Stillstand und Durchhalteparolen

Wer je Sehnsucht hatte nach Entschleunigung, Stillstand oder Tapetenwechsel, dem dürften die Tage von Corona Gelegenheit bieten, dem Hamsterrad zu entkommen und das Leben in einem anderen Licht zu betrachten. Die aktuelle Situation erinnert in gewisser Hinsicht an eine absolute Sonnenfinsternis. Plötzlich ist die Welt am hellichten Tag in ein seltsames Licht getaucht. Selbst die Pflanzen wirken anders, Tiere scheinen verunsichert, die Stimmen der Vögel verstummen.

„All stood still“ sangen „Ultravox“ in den 1980er Jahren, die „Doors“ sagten in den 1960ern „strange days“ vorher.

Seit Wochen und Monaten verfolgen wir in den Medien wie gebannt die Berichte von der Corona-Front. Die Chinesen stampfen innerhalb weniger Tage ein Krankenhaus aus dem Boden, Städte und Gemeinde werden abgeriegelt. Entsetzen über die desolate Situation auf Intensivstationen in Italien, erschöpfte Krankenschwestern und den verordneten Stillstand im öffentlichen Leben.

Nichts mehr mit brechend vollen Fußball-Arenen, Biergärten, Rock-Konzerten, Stränden, Fußgängerzonen, Kinos, Love-Paraden, Ballermännern und sonstigen Exzessen der Wohlstandsverwahrlosung.

Love-Parade. Bildquelle: Wikipedia

Das aber ist auch eine Chance über Selbstverstädliches nachzudenken. Wie systemrelevant sind Fußballer die ihren ultimativen Kick im Verzehr goldener 1000-Dollar-Steaks suchen? Wie systemrelevant ist das Dschungelcamp oder Domina Heidi Klum mit ihren mega einfältigen shooting stars?

Das Leben geht auch weiter ohne Ibrahimovic, Messie oder Boateng. Auch ohne Presstituierte wie Anne Will, Maischberger oder Dunja Hayali. Nicht aber ohne die vielen namenloser Müllmänner oder die Namenlosen, die uns mit Wasser und Strom versorgen. Die sind systemrelevant.

Scholz, Altmaier und Merkel überraschen eigentlich nur durch ihre Information, daß aus irgendwelchen dunklen Kanälen jetzt plötzlich Milliarden im Überfluß fließen. Die letzten 30 Jahre war angeblich kein Geld da. Wir mussten den „Gürtel enger schnallen“ und „Einschnitte hinnehmen“ …..

Das Volk musste eine lange Durststrecke hinnehmen. Auch im Hinblick auf eine Führer-Figur. Die scheint nun Messias Markus Söder zu verkörpern. Die bereits auf 25% dezimierte Union befindet sich in der Gunst des merkel-geimpften Urnen-Pöbels mit 38% auf einen ohne Corona undenkbaren Höhenflug.

Söder lässt Laschet verzwergen

Wie frustrierend muß es für Herkules Söder vorher gewesen sein im sogenannten „Kampf gegen Rechts“ bei linkslastigen Journalisten Aversionen abzubauen oder sich durch einen Flirt mit den Bienen in der Beliebtheitsskala nach oben zu robben?

Inspiriert vom alpenländischen Nachbarn Kanzler Sebastian Kurz hat Söder relevante Rivalen verzwergen lassen. Insbesonders den sichtlich pikierten Armin Laschet, der durch Söders Affront mächtig Federn lassen musste und nun mit der Rolle des Rumpelstilzchens heftig hadert.

Die Völker Europas nehmen den Corona-Stillstand mit erstaunlicher Gelassenheit und Disziplin so stoisch wie spartanisch hin. Auch wenn ungeduldige Quälgeister verständlicherweise aufgrund von Existenzängsten lauter werden.

Was Söder in seinem Bürokraten-Deutsch allerdings sehr geschraubt an den Mann bringt beherrschen die Italiener viel virtuoser:


Die Bundeswehr wurde von diversen Verteidigungsministern so kaputt gespart und ent-fortschrittlicht, daß deutsche Hubschrauber und Düsenjäger derzeit hinter den Altvorderen wie dem Schneider von Ulm und Otto Lilienthal zurück bleiben würden.

Seuchen damals wie heute. Die Cholera. Bildquelle: Wikipedia

In der Geschichte der Erde hat es schon schlimmere Einschnitte gegeben als Corona. Die Pest, die Spanische Grippe, die Atombombe, die Verwüstungen durch Bombenangriffe. Die Dinosaurier sind ausgestorben, das Mammut ebenso wie der Neandertaler. Und was juckt es den Andromeda-Nebel, wenn der homo sapiens ebenso verschwindet wie die Pocken?

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