Söder im Umfrage-Hoch

Die Corona-Pandemie verbreitet verständlicherweise Verunsicherung und Schrecken. Völlig zu Recht. Für Markus Söder als Bundeskanzler in spe war das Virus ein Geschenk des Himmels. Früher als andere hatte Söder die Virulenz erkannt und die Gelegenheit am Schopfe gepackt. Söders entschlossene Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie verdienen durchaus großes Lob. Vielleicht hatten Söder auch Bundeskanzler Sebastian Kurz (Österreich) und sein italienischer Amtskollege Conte wachgerüttelt, um den Ernst der Lage zu erkennen. Vielleicht war Söder auch bewußt, daß beherztes Handeln weniger riskant ist als sich durch Zaudern und irreversible Konsequenzen hinterher als Kanzler-Kandidat unter Rechtfertigungsdruck zu bringen und sich dauerhaft ins Abseits zu manövrieren.

Während in Italien die Zahl der Corona-Infizierten rapid anstieg schien sich die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel noch im Dornröschenschlaf zu befinden. Es sollte frappierenderweise bis zum 12. März 2020 dauern, bis sich die wenig alerte Kanzerin erstmalig – und vielleicht nur auf Drängen ihrer Souffleure – zum Thema Corona äußerte. Was aber wiederum typisch ist für Frau Kasner: in entscheidenden Momenten und Krisen lässt Merkel Führungsqualitäten komplett vermissen. Entweder reagiert sie dann konfus wie in der Banken- oder Flüchtlingskrise oder überstürzt wie nach Fukushima oder als Fähnchen im Wind wie in der Klima-Krise. Merkels Page in NRW, Armin der Zauderer, zeigt sich angesichts der Corona-Krise sichtlich überfordert. Laschets Auftritte beim Karneval untermauern, daß er bis dahin offenbar keinen blassen Schimmer von Corona hatte. Im Gegensatz zu seinen Rivalen Friedrich Merz, der nun mit anderen Prominenten oder Politikern wie Cem Özdemir oder Jutta Ditfurth vor Corona die Segel streichen mußte. Völlig von der Rolle sind derzeit die GRÜNEN: Robert Habeck wirkt orientierungslos, Katrin Göring-Eckardt, die Beauftragte für Stuss, schwadroniert über Gott und die Welt und in Bayern ruft Katharina Schulze am vorläufigen Höhepunkt der Corona-Bedrohung zum Kampf gegen den Rassismus auf.

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Markus Söder dagegen hat vielleicht noch gerade rechtzeitig die Kurve gekratzt. Am 6. März 2020 inszenierte sich Söder als Hauptredner inmitten von Linksextremen bei einer Demo gegen Extremismus in München mit 7500 Personen, obwohl das Robert-Koch-Institut Südtirol gerade zum Risikogebiet erklärte und die Zahl der Infizierten in Deutschland bereits die 500 erreichte. Was vermuten lässt, daß Söder am 6. März den Begriff „Verantwortungsbewußtsein“ im Zeichen des inkohärenten Populisten noch anders interpretierte oder einfach dem Kick einer Massenversammlung als Hochrisikoterrain für pathogene Keime nicht widerstehen konnte.

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Im Zeichen von Corona: 7500 Personen und Risikogruppen wie Omas auf´s Engste wie die Sardinen im „Kampf gegen Rechts“. Screenshot BR

Während Italien bereits am 24. Februar seine Städte abriegelte und Spanien am 15. März Ausgangssperren verhängte, schien für Söder das Infektionsrisiko bei den Kommunalwahlen in Bayern am 15. März noch nicht signifikant genug, um die Wahlen kurzerhand abzusagen.

Dann aber ging es sehr schnell. Am 18. März hielt die Bunteskanzlerin ihre Fernsehansprache, die von vielen Kritikern wie Vera Lengsfeld, Gabor Steingart oder Prof. Kekulé eher als Treppenwitz der Ereignisse rezipiert wurde.

Am 20. März hielt Söder – sich der staatstragenden Wirkung bewußt – eine Ansprache in überzeugender Manier, mit welcher er eine ähnliche Begeisterung auslöste wie Bundeskanzler Gerd Schröder mit seinen Gummistiefeln bei der Flutkatastrophe. Söder, das muß man ihm lassen, lässt Laschet und andere Kanzler-Kandidaten damit alt ausschauen. Während Söder durch anpackenden Pragmatismus imponiert verheddert sich Laschet beim Erbsenzählen. Der frühere Gesundheitsminister Söder, flankiert von einer kompetenten Gesundheitsministerin und Ärztin wie Dr. Melanie Huml und einem patenten Pragmatiker wie Hubert Aiwanger (Freie Wähler) steckt da Politiker wie Jens Spahn (CDU) oder den weltfremden Wanderprediger Karl Lauterbach (SPD) locker in die Westentasche.

Mehrheitlich werden die einschneidenden Maßnahmen – wenngleich mit einem mulmigen Gefühl – von denen, „die hier schon länger leben“ stoisch hingenommen. Probleme gibt es eher mit linksverpeilten und buntlastigen Individuen, die das Coronavirus ähnlich wie das Masernvirus für eine Erfindung von Pharmakonzernen halten. Besonders im rotrotgrünen Berlin mussten Polizeibeamte  wiederholt ausrücken um vernunftresistente Zeitgenossen auf Corona-Parties von der Einbildung zu befreien, sie hätten nur Rechte aber keine Pflichten.

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Am 22. März 2020 verschärften die Regierungschefs der Länder darauf – der Karneval und volle Fußballstadien bestimmten vor einem Monat noch den Alltag – die Einschränkungen. Demnach werden Ansammlungen von mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit grundsätzlich verboten.

Die Bundeskanzlerin wird diese Maßnahmen als Söders Getriebene in einer großen TV-Ansprache verkünden.

Unterdessen riegelt Tschechien seine Grenzen für möglicherweise ein halbes Jahr ab. An die Öffentichkeit dürfen Personen nur noch mit Mundschutz.

Die Ereignisse überstürzen sich. Das erinnert an die Ereignisse in den 1920er Jahren und die galoppierende Inflation.

Anhang:

Bundeskanzlerin Angela Merkel befindet sich nun höchstpersönlich in Quarantäne.

https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/coronavirus-bundeskanzlerin-merkel-in-quarantaene,RtzLdg4

 

6 Gedanken zu „Söder im Umfrage-Hoch“

  1. Mein Freund, „da Sssöda“. Immer vorn dabei, besonders hippe Themen zu besetzen. „Klimarettung“ und „Kampf gegen Rechts“ lässt er b.a.w. ruhen, da zur Zeit nicht oder nur wenig gefragt. Umso besser gibt er jetzt die Rolle des tatkräftigen Landesvaters, der mit Covid 19 ringt und es zur Strecke bringt. Wenn es überwunden ist, das Virus, wird er zu seinen alten Kampfplätzen zurückkehren. Den Planeten vor dem Hitzetod retten und die AfD als legitimen Nachfolger der NSDAP „bis auf´s Messer“ bekriegen. Wetten? Einen schönen Tag Euch allen und bleibt gesund.

  2. Im übrigen bin ich überzeugt, daß das Virus, die Pandemie gerade dazu genutzt wird, Grundrechte zu vaporisieren und die alte BRD endgültig in eine neue DDR zu verwandeln. Eine neue DDR, die viel perfider und tiefgreifender agiert als die alte. Eines muß man den Ewigmorgigen lassen, sie haben gute, wenn auch verheerende Arbeit geleistet. Einen faktischen Einparteienstaat geschaffen. Die einzige Oppositionspartei mittels Verfassungsschutz kriminalisiert, die Wirtschaft planmäßig zerstört und Gender, Gleichheit sowie „Klimarettung“ zur unantastbaren Staatsreligion erhoben.
    Das als kurzer Nachtrag zu meinem Söder-Sermon.

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