Italien wird rettende Lieferungen aus China nicht vergessen

China hat Italien zur Linderung seiner Not 1000 Atemmaschinen (Respiratoren, Kunstlungen) und sonstige lebenswichtige medizinische Ausrüstung mit Gesamtgewicht 30 Tonnen geliefert. Das Fehlen von Atemmaschinen hatte bekanntlich dazu geführt, dass die italienischen Ärzte viele Patienten, die gerettet werden könnten, sterben lassen mussten. Dies führte zu einem Durchschnittsalter der Todesopfer von 43 Jahren.
China stufte daher die Lieferung als hohe Priorität ein. Sie kam mit einem Sonderflugzeug, in dem ferner 9 kampferprobte Ärzte aus Wuhan saßen, die jetzt für die italienischen Freunde arbeiten werden.

Außenminister Luigi Di Maio erklärte dazu überschwänglich, man habe nach Hilfe gerufen und sie sei nur aus China gekommen, und man werde sich daran erinnern. Die Fünf-Sterne-Bewegung habe stets gegenüber China eine Politik der Solidarität betrieben. „Freundschaft und Solidarität zahlen sich aus.
Di Maio spielte damit wohl auf die Teilnahme Italiens am chinesischen Seidenstraße-Projekt an, die von ihm und Salvini bei einem chinesischen Staatsbesuch 2018 enthusiastisch verkündet wurde. Auch Orbán gehört zu den Protagonisten besonders enger Kooperation mit China und stellt sich diesbezüglich gegen Trump (und gegen Brüssel).  Ferner wird die „Solidarität“ auch deshalb betont, weil Medien vor ein paar Wochen mal von „Rassismus“ gegen Gelbe  berichtet hatten.
Auch der chinesische Botschafter feiert die beiderseitige Freundschaft und Solidarität unter Verweis auf italienische Lieferungen an China beim Ausbruch des Virus.
Die transatlantisch-wertewestliche Zeitschrift Formiche äußert tiefe Sorge über die mangelnde Bündnistreue der Populisten und meint, Italien zahle für die chinesische Notrettung einen hohen Preis. Formiche propagiert in einem anderen Artikel gerade die Notwendigkeit, am NATO-Manöver „Defender 2020“ festzuhalten, mit dem „unsere Werte“ gegen Putin verteidigt werden.
Dass europäische Länder nichts liefern, liegt inzwischen auch daran, dass sie selber mit Quarantänemaßnahmen im Verzug sind und mit italienischen Zuständen im eigenen Land rechnen müssen, weshalb Deutschland Exporte medizinischer Ausrüstung verboten hat, wohingegen China die Krise weitgehend unter Kontrolle gebracht hat und nun wieder für die Welt produziert. In Italien ist die Redefigur von den „Europäern, die uns alleine lassen“, aber längst zum Selbstläufer geworden, seit Italien für die EU afrikanische Schiffbruchwillige rettet. Zu allem Überfluss schickt EZB-Chefin Christine Lagarde im Chor mit der deutschen Direktorin Isabel Schnabel Italiens Börse auf Talfahrt, indem sie Erwartungen, die EZB könnte Italien stützen, weit von sich weist.

Veneto-Gouverneur Zaia erklärte inzwischen, dass die Schengen-Zone sich gerade zügig in Luft auflöse und dass die Volkswirtschaften jetzt auf sich selbst gestellt seien. In der Krise zeigt sich auch, welche Warenflüsse wirklich wichtig sind. Die Europäer haben sich in Hoffnungen auf ein von Knappheit freies Traum-Leben (Kommunismus 4.0) auf den höchsten Stufen der Nahrungskette gewogen und Geschwätzwissenschaften studiert oder nach Nischen in einer Luxus-Wirtschaft gesucht, die vom glorreichen Image uralter weißer Männer lebte, während Länder wie China zunächst via Aldi/Lidl/Walmart bezahlbare Waren lieferten und sich von dort bis nach ganz oben hocharbeiteten. Das westliche Projekt des zollfreien Welthandels dient zunächst dazu, westliche Weltmonopole wenigstens auf den obersten Stufen der Nahrungskette zu etablieren, aber nachdem das schief gegangen ist, hat man sich wieder auf den Kalten Krieg besonnen, denn direkte Zweifel am Freihandel, wie sie Pat Buchanan seit 1990 artikuliert, bleiben Tabu. Da fundierte Kritik an den „Vier Freizügigkeiten“ verboten ist, bleibt nur Kalter Krieg, und dem stellen sich Europas „Populisten“ entgegen.
Die Äußerungen von Di Maio erfolgen vor dem Hintergrund amerikanischer Reden über den „chinesischen Virus“ und die Schuld des chinesischen politischen Systems an dessen Entstehung. Lange sah es so aus, als diente der Virus dem amerikanischen Handelskrieg gegen China und sei gar von Amerikanern nach Wuhan gebracht worden, wie vielfach mit einer gewissen Plausibilität gemutmaßt wird. Aber inzwischen wirkt der Virus sich politisch zugunsten Chinas aus. Dank dem Wuhan-Virus, der zum Schengen-Virus geworden ist, gewinnt der ansonsten demente und korrupte Gegenspieler von Donald Trump Aufwind wie nie für möglich gehalten. Wer böses mutmaßt, verdächtigt jetzt den US-Tiefenstaat und sieht China im Hilfseinsatz für einen Alliierten, der schon lange als Einfallstor Europas (soft belly of Europe, wie Churchill sagte) für Viren und Angriffe jeder Art gilt. Einige italienische Publizisten (z.B. Youtube-Kanal Il Vaso di Pandora) sehen in diesem Sinne einen Angriff auf Italien, den auch die EU-Führung begünstigt habe. Auf Brüssel und Frankfurt (EZB) sind Politiker der Regierung und Opposition gerade besonders schlecht zu sprechen, und Deutschland gilt teilweise sogar als der ganz große Bösewicht, der seit Februar bestens über den Virus bescheid wusste und aus politischen Opportunitätsgründen beschwichtigte und Italien ins offene Messer laufen ließ, um erst mal die Fernsehbilder zu sammeln, die allein die deutsche Politik steuern .

Anhang

Fernsehmoderator André Bercoff erklärt, Frankreich rutsche mit etwas Verspätung in italienische Verhältnisse hinein und habe so gut wie keine Vorbereitung getroffen, das Krisenmanagement sei inexistent. Ähnlich sieht es bei uns aus. Bercoff lobt China und speziell seine Lieferung nach Italien:
Die Kunstlungen retten zwar Menschenleben, aber so stark wie früher werden die Lungen oft nicht mehr. In Wuhan hat der Virus viele Krüppel hinterlassen.

Ein Gedanke zu „Italien wird rettende Lieferungen aus China nicht vergessen“

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