch-Amerikanerin, Margarethe Meyer Schurz, die den ersten Kindergarten in Amerika eröffnete. Deutsch-Amerikaner trugen zur Förderung des Sportunterrichts bei und bauten die ersten Turnhallen für Schulgebäude, was sich positiv auf die körperliche Gesundheit unserer Schulkinder auswirkte. Deutsch-Amerikaner führten auch die

Berufsausbildung an öffentlichen Schulen ein, was neue Wege zur wirtschaftlichen Stärkung junger Menschen eröffnete und den amerikanischen Wohlstand förderte.

Im Laufe der Jahre sind auch deutsche Bräuche in die amerikanische Kultur eingeflossen.

Unsere geschätzten Weihnachts- und Ostertraditionen sind von den Praktiken der frühen deutschen Ankömmlinge beeinflusst. Zur Weihnachtszeit greifen wir auf die deutsche Kultur zurück, wenn wir Weihnachtsbäume schmücken und Geschenke austauschen. Während der Osterzeit müssen wir den deutschen Einwanderern für unsere Ostereiersuche danken. Diese traditionell deutschen Bräuche sind zu Grundpfeilern der amerikanischen Kultur geworden und vereinen weiterhin Amerikaner aller Herkunft.

In diesem Monat wird auch der 30. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung nach dem Fall der Berliner Mauer im November 1989 gefeiert. Dieser historische Moment markierte einen Triumph der Demokratie und ebnete den Weg für ein freieres und offeneres Europa. Während wir die vielen Beiträge der Deutsch-Amerikaner für unser Land feiern, feiern wir auch unsere starken transatlantischen Beziehungen zu Deutschland und verpflichten uns erneut zur Zusammenarbeit, um eine bessere Zukunft für unsere Nationen und die Welt zu schmieden.

Heute feiern wir die gesellschaftlichen Errungenschaften und kulturellen Beiträge aller Deutschamerikaner und denken über den fleißigen und effizienten Geist nach, den sie unserem Nationalcharakter eingeprägt haben. Von Ingenieuren und Ärzten bis hin zu Bäckern und Erfindern haben sie unsere Wirtschaft gestärkt und unsere Gemeinschaften bereichert. Auch dank ihres Engagements und ihrer harten Arbeit bleibt unser Land ein leuchtender Leuchtturm der Freiheit und des Wohlstands.

JETZT, VORHER, rufe ich, DONALD J. TRUMP, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, kraft der Autorität, die mir durch die Verfassung und die Gesetze der Vereinigten Staaten verliehen wurde, hiermit den 6. Oktober 2020 zum Deutsch-Amerikanischen Tag aus. Ich rufe alle Amerikaner auf, die Errungenschaften und Beiträge der Deutschamerikaner zu unserer Nation mit entsprechenden Zeremonien, Aktivitäten und Programmen zu feiern.

Zur Bezeugung dessen hebe ich hiermit meine Hand am fünften Tag des Oktobers, im Jahr unseres Herrn zweitausendzwanzig und der zweihundertfünfundvierzigsten Wiederkehr der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten von Amerika.

DONALD J. TRUMP

3 Gedanken zu „Die Renaissance des German-American Day unter Reagan und Trump“

  1. Im Gegensatz zu Canada heißt Sauerkraut in den USA immer noch
    Sauerkraut.
    Manchmal höre ich, in Amerika gibt es kein Sauerkraut. Aber ja doch,
    das gibt es. Ich habe sogar mal 6 Monate neben einer Sauerkrautfabrik
    gewohnt!
    Es soll 32 Städte mit Deutschen Namen geben.
    So gibt es Hannover, mehrere Berlins, sogar Hermon, nach Hermann
    dem Cherusker.

    Das Hermanns Denkmal ist in Amerika nachgebaut.

    Nach Hermann dem Cherusker. Er hat uns von den Römern befreit.
    Zum Glück, sonst wären wir heute Italiener.
    Und so ist „Hermann The German“ für mich ein wahrer Held.
    Manchmal bange ich um das Denkmal. Es gibt ja heute viele Verrückte
    die Denkmäler herunterholen.

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