Wortverdreher und Mißversteher. Über Mätressen und Matratzen.

Mätressen und Matratzen haben Akzente gesetzt. Der Sonnenkönig ist tot, es lebe Bunga Bunga. Berlusconi, Seehofer, John F. Kennedy und Willy Brandt waren nicht bekannt als Asketen und Spartaner sondern eher in der Disziplin Seitensprung allererste Sahne. Bill Clinton beteuerte vor laufenden Kameras seine Unschuld wie Lance Armstrong, für den Doping ein Buch mit sieben Siegeln schien. Aber Lügen haben kurze Beine. Mit Trübsal blasen macht man keine Karriere. Das muß sich auch Bill Clinton gedacht haben. Seine Schwäche für Sex und Saxophon blasen hätte ihn – im Gegensatz zum Sonnenkönig – fast aus dem Amt gefegt.

Madame de Pompadour, eine Mätresse Ludwigs XV.
François Boucher – The Yorck Project (2002) 10.000 Meisterwerke der Malerei (DVD-ROM),

Am ältesten Gewerbe der Welt sind nach dem Mädchen Rosemarie (1957) schon so manche Überflieger zerbröselt, wie der britische Kriegsminister John Profumo, der seine Manöver 1962/63 in der Matratze des Mannequins Christine Keeler abhielt.

Matratzen waren auch das Hauptquartier von Me Too-Champions wie Dominique Strauss-Kahn, Harvey Weinstein oder Bill Cosby. Die lecken jetzt gerade ihre Wunden.

Das Phänomen der Staatsmätressen aber ist fruchtbarer denn je. Campino, Grönemeyer oder Udo Lindenberg blasen je nach Bedarf die Schalmeien von Honecker oder Merkel.

In Tagen wie diesen bebauchpinselt FeineSahneSteinmeier gerade Udo Lindenberg, den Populisten der Panik, Schlagseite und Schiffbrüche. Der Navigator des Nuschelns hat der sinkenden Andrea Doria ein Requiem gewidmet, in der er sich als Botschafter der flüchtigen Nüchternheit möglicherweise selbst ein Denkmal setzen wollte.

Die „Out of Africa“-Theorie bekam letzte Woche erste Risse, als sich ein fast 12 Millionen alter Fossilienfund im Allgäu als Vorläufer des Menschen entpuppte. Es passt gut zum dauerpubertierenden Fossil und aus der Zeit gefallenen Revoluzzer des im Allgäu umhergraupelnden Sekundärmigranten Udo Lindenberg, daß die Wissenschaftler den Knochenresten den Namen „Udo“ gaben. Nicht ohne Mutterwitz reagierte der rockende Rentner:

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Udo Lindenberg Taufpate eines im Allgäu gefundenen Fossils Quelle: screenshot FB Udo Lindenberg

Eine besonders derbe Entgleisung hat sich der mutmaßlich mittelfristig einsturzgefährdete Zausel wenige Tage vor seiner Ehrung gegenüber der AfD geleistet:

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Udo Lindenberg screenshot Haßrede FB 30.10.2019

Der AfD-Abgeordnete Stephan Brandner nannte die Ehrung auf Twitter einen „Judaslohn“, was wiederum ein Heer von Berufsempörten und -denunziologen auf den Plan rief, die darin „Antisemitismus“ witterten.

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Judaslohn

Die Assoziation zwischen dem Wort „Judaslohn“ und „Antisemitismus“ kann man herstellen, wenn man besonders ungebildet ist oder sein Publikum für besonders ungebildet hält und wenn man einen bildungsfernen volkspädagogischen Apparat an seiner Seite hat, der sich für keinen Presstituiertendienst zu schade ist. Dies haben schon einige gelehrte Artikel gut analysiert. Brander selbst hat es auch in einer israelischen Zeitung erklärt und mit Videoblogger Hyperion darüber gesprochen:

Ein Fehler von Brandner könnte dennoch darin liegen, dass er der bunten Maxime „Empört Euch“ gefolgt ist, die untrennbar mit dem Aufstand der Anständigen verbunden ist. Unser damaliger Facebook-Eintrag hingegen folgte der Maxime des Aufstands der Vernünftigen: „Ergötzt Euch“. Was ist schöner als ein weiterer Neuzugang im Gruselkabinett der HeldInnen der Bunten Republik?

Interessant wie der unübersehbar rotgrünmerkelbunte Journalist Tilo Jung auf der Pressekonferenz Björn Höcke ab Minute 9:40 mit dem Etikett des „Faschisten“ zu diskreditieren versucht. Die Reaktion von Björn Höcke ist souverän:

Unsere Gastautorin Isabella Klais ärgert sich auch unnötig, steuert aber zugleich noch ein paar Überlegungen bei:

Der eigentliche Skandal läge in der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Udo Lindenberg, wäre dieser Orden nicht längstens durch die beträchtliche Anzahl seiner unwürdigen Träger diskreditiert. Diese Auszeichnung teilt das Schicksal so manch anderer „Würdigungen“, die unverdient vergeben wurden. Wer würde sich noch gerne als Friedensnobelpreisträger neben Yassir Arafat (Terrorist), Henry Kissinger (Kriegsverbrecher) oder Willy Brandt (Landesverräter mit abartigen persönlichen Neigungen) einreihen, um nur einige Beispiele stellvertretend für viele zu nennen. Und wer möchte sich mit seinen Verdiensten um Deutschland jetzt noch auf eine Stufe gestellt sehen mit Udo Lindenberg, einem verkommenen Alkoholiker, Drogenabhängigen und Möchtegern-Künstler, dessen versifftes Erscheinungsbild mitsamt seiner Gossensprache beredtes Zeugnis ablegen von seinem indiskutablen Niveau?!

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Udo Lindenberg Bild: wikipedia

Ist ein Orden erst abgewertet, verkörpert er eher eine Beleidigung als eine Ehrung für einen, dem Ehre gebührt. Auch möchte man nicht eben aus jeder Hand einen solchen entgegennehmen, haftet der Verleihung doch etwas Gönnerhaftes an, wobei der Verleihende sich über dem Empfänger positioniert. Die Hanseaten liegen hier schon sehr richtig, wenn sie aus Prinzip Orden zurückweisen. Es ist schon bedenklich bestellt um das Land der Dichter und Denker, wenn seine Kunstschaffenden aussehen und auftreten wie diese Kreatur, die, um sich in Erinnerung zu bringen, gerne den Lautsprecher zu Themen mimt, von denen sie nicht den Schimmer einer Ahnung hat. Wo aber ist der Skandal, wenn Stephan Brandner in diesem Zusammenhang von einem Judaslohn spricht? Diese Metapher kann eine antijüdische Konnotation haben, nimmt man die Bibel für das, was sie nicht ist: eine wissenschaftlich belegte Chronik. Selbst wenn man der Geschichte um Judas Iskarioth Authentizität beimessen möchte, so wäre er ein Jude gewesen, der falsch gehandelt hätte. Das sagt über die Juden insgesamt jedoch nichts aus. Deutsche nimmt man oft in Sippenhaft für Kollektivschuld. Man sollte der Versuchung widerstehen, diesen Fehler selbst zu begehen. Die Metapher hat sich inzwischen verselbstständigt. Böse Absichten, Juden etwas zu unterstellen, dürfte kaum noch jemand hegen, der sie benutzt. Wenn alle Träger des Vornamens Horst derart dünnhäutig reagierten, wenn ihr Name mal wieder für Tölpelhaftigkeit steht, bekämen viele ein Problem. Auch wenn nebulös bleibt, warum man sich gerade auf diesen Vornamen kapriziert, ist damit doch keine Abwertung der Horste dieser Welt verbunden. Eher liegt dem Gedankenlosigkeit zugrunde. Das sollten die Empörer bedenken, wenn sie mal selbst wieder von einem Vollhorst schwadronieren. Man kann durchaus diskutieren, ob die Metapher auf den Sachverhalt paßt, oder nicht etwas schräg ist. Dieser Chaot läuft regelmäßig von ganz allein aus dem Ruder, ohne daß es dafür eines Ordens bedürfte. Mittlerweile ist er so kaputt, daß dafür noch nicht einmal Alk und Gras erforderlich sind. Solch einen Volludo ignoriert man am besten. Als Mimose trat auch Tagesschau-Sprecher Jan Hofer in Erscheinung. „Sie müßte man eigentlich aufhängen.“ Diesen aus dem Publikum an ihn gerichteten Satz will er für bare Münze nehmen und als Morddrohung verstehen. Schön ist es natürlich nicht, derartiges zu hören. Von einer Drohung aber ist diese Aussage weit entfernt. Man beachte den Konjunktiv und die Tatsache, daß nur wenige Attentatsopfer auf diese eher aufwändige Weise zu Tode gebracht wurden. „Ich weiß, wo Sie wohnen.“ klingt dagegen auf den ersten Blick viel belangloser, beinhaltet aber ein Drohpotential ganz andrer Qualität. Für die Verbreitung seiner Nachrichten für Schlafschafe wird Jan Hofer viel zu gut bezahlt, als daß man jetzt in Mitleid zerfließen sollte. Wer das Rampenlicht sucht, muß auch mal so etwas abkönnen. Wahrscheinlich brauchte auch er mal eine Morddrohung, um sich seiner Wichtigkeit zu versichern. Gewollte Mißverständnisse und gezielte Fehlinterpretationen zeugen nicht nur von Unwissen, sondern werden als Mittel der Diskreditierung anderer eingesetzt. Die unlautere Absicht verrät sich indes schnell selbst.

 

8 Kommentare zu „Wortverdreher und Mißversteher. Über Mätressen und Matratzen.“

  1. Zitat:
    Als Mimose trat auch Tagesschau-Sprecher Jan Hofer in Erscheinung. „Sie müßte man eigentlich aufhängen.“ Diesen aus dem Publikum an ihn gerichteten Satz will er für bare Münze nehmen und als Morddrohung verstehen. Schön ist es natürlich nicht, derartiges zu hören. Von einer Drohung aber ist diese Aussage weit entfernt. Man beachte den Konjunktiv und die Tatsache, daß nur wenige Attentatsopfer auf diese eher aufwändige Weise zu Tode gebracht wurden.
    Zitat-Ende

    Wenn der Mob Meinung macht dann mit Gewalt.

    Egal ob der Mob für Freund oder Feind Gewalt will, mir macht solch Mob leider keinen Spass.

    Alice Weidel schmeißt einen Mobber mit Kopf-ab-Geste aus ihrer Show:

    Den Mob – wie der Autor in obigem Zitat – zu pampern, zahlt sich allensfalls kurzfristig aus, die Schlinge zieht sich zu für Freunde wie Feinde.

    Feiert eure Mob-Mentalität ohne mich!

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    1. Nun, Herr Hofer:
      Ihr Frauchen hat’s doch gesagt:

      – Sie (Merkel) ermuntere jeden, seine oder ihre Meinung zu sagen, betonte die‘ Christdemokratin.`(?, cc.)
      Nachfragen müsse man dann aber aushalten. „Das gehört zur Demokratie dazu.“ I

      – da haben Sie wohl irgendetwas nicht verstanden!

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  2. Who the fuck is „Gastautorin Isabella Klais“? Typischer Text einer Tarantella-Tante, die sich ihrer unliebsamen Gefühle im Stil hysterischer Hausfrauen zu entledigen versucht, leider ohne Sinn und Verstand – dafür in ganzen Sätzen, Bravo!

    zitat:
    Und wer möchte sich mit seinen Verdiensten um Deutschland jetzt noch auf eine Stufe gestellt sehen mit Udo Lindenberg, einem verkommenen Alkoholiker, Drogenabhängigen und Möchtegern-Künstler, dessen versifftes Erscheinungsbild mitsamt seiner Gossensprache beredtes Zeugnis ablegen von seinem indiskutablen Niveau?!
    zitat-ende

    Gegenfrage Frau Klais:
    Wer möchte sich NICHT mit seinen Verdiensten – egal wofür oder wogegen – mit Kontostand und Massenbeeinflussung eines Udo Lindenbergs auf EINE STUFE gestellt sehen?
    Tastentussis im Stil einer keifenden Klais können von Kaffee gedopt, gepflegt gestylt, egal ob in elaboriertem Sprachcode oder in hetzender Häme einem Multimedialen Massenmanipulator wie Udo Lindenberg nicht im Traum das Wasser reichen.

    zitat
    Ist ein Orden erst abgewertet, verkörpert er eher eine Beleidigung als eine Ehrung für einen, dem Ehre gebührt.
    zitat-ende

    Ein Stück Blech, eine Schärpe oder dergleichen Firlefanz verdienen sich ebenso wie Autorenhonorar oder mediale Aufmerksamkeit ohnehin immer nur die, welche im Mainstream mitschwimmen. Anstatt dass sich Frau Klais an die Tastatur macht, würden solche Tussen Deutschland weitaus mehr nützen, wenn sie sich mit zahlreichen Würfen den Mutterorden (derzeit als verfassungsfeindlich verboten) an ihre Brust heften könnte. Aber was will man erwarten, wenn man sich mit dem kakophonischen Gegacker aus der Hauptstadt der Bunten Bewegungen beschäftigt? NIX WIE WEG!

    https://n0by.blogspot.com/2019/11/abschied-vom-moloch-munchen.html

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    1. @ Erhard, daß sich Isabella Klais über die Ergüsse von Udo Lindenberg Erleichterung verschafft, halte ich für so menschlich wie legitim.
      Der Unterschied zwischen Klais und Lindenberg ist, daß sich Udo mit seiner kommerziellen Schnoddrigkeit eine goldene Nase verdient während Klais für ihre investierte Zeit keine müde Mark bekommt.
      Ich geb zu, Lindenbergs Texte und Musik haben mir durchaus gefallen. Was mir an Lindenberg nicht gefällt, ist sein fürchterlicher Opportunismus, den er dreisterweise auch noch als „aufrechten Gang“ vermarktet.
      Lindenberg prostituiert sich ähnlich wie Grönemeyer und Campino. Ihn als staatliche Mätresse oder Matratze zu etikettieren war sogar noch höflich formuliert. De facto verhält sich der Gauner wie eine linientreue Nutte.

      Im Gegensatz zu Kurt Tucholsky, Stefan Zweig, Wolf Biermann oder Aleksandr Solschenizyn zeigt Lindenberg kein Rückgrat. Gegen Minderheiten wie die AfD oder andere Oppositionelle in Merkelland zu hetzen ist jämmerlich. Dazu braucht man weder Herz noch Hirn. Lindenbergs Mobbing gegen die AfD hat die Qualität von Lynchmob-Prosa.

      Lindenberg ist ein erfolgreicher Witzbold und Klamauk-Barde, aber geistig Lichtjahre von anderen Persönlichkeiten des aufrechten Gangs wie Aleksandr Solschenizyn entfernt:

      „Und so will es den Anschein haben, als wäre ein Schwellenwert auch die böse, die verbrecherische Untat. Ja, es wankt und zaudert der Mensch sein Leben lang zwischen Gut und Böse, rutscht aus, rutscht ab, klettert hoch, bereut und wird wieder finsterer, doch solange die Schwelle der Greueltat nicht überschritten ist, liegt die Rückkehr in seiner Hand, ist er selber noch von unserer Hoffnung erfaßbar. Sobald er aber durch die Dichte seiner Vergehen oder den Grad ihrer Verderbtheit oder die Absolutheit der Macht über die Schwelle hinausgeht, hat er die Menschheit verlassen. Vielleicht unwiederbringlich.“

      (Aleksandr Solschenizyn)

      – „Der Archipel Gulag“, S. 173

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  3. Kann ja sein, dass es sich bei der Isabella Klais um diese hoch diplomierte und dekorierte Wichtigtueren laut dem Eintrag „Personalia“ dieses Webauftritts handelt:

    http://www.aufbruch-wir-fuer-deutschland.de/personalia.html

    Wenn „Bayern-ist-frei“ diese Volljuristin solche Sätzchen schreiben lässt, geht sie mir doppelt und dreifach gegen den Strich:

    zitat
    Wer das Rampenlicht sucht, muß auch mal so etwas abkönnen. Wahrscheinlich brauchte auch er mal eine Morddrohung, um sich seiner Wichtigkeit zu versichern.
    zitat-ende

    Gegen Lindenberg oder sonstige Pappnasen im öffentlich medialen Bordellbetrieb zu polemisieren, ist gut, richtig und wichtig. Damen weit über die Fünfzig können sich nicht mehr reproduzieren, womit sie ihre Chance vertan haben, Sinnvolleres für sich und das Land zu tun. Dass Frau Klais dann vermutlich ihr frustriertes Dasein als Mord lüsterne Sätzchen verbreitet, sollte zumindest der Blog „Bayern-ist-Frei“ vermeiden. Soweit jedenfalls meine Vorstellung von „Freiheit“.

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    1. Mordlüstern ist das nicht, aber es entspricht dem Aufstand der Anständigen („Empört Euch“), der bei unserer Thematik auf verlorenem Posten steht. Der Aufstand der Anständigen ist vom Temperament her weiblich:
      „Prinzessin:
      Willst du genau erfahren, was sich ziemt,
      So frage nur bei edlen Frauen an.
      Denn ihnen ist am meisten dran gelegen,
      Daß alles wohl sich zieme, was geschieht.
      Die Schicklichkeit umgibt mit einer Mauer
      Das zarte, leicht verletzliche Geschlecht.
      Wo Sittlichkeit regiert, regieren sie,
      Und wo die Frechheit herrscht, da sind sie nichts.

      Und wirst du die Geschlechter beide fragen:
      Nach Freiheit strebt der Mann, das Weib nach Sitte.“

      Goethe: ‚Torquato Tasso‘ (1790)

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