Finnische Parlamentswahl: Wähler unterschieden nicht zwischen „Blauer Mitte“ und rechtem Flügel

In Finnland gibt es auch so eine Partei, die nach der Erzählung der Massenmedien immer weiter nach rechts gerückt ist. Und nun hat sich vor einiger Zeit auch ein gemäßigter „seriöser“ Teil abgespalten und eine eigene Partei gegründet. Offenbar ins Blaue hinein, und daher nennen sie sich auch „Die Blaue Zukunft„.
Der Teil der nach der Erzählung  der etablierten Medien dann nach rechts gerückt ist, die Wahren Finnen  hat nun auch noch einen  deutschfreundlichen Vorsitzenden,  der wegen Volksverhetzung vorbestraft ist.  Gemeint mit „volksverhetzenden Aussagen“ sind damit dem Islam nicht wohlgesonnene Verlautbarungen, die der jetzige Wahre Finnen PS-Chef Jussi Halla-aho getätigt haben soll. 2 Tage, nachdem Jussi Halla-aho zum neuen Vorsitzenden der Wahren Finnen gewählt worden ist, spaltete sich etwa die Hälfte der „Wahren Finnen“ ab und gründete die Blaue Zukunft und führte die „erfolgreiche Regierungspolitik“ mit starker Abgrenzung gegen Rechts und dem Schwingen der Nazi-Keule  fort. Die Wahren Finnen hingegen blieben ihrem Standpunkt treu und gingen in die Opposition. .  Den Medien und Demoskopen schien die Abgrenzung zu rechts  gefallen, jedenfalls sagten Sie den Wahren Finnen massive Stimmenverluste voraus. (11.1 Prozent beispielsweise in einer aktuellen Umfrage). Davon ist nun am Wahlabend nichts übrig geblieben. Mit 17.5% landete der PS nur hauchdünn auf Platz 2 (die SPD kam mit 17.7% auf Platz 1) und erhielt in etwa das Wahlergebnis von 2015, bzw. die Wahren Finnen (ohne die Blaue Zukunft“) gewannen sogar einen Sitz hinzu. Der erste Platz kostete den Wahren Finnen wohl die „Blaue Zukunft“,   die ein Prozent der Wählerstimmen erreichte. Nur deshalb können die „Sozis“ ihren ersten Platz mit 0.2 Prozentpunkten, bzw. a 7000 Stimmen Vorsprung „feiern“. Die Blauen sitzen im EU-Parlament laut „Wikipedia“  in der EKR Fraktion. Dieses eine Prozent dürfte jedoch ebenfalls für die Blaue Zukunft für einen Sitz im Parlament reichen, da es in Finnland keine Prozenthürden gibt. Kurz um: Der finnische Wähler ist es leid, zwischen Rechts, rechtsextrem und rechtspopulistisch zu unterscheiden oder Parteien „antifaschistisch“ zu prüfen.  Diese Medienfloskeln interessieren ihn nicht.  Die Wähler wollen  Parteien, die der Sache treu bleiben.

Insgesamt gesehen gibt es in Finnland jedoch keinen Rechtsrutsch- wie es Leitmedien behaupten – sondern einen Linksrutsch. Die Grünen legten um 3 auf 11 Prozent zu, die Sozialdemokraten  und die Linken gewannen jeweils 1 bzw. 1,2 Prozent., was netto zusammengerechnet ein Plus von etwa 5 Prozentpunkten bedeutet. Rechnet man jedoch auf der anderen Seite die Sitze der Wahren Finnen und der  gutmenschlichen „Blauen Zukunft“ zusammen, so ergibt sich der höchste rechtspopulistische Sitzeanteil seit Jahrzehnten. Und Prozentual wäre dann das Ergebnis von 2015 (17.7%) zu PS (17.5) BZ (1 Prozent) zusammengerechnet immerhin um 0.8 Prozent gewachsen. Viel wichtiger erscheint aber nun der Fakt, daß man die jetzigen Wahren Finnen offenbar nicht für alte Politik in neuen Schläuchen begeistern kann, bei der beispielsweise die Nazi-Keule ein notwendiges buntes Stilmittel sei. Und insofern zeigt das Beispiel Finnland recht gut, ob ein „gegen Rechts“ Konzept der Rechten funktionieren kann, um selbst im hellen Licht zu erscheinen. Ähm. Nein.

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