Ochlokratie immer wehrhafter

Die humanitäre Sentimentalisierung und Erosion des Rechts schreitet voran. Steter Tropfen höhlt den Stein. Unser Volk wird einem einzigartiges Experiment unterzogen, dessen Preis schon heute der innere Frieden ist. Dass inzwischen quasi eine Lex AfD existiert, nimmt der Wähler nolens volens hin. De facto aber sind die Roten Linien längst überschritten. Ein mißliebiger Verfassungsschutzpräsident wird unter Betreiben der SPD geschasst und durch einen linientreuen Apparatschik ersetzt. Jeder, der eins und eins zusammenrechnen kann, weiß, was die Stunde geschlagen hat, seit im Baer-Voßkuhle-Gericht der normative Individualismus seine bunte Pracht entfaltet hat. Der Lynchmob spürt Rückenwind. 

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Linker Mob Aufmarsch gegen Stephan Brandner (AfD)

Nach dem Sommerloch-König Toennies und dem Nürnberger Christkind erfährt in diesen Tagen Stephan Brandner (AfD) inflationäre Aufmerksamkeit für einen rechten Haken.

Nach zuviel Underberg war Lindenberg offenbar nicht mehr ganz dicht und dichtete fäkale Pogrom-Parolen gegen die AfD, woraufhin er von Steinmeier einen Orden erhielt. Für Igor „Citizen, European, Pianist“ Levit haben AfDler „ihr Menschsein verwirkt“:

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Igor Levit

Wenn Video-Blogger Stefan Molyneux sagt, Kinderschänder hätten eine Linie zwischen der Menschheit und einer unsozialisierbaren Raubtier-Spezies (predator species) überschritten, fordert der Menschenwürde-Mob von Youtube seine Sperrung. Hätte ein AfD-Mann es hier gesagt, würde Haldenwang dies unter Berufung auf Voßkuhle als verfassungsfeindliches Vergehen notieren. AfD-Mitglieder scheinen in der Rangordnung der Bunten Republik unter Kinderschändern zu stehen. Levit hat sich mit seinen Äußerungen seinen Kredit bei den Grünen, die sich gerade als die neue Verfassungsschützerpartei positionieren, nur noch weiter erhöht. Er darf auf Judaslohn hoffen.

Der Begriff „Judaslohn“ war solange cool, solange ihn Müller-Westernhagen, Montag, Lauterbach, Kahrs, Brüderle & Co. verwendeten. Als der AfD-Bundestagsabgeordnete Stephan Brandner im Zusammenhang mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuz an den Krautrocker Udo Lindenberg ähnlich wie früher Marius Müller-Westernhagen, Rainer Brüderle (FDP), Johannes Kahrs (SPD), Karl Lauterbach (SPD), Jerzy Montag (Grüne) u.a. die Parole „Judaslohn“ verwendete, simulierten die sattsam bekannten berühmt-berüchtigten bunten Blockwarte ihre wenig glaubwürdige Entrüstung.

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Judaslohn (1994) Marius Müller-Westernhagen ein Antisemit?

Stephan Brandner indessen ließ sich von der galligen Hysterie um seine Person nicht beeindrucken.

Stephan Brandner (AfD) Quelle: Stephan Brandner (FB)

Was gibt es Ergötzenderes als Heuchler in ihrer Entrüstung und Pogromlustigkeit unter die Lupe zu nehmen?

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Im Gelben Forum stellt Autor Rain ein Detail fest, das vielen entgangen ist, nämlich dass Branders Abwahl gesetzeswidrig war:

Ihr Lieben,

heute wurde Stephan Brandner (AfD) als Vorsitzender des Rechtsausschusses im Bundestag abgewählt, weil er Judaslohn schrieb.

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Judaslohn

Gestern wurde Paul als Vorsitzender des Medienausschusses im Landtag RLP abgewählt, weil sich aus einer gestohlenen Festplatte ergeben soll, daß er vor 8 Jahren einen Aufsatz für eine dubiose Zeitschrift geschrieben haben soll.

Beides nicht justiziabal, im zweiten Fall würde ein solcher Vortrag von einem Gericht in einem Rechtsstaat als Märchen zurückgewiesen werden.

In beiden Fällen gibt es keine Regel für das Abwählen von Ausschußvorsitzenden.

§ 58 GO BT sagt lediglich aus, daß die Ausschüsse ihre Vorsitzenden nach den Vereinbarungen im Ältestenrat bestimmen.

Ich gehe davon aus, so ist es bei uns im Stadtrat, daß die Vereinbarungen einstimmig erfolgen.

Wenn man abweichend von den Vereinbarungen jemand nicht haben will, setzt man dessen Wahl ganz nach hinten.

Mit der Abwahl der Beiden ist mit diesem ungeschriebenen Gesetz gebrochen worden. Das bedeutet im Ergebnis, daß zukünftig keine Einstimmigkeit mehr herbeigeführt werden muß, so daß die Posten unter den Regierungsparteien und den angepassten Oppositionsparteien verteilt werden.

Während hier die Regeln mitten im Spiel geändert werden, damit die Regierung gewinnen kann, läßt dieselbe Regierung großflächig plakatieren:

Wir sind Rechtsstaat.

Nein, das ist Vergangenheit. Zu einem Rechtsstaat gehört die Geltung von Gesetzen, auch wenn sie negative Folgen für einen selbst haben. Zu einem Rechtsstaat gehört die Gewaltenteilung und eine unabhängige Justiz.

Auch hieran fehlt es in Deutschland in erschreckendem Maße.

Wo ist jetzt die Verbindung zu den Zyklen?

Vor rund 500 Jahren begannen die Hexenprozesse. Frauen und Männern, die mißliebig waren, wurde vorgeworfen, sie flögen auf den Blocksberg, hätten Geschlechtsverkehr mit dem Teufel und würden andere verhexen.

Alles ohne Beweis und nur auf Hörensagen beruhend. Die Gesetze, die das angeklägte Verhalten sanktionierten, bestanden vorher nicht, die Gesetze, die das peinliche Verhör erlaubten, wurden erst nach und nach geschaffen.

[….]

Rain stellt dann noch stimmungsvolle Vergleiche mit finsteren Zeiten an, die wir uns ersparen, da wir mit dem Strategem des Weltoffenen Arsches bestens vertraut sind.

weltoffenner arsch reiter dieter OB freiheit abenteuer buntMan bricht alle Regeln, führt gezielt eine Entgleisung herbei (wie es auch z.B. Pianist Igor Levit tat), um zu demonstrieren, dass ein Nazinotstand herrscht und dass der Gegner Nazi und man selbst souverän ist, denn „Souverän ist, wer den Ausnahmezustand beherrscht“ (Carl Schmitt). Mehr ist da nicht, und das ist uns schon lange bekannt. Es gehört zum Alltag der „wehrhaften Demokratie“, an der die herrschenden „Demokraten“ nur die Wehrhaftigkeit lieben. Unsere Zeit unterscheidet sich von früheren lediglich durch die schwindelerregende Häufigkeit der Einschläge.

5 Kommentare zu „Ochlokratie immer wehrhafter“

  1. Quod licet Jovi, non licet bovi. Der verbogene Rechtsstaat, der ein Linksstaat geworden ist. So rot, dass er auf einer Seite schon richtig braun ist. Sooo links, dass er rechts wieder herauskommt. Liebe Leute, die alte DDR war ein Hort der Geborgenheit dagegen.Mir haben sie 1988 „empfohlen“ , einen Antrag auf die SED-Kandidatschaft zu stellen. Ansonsten müsse man mich leider von der Hochschule entfernen und in den sozialistischen Produktionsprozess eingliedern. Unter vier Augen. Heute macht man das mit Hilfe der Antifa, der ARD, des ZDF und der zahllosen linken Fischblätter in aller Öffentlichkeit. Was früher die SED und ihr „Schwert und Schild“, die Stasi erledigte, übernimmt heute die neokommunistische „Zivilgesellschaft“. Sie beginnen bereits mit Razzien wegen „Haßverbrechen“. Bald werden wir alle abgeholt. Der Philolaos, der Floydmasika, der Stürzenberger. Und auch der aktive Konsument Andreas Stüve, die faschistische Drecksau. Liebe Freunde, lest mal „Wohnhaft“ von Manfred Haferburg ( achgut.com). Dann wisst Ihr, was auf uns zukommt. Ich kenne das alles noch persönlich, Millionen anderer hingegen NOCH nicht.

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