Vorsicht, Falle! Ibiza ist überall. Björn Höckes abgebrochenes ZDF-Interview.

Während der Bunte Rotfunk (BR) stinkfaul-argumentfrei die amtliche Nazifizierungs-Erzählung der Bunten Republik verbreitet, legt das ZDF mehr Ehrgeiz an den Tag. Es versucht, Björn Höcke aufs Glatteis zu führen, um damit das Narrativ von der zutiefst gespalteten AfD, die endlich Nazis jagen oder auseinanderlaufen müsse, auf ihre Weise zu füttern. Für diese Zielsetzung ist Björn Höcke schon heute eine „interessante Persönlichkeit“. Für andere Zwecke hingegen darf er gar nicht zu Wort kommen. Das wissen Björn Höcke und sein Medienberater Günter Lachmann nur allzu gut. Man wundert sich daher, warum sie sich zunächst auf das Spiel einließen.

Höcke-Kritiker Daniel Matissek liefert dazu ein paar erhellende Details und Überlegungen:

In Vergessenheit war da längst eine ganz ähnliche Interviewsituation vom Juli 2018 geraten, die ebenfalls einen Spitzenpolitiker aus Thüringen betraf, der von einem öffentlich-rechtlichen Journalisten interviewt wurde – und sich, so wie jetzt Hoecke, nach einigen Minuten mit Fragen konfrontiert sah, die ihn alles andere als glücklich machten. Und ganz so wie Höcke forderte er damals, das Interview nochmal von vorne zu beginnen – ohne die beanstandeten Fragen – doch siehe da: seinem Wunsch wurde damals prompt entsprochen, das Gespräch neu aufgezeichnet und nur die „genehme“ Fassung gesendet.

Entscheidender Unterschied: Der Interviewpartner hieß damals Bodo Ramelow, Ministerpräsident der „Linken“. Beim Sommerinterview des ARD-Senders MDR sah sich Ramelow jäh mit einer zuvor „nicht abgesprochenen“ Frage nach einem umstrittenen Tweet konfrontiert, in dem er seinem grünen Justizminister zum Abitur von dessen Sohn gratuliert hatte (diesem war zuvor eine Prüfungsbefreiung zum Ende der 10. Klasse gewährt worden – ein Fall mutmaßlichen Amtsmissbrauchs des Ministers, wegen dem ein eigener Untersuchungsausschuss des Thüringer Landtags – „Lauinger-Affäre“ – ermittelt). Ramelow geriet über diese Frage derart in Rage, dass er barsch forderte, das Interview unter Aussparung dieses Themas neu zu beginnen – oder es auf der Stelle abzubrechen. „Ich steh‘ auf und geh!‘!'“, drohte Ramelow wörtlich. Doch – na sowas – ganz anders als bei Höcke knallten die öffentlich-rechtlichen Redakteure daraufhin die Hacken zusammen – und taten, wie von ihnen verlangt.

Diese Anekdote zeigt geradezu paradetypisch die Parteilichkeit, Einseitigkeit, Unaufrichtigkeit und moralische Verkommenheit eines gebührenfinanzierten Senderwesens auf, dessen Nähe zur Politik und insbesondere etablierten Parteien der Opposition und ihren Vertretern keine echte Chance lässt. Dort, wo investigativer Journalismus wegen konkreter Verdachtsmomente auf eklatante Klüngelei und Amtsmissbrauch gefragt wäre, knicken sie ein; und da , wo eigentlich eine kritische inhaltliche Auseinandersetzung gefordert ist, gerade gegenüber dem nationalkonservativen „Flügel“ der AfD, versteift man sich auf eine durchschaubare, armselige Schmutzkampagne, indem man um jeden Preis sprachliche „Hitler-Nähe“ konstruieren will.

In Fällen aber, woe diese Nähe inhaltlich und formal gar nicht erst herbeiphantasiert werden muss, sondern evident ist – etwa bei Grönemeyers Wiener „Sportpalast“-Rede – wird der Problemkreis „historisch vorbelastete Sprache“ vom ZDF natürlich nicht thematisiert, versteht sich. In Interviews mit Robert Habeck oder Katrin Göring-Eckart haben die Befragten regelmäßig keinerlei Unbill zu befürchten; man weiß schließlich, was gefragt wird und was nicht – da sind Patzer wie bei Ramelow, bei denen kurz die Muskeln spielen gelassen werden müssen, meist gar nicht nötig. Die entlarvende Antwort Habecks auf die wegen einer Ton-Panne „stumme“ Frage Bettina Schaustens in der ZDF-Wahlsendung zur Sachsenwahl am 1. September spricht Bände: „Ich kann trotzdem antworten, auch ohne die Frage gehört zu haben wahrscheinlich.“ Wo Interviews zum Wohlgefallen aller Beteiligten vorher abgesprochen sind und die befragten Politiker, anders als bei der AfD, nie befürchten müssen hereingelegt zu werden, kommen solche schmunzelnden Bonmots heraus.

Björn Höcke hat in seinem „gescheiterten“ Interview ebenfalls keine Figur abgegeben; er war situativ überfordert, seine Reaktion schwankte zwischen Weinerlichkeit und Überheblichkeit, und es wirkte, als sei er eine Marionette seines Pressemanagers Lachmann, der im Off mit dem ZDF-Redakteur über Form und Stil des Interview diskutierte, während die Kamera pausenlos auf Höckes Gesicht gerichtet blieb. Und trotzdem waren die Äußerungen Höckes – verglichen mit früheren Statements – zumal angesichts der mehr als unfairen Behandlung durch den Staatsfunk – hier vergleichsweise ausgewogen und moderat. Seine Erklärung etwa, dem verantwortlichen ZDF-Gesprächspartner in Zukunft „für kein Interview mehr zur Verfügung zu stehen“, war nur konsequent. Die unverfrorenen Falschmeldungen im Nachgang des abgebrochenen Interviews, nach denen Höcke dem Redakteur „gedroht“ habe, zeigen abermals, wie ihm – und der AfD – das Wort im Mund herumgedreht wird: Höcke hatte – bezogen auf seine vorangegangene Ankündigung, dem Mann künftig keine Interviews zu geben – nachgeschoben, vielleicht werde er ja einmal eine „interessante politische Person“ – gemeint war dies natürlich so, dass es der Journalist dann womöglich bedauern werde, ihn nicht mehr für ein Gespräch vor die Kamera zu bekommen. In der Rezeption der Medien wurde daraus eine Drohung gebastelt; Höcke habe mit dieser Aussage angedeutet, der Journalist müsse negative Konsequenzen fürchten, falls er einmal „an der Macht“ sei.

Matissek schreibt dieses Verhalten der Journalisten einem kollektiven Wahn zu:

Der NS-Übertragungswahn steckt wahrlich so tief in deutschen Journalistenköpfen, dass es vor ihren bizarren Interpretationen kein Entrinnen gibt.

Aber auch Wahn hat oft Methode. In diesem Fall deckt sich der Wahn mit der amtlichen Position der Bunten Republik, wie sie vom Bundespräsidenten, vom Haldewang-Verfassungsschutz, vom Baer-Voßkuhle-Gericht, von den Rundfunkräten und eben allem, was im Breiten Bündnis der Parteien, Staatsgewalten, Konzerne, Gewerkschaften, Medien und Besten der Guten Rang und Namen hat, unisono propagiert wird und auch werden muss, um nicht als Wahn erkannt zu werden. Es mag sein, dass diesmal der Schuss hinten losgegangen ist, weil beim ZDF Übereifrige am Werk waren, aber das Breite Bündnis steht zur Schadensbegrenzung bereit. Deshalb verbreitet es auch einhellig die Falschnachricht über eine „Drohung“ Höckes.

4 Kommentare zu „Vorsicht, Falle! Ibiza ist überall. Björn Höckes abgebrochenes ZDF-Interview.“

  1. Liebe Freunde, im Kern hat Höcke recht, in fast allem, was er so von sich gibt. Aber in Zeiten, in denen die Wolfsrudel der PC sogar über Leute wie Sarrazin oder Maaßen herfallen, gilt das Prinzip der Mäßigung. Auch wenn ich objektiv im Recht bin, wenn ich von „Verwesungsgeruch der Demokratie“ rede, muß ich meine Sprache zügeln. Auch ich bezeichne Kommunisten als solche, Grüne als Staatszerstörer, die Merkelokratie als totalitäres Komplott, das einen Putsch gegen das GG unternommen hat. Und damit das Widerstandsrecht gem. § 20 GG auslöst. Nur bin ich niemand, auf den alle Kameras und Mikros gerichtet sind. Ich werde nur auf Twitter gelöscht und Kommentare von mir in den „Qualitätsmedien“ oftmals nicht veröffentlicht. Höcke ist etwas anderes. Höcke ist der Zünder, den die Bunten auslösen, wenn es wieder um Argumente vs. AfD geht. Der gute Mann muss sich zurücknehmen, im Interesse aller, die gegen den bunten Neokommunismus ankämpfen.

    Gefällt 3 Personen

    1. Höcke hat leider mit sehr Vielem nicht Recht.
      Sobald sich der Herr verbeamteter Lehrer auf das Terrain der Ökonomie verirrt, kommt nur Unsinn heraus, der leider stark an die sozialistische Konmandowirtschaft der Nazis erinnert. Antikapitaluus und Antiamerimanismus sindam Ende nichts als Armut für Alle.

      Liken

  2. Anhand des letzten ZDF-Interviews mit Björn Höcke, das für viel künstliche Aufregung sorgte, kann man die Fehlleistung eines PR-Beraters und die katastrophale Folge davon studieren.
    Björn Höcke war schon vor Beginn des Interviews emotional etwas instabil. Ein kluger PR-Berater hätte ihm nahegelegt, den Termin unter diesen Umständen abzusagen.
    Dann aber parierte er sachlich, klug und humorvoll die Fangfragen, mit denen erwartungsgemäß der Regimepropagandasender ihn – entgegen der zuvor erfolgten Themenabsprache – konfrontierte.
    Plötzlich meldete sich aus dem Hintergrund, aus nicht ersichtlichem Anlaß, sein PR-Berater zu Wort mit der Forderung, das Interview abzubrechen und zu wiederholen.
    Höcke hatte sich bis dahin sehr respektabel in der Diskussion geschlagen. Man wüßte nicht, wie er es bei einem erneuten Anlauf hätte besser machen können.
    Daß der Sender sich auf dieses Ansinnen nicht einlassen würde, stand von vorne herein fest. Nur Björn Höckes PR-Mann war das nicht klar?!
    Von nun an saß der Politiker nur noch wie ein gemaßregelter Schuljunge da und überließ seinem PR-Berater das Feld. Dieser verwies auf die emotionale Angeschlagenheit seines Schützlings, die dieser jedoch ganz erstaunlich professionell im Gesprächsverlauf – trotz des widrigen Umstandes eines ihm nicht gewogenen Gegenübers – in den Griff bekommen hatte. Erst nach der Intervention seines PR-Mannes geriet Björn Höcke argumentativ in eine Schieflage, weil er sich die Aussagen seines Beraters fälschlicherweise zu eigen machte. Und erst dann verstieg Björn Höcke sich in ungeschickte Reaktionen.
    Ohne seinen PR-Berater hätte Björn Höcke alle Aussichten gehabt, einen schwierigen Medientermin erfolgreich zu meistern. So aber geriet das Ganze zum Fiasko.
    Es drängt sich hier sogar der Gedanke auf, ob der PR-Berater kein auf Höcke angesetzter Saboteur ist.

    Gefällt 1 Person

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.