Überfliegerinnen vs alte weiße Männer

Überfliegerin Luisa Neubauer ist der neue Stern am Himmel, den wir brauchen, um die Welt zu retten: jung, hübsch, grün und laut.
Luisa Neubauer macht mit Marionetta Greta Thunberg in Hamburg viel Krach: „Wir sind hier, wir sind laut!“ Zur Rettung des Klimas und Erzeugung von „Green Vibes“ fliegt Langstrecken-Luisa unentwegt durch die Welt. Neubauer hat die Schuldigen am CO2 gefunden: es sind ein paar wenige alte weiße Männer.

Die Wikipedia-Seite von Neubauer verteidigt diese gegen Vorwürfe, die, wie eine NZZ-Schreiberin bemerkt, „meist von Männern kommen“, und ihren privaten CO2-Ausstoß betreffen.

Vielfliegerei stört Gesinnungsvirus

Das wirkliche Problem der Umweltsirenen ist nicht ihr privater Kerosin-Fußabdruck sondern ihr unpolitisches, sentimentales Moralisieren, das die Komplexität der zu treffenden Abwägungen auf das reduziert, was in ihre Komfortzone passt. Die linksgrüne Wikipedia weist die Kritik von Jan Fleischauer mit einem Argument zurück, das Fleischauer im Fleischauer-Artikel eigentlich längst widerlegt hat:

Es gibt gerade eine lebhafte Diskussion über die Flugtätigkeit von grünen Politikern. Bei Luisa Neubauer, einer Klimaaktivistin, die als Gesicht der „Fridays for future“-Demonstrationen Bekanntheit erlangte, verzeichnet der Instagram-Account eine Reisetätigkeit, die jeden Reisebüroagenten stolz machen würde. Auch Katharina Schulze, die sympathische Grünenfraktionsvorsitzende aus Bayern, hat übers Jahr so viele Flugmeilen angesammelt, dass man mit einem Flugstopp eine ganze Landebahn hätte einsparen können.
Darf man als grüner Politiker fliegen? Selbstverständlich, wäre meine Antwort. Aus der Tatsache, dass jemand den Klimawandel für ein drängendes Thema hält, folgt ja nicht notwendigerweise, dass er seinen politischen Überzeugungen alles unterordnen muss. Das ist wie bei der AfD. So nett ein AfD-Anhänger im Einzelnen zu Flüchtlingen sein mag, so knallhart kann er dennoch für das Ziel streiten, möglichst viele Fremde außer Landes zu weisen.
Das Problem beginnt dort, wo man versucht, aus seiner politischen Haltung moralischen Mehrwert zu schlagen. Wenn man anderen gegenüber so auftritt, als wäre man ihnen überlegen, muss man sich auch persönlich an den Maßstäben messen lassen, die man öffentlich vertritt. Es ist logisch gesehen immer heikel, wenn man die Lösung politischer Fragen von individuellen Verhaltensänderungen abhängig macht, das eigene Verhalten in diesem Zusammenhang aber für unbedeutend erklärt. Vom Übermenschen erwartet man erst recht übermenschliche Disziplin.


Das Problem des Habeck-Gehabes und grünen Bessermenschentums liegt gerade in seiner regelmäßigen Vermischung des Politischen mit dem Privaten.
Deutscher Kohleausstieg bringt die Welt ja kaum weiter, aber man operiert eben nicht im politischen Rahmen sondern versucht, mit einer Gesinnung viele Individuen anzustecken, und das möglichst global über alle Grenzen hinweg. Es ist eine globalhumanitäre Bewegung, die einen Gesinnungsvirus verbreiten will.

Homo Davosiensis sieht sich als Thetan der Stufe E7

Es handelt sich dabei eben nicht um politische Konzepte sondern um Anti-Tribalismus, der seine Parallele im Anti-Rassismus, Anti-Faschismus, Anti-Sexismus etc findet.
Der Anti-Tribalist identifiziert sich mit einem Stamm von Menschen, die sich durch anthropologische Überlegenheit im Sinne eine höheren zivilisatorische Entwicklungsstufe kennzeichnen. Er sieht sich als Avantgarde einer Entwicklung vom Primaten zum Zivilisationsmenschen und kann sich dabei auf umfangreiche psychologische Literatur stützen, die auch bei den Spiegel-Kollegen von Jan Fleischauer begeisterten Anklang findet. Fleischauer referiert aus einem Text eines Kollegen:

Im Zentrum der Überlegungen der mittlerweile verstorbenen Psychologin Jane Loevinger von der Washington University steht ein Modell der Ich-Entwicklung, in dem sich der Zivilisationsgrad eines Menschen anhand von Stufen ablesen lässt. Wer sich auf Stufe E3 befindet, fühlt sich schnell angegriffen und ist stark auf den eigenen Vorteil bedacht. Der Mensch auf E4 neigt zum Schwarz-Weiß-Denken, aber ist dafür sozial orientiert. Wer E6 erreicht hat, zeigt erste Anzeichen selbstkritischen Denkens und versucht, anderen „auf Augenhöhe“ zu begegnen, wie es im Begleittext hieß.
Mich hat das ein wenig an die Stufenleiter erinnert, die sie bei den Scientologen anbieten. Ich habe nie ganz begriffen, wie es funktioniert, aber wenn man dort alle Kurse absolviert hat, dann schafft man es zum Operierenden Thetan in seiner höchsten Stufe, also einem Wesen, für das die herkömmlichen Gesetze der Schwerkraft keine Bedeutung mehr haben. Angeblich hat Tom Cruise diese Stufe erklommen, was ja insofern plausibel ist, als er seine Einsätze bei „Mission Impossible“ meist ohne Double absolvierte.
E7 ist ausweislich des Loevinger-Modells die höchste Stufe, die man derzeit als Normalsterblicher erreichen kann. Das kommt dem Operierenden Thetan ziemlich nahe. Wer sich auf dieser Ebene des Menschseins befindet, kennt keinen Hass und keinen Neid mehr.
Das Auge des E7-Titans liegt gleichermaßen wohlgefällig auf den Fleißigen wie den Faulen, weshalb er sich auch für das bedingungslose Grundeinkommen engagiert. Da er nur noch Menschen und keine Herkunft mehr kennt, haben Grenzen keine Bedeutung. Auch traditionelle Familien- und Geschlechterbilder zählen zu den Dingen, die er überwunden hat, ebenso wie „Ethnozentrismus“, „Autoritätsgläubigkeit“ und „moralistische Einstellungen wie das Ablehnen von Abtreibungen oder außerehelichem Sex“.


Nun gibt es dummerweise aber konservative Zivilisatiosskeptiker wie den Spiegel-Andersdenker Jan Fleischauer, die das Loevinger-Modell lieber deskriptiv als normativ verstehen. Es handelt sich zwar um eine Beschreibung reeller Prozesse, aber in ihren letzten Stufen sind es Verfallsprozesse. Ab Stufe 5 entwickelt sich der aus dem Paradies verstoßene ehemalige Dumpfblödel zum Buntblödel weiter. Das Verschwinden der Gruppenloyalität, die Auflösung von Vererbungs- und Vertragsverhältnissen führt nicht zum globalen Friedensparadies sondern in eine Asozialisierung und Verwahrlosung des Menschen.

Anti-Tribalismus der Davos-Jugend

Im Zusammenhang mit dem Münchner Komponisten Moritz Eggert schrieben wir über diese Verfallsprozesse, die sich auch in der Musik und in den Reaktionen von Eggert zu zeigen scheinen. Es ist ja nicht so, dass diese Zivilisationskritik neu wäre oder keine wissenschaftliche Stützen hätte:


Es ist recht aufschlussreich, zu sehen, wie gehässig die grünen Übermenschen im SpON-Forum auf Fleischauer reagieren.
Wer sich in Stufenmodellen wie dem von Loevinger (oder vor ihr Kohlberg und Maslow) gerne einordnet und auf dieser Grundlage Gleichgesinnte sucht, um gemeinsam „laut sein“ zu können, frönt eben hauptsächlich einem Anti-Tribalismus, der viel zur Spaltung der Gesellschaft und wenig zur Verbesserung der Lebensgrundlagen unserer Heimat und unserer Erde beiträgt. Dies unabhängig von der Frage, in wieweit sich das Klima überhaupt zu unseren Gunsten beeinflussen lässt.
Über den Anti-Tribalismus hat die „chinesische Tigermutter“ Amy Chua gerade ein Buch geschrieben.

Die Identitätspolitik ist gerade bei den Avantgarde der Entwurzelten besonders beliebt. Wir theoretisierten neulich in Anlehnung an Alexander Gauland über den Davos-Menschen (Homo Davosiensis), dessen Avantgarde tatsächlich grün ist, weshalb die Grünen und die AfD die eigentlichen Gegenpole der heutigen Dialektik einnehmen. Dementsprechend könnten wir bei Luisa Neubauer, Klima-Greta und ihrem Resonanzboden von einer Davos-Jugend sprechen.

Lautstark gegen Afrikanischen Elefanten im Raum

Der klimabesorgte Bio-Ethiker Travis N. Rieder von der Universität Baltimore plädiert für Bevölkerungskontrolle in den hochentwickelten Ländern Europas, Nordamerikas und Ostasiens aber nicht in Afrika, da in Afrika der CO2-Fußabdruck pro Person vorbildlich niedrig sei.
Hieraus folgert Rieder natürlich nicht, dass wir konsequent jede Einwanderung von Afrikanern in unseren CO2-Sündenpfuhl verhindern und stattdessen die Afrikanisierung unserer Wirtschaft vorantreiben sollten. Stattdessen nimmt der Ethik-Professor die humanitär gebotene Haltung der Drei Affen ein.
Rieder ist alles andere als allein. Seine Position kommt derzeit aus vielen Mündern und ist letztlich der amtliche Standpunkt aller Organisationen (z.B. „Population Matters“), die es überhaupt wagen, die Bevölkerungsentwicklung zu problematisieren.
Rieder vertritt die einzige menschenrechtlich zulässige Position, wie sie auch die UNO mit ihren Menschenrechten und ihrer Entwicklungs-Agenda vorschreibt. Demnach müssen wir erst alle auf Loevingers Leiter der (gut-)menschlichen Entwicklung emporsteigen und FeministInnen werden. Dann retten wir ganz von selbst den Planeten, indem wir aussterben.
Dass es aber auch dann noch Muslime, Animisten und Tribalisten der alten bis archaischen Schule geben wird, die dann unseren Platz einnehmen und sich lustig weiter vermehren werden, weil sie auf Loevingers Leiter nicht emporsteigen können geschweige denn wollen, versuchen die grünen ÜbermenschInnen durch ohrenbetäubend lautes Geschrei zu verdrängen.

Anhang

Wer hat uns verratInnen?

SPD-EU-Spitzenkandidatin Katharina Barley begeistert sich für Greta Thunberg, Luisa Neubauer und ihren Hamburger Auftritt. Doch während der Anti-Sexismus und Anti-Tribalismus die GrünInnen galvanisiert, zerreißt er die SPD. Wer hat uns verratInnen?

DGB rekrutiert Kinder gegen AfD

Früh übt sich … Auf Instagram teilt die DGB Jugend Mittelfranken das Foto eines etwa 5 Jahre alten Kindes, das „FCK AFD“ mit Kreide auf den Boden schreibt. DGB-Kommentar dazu: „Die Kinder heutzutage… fangen immer früher mit dem Schreiben an!“

Weder Institut noch Wissenschaft hinter Wehlings teurem „Framing“-Manual

Erst wenn die letzte Technologie aus Deutschland geplättet ist, werden klimastreikende Schüler und Schülerinnen eventuell verstehen, dass sich Framing Manuals und Anton Hofreiter nicht exportieren lassen. Vielleicht arbeiten diese ehemaligen Schüler dann aber auch zufrieden in der Arbeitsversicherung, dem Wohlfunk oder ihrem eigenen Einstein-Institut an der Dekonstruktion des privatkapitalistischen Frames „Wohlstand”.

Profikicker O.J. Simpson öffnete vielen die Augen

Der afroamerikanische Profikicker O.J. Simpson wurde 1995 trotz erdrückender Beweise bezüglich der Ermordung seiner weißen Ex-Ehefrau Nicole Brown freigesprochen. Der Fall war von einer Kampagne gegen angeblich tribalistische weiße Juroren und Ermittler begleitet, was dann zum Einsatz einer vornehmlich schwarzen Jury führte. Ein späteres autobiografisches Buch von Simpson „If I did it“ wird heute weithin als Geständnis gelesen. Damals glaubten fast alle Weißen an Simpsons Schuld und fast alle Schwarzen an seine Unschuld. Das Ereignis war für die damaligen weißen Beobachter erhellend, eine „rote Pille“. Sie bemerkten, dass die Afroamerikaner entweder dumm oder weißenfeindlich eingestellt oder beides sein mussten. Simpson saß noch wegen Raubüberfalls mit Geiselnahme 2008-17 im Gefängnis. Auch damals beklagten Leitmedien wieder weißen Rassismus.
Was Gauland über Boateng nie gesagt hat, ist indes wahr: Sport kann zwar einen gesunden Körper und einen gesunden Geist (vgl. W. Putin) schaffen, aber Sport alleine reicht zur Zivilisierung nicht aus. Selbst gemachte Leute wie der Boxer Mike Tyson beissen dem Gegner ein Ohr ab. O.J. Simpson massakriert Menschen. Der FC-Bayern-Fußballer Breno fackelt eine Villa in Grünwald ab. Das Model Naomi Campbell rastet aus, schlägt wild um sich, kratzt und spuckt. Auch gefallene weiße Sportler wie Jan Ulrich und Boris Becker zeigen, dass Sport am besten funktioniert, wenn er eine Beschäftigung von Amateuren ist, die einer davon unabhängigen bürgerlichen Existenz nachgehen. Als Vehikel zur Integration taugt Sport alleine jedenfalls nicht.

Ida-Marie, die Anti-Greta

Die 14-jährige Ida-Marie Müller zeigte am 28. September 2018 auf einem „Poetry Slam für Zivilcourage“ („Speyer ohne Eier“) echtes Talent und echte Zivilcourage. Ida-Maria war Favorit des Publikums und damit Sieger, aber stattdessen wurde sie von der Jury disqualifiziert und von einem Breiten Bündnis einschließlich CDU-Bürgermeisterin und Lokalmedien als Rassistin niedergemacht. So filtert unsere Bunte Republik sich die Stimme der Jugend heraus, die ihr passt.






4 Kommentare zu „Überfliegerinnen vs alte weiße Männer“

  1. Höchst aufschlußeich, was die Antirassisten, Antifaschisten und Antitribalisten so alles von sich geben.In Wahrheit sind sie nämlich Rassisten, Faschisten und Tribalisten. Verlogene und pharisäerhafte dazu.Dies gilt, immer, jeden Tag, jede Stunde öffentlich gemacht und gebührend desavouiert. Erst wenn der letzte Rot-Grüne im Wald wohnt und sein politisches Mandat verloren hat, wird wie Welt wieder Ruhe und Frieden haben. Sie planen schon den nächsten Anschlag.
    https://www.eike-klima-energie.eu/2019/03/01/dokument-des-grauens-der-entwurf-des-neuen-klimaschutzgesetzes-aus-dem-hause-svenja-schulze-spd/

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  2. Als Apo-Opa sei daran erinnert: „Das Politische ist private, das Private ist politisch.“ Daraus resultiert alsbald das Primat des Privaten und damit der Gefühle. Da können wir intellektuellen Eierköpfe niemals mithalten mit denen, die genetisch biologisch gefühlig seit Generationen konditioniert sind. Als Formel getitelt
    „Schlimmer geht’s immer – zur feministischen Machtergreifung“
    https://n0by.blogspot.com/2019/03/schlimmer-gehts-immer-zur.html

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