Der SPIEGEL fabuliert munter weiter und verheddert sich im Dickicht der rechten Symbole

DER SPIEGEL befindet sich im freien Fall. Nicht nur im Hinblick auf die Zahl seiner Leser und Abonennten, sondern auch unter dem Gesichtspunkt des Qualitätsjournalismus. Das frühere „Sturmgeschütz der Demokratie“ fällt in den letzten Jahren vermehrt durch indiskutable Titelbilder und Artikel auf, die buchstäblich für Relotius- und Revolver-Journalismus stehen. Wir können den SPIEGEL nicht zwingen, die Wahrheit zu schreiben, aber ihn dazu bringen immer unverschämter zu lügen. Dieses Bonmot geht in abgewandelter Form zurück auf Ulrike Meinhof, der Mutter von Bettina Röhl, auf deren Facebook-Seite sich der Text von Branka Raguz befindet. Im Kielwasser dumpfbackiger SPIEGEL-Propaganda übernehmen auch andere Medien wie die Münchner „tz“ reißerische verunglimpfende Schlagzeilen um die vom SPIEGEL gestreuten Unwahrheiten über drei Ecken mit weiteren hirnrissigen Facetten und Klischees auszuschmücken.

Branka Raguz nimmt den so unseriösen wie unprofessionellen Artikel des SPIEGEL über Manuel Neuer unter die Lupe und kontert ihn mit einer angemessenen Retourkutsche. Bettina Röhl schreibt auf ihrer Facebook-Seite:


„Branka Raguž, die ich persönlich nicht kenne, hat diesen sehr informativen Text an die Spiegel Redaktion geschrieben.

Hat der Spiegel etwas dazu zu sagen?

“Sehr geehrte Damen und Herren,

soeben las ich den Text „Im Dickicht der rechten Symbole“ und stelle mir nun die Frage ´, ob Herr Relotius inzwischen unter dem Pseudonym Jörn Meyn bei Spiegel Online schreibt, oder ob es inzwischen Normalzustand ist , dass Journalisten beim Spiegel nicht mehr recherchieren, ihrem Journalistischen Auftrag folgen, sondern einfach in der Redaktion hocken und zusehen, wie Sie ihre Meinung unter die noch bestehenden Leser bringen, garniert mit einigen Kommentaren von Experten, die die eigene vorgefertigte Meinung unterstützen, das, was man heute unter Haltungsjournalismus versteht, wo sogar der Versuch zur Objektivität so rar ist wie der Regen im August irgendwo in Südeuropa.
So fange ich mal mit den Behauptungen, Halbwahrheiten und Unwahrheiten an, die nur eins zum Ziel haben, – nicht den Leser ausgewogen zu informieren, sondern im Sommerloch einen Skandal zu konstruieren, Manuel Neuer als rechte Dumpfbacke hinzustellen und Kroaten mal wieder in die nationalistische Ecke zu stellen, was ja nicht neu für den Spiegel ist.
So schreibt Ihr Journalist, der sich nicht entscheiden kann, ob Thompson nun ultranationalistisch, rechtspatriotisch oder rechtsnationalistisch ist, man hätte der Band die Einreise in die Schweiz verweigert. Was Herr Meyn nicht erwähnt ist, dass man eigentlich bei jedem Konzert in Westeuropa immer wieder ein Spielchen spielt und das geht so. Thompson kündigt ein Konzert an, kroatische Linke und nationalistische Serben schließen sich mit der örtlichen Antifa zusammen, diese fordert dann medienwirksam das Verbot des Konzerts mit immer wieder gleichen Vorwürfen, irgendwann knickt der Veranstalter ein und sagt das Konzert ab. Wenn Thompsons Management Lust hat, klagt es gegen diese Entscheidung, zieht vor Gericht, gewinnt und darf das Konzert abhalten. So geschehen unter anderem in Zürich, Stuttgart, Slowenien. Ein paar Klicks auf Google hätten genügt, um das herauszufinden, wenn man den gewollt hätte.
Dann behauptet Ihr Schreiberling, man hätte in Kroatien gegen ihn wegen Volksverhetzung ermittelt, vergisst aber zu erwähnen was bei der Ermittlung herausgekommen ist. Es ist nicht einmal Klage erhoben worden. Ist es Absicht, dass Herr Meyn das vergisst?
Dann macht sich Herr Meyn auch noch an die Arbeit um einen Teil des Liedes zu übersetzen und scheitert schon an der genauen Übersetzung des Titels. „Lijepa li si“, übersetzt man eher mit „Oh wie schön du bist“, und nicht mit „Du bist schön“, aber gut, es sei ihm verziehen, er wird wohl kein Muttersprachler sein. Aus der Träne macht er Tränen. Das sei ihm auch verziehen. Aber dann kommt es, bei seiner Übersetzung macht er aus Volksbräuchen, „völkische Bräuche. Im kroatischen Original heißt es „narodnih običaja“. Ja, man kann das, wenn man beide Wörter einzeln im Wörterbuch nachschlägt und bei „narodnih“ die 5. Übersetzung nimmt als „völkisch“ übersetzen. Man kann aber auch einen kroatischen Muttersprachler fragen, der einem erklären kann, dass die kroatische Sprache nicht so für Komposita aus zig Substantiven geeignet ist, wie die deutsche und dass man eine kroatische Kombination aus Adjektiv und Substantiv, wie in diesem Fall als Kompositum übersetzt, also Volksbräuche und nicht „völkische Bräuche“ aber „völkisch“ passt eher für das Konstrukt, das man aufbaut.
Weil das aber dann doch nicht genug ist für das Konstrukt aus einem harmlosen Lied einen Nazisong zu machen, muss man erwähnen, dass zumindest eine Zeile sowie der Urheber des Songs heikel seien.
Kommen wir also auf heikle Zeile in dem Song, den umstrittenen Urheber und den Spiegelexperten.
Ja, das Lied ist patriotisch aufgeladen, es ist ein Lied, dass die Schönheit des Landes thematisiert, den Zusammenhalt der Kroaten und die schwierige Geschichte, die die Kroaten hatten. Patriotismus ist aber nicht verwerflich. Wenn es im Lied heißt: Herceg Bosno, srce ponosno und man es so interpretiert wie Herr Brentin, trifft es nicht den Kern – absichtlich oder aus Unwissenheit sei dahingestellt. Mit dieser Zeile soll nicht an das Gebilde Hercegbosna erinnert werden, das es während des Krieges in Bosnien und Herzegowina gegeben hat, auf dem zwar Kroaten Verbrechen verübt haben, auf dem aber auch an Kroaten Verbrechen verübt worden sind, was Herr Bentin nicht erwähnt. Es richtet sich an die Kroaten in Bosnien und Herzegowina. Ihnen wird gesagt, ihr habt ein stolzes Herz. Das hört sich vielleicht für jemanden, für den es nicht ungewöhnlich ist, Deutsch zu sein, pathetisch an, geschwollen, vielleicht patriotisch oder gar nationalistisch. Aber man muss immer die Hintergründe betrachten. Kroaten aus Bosnien und Herzegowina haben mitunter die größten patriotischen Gefühle. Warum? Es sind Menschen, die um ihre nationale Identität kämpfen müssen. Diese Menschen sind oft genug im titoistischen Jugoslawien im Gefängnis gelandet, wenn sie kroatische Volkslieder sangen, die kroatische Flagge hissten, darauf bestanden Kroatisch zu sprechen. Heute versucht man aus diesen Menschen „Bosnier“ zu machen, sie können nicht mal ihren eigenen Kandidaten in das dreiköpfige Präsidium wählen, obwohl sie nach Dayton ein Recht dazu haben. Durch die Mehrheitsverhältnisse kommt es aber dazu, dass radikale Bosniaken die radikale SDA wählen, dass gemäßigte Bosniaken dann denn gemäßigten bosniakischen Kandidaten wählen, der sich als Kroate vorstellt. Wer so unterdrückt wird, in dem steigt irgendwann der Trotz hoch. Dieser äußert sich dann im Patriotismus. Dazu bedarf es keines Liedes von Thompson. Thompson drückt nur das aus, was die Menschen fühlen. Aus diesem Teil des kroatischen Volkes kommen unter anderem die Brüder Kovač, Mladen Petrić, etc. Bei den kroatischen Handballern stammen in der Regel über 50% von dort. Keiner dieser Herrschaften würde freiwillig für Bosnien und Herzegowina spielen, solange man gut genug ist, das kroatische Trikot tragen zu dürfen und vor dem Spiel die Nationalhymne zu singen, die heißt übrigens „Unsere Schöne (Heimat), weil sie sich als Kroaten fühlen. Genau dieses Gefühl des Stolzes, des Zusammenhaltes der Kroaten, ob sie nun aus Bosnien und Herzegowina kommen oder aus Istrien, oder dem dalmatinischen Hinterland etc. macht dieses Lied zur inoffiziellen Hymne in Kroatien, das fast jeder von 3 bis 99 mitsingt, sogar eher links eingestellte Menschen, nur nicht die extreme Linke, die Tito nachtrauern. Kaum einer dieser Menschen hasst Serben, Bosniaken oder hat vor, morgen in Bosnien- Herzegowina (so heißt der Staat und nicht Bosnien) einzumarschieren und sich einen Teil des Landes unter den Nagel zu reißen, nicht einmal den Kanton Hereg -Bosna, oder Kanton 10, wie man denn nun will.
Möchte man mit dem Oberlehrergehabe deutscher Linker dies unterbinden oder verurteilen? Weiß Herr Bentin als Experte all diese Sachen oder nicht, oder ignoriert er diese bewusst?

Herr Bentin geht dann auf den Interpreten ein und erklärt wie der Name der Band entstanden ist, welch Wunder, diesmal liegt der Experte richtig. Dann geht es aber los, Thompson soll mal in den 90ern mit faschistischen Symbolen geflirtet haben. Soll, heißt nicht hat. Selbst, wenn es denn tatsächlich so wäre, Menschen können sich ändern. Wenn es denn so wäre, was wäre an dem Song Text des Songs, den Manuel Neuer gesungen hat, verwerflich? Diese Antwort liefert der Experte Bentin nicht. Er unterstellt Thompson, den Song Jasenovac und Gradiska stara gesungen zu haben. Dieser Song ist menschenverachtend, aber er ist nicht von Thompson. Der Autor des Songs ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen, das hat ihn davor gerettet, wegen Volksverhetzung verurteilt zu werden. Aber was kann Herr Perković für die Songs anderer Autoren? Haben wir wieder Sippenhaft? Die kroatische Linke wirft ihm immer wieder vor, er habe das Lied gesungen. Videoaufnahmen sehen tatsächlich nach Fake aus. Die Anschuldigungen sind zu einer Zeit hochgekommen, als sich Thomposn mit dem damaligen Präsidenten Stipe Mesić angelegt hat. Dieser hat gerne all seine Gegner als Nazis abgestempelt. Ob diese Anschuldigungen wahr sind, weiß wahrscheinlich nur Thompson selbst. Sonst gilt: Im Zweifel für den Angeklagten- eigentlich.
Herr Bentin erwähnt dann auch den Song „Čavoglave“ der für ihn mit einem faschistischen „Za dom spremni“ beginnt. Und wieder bewegt sich der Experte irgendwo zwischen Halbwahrheiten und Unwissenheit. Der Song „Čavoglave“ machte Perković berühmt. Er entstand während des Krieges. Um was geht es dort? Das Dorf „Čavoglave“ aus dem Herr Perković selbst stammt, wird von Serben angegriffen, diese wollen die kroatische Bevölkerung vertreiben, das Dorf einnehmen- ein weiterer Schritt zur Schaffung eines ethnisch reinen Großserbien, wie es sich der Schlachter vom Balkan Slobodan Milošević vorstellt. Was machen die Männer des Dorfes? Sie wollen es verteidigen, wollen Frieden und Sicherheit für ihre Kinder, sie wollen ihre Heimat nicht verlassen. Sie trotzen fast unbewaffnet dem überstarken, waffentechnisch überlegenem Gegner. Für einen deutschen Journalisten, der 1991 – 1995. in seinem warmen Kinderzimmer mit seinem Gameboy spielte, mag das Nationalismus sein, für Kroaten deren Heimat von der Jugoslawischen Volksarmee und serbischen Freischärlern in Schutt und Asche gelegt wurde, ist dieses Lied der Inbegriff des Widerstandes gegen den großserbischen Nationalismus.
Und dass Thompson mit dem Beginn „Za dom spremni“ (Für die Heimat bereit) an das Ustascha Regime dachte, wo es hieß „Za dom i poglavnika spremni (Für die Heimat und den Führer bereit), wage ich zu bezweifeln. Eher wird er daran gedacht haben, dass er bereit ist, seine Familienangehörigen, sein Dorf, seine Heimat zu beschützen und zu verteidigen. Obwohl der Spruch „Za dom spremni“ lange Zeit vor dem Ustascha Regime bekannt war, ist er heute in Kroatien wegen seines Gebrauchs in abgewandelter Form während des Ustascha Regimes umstritten. Die Historiker führen darüber eine ideologisch aufgeladene Debatte, für Gegenargumente sind beide Seiten taub. Das Gericht hat es aber Perkovic gestattet, im Sinne der Kunstfreiheit, den Song „Čavoglave“ weiterhin mit „Za dom spremni“ starten zu dürfen.
Ist man aber ideologisch auf Linie wie Ihre beiden Experten Majić und Bentin und Ihr Journalist, dann übergeht man all diese Fakten.
Als Ergebnis kommt dann heraus, der böse Manuel Neuer wirft ein schlechtes Licht auf den DFB, der sich gegen Antisemitismus einsetzt, in dem Herr Neuer ein Lied eines Sängers singt, der mal Symbole benutzt haben soll, unter denen im zweiten Weltkrieg Juden ermordet wurden.

Wäre ich Manuel Neuer, hätten sich meine Anwälte schon mit Ihrer Redaktion in Verbindung gesetzt. Wäre ich Marko Perković hätten Sie auch schon Post von meinen Anwälten.
Als Kroatin, die sich mit dem Thema auskennt, bitte ich Sie die Halbwahrheiten aus dem Text Ihres Schreiberlings richtig zu stellen, da ich erwäge eine Anzeige wegen Volksverhetzung in die Wege zu leiten, mich in Zukunft mit solchem Unsinn zu verschonen, Ihre Journalisten besser auszubilden. Journalismus, statt Haltungsjournalismus zu praktizieren. Wenn man in Ihrer Redaktion Menschen braucht, die der kroatischen Sprache mächtig sind, stehe ich Ihnen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Branka Raguž“

4 Gedanken zu „Der SPIEGEL fabuliert munter weiter und verheddert sich im Dickicht der rechten Symbole“

  1. Diese ausführliche und präzise Erörterung über ein kroatisches Lied ist zuviel der Ehre für ein Lügenblatt wie den Spiegel. Dieser ist in seinem Element, wenn er seine linke Propaganda durch Lügen und Verdrehungen verbreiten kann, wenn er aufrechte Patrioten beleidigen kann. Verachtenswert!

  2. Sonst haben diese Linken Idioten keine anderen Sorgen.
    Hat die Alte Mekel Schabracke den Spiegel beauftragt
    diesen Bullshit zu schreiben um weiter vom Ultra krassen
    „Wir schaffen das“ Versagen abzulenken?

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