Syrien befriedet sich

Die Aufregung um Erdoğans Vorstoß in Nordsyrien war fast überflüssig. Wer russische Medien las, wusste mehr. Syriens Arabische Armee (Assad) übernimmt mit russischer Unterstützung jetzt an Stelle der Kurden die Grenzregion Syriens zur Türkei, und alle sind zufrieden, auch Erdoğan.

Die unter russischer Moderation in Astana erarbeitete Nachkriegsordnung kommt nun schnell zum Zuge. Die Parteien, einschließlich Türken, haben sich jahrelang getroffen. Die Stellung der USA war unhaltbar. Deutschland und Frankreich waren eingeladen aber zogen sich abrupt zurück. Der Prozess war für die USA unbequem. Jetzt ist der ganze Westen draußen vor der Tür. Der Wiedereintritt Syriens in die Arabische Liga scheint nach Putins Besuch in Riad, der zu umfassender Kooperation führte, nun auch unter Dach und Fach zu sein. Mit der Wiederherstellung der vollen syrischen Staatlichkeit ist dem IS auch der Boden entzogen. Nur Westeuropa wird sich weiter in seinem Weltbild einbunkern. Gerade erst hat es wieder die Russland-Bumerang-Sanktionen verlängert, und auch aus der Festlegung, dass Assad unmenschenrechtlich sei, kommt es bis auf weiteres nicht heraus.
Die Russen sind die einzigen Europäer, die in Nahost-Angelegenheiten mit den Beinen auf dem Boden stehen und etwas zu sagen haben. Wer russische Medien verfolgte, sah schon lange kommen, was jetzt passiert. Er konnte sich die Aufregung über einen angeblich bevorstehenden Genozid sparen. Er wusste, dass das die letzten Zuckungen eines amerikanischen CIA-Medien-Apparates waren, der sein Scheitern in Syrien nicht eingestehen kann und nachlegen möchte und zugleich eine weitere Gelgenheit sah, Trump zu jagen. Das ist jetzt wohl alles vorbei, wenngleich die Erkenntnis noch eine Weile brauchen könnte, um sich zu verbreiten.

3 Kommentare zu „Syrien befriedet sich“

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.