Niederlande: Rächzpopulisten verdoppeln Stimmenanteil

In den Niederlanden haben bei den Provinzialratswahlen die Rächzpopulisten ihren Stimmenanteil von 12% auf 24% verdoppelt.
Dabei sank der Anteil der Wilders-Partei PVV, während rechts von ihr eine neue Partei, das Forum für Demokratie FvD, aus dem Stand die zweitstärkste des Landes wurde.
Was Baudet auch von vielen anderen Führern rächzpopulistischer Parteien unterscheidet, ist, dass er selbst auch schon mehrere Bücher geschrieben hat. Zwar ist auch sein FvD den Sachzwängen des politischen Tagesgeschäfts und der Wählermaximierung unterworfen, die zu einer entsprechenden Verkürzung von Aussagen zwingt – dennoch lässt Baudet auch ein substanziiertes weltanschauliches Konzept hinter seiner Politik erkennen.
In den niederländischen Medien gilt Baudet als „konservatives Wunderkind“.
Ähnlich wie wir liebt Baudet die Wortbildung. Sein beliebtes Buch Oikophobie behandelt den „Hass auf das Eigene“, die ganz und gar unökologische Flucht aus dem eigenen Haus (oikos) und der eigenen Verantwortung, von der wir seit Jahren aus allerlei Blickwinkeln mit allerlei ungeläufigen Wörtern schreiben.
Die Dankesrede des FvD-Vorsitzenden Thierry Baudet (französischer Name aber niederländische Rede) gibt es mit englischen Untertiteln.

Eine ausführliche englischsprachige Video-Analyse des Wahlergebnis gibt es hier:
In Deutschland sackt derzeit die AfD in Umfragen ab. In Sachsen um 7%, in Hamburg ähnlich, wobei ein Scheitern an der 5%-Hürde droht.
Vielleicht liegt es an Spendenskandalen oder beständiger Nazifizierungsarbeit eines besonders fest entschlossenen Breiten Bündnisses.
Man kann viele Erklärungen heranziehen, aber das niederländische Beispiel sollte zeigen, dass das die AfD ihr Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft hat.
Frankreich hängt seinen führenden Rechtsintellektuellen an den Lippen. Eric Zemmour ist nach und nach als Buchautor vom verfemten und mit Volksverhetzungsprozessen gehetzten Journalisten zu einer geistigen Autorität herangereift, dem jetzt auch die französischen Republikaner (EVP, CDU/CSU-Geschwister) hinterherrennen, weil sie dort ihre Wähler hinrennen sehen. Philippe De Villiers hat sein „Electorat“ (Wählerschaft) durch „Lectorat“ (Leserschaft) ausgetauscht und dadurch kaum ein Einfluss eingebüßt. Im Gegenteil hören die Leute De Villiers gerne zu, während sie bei der üblichen Politikerpolemik (wie wir sie z.B. von blauen Wutbildchen der AfD-Größen kennen) schnell abschalten.
Baudet zeichnet sich dadurch aus, dass er Lektorat mit Elektorat verbindet.
Baudets FvD hat alle linken Parteien aus dem Stand hinter sich gelassen, aber gerade deshalb wird er von deren wütenden Anhängern gehasst und bedroht, womit er Pim Fortuyn ähnelt, ohne etwa in dem Maße wie Geert Wilders den Islam angefeindet zu haben. Der Mörder von Fortuyn war ähnlich wie die die neulichen Angreifer von Alain Finkielkraut ein Angehöriger der wachsenden islamisch angehauchten oikophoben Wählerschicht. Alles, was für diese Gruppe als Feindesressource identifiziert, braucht Leibwächter, egal ob Mohammed beleidigt wird oder nicht.






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