Heute vor 20 Jahren: Humanitäre Bomben auf Belgrad

Heute vor 20 Jahren, am 24. März 1999, begann die westliche Wertegemeinschaft ihre 78-tägige massive Bombardierung Belgrads und ganz Serbiens, einschließlich zahlreicher ziviler Objekte, was etwa 3500 Todesopfer forderte.

Joschka Fischer
Netzfund

Außenminister Joschka Fischer (GRÜNE) konstruierte auf Basis von Informationen, die sich bald als falsch herausstellten, die Gefahr eines neuen Auschwitz, das es unbedingt zu verhindern gelte. Mit dieser Moralkeule ließ sich trefflich Völkerrecht brechen. Der moralische Infantilismus, der die Enfants Terribles in Turnschuhen gekennzeichnet hatte, wütete auf einmal mit modernsten Waffen auf der Weltbühne. Diesmal kam er den USA als einziger verbliebener Supermacht entgegen. Joschka Fischer wurde zum Herold eines Jahrzehnts der humanitärchaotischen Kriegspolitik, dessen Scherbenhaufen zuletzt in Syrien von Russland aufgekehrt wurde und dessen Spätausläufer wir gerade in Venezuela beobachten.

Am Ende stand der Sturz von Staatspräsident Milosevic (wie später von Saddam Hussein, Gaddafi und um ein Haar Assad) und die neuen ethnisch homogenen islamischen Zwergstaaten Bosnien und Kosovo, die auch heute noch an fremdem Tropf hängen. Kosovo ist EU-Protektorat. Bosnien folgt hingegen türkischen und saudischen Zahlmeistern. Im Gegensatz zum atheistischen Tito-Jugoslawien gehören Kopftücher wieder zur Landschaft wie die Minarette und Moscheen, die wie Pilze aus dem Boden schießen.

Wir berichteten über die würdelose Feier des Anlasses durch Jogi Löws Diversschaft und ihre Sponsoren.

Eine anschauliche Zusammenfassung der damaligen Ereignisse liefert das russische Fernsehen, hier mit englischen Untertiteln:

Mehr Bilder zeigt die NZZ.

Der Bayerische Rundfunk widmete der Bombardierung Jugoslawiens u.a. folgende Sendung: https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/der-tag-an-dem-die-nato-eingriff,RLRwV76

KEWIL kommentiert bei PI:

Man kann es schon gar nicht mehr hören – in ihrer EU-Besoffenheit schwadronieren Politiker vom kleinen Dorfschultheiß bis zu unserem hähnchenbrüstigen Außenminister Maas immer wieder über die friedensreiche Wirkung der EU, die dafür gesorgt habe, dass in Europa seit 70 Jahren Frieden herrsche. Hat aber nicht!

Am 24. März 1999, genau vor 20 Jahren, griff die NATO Jugoslawien (Serbien und Montenegro) ohne ein UN-Mandat völkerrechtswidrig mit amerikanischen Cruise-Missiles und spanischen F/A-18 Kampfflugzeugen an und bombardierte das ganze Land, weil das orthodoxe Serbien den moslemischen Kosovo (mit dem Amselfeld) nicht aufgeben wollte. Es folgte ein 78-tägiger, sehr umstrittener Krieg mit teilweise über 1000 NATO-Flugzeugen, tausenden Toten, mehr als 800.000 Flüchtlingen und 30 Milliarden DM an volkswirtschaftlichen Schäden allein für Serbien.

Der grüne Außenminister Fischer wollte im Kosovo ein „zweites Auschwitz“ verhindern und drängte uns in diesen ersten blutigen und sehr dubiosen Krieg seit 1945. Befriedet ist der Kosovo aber bis heute nicht, der Krieg war alles andere als ein Erfolg (Vorgeschichte und Kriegsverlauf ausführlich bei Wiki). Und hier ein Serbe, ausgerechnet in der taz, mit seiner lesenswerten Sicht der Dinge:

12. April 1999
zu Joschka Fischers Geburtstag bombardiert die NATO Jugoslawien. Über 15 Tote Zivilisten, darunter Kinder, an dieser Eisenbahnbrücke
(c) Stefanovic

Es war nämlich ein Angriffskrieg der Nato auf ein souveränes Land, der im Widerspruch zur eigenen Charta stand. Es war der erste Kriegseinsatz der deutschen Bundeswehr nach dem Zweiten Weltkrieg und widersprach dem deutschen Grundgesetz – 14 deutsche Tornados wurden für die Luftaufklärung eingesetzt und bekämpften serbische Flugabwehrstellungen. Eine Verhöhnung der Vereinten Nationen und des Völkerrechts. Der „Kosovokrieg“ öffnete die Tür für die Kriegseinsätze im Irak, in Libyen, Syrien, Jemen.
In der Tat, man kann doch nicht mehr so naiv und blind sein, alles was NATO und EU zum Beispiel heute im Baltikum an Russlands Grenzen veranstalten, stramm und linientreu zu beklatschen. Höchstes Misstrauen wäre angebrachter.

In Belgrad wurden zum Jubiläum NATO- und EU-Flaggen verbrannt. Sie nennen auch ein paar Führungspersönlichkeiten des Westens als Kriegsverbrecher, die es in Den Haag zu richten gelte.

Anhang

In dieser Woche waren wieder grüne Politiker im Europäischen Parlament bei der Verabschiedung einer antirussischen Revolution treibende Kräfte.
Die Grünen bleiben unverbesserliche Propagandisten einer unipolaren Politik des Humanitärchaotismus, die Europa im Effekt zu einem uniformen, schutzlosen, souveränitätsfreien Einfluss-, Absatz- und Beuteraum für die USA (aber im Effekt auch Andere) macht. Genau in diesem Geiste ist die EU auch vor 50 Jahren zur Zeit der US-Agenten Jean Monnet, Robert Schumann und Walter Hallstein entstanden. Der Jugoslawienkrieg erklärt sich als Fortschreibung dieses Trends im Zeitalter der Unipolarität.








3 Kommentare zu „Heute vor 20 Jahren: Humanitäre Bomben auf Belgrad“

  1. Von nichts kommt nichts. Der fette Josef, Trauzeuge von Soros letzter Ehe hat das gleiche Sternzeichen wie der Gefreite aus Österreich. Die Handlungsstränge sind allerdings weit schlimmer für Zivilisten.

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  2. Bomben auf Belgrad,warum die Grünen dafür waren.
    Bomben waren auch das „Geschäft“ der RAF.
    JF, Landfriedensbrecher mit Taxischein, war ein Sypathiesant der Terroristen,oder ist es heute noch immer.

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