Humanitärer Angriff auf Venezuela

Wir erlebten in diesen Tagen einen „humanitären Angriff“ auf Venezuela von Kolumbien aus.
So nannte man es jedenfalls im russischen Fernsehen recht treffend.
Lastwagen, deren Fracht aus „humanitären Hilfsgütern“ bestehen soll, wollen sich einen Weg über die Grenze bahnen, und eine Meute, die an Migranten erinnert, die in Ceuta oder auf dem Balkan Grenzen stürmen, flankiert den Angriff, indem sie Grenzpolizisten mit Steinen und Molotow-Cocktails bewirft.
Schließlich gehen die Lastwagen in Flammen auf. Die humanitären Grenzstürmer beschuldigen die venzolanischen Polizisten und diese beschuldigen umgekehrt die Grenzstürmer, hier unter falscher Flagge gezündelt zu haben.
Während die USA den selbsternannten Präsidenten Guaidò, einen jungen Mann, der lange in den USA studierte und in Venezuela mithilfe amerikanischer Netzwerke in kurzer Zeit aufgebaut wurde, mit „humanitären Hilfsgütern“ beliefern wollen, haben sie zusammen mit Großbritannien die Grundlage für eine „humanitäre Intervention“ in Venezuela gesorgt, indem sie ausländische Bankguthaben der venzolanischen Regierung einfrieren und plündern ließen.
US-Senator Rubio droht Venezuelas Präsident Nicolas Maduro mit Bildern des libyischen Kollegen Muammar Gaddafi kurz vor seiner brutalen Ermordung, die ebenfalls das Ergebnis einer amerikanischen „humanitären Intervention“ war.

In Russland verwendet man Wörter wie „humanitärer Angriff“, weil man ein Muster erkannt hat:
Viele haben gehofft, dass dieses Muster unter einem Nationalisten Donald Trump verschwinden könnte, aber auf der Münchner Sicherheitskonferenz wurde mehr denn je klar: Trump bestimmt die amerikanische Außenpolitik nicht, und stattdessen sind die Falken des humanitären Softpower und Global-Imperialismus wieder da, und zwar mit plumperem Auftreten als je zuvor.



3 Kommentare zu „Humanitärer Angriff auf Venezuela“

  1. Humanitäre Invasion nach Venezuela wird treffend formuliert sein.
    Dies mit der „Obam’schen“ militärischen Agression in Libyen zu vergleichen, ist völlig unmöglich !! Libyen wurde u.a. angegriffen damit
    der afrikanische Fluchtweg nach Europa eröffnet werden konnte.
    Meine lieben Bayern – sind sie noch da ?

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    1. Schon vor Gaddafis Sturz erlaubte die EU keine Zurückweisung von Bootsmigranten nach Libyen. Der Fluchtweg nach Europa wurde vom Europarat und Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte freigeschossen. Dazu brauchte man keine Waffen. Es genügte die weite Auslegung des Nichtzurückweisungsprinzips. Es spricht auch wenig dafür, dass die Regierungen die Völkerwanderung wollten und Gaddafi als Hindernis betrachteten. Dieses ewige Unterstellen der niedrigsten denkbaren Motive macht uns nur blind.

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