Bunte Selbstgerechtigkeit inspiriert neue Terroranschläge

In Mailand demonstrierten neulich Medienberichten zufolge über 200.000 Menschen ihre moralische Überlegenheit, indem sie gegen die „rassistische“ Politik von Matteo Salvini und für Einlass aller Schutzbedürftigen demonstrieren. Zur Rechtfertigung dienten sowohl allerlei esoterische bis asoziale Sprüche als auch der Verweis auf heilige Ratschlüsse höchster RichterpriesterInnen.
Plakative Plakatparolen wie „Menschen Zuerst“ (gegen Salvinis Spruch „Italiener Zuerst“), „Wir sind alle im selben Boot“ und die Sprüche der Münchner Anti-Rassismus-Wochen (wie „100% Menschenwürde“) ergeben ein Sittengemälde des modernen Großstadtmenschen, dem erbliche und vertragliche Bindungen und Loyalitätspflichten ebenso wie soziale Kontrolle aller Art zuwider sind und der einfach bei Mama Weltstaat sein Menschenrecht auf bedingungsloses Grundeinkommen und garantierte moralische Überlegenheit einklagen möchte.
Wir sehen auch viele Schulmädchen, die wahrscheinlich am Freitag die Schule schwänzen und jedenfalls in beiden Fällen von einem mächtigen Breiten Bündnis angestiftet werden, das in Mailand ähnlich wie in Barcelona von einem roten Rathaus geführt wird. In Mailand mobilisierte allerdings nicht nur Mailand sondern die gesamte rote Schickeria Italiens mit 700 Gemeinden und zahlreichen Regionalgouverneuren von Rom nordwärts zu kostenlosem Spektakel, und manche Berichte redimensionieren die Zahl der Teilnehmer auf 51.000.

Erst gestern versuchte in Mailand ein Senegalese, 50 Schulkinder in einem Schulbus zu verbrennen, um auf etwas andere Weise ein Zeichen gegen restriktive Migrationspolitik zu setzen als kurz vorher das Breite Bündnis. Die Vermutung liegt nahe, dass der Täter von den selbstgerechten bunten Demonstranten inspiriert wurde, die erst gerade in Mailand ihre unwiderstehliche moralische Überlegenheit demonstriert hatten.


Noch ferner liegt ein gleichzeitiger Terroranschlag mit mindestens 3 Toten in Utrecht, bei denen es sich offenbar um eine Rache eines Türken an Christchurch handelt:
Dass der Türke ebenfalls von leitmedialer Hetze (und inbesondere auch von Hetze muslimischer Politiker wie Recep T. Erdoğan) in seiner Tötungslust bestärkt worden sein dürfte, arbeitet Martin Sellner im Video schön heraus.
Böse soll sich jetzt aber Matteo Salvini fühlen, weil in Neuseeland ein Terrorist die Überflutung des Lebensraums der europiden christlich geprägten Völker mit fremden und teilweise latent feindseligen Bevölkerungen anprangerte und als Gravamen nutzte, um dem von ihm verübten Massaker einen politischen Sinn zu geben.
Der neuseeländische Fall wird derweil sofort herangezogen, um Netzbetreiber mit drakonischen Strafen zu bedrohen und hektisch neue Regeln einzufordern, aber zugleich stürzen sich westliche Leitmedien auf Russland, dessen Präsident gerade nach langer ausführlicher Abwägung ein Gesetz gegen besonders gefährliche Falschnachrichten unterzeichnet hat.
Anders als das Maassche Maulkorb-Gesetz NetzDG, das bei der Ausarbeitung Pate stand, stellt das russische Gesetz für den Eingriff hohe Hürden auf, die seltene Anwendung erwarten lassen, und es bedroht keinen Internet-Dienstleister mit einem Damoklesschwert, das ihn dazu ermutigt, lieber zehn mal zu viel als ein mal zu wenig zu löschen.
West und Ost sehen den virtuellen Raum in Verbindung mit Bewegungen, wie man sie vom arabischen Frühling oder Farbenrevolutionen bis hin zu Gelbwesten kennt, inzwischen in sehr ähnlicher Weise als Quelle systemischer Sicherheitsrisiken, die von fremden Agenten ausgenutzt werden können, aber wenn der Osten auch noch so gemäßigt reagiert, ist er nach westlicher Definition reaktionär.

Anhang

Die EVP hat die Mitgliedschaft von Fidesz wie von der CDU/CSU vorgeschlagen suspendiert. Orbán darf in EVP-Entscheidungen sein Stimmrecht nicht mehr ausüben. Mit dem vielleicht unvermeidlichen EVP-Austritt lässt Fidesz sich Zeit. Die Sanktionen tun nicht weh. Stimmrechte Ungarns in der EU sind von der Maßnahme nicht bedroht, aber Brüsseler Klagen vor dem EUGH könnten eines Tages zu ähnlichen Ergebnissen führen.
Das katholische Domradio ruft Katholiken auf, Freitags zum Beten in Moscheen zu gehen, um Zeichen gegen das Christchurch-Massaker zu setzen.
In München präsidiert Miriam Heigl über die „Internationalen Anti-Rassismus-Wochen“ und brütet mit ihrer Buntjugend „Antirassismusmonster“ aus (während Berliner GenossInnen das „Mietenmonster“ bekämpfen). In Heidelberg tut es kroatischstämmige Jagoda Marinic ihr gleich. Maria Schneider berichtet (1, 2) über die wenig originellen egalitäfrömmlerischen Traktate der Frau Marinic und ihre Veranstaltungen, die wie auch in München den Charme des südafrikanischen Anti-Rassismus ausstrahlen. Das Gefühl der turmhohen moralischen Überlegenheit verträgt sich nicht mit Skrupeln. Wie in Mailand und Barcelona zögern die Kolleg*innen in München und Heidelberg nicht, schulpflichtige Kinder zu mobilisieren und Zwangsabgaben der alten weißen Männer, die Marinic als Hummeln abbildet und „Dummeln“ nennt, zu verprassen.
In den Leitmedien sitzen noch ein paar aufrechte Menschen, die an seriösem Journalismus interessiert sind. Christoph Heinemann („Deutschlandfunk“) zeigt sich von Hofreiter Toni und seinem Klima-Gesinnungskitsch völlig unbeeindruckt und besteht (vergeblich) auf Antworten. Der selbstgerechte Toni zieht es vor, Heinemanns nüchterne Fragen als „Ablenkung“ abzuqualifizieren. Angesichts der Bedeutung des Klimas verböten sich schnöde Fragen nach Legalität des Schulschwänzens.
Trotz der politischen Scharlatanerien von Greta, Luisa, Katha, Antonia & Co könnten die zugrundeliegenden Hypothesen vom menschengemachten Klimawandel ja dennoch zutreffen. Doch auch hier ist größte Skepsis angebracht, denn die wesentliche Frage des Rückkopplung im Klimasystem wird nicht gestellt:
Die CSU sieht den „Modellversuch“ zum „Islamunterricht“ in Bayern als Erfolg und will diesen Erfolg weiter ausbauen.
Der Terrorist von Christchurch wollte ähnlich wie die Klima-PanikerInnen eine ansteckende Kettenereaktion (Mem) auslösen, etwa nach dem Motto „Ich habe 50 Invasoren übernommen, jetzt seit ihr dran“. Das kann zwar kaum skalieren, aber es gibt immer Leute, die keine bessere Art finden, ihrem Leben einen Sinn zu geben. Und dass sie nach Sinn suchen und sich einbringen, ist an sich löblich, wie ja auch Merkel bezüglich der jungen Schulschwänzerinnen beteuert. Wenn die Endzeitsektiererinnen auch noch Strafen für ihr Schulschwänzen bekämen, würde ihr Handeln an Sinn gewinnen. Den Sinn der Schulbank und der lebenslangen bürgerlichen Karriere leugnen sie. Einen weiteren „Todestrieb“ (I.R. Schafarewitsch) sehen wir auch auf den Straßen Mailands am Werk. Welchen Weg des Selbstopfers man sucht, entscheidet jeder selber. Mit „Sinnsuche“ ließe sich auch „Dschihad“ übersetzen. Terroristen und Heilige verbindet vieles, und dies nicht nur im Islam, mit dem Tarrant und Breivik sogar insoweit liebäugeln.







4 Kommentare zu „Bunte Selbstgerechtigkeit inspiriert neue Terroranschläge“

  1. Hier kristallisiert sich der wahre Antagonismus heraus. Vergleicht zum Beispiel Grünen-Wahlergebnisse Niederbayern mit München.Eine Front zieht sich zwischen Stadt und Land. Wo wohnen die „urbanen Eliten“?
    Auf dem Land? Auf das man tlw. nur mi dem eigenen Auto kommt? Wo wohnen die Roten und Grünen? In Berlin, Hamburg, Bremen, Hannover, Frankfurt, Stuttgart und und und. In Italien gehen die Gutmenschen aus der städtischen Lombardei auf die Straße. In Zentren, die der Kapitalismus erst geschaffen hat protestiert man für seine Abschaffung. Und nicht nur die des Kapitalismus, sondern der ganzen Gesellschaft.
    Übrigens gab es bei uns auf dem mecklenburgischen Land noch keine Greta-Veranstaltungen. Woran das wohl liegt? An den Kühen, die im Wege stehen? An den Wölfen, die ruhelos durch die Dörfer ziehen? Ganz sicher sind die Landbewohner, ob hier oder bei Euch in Bayern immer noch bodenständig, familiär und konservativ gebunden. Komme uns mal einer mit rot-grünen Parolen.Unser nächstes großes Klinikum ist 20 Autominuten weg. Hammas?

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  2. Die christlichen Sektierer lassen sich immer wieder etwas einfallen. So liest man staunend:

    „Das katholische Domradio ruft Katholiken auf, Freitags zum Beten in Moscheen zu gehen, um Zeichen gegen das Christchurch-Massaker zu setzen.“

    Hierzulande nutzt der muslimischen Missionierung, wenn Kleriker der Konkurrenz dabei helfen. In Marokko 2012 und 2014 waren nur zwei Moscheen für Ungläubige geöffnet. Eine Ruine und die Moschee Hassan II in Casablanca gegen Eintritt:
    http://n0by.blogspot.com/2012/03/el-jadida-casablanca-mohammedia.html
    – und das natürlich nur außerhalb der Gebetszeiten für uns Ungläubige. Doch die Kunden den Kleriker christlichen Sekten ebenso kündigen wie Leser der Systemmedien ihr Zeitungsabo, springen jetzt gewiefte klerikale Marketingexperten auf den Zug der muslimischen Missionierung auf. Viel Glück!

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