Erdoğan bekommt Kernregion von Idlib


Die syrische Provinz Idlib wird vorläufig zwischen Syrien und der Türkei geteilt. Die umkämpfte Autostraße M4 mitsamt Sarakib ist nun fest in Syriens Besitz, die M4 ist aber demilitarisiert und wird ähnlch wie der Kurdengrenzgürtel von RU+TR gemeinsam patroulliert. Die Türkei erkennt grundsätzlich die Souveränität der Arabischen Republik Syrien und ihr Recht auf die ganze Provinz Idlib an, aber unter dem Vorwand, dass Assad kein legitimer Präsident wäre, hält die Türkei mit Unterstützung der westlichen Wertegemeinschaft das Norddrittel rund um die Provinzhauptstadt Idlib ähnlich besetzt wie den Norden Zyperns und andere Teile des ehemaligen osmanischen Reiches. Das heutige Moskauer Abkommen erkennt die Türkei de facto als Machthaberin der Region um Idlib und Garantin des Waffenstillstands an. Somit wird der Konflikt eingefroren, und Syrien behält die Aussicht, eines Tages stark genug zu werden, um sein theoretisch anerkanntes Recht auch gegen die Türkei durchzusetzen. Dazu dient auch der Prozess von Astana, an dem sich die Türkei weiterhin beteiligen will. Angesichts der reellen Kräfteverhältnisse sieht das nach einem Erfolg aus. Dafür haben Putin und Erdoğan 6 Stunden lang zäh verhandelt, wobei die Kampfkraft der russisch ausgerüsteten syrischen Armee, die Zerstörung zahlreicher türkischer Drohnen und Panzer durch russische Elitetruppen und Bereitschaft Russlands zur Verlegung von mehr Truppen im Hintergrund unabdingliche Argumente waren. Noch heute wehrten die Syrer und Russen zusammen eine letzte verzweifelte türkische Offensive auf Sarakib ab, mit der Erdogan offenbar noch Fakten zu schaffen versuchte. Der Text enthält auch Verpflichtungen zur Rückführung von Flüchtlingen und zum Verzicht auf Handlungsweisen, mit denen Erdoğans Migrationswaffen-Manöver gemeint sein kann, was Erdoğan nicht so lesen muss aber wahrscheinlich wird, denn einiges spricht dafür, dass er seine Krawallpolitik jetzt erst mal wieder einstellen wird. Putin und Erdoğan haben dem postpolitischen Europa gezeigt, wie Politik funktioniert.

Anhang

Der persischstämmig-türkenhassende Jugendliche Dawud Sonboly, der den laut Demokratie-ExpertInnen „rechtsextremen Terroranschlag“ im Münchner Olympiazentrum durchführte, interessierte sich laut damals öffentlich gewordenen Facebook-Einträgen besonders für Idlib. Damals fand ein Krieg um iranische vs türkische Vorherrschaft in Syrien statt, der auch jetzt noch ein wichtiges Motiv für die westliche Haltung gegenüber Erdoğan und Syrien darstellt. Auch kämpft in Idlib eine Achse Damaskus-Teheran-Hisbollah gegen die sunnitisch-türkisch-qaedistische Achse. Der zentrale iranische Akteur Qassem Soleimani wurde erst kürzlich von den USA ermordet. Iraner fühlen sich Arabern und Türken überlegen, und sie gelten in Russland als schwierige aber verlässliche Partner. Die einfache Tatsache, dass Dawud Sonboly solche Realitäten irgendwie wahrnahm und in seine Depressionen und Psychosen einfließen ließ, machte ihn in den Augen der Demokratiefachkräfte zu einem Rächzextremisten, an dessen Existenz Facebook schuld ist, weil es noch immer nicht die AfD rausgeworfen hat. Das ist nicht einmal ganz falsch, denn der pubertierende Sonboly wachte wahrscheinlich in jener Zeit gerade aus der Welt der infantilen Idiotie auf, in der bunte Leitmedien die Bürger weltoffen, vorurteilsfrei, merkbefreit und unmündig zu halten versuchen. Schuld daran, dass ihr Krieg gegen das Merken nicht immer von Erfolg gekrönt ist, sind bekanntlich Leute wie Sarrazin, Broder und Tichy. Dergleichen Reden erschallten heute wieder in der Bunten Bevölkerungskammer.

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Aktivisten aus dem SPD-Dunstkreis zeigen am 20. Juli 2015 bei einer Gegendemo gegen Pegida, bei der Dieter Reiter als Hauptredner auftrat und mit der üblichen Pogromrhetorik glänzte („Versteht doch, wir sind München, wir brauchen Euch nicht“), ganz wörtlich den weltoffenen Arsch. Reiter zeigte ihn seinerzeit besonders durch rechtsmissbräuchliche Gerichtsverfahren gegen PEGIDA München, bei denen er stets heldenhaft verlor.

Auch BayernIstFrei wurde von der bayrischen Staatsanwaltschaft (durch Hausdurchsuchungen und Arbeitsmittelbeschlagnahmungen bei gleichzeitiger Sperrung von Facebook-Konten) lahmgelegt. Als Vorwand diente eine angebliche Beleidigung von OB Dieter Reiter durch Fotomontage seines Konterfeis auf eine Illustration der Geste des Weltoffenen Arsches, die Reiter 2015 selbst lieferte. Vorwand für die Kontolahmlegung war wiederholtes Erwähnen von Martin Sellner.

3 Gedanken zu „Erdoğan bekommt Kernregion von Idlib“

  1. Söder hängt an Merkels Rock, mehr kann er nicht, eigene Konturen hat er nicht, den Leitantrag zum Politischen Islam hat er im Schaufenster hängen, hinter den Gardinen nur Unzucht – mit Abhängigen – mit wem denn sonst ?

  2. Bin ein wenig überrrascht, wer sich da mit wem verbündet. Auf der einen Seite Damaskus-(Syrien)-Teheran-(Iran)-Hisbollah-Moskau und auf der anderen Seite die sunnitisch-türkisch-al-qaedistische Achse. Und dann gibt es noch etliche dschihadistischen Gruppen wie al-Nusra und andere. Mir war gar nicht so bewusst, welche Rolle der Iran dabei spielt, die hatte ich gar nicht so auf dem Zettel, aber Baschar al Asad gehört der religiösen Minderheit der Alawiten an, die dem schiitischen Islam im Iran ziemlich nahestehen. Ich hoffe, sie werfen den Sultan bald wieder aus Syrien raus. Bin überrascht, dass Putin sich auf diesen Deal eingelassen hat.

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