Legendäres Beatles-Album „Abbey Road“ stürmt die britischen Charts

Am 26. September 1969 veröffentlichten die Beatles ihr letztes Studio-Album „Abbey Road“. Zum 50. Jahrestag erschien nun eine Re-Edition dieser Kult-Scheibe zusammen mit einer zweiten CD, auf der sich bisher unveröffentlichtes Material befindet.

Erst letzthin hatte ich mich gewundert, als sich im Kinderkanal des Bunten Rotfunks (BR) eine Göre das Beatles-Stück „Penny Lane“ wünschte. Eigentlich könnte man meinen, für Kinder sei das Schnee von gestern. Und nun die Nachricht, daß die Neu-Auflage des berühmten Albums mit dem Zebrastreifen im Oktober 2019 die britischen Charts stürmt. Eine Schlagzeile, die wie aus der Zeit gefallen scheint und doch so stimmig ist wie nur was.

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Abbey Road Twitter Paul McCartney

Die Musik der Beatles ist definitiv unkaputtbar. Kompositionen mit Substanz, was sich nicht zuletzt in unzähligen hinreißenden Cover-Versionen widerspiegelt. In Jazz-, Klassik- oder Rock-Versionen. Yesterday, Let it be, Hey Jude oder Joe Cockers Version von „With a little help from my friends“ sind einfach nur zum Niederknien.

Die Beatles waren für viele junge Leute ein Schlüsselerlebnis. Die Zahl der Musiker, die erst durch die Beatles zur Glampfe oder zum Schlagzeug fanden, um dann später selbst erfolgreiche Rockstars zu werden, geht in die Hunderte.

Zwischen 1962 und 1970 veröffentlichten die Beatles 12 Alben. Eines besser als das andere. Aber schon 1969 zeichnete sich das Ende ab. Am 12. März 1969 heiratete Paul McCartney Linda Eastman, am 20. März John Lennon Yoko Ono. Geschäftliche und private Differenzen belasteten die Beziehungen der Fab Four.

Um so überraschender war es, daß sich das Quartett am 26. April 1969 dann doch nochmal zusammenfand, um ein neues Album, das zuerst (Mount) Everest heißen sollte, bis man sich auf „Abbey Road“ einigte. Am 19. August nahmen die Beatles George Harrisons „Here comes the sun“ als letztes Stück der LP auf, am 20. August fanden sie sich abschließend nochmal im Studio zusammen, nachdem Ian McMillan am 8. August 1969 das tausende Male kopierte Cover-Foto auf dem Zebrastreifen der Abbey Road im Kasten hatte.

50 Jahre «Abbey Road» von den Beatles
HANDOUT – 24.02.2010, —: CD-Cover aus dem Box-Set „Abbey Road“ von den Beatles. Vor 50 Jahre wurde das Album Abbey Road von den Beatles veröffentlicht. Das Album wurde nach der gleichnamigen Straße im Londoner Stadtteil St. John·s Wood benannt. (Aufnahmedatum und -ort unbekannt – zu dpa «Der letzte Geniestreich: 50 Jahre «Abbey Road» von den Beatles») Foto: Apple Corps Ltd/dpa – ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der Berichterstattung über die Beatles und The Analogues. Das Foto darf nicht verändert und nur im vollen Ausschnitt verwendet werden. Keine Archivierung. Nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++

Zwischen dem 6. Mai und 1. Juli 1969 stellten die Beatles ihre Arbeiten für das neue Album vorübergehend ein. Wegen eines Verkehrsunfalls im Juni 1969 in Schottland kehrte John Lennon erst am 21. Juli 1969 wieder mit vollem Einsatz in die Abbey Road Studios zurück. Aber dann gleich mit dem Hammer-Stück „Come Together“, das wie „Help“ wieder ein typischer Knüller von Lennon war.

Summa summarum spannende und stürmische Zeiten im „Summer of 69“ zwischen Mondlandung, Woodstock (15.-18.8.1969) und Vietnam-Krieg.

Auf der Bonus-CD befindet sich u.a. eine Instrumental-Version der Komposition „Because“, die in ihrer „nackten“ Form den Charme von Beethovens „Mondschein-Sonate“ evoziert.

Interessanterweise gab es sogar vorübergehend den Plan, zu Weihnachten 1969 ein weiteres Album zu produzieren:

„Am 8. September 1969 trafen sich Lennon, McCartney und Harrison (Ringo Starr war an diesem Tag zu einer Untersuchung im Krankenhaus) zu einer Besprechung in der Savile Row. Um Starr später über die Ergebnisse informieren zu können, wurde das Treffen auf Tonband aufgezeichnet. Themen waren unter anderen eine mögliche neue Single vor Weihnachten sowie das Nachfolgealbum von Abbey Road. Lennon schlug vor, dass er, McCartney und Harrison jeweils vier Lieder und Starr zwei Lieder beanspruchen dürften, er wünschte zudem, die Autorenschaft Lennon/McCartney solle beendet werden.[10] Die Aufzeichnung des Treffens wurde 50 Jahre später veröffentlicht und widerlegte die bis dahin verbreitete Annahme, den Beatles sei bereits während den Aufnahmen bewusst gewesen, dass Abbey Road ihr letztes Album sein würde“ (Wikipedia)

Am 8. Mai 1970 erschien mit „Let it be“ das letze Album der Beatles, das allerdings schon vor „Abbey Road“ aufgenommen wurde. Letzte offizielle Single der Beatles war passenderweise eine Aufnahme mit dem Titel „The long and winding road“.

Am 10. April 1970 gab Paul McCartney die Auflösung der Beatles bekannt. John Lennon, Paul McCartny, George Harrison und Ringo Starr setzten ihre Karriere als Solo-Künstler fort.

John Lennon wurde am 8. Dezember 1980 von einem Attentäter in New York erschossen, George Harrison starb am 29. November 2001 an Lungenkrebs.

Die Beatles sind Geschichte, ihre Musik nicht.

Anhang

John Lennons „Imagine“ wird regelmäßig als Hymne der Bunten Republik eingesetzt.  So etwa bei antivölkischen Festakten von Merkel oder bei Gegendemos. Die Botschaft ist die der zur EU-Hymne erhobenen „Ode an die Freude“, nur dass an die Stelle des Alkohols das LSD getreten ist, unter dessen Einwirkungen alls Grenzen und Strukturen schwinden und das Oneworld-Paradies anbricht. Die Welle der Rockmusik, die im Hintergrund dudelt und auf ihren Rhythmus mit „Beat“ aufmerksam macht, wird vielfach als Zeichen des Niedergangs der Musikkultur und sogar „Niedergang des amerikanischen Geistes“ („Closing of the American Mind“) interpretiert, so auch vom Autor des gleichnamigen Bestsellers von 1988, Allan Bloom.

Musikwissenschaftliche Studien zeigen, dass die Kompositionen in den Jahren nach den Beatles immer armseliger wurden, was sowohl mit einem musikalisch immer unbedarfteren Publikum – siehe Punk oder Rap – zusammenhängt als auch mit den Regeln des prekären Gewerbes, das von Aufmerksamkeit in Hintergrunddudelei aus dem Radio lebt. In manchen dieser Studien ist zu erfahren, dass die Musik der Beatles vergleichsweise vielseitig und anspruchsvoll war. Auch deshalb sind sie zu Klassikern ihres ansonsten schnellebigen unklassischen Genres geworden.

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