Kohle für Großen Austausch: was Klimaschutz mit Massenmigration zu tun hat

Die unwiderstehlich edle Humanitärmigration kostet Billionen (Tausende Milliarden, Millionen Millionen), die kein normaler Staat bezahlen kann kann. Was liegt da näher, als einen unwiderstehlich edlen Vorwand für die Schröpfung der Bürger zu finden und sich hinter einer manichäisch-exaltierten Kinderschar zu verstecken, die dies fordert?

Daniel Mattissek schreibt dazu:

Spätestens seit den aktionistischen Beschlüssen des „Klima-Kabinettes“ unter Angela Merkel vom 20. September, die eine massive Verteuerung von Sprit- und Energiepreisen zur Folge haben werden, rätseln Experten und Beobachter, was der eigentliche Sinn hinter der Klimahysterie ist: Tatsächlich geht es nicht nur um die Ablenkung von weit existenzielleren Zukunftsproblemen wie Konjunktur und Rente – sondern um die Finanzierung der Massenmigration.

Seit über vier Jahren wird in Deutschland so getan, als hätten weitreichende politische Entscheidungen keine Folgen, bzw. als ließen sich diese Folgen sang- und klanglos, quasi nebenher bewältigen. Die Flüchtlingskrise war keine temporäre und vorübergehende humanitäre Krise; sie war der Auftakt zu einer Masseneinwanderung, die bis heute nicht gestoppt ist, sondern gerade wieder neue Fahrt aufnimmt. Aus 3.000 Flüchtlingen in Budapest – im engeren Sinne nur einigen hundert -, die die Kanzlerin Anfang September 2015 in einer einsamen Entscheidung aufzunehmen bereit war, wurden Millionen. Und als Folge dieser einen Entscheidungssituation liegt die Bevölkerung Deutschlands heute nicht mehr bei unter 80, sondern bei über 83 Millionen Menschen; Tendenz steigend, wobei noch eine immense Dunkelziffer Illegaler und Nichtregistrierter hinzukommt – weil niemand weiß, wer alles und wie viele wirklich herkamen.

Die Kosten dieses ohne Not betriebenen beispiellosen gesellschaftlichen Destabilisierungsprogramms sind materiell und immateriell kaum mehr zu beziffern; die angeblich 24 Milliarden Euro Flüchtlingskosten jährlich bilden nur einen Bruchteil des realen Aufwands ab, so wie die Verschiebung des Parteienspektrums, die Spaltung der Gesellschaft und die erodierende Sicherheitslage nur einige von unendlich vielen soziokulturellen „Impacts“ dieses gewollten Dammbruchs waren. Als dessen Spätfolge wird Deutschland als Kulturnation aufhören zu existieren. Was dramatisch klingt, ist eine zwingende mathematische Notwendigkeit – angesichts der divergierenden Geburtenraten von autochtoner und zugewanderter Bevölkerung und bei gleichzeitigem Verzicht auf jeglichen Assimilierungsdruck, wodurch Migranten die uneingeschränkte Übertragung von Sprache, Kultur, Rechts- und Lebensgewohnheiten ihrer Herkunftsländer möglich war, was irreversibel zu religiösen und tribalistischen Parallelmilieus führen musste.

Doch es gibt ein materielles Ressourcenproblem: Deutschland muss seine eigene Demontage – in allen Bedeutungen dieses Begriffs – irgendwie finanzieren. Deshalb war die Politik frühzeitig bestrebt, neue Einnahmequellen zu erschließen. Zunächst – solange die Wirtschaft boomte und die Nullzinspolitik eingesparte Zinszahlungen freisetzte – konnte auf Steuern und Mehrbelastungen noch verzichtet werden. Doch mit der konjunkturellen Abkühlung und angesichts der immer offensichtlicheren Abnutzung der EZB-Geldpolitik stand spätestens seit Mitte 2018 fest, dass steuerpolitische Grausamkeiten nicht ausbleiben werden können, sollte das große Projekt einer finalen Auflösung der „Deutschen als Ethnie“ nicht aufgegeben werden.

War es Zufall, dass gerade zu dieser Zeit – und zwar in dieser Intensität nur in Deutschland – die „Fridays for Future“-Proteste aufkeimten, die von Beginn an unter dem Segen der Politik standen und von einem breiten Volksbündnis aus Asyllobbyisten, Sozialverbänden und linken Parteien unterstützt wurden? Just jenen gesellschaftlichen Spielern also, die seit jeher die Hauptmotoren einer ungebremsten und prinzipiell obergrenzenfreien Flüchtlingsaufnahme sind? Während es in Frankreich die „gilets jaunes“-Bewegung war, die Hunderttausende auf die Straßen trieb und gegen mehr staatliche Gier, Steuern und Belastungen vorging, geschah in Deutschland das genaue Gegenteil: nur hier begann eine medial aufgehetzte Jugend, von ihren künstlerischen Idolen („Influencern“) in Musik, Film und Internet aktiv ermuntert, FÜR mehr Staat, mehr Steuern,mehr Verbote auf die Straße zu gehen. Nur hier wurde der Klima-Alarmismus in ungeahnte Sphären katapultiert. Was als aus dem Ennui einer ereignissüchtigen Jugend geborene Schulstreik-Bewegung begann, wurde zu einer breiten Einheitsfront.

Deutschland beschritt hier einen ähnlichen Sondeweg wie zuvor in der Flüchtlingspolitik – ein Alleingang, um nicht zu sagen Amoklauf, mit dem der Rest Europas weitgehend nichts zu tun haben will. Binnen weniger Monate der geistige Nährboden bereitet, auf dem dann Steuererhöhungen, CO2-Bepreisung und andere bürgerfeindliche Klima-Beschlüsse nicht nur ein leichtes Spiel für die Regierung waren, sondern inzwischen sogar als noch immer viel noch zu lasch, verzagt und zu moderat attackiert. Dass Greta Thunberg in keinem Land, nicht einmal in Schweden, einen vergleichbaren Heiligenstatus wie hier erringen konnte, kommt nicht von ungefähr.

Der Zusammenhang zwischen Migration und „menschgemachtem Klimawandel“ ist kein Hirngespinst von Verschwörungstheoretikern oder Rechtspopulisten. Beide Phänomene hängen nicht nur argumentativ, sondern auch zeitlich eng zusammen: Als Scharnier diente früh das Narrativ der „Klimaflüchtlinge“, das eine zwingende Kausalität konstruierte zwischen „Erderwärmung“ und behaupteten Fluchtursachen: Steigende Meeresspiegel, Wirbelstürme, Dürren. Überschäumende Verfechter dieser Theorie vertaten sich bei ihren drastischen Folgenschilderungen zwar mit aberwitzigen Stilblüten (man denke nur an Claudia Roths Fukushima-Post oder Karl Lauterbachs Versuch, den Tsunami in Indonesien als Folge des Klimawandels darzustellen), und vergessen gewohnheitsmäßig, dass die meisten Flüchtlinge der Erde aus vom Klimawandel überhaupt nicht betroffenen Erdteilen kommen. Doch sexy an dieser genialen Klima-Migrations-Verquirlung ist bis heute, dass sich die juristisch eng gefasste Definition von „Asyl“ oder „Fluchtgründen“ beliebig ausweiten und daraus zugleich der nächste Schuldkult aufbauen ließ: „Gerade wir als Deutsche“ (einmal wieder) sind durch unsere rücksichtslose Lebensweise in Form von Wegwerfkonsum, Waffenhandel und Massentourismus selbst daran schuld, dass andere ihre Heimat verlieren.

Noch frappierender ist dabei die frühzeitige Verknüpfung des absehbaren Gegenfinanzierungbedarfs für afrikanisch-arabische Elendsmigration mit ökologischen Notwendigkeiten: Wer die Archive durchblättert, findet eine höchst aufschlussreiche Forderung des damaligen Finanzministers Wolfgang Schäuble vom Januar 2016, über den unter anderem die „Zeit“ berichtete: Damals, auf dem Höhepunkt der Balkan-Flüchtlingswelle, brachte dieser eine europaweite Benzinsteuer ins Spiel. Mit Rücksicht auf die damals noch mächtigeren konservativen Gegenstimmen in der Union (es war lange vor dem großen Aufstieg der AfD) versuchte Schäuble, die geplante Spritverteuerung zwar nicht mit den Folgekosten der Migration, sondern mit Maßnahmen zur Grenzsicherung zu rechtfertigen; diese dürfe „nicht an zu geringen Mitteln“ scheitern. Rückschauend betrachtet erscheint es allerdings mehr als auffällig, dass schon damals die durch die Migrationslawine erwarteten Kosten durch ausgerechnet ökologisch-energetische Mehrbelastungen aufgefangen werden sollten – ganz im Stil des jetzt verabschiedeten „Klimapakets“.

Schäubles Vorhaben scheiterte damals bekanntlich an fehlender politischer Durchsetzbarkeit; 2016 ging es auch noch nicht so manisch um CO2 und Klimaziele wie heute. Jetzt jedoch, knapp vier Jahre später, sind Verteuerungen nicht nur en vogue, sondern werden geradezu verzweifelt herbeigerufen. Wenn Wohlstandsbürger und ihre Kids mit bunten Transparenten und wutverzerrten Mienen empört aufschreien, dass die 10 Euro pro Tonne, um die sich fossile Kraft- und Brennstoffe CO2-bedingt verteuern sollen, „ein Witz“ seien und dass die für 2025 vorgesehene Verteuerung um 35 Euro gefälligst „sofort“ hermüsse – dann hat die Politik ihre Bürger genau da, wo sie sie haben will: Der Weg ist frei für noch mehr Staatsquote, für noch weniger Netto vom Brutto, für noch höhere Belastungen.

Und wofür all das? Eine Zweckbindung der Mehrerlöse durch das Maßnahmenpaket für den „Klimaschutz“ anzunehmen ist ebenso naiv, als würde man ernsthaft glauben, die Tabaksteuer wäre je Opfern des Rauchens zugute gekommen, die Mineralölsteuern dem Straßenbau oder die damalige rotgrüne „Ökosteuer“ dem Umweltschutz. Das Geld wird immer dort landen, wo es am dringendsten gebraucht wird. Und da gibt es, in Zeiten einer ungebremsten Masseneinwanderung in die Sozialsysteme, letztlich nur einen großen Verwendungszweck.

Vielleicht sehen wir hier Hegels geschichtliche Dialektik am Werk. Bevölkerungsersetzung und Klimapanik passen zueinander wie die Faust aufs Auge, wenngleich der Steuermichel dabei zwischen die Räder gerät. Konsequenterweise hat die „Heldin unserer Zeit“ (Stern) und „Ms. Europe“ (Spiegel), Carola Rackete, die sowohl im friedlichen Klimaterrorismus („Extinction Rebellion“) als auch in der humanitären Hilfsschlepperei als Kapitänin das Kommando führt, auch angekündigt, sich „auf lange Sicht“ nach Chile oder Kasachstan absetzen zu wollen, weil sie das Menschengewimmel in Deutschland nicht erträgt.

Anhang

Opportunistische Politiker haben (unter dem Druck humanitärfrömmlerischer Leitmedien und ihrer Leser) unsere Zukunft bereits gestohlen. Jetzt versuchen sie, unser letztes Geld abzupressen, um Zeit zu kaufen. In seinem neuen Roman „Guérilla“ beschreibt der französische Soziologe Laurent Obertone den Kampf aller gegen alle in einem unter dem doppelten Angriff der Masseneinwanderung und politischen Infantilisierung zusammenbrechenden Frankreich. Er hat auch in Sachbüchern erklärt, warum dieser Zeitpunkt nicht mehr weit entfernt ist und die Sorge auch von den zynischeren (realistischeren) Machtpolitikern des Landes geteilt wird. Laut Obertone ist es an der Zeit, dass jeder sich privat auf diesen kommenden Zusammenbruch der Zivilisation, in dem der Mensch des Menschen Wolf sein wird, vorbereitet. Ähnlich wie in Afrika und im Dreißigjährigen Krieg würden sich die Menschen zu plündernden Freibeutergruppen zusammenschließen. Die Überlebenschancen seien schlecht, individuelle Vorratsbildung allein bringe so gut wie gar nichts. Der Roman soll helfen, sich auf das Kommende einzustellen. Das Bürgerkriegs-Szenario liegt schon lange in der Luft und ist Gegenstand vieler Prognosen, aber wenige sind so fundiert wie die von Obertone.

3 Kommentare zu „Kohle für Großen Austausch: was Klimaschutz mit Massenmigration zu tun hat“

  1. Hallo, Philolaos, ein sehr guter Artikel. Du schreibst: „In seinem neuen Roman „Guérilla“ beschreibt der französische Soziologe Laurent Obertone den Kampf aller gegen alle“. Würde mich interessieren, wie der Kampf „alle gegen alle“ im Detail aussieht. Was schreibt Obertone dazu?

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