Bill Gates als neuer Impf-Heiland – auf dem Weg zur „digitalen Identität“?

Man muß kein Hirn haben, um die Welt aus den Angeln zu heben. Manchmal genügt ein kleines Virus, um global für Verwirrung, Angst und Schrecken zu sorgen. Oder eine Laune der Sonne, wie das Carrington-Ereignis 1859, das den Blauen Planeten heutzutage in ein unvergleichlich größeres Chaos gestürzt hätte als zu Darwins Zeiten. Ganz zu schweigen von einem Asteroideneinschlag des Kalibers wie seinerzeit in Yucatan. In der guten alten Zeit anno 2020, als ein rätselhaftes Virus für vielerlei Phobien verantwortlich zeichnete und Neurasthenie und Lucy in the sky zur Makulatur mutierten zog ein Missionar aus dem Silikon Valley aus, um die Welt an der Nadel partizipieren zu lassen. Aber nicht am Heroin, der Akupunktur oder Tattoos, sondern am Geniestreich der Immunologie. Was es damit auf sich hat hören wir nun in einer sehr subjektiv gefärbten Einschätzung

von Notan Dickerle,  

Anwärter auf den Leuchtturmpreis für mutigen Journalismus gegen “Bunt”

Während sich im April 2020 zumindest im westlichen Teil Europas kaum jemand mehr für die letzten Dinge des Lebens im Sinne von Seelenheil und Jenseits zu interessieren scheint, Ostern zum ersten Mal in der jahrhundertealten Kirchengeschichte ohne Gottesdienste und Liturgie gefeiert wird, und selbst der Papst in Rom sich entsprechenden staatlichen Anordnungen zur Eindämmung des Corona-Virus widerspruchslos gefügt hat, präsentierte der Staatsfunk zu Ostern 2020 ein weltliches Gesicht als neuen Heilsbringer: Bill Gates, Gründer des amerikanischen High Tech-Unternehmens Microsoft, Hauptsponsor der vornehmlich im Gesundheitssektor engagierten „Bill and Melinda Gates Foundation“ und mit einem geschätzten Vermögen von ca. 110 Milliarden USD einer der reichsten Menschen der Welt.

Die Tagesthemen brachten ihn im Live-Interview nach entsprechender Vorbereitung in den 20 Uhr-Nachrichten: Corona in Afrika, bei den Ärmsten der Armen, bisher zwar nur unterdurchschnittlich betroffen, aber mit katastrophalen Perspektiven. Wie gut, daß es den großzügigen Philantropen Bill gibt, der zusammen mit seiner Frau Melinda unkompliziert auf dem Boden hockend mit den Bewohnern Afrikas an Lösungen für drängende Probleme arbeitet. Auf eine tendenziöse Frage nach dem Krisenmanagment von Trump ging der Amerikaner nicht ein, dafür servierte ihm die ARD gleich darauf sein Paradethema: Impfstoff. Fünf Jahre dauere es gewöhnlich, bis ein Impfstoff entwickelt sei. Gates gab sich jedoch zuversichtlich, daß ein Impfstoff gegen das Corona-Virus bei Anspannung aller Kräfte in spätestens 18 Monaten fertig sein könnte – er werde dann sieben Milliarden Menschen (sic!) verabreicht werden. Bis dahin könne es keine Normalisierung des öffentlichen Lebens geben, allenfalls eine „langsame Öffnung“. Bei der nächsten Pandemie werde man besser vorbereitet sein, „vielleicht machen wir viel mehr Dinge online“. Auf jeden Fall werden wir „das Wirtschaftsleben gründlich aufräumen müssen.“

Knallharte Ansagen, die nicht zufällig sind und vor allen Dingen dem deutschen Michel und seinem Gretchen (jaja, auch dem passdeutschen Mehmet und der Ayshe) nicht zufällig am Osterabend zur besten Sendezeit präsentiert wurden: Brüder und Schwestern, zieht euch warm an, die Impfungen werden kommen und mit ihnen aller Voraussicht nach auch die digitale Identität, die über sog. „tracking chips“ mit eininjiziert werden kann! Die im Jahr 2000 gegründete „ID2020 Alliance“ (richtig, 2020! Zufall?) hat in Zusammenarbeit mit dem „Massachusetts Institute of Technology“ (MIT) eine entsprechende Nanochip-Technologie entwickelt. Wer sich einer Impfung gegen das Corona-Virus verweigert, handelt als potentielle virale Zeitbombe unverantwortlich und wird in Zukunft voraussichtlich mit dauerhafter Ausgangsbeschränkung belegt werden, schließlich kann sich unsere Gesellschaft eine weitere Pandemie mit neuerlichem „shutdown“ oder „lockdown“ (warum haben diese neuartigen Phänomene nur immer so anglo-amerikanische Namen?) nicht leisten. Der Schutz von Leben und Gesundheit hat bekanntlich immer Vorrang.

Und warum sollte sich auch jemand verweigern? Es wird mit der Impf-Identitäts-Kombination doch so vieles einfacher und sicherer: Finger anstatt PIN-Nummern, jederzeitiger Zugriff auf öffentliche Infrastruktur und soziale Zuwendung, sofortige Hilfe in Not garantiert. Da Bill und Melinda Gates auch die „Better than cash Alliance“ betreiben (und ihre Stiftung auch von Kreditkartenfirmen wie „Mastercard“ finanziert wird), ist es mehr als wahrscheinlich, daß auch die leidige Diskussion um das Bargeld mit Hilfe des biometrischen Chips im Sinne der beiden Philantropen gelöst werden wird. Wer weiß, ob Covid-19 nicht doch auch eine „Schmierinfektion“ sein oder zumindest über genetische Mutation demnächst werden kann, eine Infektion also, die auch durch Geldscheine und -münzen übertragen wird? Die übrigen Vorteile des Plastikgelds liegen ohnehin auf der Hand: keine Banküberfälle mehr, Straßenraub nahezu sinnlos, keine kostspielige Bevorratung und Sicherung von Geldbeständen, Delikte gegen das Gemeinwohl wie Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung werden praktisch unmöglich, Steuerschulden automatisch eingezogen… Warum also Verweigerung? Nur, weil man kein gläserner Bürger sein möchte, nicht vom Bankensystem abhängig und deren Geschäftsbedingungen, die zum Beispiel regelmäßig die Möglichkeit der grundlosen einseitigen Vertragskündigung vorsehen (geschehen neulich bei Vera Lengsfeld)? Na, man muß ja auch nicht regelmäßig wider den Stachel löcken! Wer nichts zu verbergen hat und auch politisch stets eine einwandfreie, grenzenlos menschenfreundliche Gesinnung garantiert, der hat doch nichts zu befürchten in der digitalen neuen Welt weitestgehender Keim- und Kontaktfreiheit, oder? Allenfalls den Kollaps des Bankensystems, aber selbst einen solchen werden unsere verantwortungsvollen Politiker im Zusammenspiel mit großmütigen Philantropen zu meistern wissen. Immer vorausgesetzt, die unwissenden Bürgerinnen und Bürger legen ihnen keine Steine in den Weg, sondern akzeptieren den Ratschlag der Schlange Kaa aus dem „Dschungelbuch“: Augen zu, vertraue mir! Schließlich sollen die „lessons learnt“ (schon wieder!) aus der Corona-Krise im wesentlichen aus der Erkenntnis bestehen, daß Gemeinnutz vor Eigennutz geht, Solidarität vor Egoismus, und kollektive Anstrengungen einer kollektiven Umsetzung bedürfen, um erfolgreich zu sein.

Das mit dem Sowjetimperium in Schande vom Hof gejagte Kollektiv feiert in neuem, nach US-amerikanischem Geschmack gestyltem Make-up just zu Ostern eine Art Auferstehung. Aber das hehre Ziel, unter einem von wohlwollenden Milliardären gelenkten One-World-Government die Ärmsten dieser Welt auf Kosten bereits weitgehend saturierter Wohlstandsbürger voll konsumfähig zu machen darf doch nicht an kleinlichem Individualismus scheitern, oder? Pandemiefreie Shopping Malls, Kreuzfahrten, Systemgastronomie usw. wird es dann für alle geben, sogar etwas österliche Folklore wird wieder erlaubt sein. Exklusivität gibt es freilich nur für die Dollar-Aristokratie. Aber wer wird in Zukunft noch nach überlebten, reaktionären Lebensformen aus dem untergehenden alten Europa streben, wenn die Erziehungsideale Inklusion, Empathie und „social skills“ heißen, „smartness“, „coolness“, „smoothness“, „compliance“? Es steht zu befürchten, daß sich bei entsprechender Anleitung spätestens in zwei Generationen alle so an das bequeme Leben mit der globalen, digitalen Identität gewohnt haben werden, daß die einstige Aufregung um den gläsernen Bürger nur noch für Historiker verständlich sein wird.       

4 Gedanken zu „Bill Gates als neuer Impf-Heiland – auf dem Weg zur „digitalen Identität“?“

  1. Bill Gates ist einer jener Alten Weißen Männer, die in Afrika dämonisiert werden, weil sie mit dortigen Medizinmännern in Konkurenz stehen und die Vermehrung und Potenz des schwarzen Mannes bedrohen oder als Bedroher ebendieser dargestellt werden können. Bunt erzogene westliche MenschenrechtlerInnen springen gerne auf solche Züge auf und die prinzipiell staatsskeptische amerikanische Rechte auch. Aber wir sollten wissen, dass Hygienekrisen wie die jetzige nicht im Interesse der Globalisten liegen und dass die „Menschenrechte“ einschließlich durchaus fragwürdiger erweiterter Rechte auf „informationelle Selbstbestimmung“, die darauf angelegt sind, jedwede soziale Kontrolle zu beschránken oder unterminieren, eigentlich durchaus im Interesse und auf der Agenda der Globalisten stehen. CoViD-19 ist nicht die einzige Epidemie mit der wir rechnen müssen. Es gibt viele Notsituationen, in denen Individualrechte ausgesetzt werden müssen, und früher verstand sich das von selbst. Alan Dershowitz, der eigentlich als libertärer US-Verfassungsrechtler bekannt ist, schockierte neulich sein Publikum mit der Aussage, dass die US-Verfassung, wie sie vom Supreme Court stets ausgelegt worden ist, Regierungen nicht im geringsten daran hindert, Leuten Ausgehverbote zu erteilen oder Impfstoffe in den Arm zu spritzen, sofern sie sich nur eine gewisse Mühe geben, zu begründen , warum dies im Hinblick auf das vorrangige Ziel des Schutzes von Leben und Eigentum verhältnismäßig ist. So ist es und war es in jedem Staatswesen, das nicht an bunter Verblödung leidet. Und Maßnahmen wie Masken oder Bewerungsrückverfolgung sind nur moderne Mittel, die dazu dienen, die mittelalterliche Brachialquarantäne durch etwas verhältnismäßigeres zu ersetzen. Also kommt runter von diesem Orwell-1984-Getue das nicht intelligenter als das Gudrun-Pausewang-Die-Wolke-Getue ist!

  2. P.S. Anders als Soros ist Gates ziemlich unwichtig. Man kann sich wundern, was so jemanden antreibt, vom Software-Monopolisten zum Impf-Heiland umzusatteln, aber einen maßgeblichen Einfluss auf die Welt hat das nicht. Deshalb wirkt die Besessenheit mit Bill Gates auf viele derer, die alternative Medien von außen betrachten, besonders dubios.
    P.P.S. auf die Idee, der „Kollektivismus“ sei 1991 „mit Schimpf und Schande vom Hof gejagt worden“, kommt nur ein verpeilter Wertewesten. Ein Staatswesen, das nicht gleichermaßen das Individuum und das Kollektiv im Auge hat und beiden gerecht zu werden versucht, kann kaum Bestand haben. Da gewinnt Putins Satz, wonach der Verfall der Sowjetunion eine Tragödie war, eine zusätzliche Dimension. Russland ist ja oft ein eigensinniges Refugium des Augenmaßes gewesen.

  3. Was die Herren Gates und Soros offensichtlich nicht bedenken, wenn sie das Bargeld abschaffen wollen, dass sie eines Tages, wenn die Regierung es so will, enteignet werden und arm sind, wie eine Kirchenmaus. Und sie können nichts dagegen tun.

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