„Unsere Bastarde“ in Schlacht bei Charkow

Bei Charkow im Osten der Ukraine, wo unsere Vorfahren einst mit einer Panzerschlacht die Niederlage von Stalingrad wett zu machen versuchten, wurden zahlreiche Teilnehmer einer Versammlung russlandfreundlicher Ukrainer von dortigen Polit-Terroristen, die man auch gelegentlich als „Nazis“ bezeichnet, durch einen Überfall auf ihren Reisebus halb tot geschlagen, während die Kiewer Führung darüber witzelt und das ganze als harmlosen Streich ukrainischer Patrioten darstellt.


Dass in der Ukraine ein Klima der Angst herrscht und viele politische Verbrechen nicht aufgedeckt werden, scheint den Wertewesten nicht zu stören, denn es sind ja, wie man einst über Saddam Hussein sagte, „unsere Bastarde“. Einzelne Sicherheitsexperten vermuten, dass die Terroristen im Auftrag des Kiewer Innenministers Arsen Awakow handeln. Awakow sorgt als Poroschenko-Überbleibsel für Kontinuität und verlässliche Westbindung. Präsident Selenski ist der Politschauspieler geblieben, der er schon vor der Wahl war. Diesese Thema überdeckt heute in dem hochkarätigen Diskussionsprogramm „60 Minuten auf Heißer Spur“ die weißrussischen Entwicklungen. Sie fragen auch: wo sind die freiheitsliebenden französischen und deutschen Medien? Sie vergleichen das heutige ukrainische Regime mit dem von Pilsudski, der dort vor 100 Jahren mit massiver Unterstützung des Westens einfiel.

Der ukranische Bürgerkrieg ist auch längst zu uns importiert worden, und er hat insbesondere seit 2016 in der amerikanischen Innenpolitik schwere Turbulenzen nach sich gezogen. Spätestens mit Black Lives Matter haben sich die Farbenrevolutionen wie die Besen des Zauberlehrlings gegen ihren Hauptsponsor gewandt.

Anhang

Bezügliche Weißrusslands hat Putin gestern Selbstverständlichkeiten bekräftigt, die zwischen den Mitgliedern des Unionsstaates, zu dem Russland und Weißrussland gehören, vor 10 Jahren auf Vorschlag Lukaschenkos vereinbart wurden, nämlich dass sich die Mitglieder im Falle ihrer Destabilisierung gegenseitig durch Sicherheitskräfte unterstützen. Putin schränkte diese Zusage noch insoweit ein, als er erklärte, dass Russland sich in die politischen Prozesse Weißrusslands nicht einmischt und lediglich erwartet, dass diese im rechtsstaatlichen Bahnen im Rahmen der weißrussischen Verfassung ablaufen. Russische Sicherheitskräfte werden nur dann zum Einsatz kommen, wenn die Situation durch massive Gewalt a la Maidan 2013/14 außer Kontrolle gerate. Dafür habe er Bitte Lukaschenkos schnell einsetzbare Kontingente bei seite gestellt, deren Einsatz aber nicht zu erwarten sei. Die von Warschau gesteuerte am EU-Tropf hängende (über den von Polen aus auf der russischen Plattform Telegram betriebenen Kanal Nexta frei operierende) Opposition klagte sofort im Chor über russische Einmischung im Stile der sowjetischer Brüderlicher Hilfe unseligen Gedenkens, und unsere Qualitätsmedien kolportierten diese schlichte und teilweise wohl auf Projektion beruhende polnische Sichtweise weiter. Polen nennt sich „Dritte Rzeczpospolita“ und sieht sich somit als Nachfolger eines Reiches, das sich im Mittelalter von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer erstreckte und Weißrussland umfasste. Die von Pilsudski seinerzeit zur Doktrin erhobene imperiale Nostalgie spricht aus vielen aktuellen polnischen Gesten gegenüber Weißrussland und Ukraine.