Corona-Kur für den deutschen Gorilla – schafft das Virus endlich die europäische Schuldengemeinschaft?

Im Kielwasser spürbarer Verunsicherungen im Zuge der Corona-Krise steigt die Versuchung, Geld-Quellen und – Reserven an zu zapfen und Sündenböcke für die Verwerfungen auszumachen. Antideutsche Animositäten eigneten sich spätestens seit 1945 als eine so sensible wie effektive Stellschraube, um den Geldhahn für allerlei Begehrlichkeiten aufzudrehen.

Es hat sich bis in jede Bananenrepublik herumgesprochen, daß der deutsche Fleiß das Geld sogar auf Bäumen wachsen lässt. Besonders Linke sind glühende Verfechter der Irrlehre, daß man Geld aus dem Nichts generieren kann oder daß es ein Menschenrecht auf Umverteilung gibt. Linke sind extrem großzügig. Selbstverständlich nur mit fremden Geldern und Federn. Wenn es um den eigenen Geldbeutel der modernen Wegelagerer aus den Kohorten der Grünen oder Spezialdemokraten geht mutieren die Melonen zu Partisanen.

In dieser Hinsicht schlägt das Herz Italiens und anderer Südländer ebenfalls links. Ausnahmen bestätigen die Regel. Italien ist davon überzeugt, dass das Leid der Welt durch einen möglichst großen Zauberstab zu heilen sei, der Geld aus dem Nichts schafft. Dazu brauche man eine Zentralbank, die dem Staat wertlose Schuldscheine teuer abkauft (Staatsfinanzierung). Während die Euro-Gründer den Deutschen erzählten, der Euro werde Europa am deutschen Ordoliberalismus (einschließlich Verbot der Staatsfinanzierung) genesen lassen, erzählten sie den Südländern, sie kämen dank nördlicher Kreditwürdigkeit in den Genuss grenzenlosen Geldregens. In Wirklichkeit verloren die Südländer aber nur die Zauberstäbe, die sie hatten. Daher fühlen sich jetzt beide Seiten betrogen, und Italien ergeht sich gegen Deutschland in moralischen Erpressungen, die fast allen Italienern ebenso wie der linken Hälfte Deutschlands aus der Seele sprechen.

Linke kennen nur Rechte, aber keine Pflichten. Linke pochen auf Partizipation oder Teilhabe am Erwirtschafteten – aber nicht am Fleiß.

Carola Rackete

Dadurch entsteht eine Schieflage.

Keine deutsche Regierung hat bisher Schadensersatzansprüche für die Kriegsverbrechen, Verheerungen und Menschenrechtsdelikte im Dreissigjährigen Krieg an Schweden gestellt.

Das Elsaß und Lothringen gehörten bis 1648 zu den Zentren deutscher Kultur, Literatur, Kunst und Wissenschaft. Die erste gedruckte deutsche Zeitung erschien 1605 im Elsaß.

Nach den Verwüstungen des Dreissigjährigen Krieges war das Elsaß leichte Beute für französische Eroberer. König Ludwig XIV. eroberte 1681 Straßburg und gliederte weite Teile des pfälzischen und oberrheinischen Reichsgebiet in das Königreich des Absolutismus ein. Besonders barbarisch zeigten sich die Truppen des Comte de Mélac (1630-1704), der 1688 ohne Kriegserklärung in die Kurpfalz und Baden einmarschierte und eine Spur der Verwüstung hinterließ. Zwischen Heilbronn, Heidelberg, Mannheim und Donauwörth wurde alles geplündert und niedergebrannt, was nicht niet- und nagelfest war, einschließlich der Sprengung des Heidelberger Schlosses.

Wenn heute von einem gscherten oder groben „Lackel“ die Rede ist, dann geht das auf Mélac, dem Urvater aller Lackel zurück.

Die heutige Generation hat längst vergessen, daß Elsaß und Lothringen nicht per Volksabstimmung zu Frankreich kamen, sondern durch Feuer und Schwert. Das Thema Reparationszahlungen für die französische Expansions- und Annexions-Politik existiert somit nicht.

Das politisch-historische Gedächtnis von meinungsstarken Akteuren wie Joschka Fischer oder Heiko Maas wird eingeengt vom Eisernen Vorhang ideologischer Verblendung im Lichte linker Indoktrination, dessen Sichtfeld und Horizont am nächsten Stacheldraht und Minenfeld endet. Unopportune Fakten und Daten vor 1933 erscheinen da selektiv als heisse Kartoffeln und brisante Relikte, von denen man als naiv-aggressiver Buntblödel besser seine Finger lässt. https://bayernistfrei.com/2017/08/06/buntbloedel/

Daher schüren antideutsche rotgrünmerkelbunte Intellektuelle mit Aplomb das schlechte Gewissen und ermutigen Hellenen, Hereros und andere Völkerscharen ihre Ansprüche aus anno Tobak auf den Tisch zu legen – auch wenn bis heute noch des Kaisers Eisenbahnnetze und Schiffe in alter deutscher Qualität unverwüstliche Dienste leisten.

Der Renaissance antideutscher Aversionen frönen speziell Grüne und Spezialdemokraten. In der Folterkammer der Moral haben sich noch immer Mittel und Wege gefunden selbst die hartnäckigste Steuerkartoffel gnadenlos auszuquetschen.

Die Wohltaten bayerischer oder deutscher Förderer in aller Welt sind bequemerweise vergessen. Griechenland hat seine Schulden an Bayern seit über 150 Jahren immer noch nicht beglichen. Aber das ist ein anderes Kapitel.

Aktuell geht es um „Corona-Bonds“. Über die und sonstige Ver(z)wirbelungen erfahren wir mehr

von Notan Dickerle,  

Anwärter auf den Leuchtturmpreis für mutigen Journalismus gegen “Bunt”

Der antideutsche deutsche Außenminister Joseph “Joschka” Fischer klagte einst, mit der Wiedervereinigung habe der ungeliebte deutsche Gorilla von 600 auf 900 Pfund zugelegt – zum Entsetzen seiner Nachbarn, die das gewichtige Land in der Mitte des Kontinents lieber heute als morgen in den Vereinigten Staaten von Europa aufgehen sehen würden.

Au meeting du Parti Socialiste à Paris, en mai 2005
Kenji-Baptiste OIKAWA — Travail personnel
Joschka Fischer

Die Corona-Krise bietet für dieses Unterfangen jetzt neue Chancen. Zwar fallen ihr die geplanten Live-Aufmärsche zum 75. Jahrestag des Endsiegs der Guten über die Bösen zum Opfer, die in ihrem mit zunehmender zeitlicher Distanz immer anmassenderen moralischen Triumphalismus die pädagogische Botschaft an die Deutschen, das Recht auf Selbstbestimmung verwirkt zu haben, sicherlich nicht verfehlt hätten.

“Food for shame” und politisch korrekte “emotions” werden Schuld-und-Sühne-Junkies im Staatsfunk und den “Qualitätsmedien” selbstverständlich in ausreichendem Umfang geboten bekommen – für einsame Corona-Tage und -Nächte verweisen wir gefühlige Correcties in diesem Zusammenhang auf die Webseite “The 50 Most Moving Holocaust Films”, www.imdb.com/list.

Übrigens fallen auch andere Großereignisse des moralisch-kommerziellen Komplexes wie die 50. “Gay-Pride-Parade” in Big Apple zur Erinnerung an fünfzig Jahre Schwulenstolz gegen Polizeirazzien und Spießertum virenbedingt ersatzlos aus. Vom traditionellen Münchner Oktoberfest, dem größten Volksfest der Welt, wollen wir gar nicht reden, das im Jahre 2020 zum ersten Mal seit der Währungsreform von 1948 nicht stattfindet. Erwarteter Verlust: ca. 1,2 Milliarden Euro.

Gorilla. Bildquelle: Wikipedia

Womit wir mit Verlusten in Euro wieder beim angeblich viel zu fetten Gorilla sind, der ohne die Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung vor 20 Jahren möglicherweise noch bedrohlicher auftreten könnte, denn nach der Expertise französischer Journalisten war die Aufgabe der Deutschen Mark für Deutschland ein “Versailles ohne Krieg”. Was allerdings nicht ganz stimmt, zumindest bisher nicht: während Deutschland im Diktat von Versailles jede Kröte einschließlich des Kriegsschuldparagraphen 231 vorbehaltslos schlucken mußte erreichte es bei der Gemeinschaftswährung wenigstens die Verankerung sogenannter Stabilitätskriterien sowie den in Art. 125 des EU-Vertrages festgelegten Grundsatz des “no bail out”, der die Vergemeinschaftung von Schulden ausschließt.

Welch‘ eine Herzlosigkeit – “Nichtbeistandsklausel”, wie das schon klingt! Der regelmäßig klamme Club Méditerranée innerhalb der EU war schon immer für eine Schuldengemeinschaft, die praktisch bedeutet, daß der Gorilla seine Pfunde zu Gunsten der südlichen Äffchen abgibt. Ein sozialistisches

Grundprinzip: wer hat gibt, wer nicht hat kriegt, Rückfragen unerwünscht.

In der Corona-Krise verlieren selbstverständlich alle: der IWF hat für 2020 einen Rückgang der Wirtschaftsleistung in der Eurozone in Höhe von 7,5% prognostiziert. Aber der fette Gorilla hat trotz krisenbedingter Verschuldungsorgie immer noch mehr Pfunde auf den Knochen als die anderen (wobei allerdings zu befürchten steht, dass eine Lockerungsdiskussionsorgie diesen deutschen Lottogewinn verzocken wird). “Corona-Bonds” fordert daher der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte, der neue “Mister Bond”, entgegen dem Willen der guten Kanzlerin, obwohl er es wahrscheinlich ihrem Einfluß verdankt, noch im Amt und nicht bei Neuwahlen im Sommer vergangenen Jahres rausgeflogen zu sein. Makrönchen-Napoleönchen applaudiert, Frankreich hat sich schließlich schon immer für eine Schuldengemeinschaft ausgesprochen und von Uncle Sam den Auftrag, den Gorilla in engen Ketten zu halten, vgl. Brzezinskis geopolitisches Kursbuch “Die einzige Weltmacht – Amerikas Strategie der Vorherrschaft”. Die gute Kanzlerin wankt – wir wissen aus der Flüchtlingskrise, was passieren kann, wenn man sie eine Eisprinzessin nennt…

Der hässliche Deutsche. Kriegspropaganda aus dem Ersten Weltkrieg.US-Plakat von 1917
Harry R. Hopps, (1869-1937) – Dieses Bild ist unter der digitalen ID ds.03216 in der Abteilung für Drucke und Fotografien der US-amerikanischen Library of Congress abrufbar. Diese Markierung zeigt nicht den Urheberrechtsstatus des zugehörigen Werks an. Es ist in jedem Falle zusätzlich eine normale Lizenzvorlage erforderlich. Siehe Commons:Lizenzen für weitere Informationen.
Das Propagandaplakat zeigt einen furchterregenden Gorilla mit einem Helm, der als „militarism“ („Militarismus“) bezeichnet wird. Er trägt einen blutigen Club mit der Aufschrift „kultur“ und eine halbnackte Frau, als er an die Küste Amerikas stampft.
Gemeinfrei
File:Harry R. Hopps, Destroy this mad brute Enlist – U.S. Army, 03216u edit.jpg
Erstellt: 1917date QS:P571,+1917-00-00T00:00:00Z/9
Bildquelle: Wikipedia.

Der Appel an den häßlichen Deutschen, der so gerne schön sein würde, wirkt, bevorzugt im eigenen Land und bei den antideutschen Intellektuellen in den Medien, die es lieber heute als morgen in europäischer Salzsäure aufgelöst sähen. Der Appell an einen “Marshall-Plan für Europa” fehlt in fast keinem Beitrag, denn bei “Marshall-Plan” erstarren die Deutschen bekanntlich regelmäßig vor Dankbarkeit, obwohl die wenigsten wissen, daß dieser hauptsächlich für den notleidenden britischen Juniorpartner gedacht war und die erhaltenen Fördermittel als Kredit zum größten Teil zurückbezahlt werden mussten.

“Coronabonds wären ein starkes Signal…an die Menschen in Europa” meinte Spiegel-Chefredakteur Steffen Klusmann, sein Blatt fordert auch pünktlich zum Gipfel über einen europäischen Wiederaufbaufonds am 23. April “ein starkes Signal der Solidarität – und Deutschland darf dabei nicht mehr bremsen.” Das Land ist nach der Expertise von “Zeit”(-Geist) Vize Bernd Ulrich ohnehin

keine Nation, sondern eine Sekte”,

die sich nur über ihren Fleiß definiere – klingt so ähnlich wie die paßdeutsche Frau Özoguz, die als Mitglied der Bundesregierung die Existenz einer deutschen Kultur jenseits der Sprache verneinte, unwidersprochen von der guten Kanzlerin.

Und deutscher Fleiß – fürchterlich, den gab es bereits in unaufgeklärten, dunklen Epochen wie der nur oberflächlich entnazifizierten Adenauer-Zeit, als Vergangenheitsbewältigung noch ein Fremdwort war! Eine “Sekundärtugend”, mit der man bekanntlich auch KZ’s leiten kann… Wer in die Hände spuckt, um das Bruttosozialprodukt zu steigern, ist uns spätestens seit “Geier Sturzflug” suspekt: das sind die gleichen Leute, die – frei nach Jean de la Fontaine – der bohèmehaften Grille das Menschenrecht absprechen, sich an den Vorräten der fleißigen Ameise zu bedienen. Das Teilhaberecht gilt selbstverständlich auch in Zeiten der Krise und auch dann, wenn die Ameise selbst vor einer Riesenrezession steht. Und es gilt umso mehr, wenn die Ameise in Wirklichkeit ein 900 Pfund Gorilla ist, der bekanntlich unendliches Leid über die Welt gebracht hat.

Eurobonds abzulehnen wäre schon wieder ein nationaler Alleingang, gibt der internationalistisch ausgerichtete Leiter des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, ein gängiges Axiom zu Protokoll – nationale Alleingänge sind für Deutschland nämlich verpönt, wenn nicht verboten. Wer es lieber tränenselig-empathisch formuliert hört wird von Frau Petra Reski und der “taz” begeistert sein:

“In Italien sterben die Menschen wie die Fliegen und Deutschland eiert dermaßen herum, daß Fremdschämen kein Ausdruck ist.”

Womit wir wieder bei der Erbscham wären, der Erbschuld, der Erbverantwortung und dem 75. Jahrestag des Endsiegs der Guten über die Bösen. Das neue Virus verhindert nicht nur Siegesfeiern und -paraden sondern schert sich auch sonst nicht um Gerechtigkeit: Efraim Zuroff, Leiter des Simon Wiesenthal-Zentrums Jerusalem, genannt auch “the leading Nazi-hunter”, sieht seine Arbeit durch Corona ernsthaft gefährdet: die letzten (wahrscheinlich der “funktionellen Beihilfe” – Schmierestehen im KZ, Auslegen von Klopapier usw.) noch nicht angeklagten Verdächtigen aus der NS-Zeit gehören zur besonders gefährdeten Altersgruppe und laufen jetzt Gefahr, an Covid-19 zu sterben noch bevor es zu einem Gerichtsverfahren kommt!

Deutsche hört die Signale kurz vor dem 8. Mai 2020: Um die Vereinigten Staaten von Europa einschließlich Gemeinschaftswährung harmonisch und unumkehrbar zu machen  müssen die Äffchen auf Kosten des Gorillas gestärkt werden! Wäre es nicht eine schöne Geste im Geiste der (leider unmöglichen) Wiedergutmachung, gerade jetzt das Untier auf Morgenthau-Diät zu setzen und auf die Nichtbeistandsklausel im EU-Vertrag zu verzichten? Zumindest aber Corona-Bonds zuzustimmen? Als Gegenleistung könnten die griechischen und polnischen Reparationsforderungen warten, bis die akute Pandemie abgeklungen ist…

4 Gedanken zu „Corona-Kur für den deutschen Gorilla – schafft das Virus endlich die europäische Schuldengemeinschaft?“

  1. Danke, Philolaos, für diesen wunderbaren Text – es ist tröstlich, daß es noch Menschen gibt, die Wissen und Intelligenz besitzen, und letztere nicht dazu benutzen, um ideologischen Mist zu propagieren.

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