Von Mannichl zu Lübcke – wie sich die Bilder gleichen. Die Nazi-Sau wird einmal mehr durch´s Dorf getrieben.

von Notan Dickerle

Anwärter auf den Leuchturmpreis für mutigen Journalismus gegen „Bunt“

Schon wieder haben die Nazis zugeschlagen! Der Mord an dem umstrittenen hessischen CDU-Politiker Walter Lübcke ist zwar noch nicht aufgeklärt, dennoch hat die Bundesanwaltschaft (laut Wikipedia) das Delikt „als politisches Attentat eingestuft und geht von einem rechtsextremen Hintergrund aus.“ Die Deutschen lernen eben nichts dazu! Die Gerichtsreporterin der Alpenprawda alias „Süddeutsche Zeitung“, seit über 20 Jahren treue Mitarbeiterin ihres Chefs Heribert Prantl, fabuliert gar von „einer braunen RAF“, der u.a. bereits die flüchtlingsfreundliche Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker („eine Armlänge Distanz“) zum Opfer gefallen sei.

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Propaganda der Prantlhausener Pest- und Pinocchio-Postille alias SZ oder Alpenprawda screenshot

Die RAF, das waren noch Zeiten! Da war selbst Bundeskanzler Willy Brandt – sonst Liebling aller Linken – der Ansicht, man müsse (mindestens) alle Register des Rechtsstaates ziehen, um die regelmäßig mit Bekennerschreiben signierten Anschläge zu unterbinden, während die intellektuellen Proletarier aller Länder (wie der französische Philosoph Jean Paul Sartre, um den prominentesten zu benennen) sich gar nicht genug um das Wohlergehen der Mitglieder dieser roten Terrorgruppe sorgen konnten: „Isolationsfolter“, wenn nicht Schlimmeres wurde den notorischen deutschen Henkersknechten vorgeworfen, in denen noch immer das Mördergen schlummerte und die den Durst der Delinquenten nach sozialer und historischer Gerechtigkeit einfach nicht zur Kenntnis nehmen wollten… Als die RAF-Verbrecher die Ausweglosigkeit ihrer Situation einsehen mußten begingen einige von ihnen Selbstmord, andere suchten ihr Heil in der DDR (die SED hatte sie von Beginn an gefördert) wieder andere wurden verurteilt und tauchten wie Christian Klar nach ihrer Freilassung im Umfeld der SED-Nachfolgepartei „Die Linke“ wieder auf.

Nichts von alledem im Fall Lübcke. Da weiß man noch überhaupt nichts, außer daß der ehemalige Abgeordnete im Hessischen Landtag und Regierungspräsident im Bezirk Kassel mit seiner Aufforderung an die Deutschen, das Land zu verlassen wenn man mit der Flüchtlingspolitik der guten Kanzlerin nicht einverstanden sei, auf wenig Verständnis gestoßen sei und Droh- und Haßschreiben erhalten habe – das bekannte Prinzip von Druck und Gegendruck. Fast vier Jahre ist das jetzt her, in denen sich viele empörte Deutsche an den faktischen Staatsstreich von oben beinahe gewöhnt zu haben scheinen.

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Yasha Mounk Quelle: https://steemit.com/deutsch/@stayoutoftherz/yascha-mounk-spricht-wieder-klartext

Die „Verwerfungen“, die der deutsch-jüdisch-amerikanische Politologieprofessor Yasha Mounk in den “Tagesthemen” vom 20.2.2018 im Zusammenhang mit dem “historisch einzigartiges Experiment der Verwandlung einer monoethnischen und monokulturellen in eine multiethnische Demokratie” prognostiziert hat, sind bisher jedenfalls nicht eingetreten. Der deutsche Michel verhält sich im Gegenteil bisher ausgesprochen “compliant” und läßt sich von der konsequenten Antifa-Pädagogik des polit-medialen Establishments bzw. der „Merkel-Jugend“ weitgehend beeindrucken und einschüchtern: Die Pegida-Bewegung ist zum Stillstand gekommen, die AfD legt nur noch in den ostdeutschen Bundesländern zu, in den sozialen Netzwerken herrscht die Furcht vor, gesperrt zu werden. Kandel ist nicht mehr überall, Merkel muß nicht mehr weg, man hält lieber den Mund…

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Propaganda der FAZ Diffamieren – Dämonisieren – Denunzieren screenshot

Der Fall Lübcke ist nicht der erste Fall intensiver publizistischer Nazifierung eines ungeklärten Tatbestandes. Er erinnert im Gegenteil fatal an denjenigen des Passauer Polizeichefs Alois Mannichl, der vor gut 10 Jahren als wahrscheinlich der erste seiner Art propagandistisch ähnlich verwertet wurde und an den an dieser Stelle erinnert sei:

Am 13. Dezember 2008 wurde auf Mannichl ein Messeranschlag verübt. „Neonazi sticht Polizeichef nieder“ – so und ähnlich lauteten die Schlagzeilen. Mannichl war wegen seiner harten Haltung gegenüber Rechtsextremisten bekannt und bei diesen verhaßt. Der Täter soll ihn eigenen Angaben zufolge nazistisch beschimpft und überdies die für den Personenkreis typische Glatze (Vorsicht Vorurteil!) getragen haben. Eine 50-köpfige Sonderkommission wurde ins Leben gerufen, Lichterketten gegen Neonazis organisiert („Passau ist bunt!“ – damals fing die bunte Mode an…), gegen die der damalige bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer härter durchzugreifen versprach, nachdem SPD-Außenminister Steinmeier einen höheren Fahndungsdruck verlangt hatte. Der OB von München installierte damals die bis heute den „Kampf gegen Rechts“ steuernde und befeuernde „Fachstelle gegen Rechtsextremismus“.

Die SoKo wurde indes nicht fündig, der Fall von regulären Fahndern übernommen, die Zahl der befassten Mitarbeiter reduziert. Mögliche Verbindungen in die Eishockeyszene, ins österreichische Rockermilieu oder gar zur „Zwickauer Terrorzelle“ der NSU (schon damals!) bestätigten sich nicht. „Ein Attentat mutiert zum Rätsel“ titelte der „Spiegel“, und aus Ermittlerkreisen wurde eine Reihe von Ungereimtheiten bekannt: Die Tatwaffe, ein 12cm langes Küchenmesser, gehörte zu Mannichls Haushalt, lag zur Tatzeit auf dem Fensterbrett seines eigenen Hauses und wies keine Spuren auf. Die Fingernägel des Opfers wurden nicht nach DNS-Spuren untersucht. Der Stich war nicht mit Wucht geführt worden und auch nicht lebensgefährlich, wie ursprünglich behauptet. Das Fehlen eines Bekennerschreibens war ebenso unüblich wie die Fahndung lediglich in eine Richtung, nämlich nach „rechts“. Mitglieder der SoKo klagten über Einschränkungen ihrer Ermittlungsarbeit, unabhängige Fahnder zeigten sich befremdet über die frühe Festlegung sowie die Abweichung vom Grundsatz, von innen nach außen zu ermitteln, d.h. zunächst das private Umfeld auszuleuchten. Der leitende Oberstaatsanwalt kritisierte Mannichls ungenaue Beschreibung des Täters und warf ihm widersprüchliches Verhalten vor. Einen gezielten Anschlag aus der rechtsradikalen Szene hielt er eher für unwahrscheinlich.

Zu diesem Zeitpunkt war das Kind aber bereits in den Brunnen gefallen und die rechtsextremistische Sau wieder einmal erfolgreich durch Deutsch-Naziland getrieben worden. Der Aufreger beherrschte zum Jahresende 2008 die Schlagzeilen, mit allen negativen Folgen für das Image Deutschlands. Die Entwarnung fand sich später in den Lokalteilen wieder. Geklärt ist der Fall Mannichl bis heute nicht. Im Mai 2011 wurde die Akte offiziell geschlossen. Mitte vergangenen Jahres wurde der inzwischen 62-jährige Leitende Polizeidirektor Alois Mannichl vom bayerischen Ministerpräsidenten Söder zum Leiter der wieder errichteten Bayerischen Grenzpolizei ernannt – mit Sitz im heimatlichen Passau.