Idlib: Türken verlieren Verkehrsknotenpunkt


Dank plötzlichem türkischem Vorstoß in der syrischen Provinz Idlib fiel der Verkehrsknotenpunkt Sarakib zunächst wieder in die Hände der moderaten Terroristen zurück, aber inzwischen konnte die syrische Armee sie diesen wieder entreißen und einige türkische Vorposten einkesseln sowie deren Drohnen abschießen. Das erzählt der dort stationierte russische Kriegsreporter Evgeniy Poddubnyi im russischen Fernsehen. Zugleich gibt es auch beliebte russische Youtube-Kanäle wie Sasha Sotnik, die Erdogan bejubeln und behaupten, Assad und Putin pfiffen inschallah aus dem letzten Loch. Auch viele Ukrainer und Georgier fiebern mit den Neo-Osmanen. Ein Berater von Erdoğan erklärte zuletzt im türkischen Fernsehen, dass Russland dank der 25 Millionen dortigen Glaubensbrüder nicht handlungsfähig sei und dass die Türkei viel Kampferfahrung gegen Russland habe, wobei er allerdings zu erwähnen vergaß, dass die türkisch-russischen Kriege regelmäßig mit russischen Siegen und schlussendlich mit dem Sturz des osmanischen Kalifats endeten, welches vor Beginn jener Kriege alles von Georgien, Armenien, Moldawien bis hin zur Ukraine und Zentralasien umfasst hatte. Putin erklärte erst gerade im Interview, wie wichtig es ihm sei, dass in Russland alle Meinungen frei geäußert werden können und dass diese allesamt wertvolle Teile des politischen Lebens seien, wobei allerdings ausländische Auftraggeber offen zu legen seien. Die in Russland vorherrschende unerschrockene Debattenkultur trägt u.a. auch dazu bei, dass auch das russische Staatsfernsehen, durchaus diskussionserprobte, verifizierte Information liefert. Die patriotische Grundtendenz wirkt sich dabei, anders als die humanitärfrömmlerische Grundtendenz unserer Vierten Gewalt, eher zugunsten der Objektivität aus.
Erdoğan wird seine erfolglosen Vorstöße wahrscheinlich ohne großen materiellen Schaden überstehen. Russland möchte sich nicht in Syrien verzetteln. Es wünscht keine spektakulären Siege sondern eine stetige Entwicklung. Wenn Erdoğan übermorgen in Moskau bei Putin vorspricht, könnte der Spuk in der ex-osmanischen Provinz Idlib schon wieder vorbei sein. Russland hat andere Prioritäten wie z.B. Demografie und wissenschaftlich-technische Innovation (s. Neujahrsansprache Putins und Regierungswechsel) aber auch Unangreifbarkeit und die Weiterentwicklung jener Kreditwürdigkeit, die Erdoğan ganz von selbst an allen Fronten verspielt. Wenn die Westeuropäer jetzt Damaskus anerkennen würden, könnten sie entscheidendes zur Befriedung Syriens und zum Schutz Europas beitragen, aber dazu fehlt ihnen das politische Rückgrat.
Die Erfahrungen mit Erdoğan zeigen uns, wie Gegensätze der Zivilisationen, von denen Samuel Huntington schreibt, weiterhin die Politik bestimmen, egal was weltoffene Lernmuffel-Eliten in Berlin und Brüssel wissen oder glauben möchten.

Anhang

Focus-Journalistin Henriette Jedicke kann angesichts der Kinderbilder ihre Tränen nicht zurückhalten. Schuld daran, dass jetzt junge afghanische Männer mit Kleinkindern vor den Grauen Wölfen fliehen müssen, sind wir, denn wir haben Putin nicht gestoppt.
Angloamerikaner und Merkelianer wollen nichts gegen Erdoğan unternehmen. Anlass zu Hoffnung biete nur dessen militärisches Scheitern und bevorstehender Russlandbesuch, erklärt ein griechischer Guru.

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