Wie im September 2015 die Dämme brachen und notdürftig geflickt wurden

Bei Thomas Lanz hat Ex-Innenminister Thomas De Maizière erzählt, wie Merkels Grenzöffnung vom September 2015 zustande kam und wie sie dann nach und nach ein wenig abgebremst wurde. Wir erfahren auch, wie sein Vorgänger Hans-Peter Friedrich von Merkel abserviert wurde und später mehr Bereitschaft als andere zeigte, den Finger in die Wunde zu legen.

Jürgen Fritz, der gerade wieder im Facebook-Knast sitzt, hat die Erkenntnisse schön zusammengefasst. Seine Moral von der Geschicht:

Es war keine Bösartigkeit und keine Hinterhältigkeit, was von September 2015 bis März 2016 ablief, es war etwas ganz anderes: extreme Mutlosigkeit, um nicht zu sagen Feigheit, und: Inkompetenz. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und noch etwas, was zugleich den tieferen Grund des Ganzen darstellt. Ein völlig verweichlichtes Volk, das solche Bilder, wie Frauen mit kleinen Kindern auf dem Arm mit Gewalt zurückgedrängt werden, wohl in der Tat keine drei Tage ausgehalten hätte. Ein Volk, das nicht einmal mehr fähig ist, sich selbst und sein eigenes Territorium gegen unbefugte Grenzübertritte zu verteidigen. Ein Volk, das sich mehrheitlich sehnt nach seinem eigenen Untergang, genauer: nach seinem Aufgehen in einer Weltgemeinschaft, das mithin seine eigene Identität loswerden möchte, weil es sie nicht liebt und sich mit sich selbst nicht mehr identifizieren kann. Dagegen kommt kein Politiker an, was auch die AfD schmerzlich spüren muss.

Typisch für ein lebensmüdes Volk ist auch, dass es mangels eigener Gruppenloyalität versucht, sich ausgerechnet auf einen „Rechtsstaat“ zu stützen, dessen Rechtstheorie längst Teil des Problems ist.
Wenn sich Karlsruher Richter sich dann vollends auf die Seite des lebensmüden Zeitgeistes schlagen, bricht der letzte Damm weg.
Die höchsten Richter aus Karlsruhe und Straßburg stehen jederzeit bereit, um im Namen höherer Menschenrechte diesen Damm noch weiter aufzusprengen, falls jemand antreten sollte, um ihn wieder aufzubauen.
Oder gibt es vielleicht doch noch Chancen, dass sich die Lebensgeister des untergehenden Abendlandes in der Krise zurückmelden und dass wir wieder ein Wir-Gefühl und die zugehörigen transzendentalen (d.h. das Individuum transzendierenden) Werte entwickeln, die dann auch in Karlsruhe erneut Einzug halten?
Zur Überwindung der „extremen Mutlosigkeit“, die Fritz uns attestiert, gehört jedenfalls an erster Stelle die Bereitschaft, sich prinzipiell gegen den autoritären Humanitärstaat zu stellen, der um das Grundgesetz und eine Reihe internationaler Konventionen (GFK+EMRK+EU) herum gebaut worden ist. Die „extreme Mutlosigkeit“ ist in unserem Rechtssystem fest verdrahtet, und dort wieder herauszukommen wird mehr Mut erfordern als man unseren Mitbürgern billigerweise abverlangen kann.

Anhang

Sowjetdissidenten warnen vor dekadentem Westen, finden China als Partner attraktiver

Vor 40 Jahren erklärte Alexander Solzhenitsyn in Harvard die Gründe für den Niedergang Amerikas und des Westens. Er sah die individualistische Ideologie, die den Menschen zum Maß der Dinge macht, als Keim des Untergangs. Der Autor von Archipel Gulag war wie kein anderer zur Totalitarismuskritik qualifiziert, sah aber zugleich, dass der Kommunismus nicht das Hauptproblem sondern gewissermaßen ein toxisches Nebenprodukt einer verfallenden westlichen Zivilisation war.
Der russische Regisseur Karen Schachnarow erklärte neulich im Fernsehen anhand seiner Lebenserfahrung und seines Geschichtswissens, dass der Westen in der gleichen Situation wie Russland in den 1990er Jahren sei und dass es noch weniger Hoffnung habe, sich wieder zu fangen, da die wesentlichen Probleme nicht politischer oder wirtschaftlicher sondern kultureller Natur seien. Russland sei ins Bodenlose gefallen, weil mit den 1980/90er Jahren eine desorientierte Generation an die Schalthebel gekommen sei, die nur noch individualistische Werte kannte. Aber Russlands Erfahrung war noch nicht verschollen und es konnte sich durch ein Wunder wieder fangen. Deshalb sei Russland gut beraten, sich weiterhin vom Westen fernzuhalten und sich in künftigen geopolitischen Konflikten konsequent an Chinas Seite zu stellen. Das Studiopublikum klatscht zustimmend.
Allein der Einzug des Feminismus reicht, um einer Zivilisation den Rest zu geben, doch es ist schon viel verlangt, wenn man fordert, dass wir uns gegen die leitmedial verstärkte Egalitärfrömmelei auflehnen und diese in ihre Schranken weisen („die roten Ratten in ihre Löcher jagen“, FJS) sollen.
Die Einschränkung der Meinungsfreiheit hat in Deutschland ein so bedenkliches Maß angenommen, dass es sich von selbst verbietet, von Freiheit oder Demokratie zu sprechen.

Hans-Georg Maaßen spricht weiter Klartext

Der geschasste Ex-VS-Chef Hans-Georg Maaßen erklärt recht treffend die Malaise der aktuellen Politik. Die Erosion der Demokratie geht seiner Meinung nach von geschulten Linken aus, die große Teile der Bevölkerung aus der Debatte ausgrenzen. Maaßen kritisiert auch die Mutlosigkeit von De Maizière und Kollegen, sieht darin aber einen Wesenszug einer dekadenten politischen Klasse.

Journalistenverband setzt sich nicht für Billy Six ein

Anders als Deniz Yücel und „Reporter ohne Grenzen“ mag der „Deutsche Journalistenverband“ sich nicht für den Journalisten Billy Six, der in Venezuala im Knast sitzt, einsetzen. Grund: Six sei „sehr weit rechts“.

Russischer UNO-Chefdiplomat watscht deutschen Kollegen ab

Der jahrelange Spitzenstaatssekretär des Auswärtigen Amtes und UNO-Botschafter Christoph Heusgen, der für Merkel den Migrationspakt aushandelte, machte sich neulich bei der UNO lächerlich, als er die irreführenden Mantras über russische Besetzung der Krim und Ostukraine wiederholte und dabei die Krim mit Minsk verwechselte. Russlands Botschafter Nebensya erinnerte ihn bei der Gelegenheit, dass es Deutsche waren, die im 2. WK Minsk besetzten und Russen, die es befreiten, und dass es dann Russen waren, die Berlin besetzten. Angesichts der ignoranten Impertinenz des Berliner Chefdiplomaten war das angezeigt.
In München fanden heute anlässlich der immer unbedeutenderen Sicherheitskonferenz die üblichen unpatriotischen Demonstrationen gegen eine NATO statt, die ihrerseits auch kaum patriotische Zwecke sondern vermeintliche Interessen eines selbstzerstörerischen Wertewestens vertritt.

ARD bestellt Handbuch für Gelenkte Demokratie

Die ARD hat bei einer Beraterfirma ein Verhaltenskodex-„Manual“ für ihre Mitarbeiter in Auftrag gegeben. Es ist eine Handreichung für Gelenkte Demokratie. „Kontrollierte Demokratie statt jeder wie er will“, nennt es das Manual. Mitarbeiter werden verpflichtet, Kritiker der ARD und des humanitären Konsenses niederzumachen. Weil die Mitarbeiter der ARD von ihren Oberen als eher schlicht vom Begriff eingeschätzt werden, wird die Idee des „Framing“, also des Umdeutens von Begriffen, ihrer Aufladung mit Moralisiererei und gleichzeitiger Abwertung anderer Meinungen, immer wieder wiederholt. Propaganda lebe von der Wiederholung, rät das Manual. Es klingt wie ein Machwerk der Soros-nahen „Framing“-Beraterin Elisabeth Wehling, die immer wieder Parteien und Propaganda-Einrichtungen beriet.
P.S. Wie wir später erfuhren, stammt das Werk tatsächlich aus der Feder von Wehling.





5 Kommentare zu „Wie im September 2015 die Dämme brachen und notdürftig geflickt wurden“

  1. Ja dann stellen Sie sich – der Mut- u. Erfolgslosigkeit in den eigenen
    Reihen. Sie könnten auch zum Angriff übergehen – nicht mit der Machete
    – mit Ihrem Schreibstift !
    Dann definieren Sie den politischen Islam – z.B. den Märtyrer – ins Paradies solls vorzeitig gehen, die Särge stehen schon bereit, es geht sofort persönlich zu Allah! So die heiligen Worte in der Moschee- Schule
    Warum schreiben Sie ständig solch inhaltlosen Berichte u. Erzählungen,
    gehen Sie an den Kern der Sache, nicht den Glauben kritisieren –
    die totalitäre politische Ideologie : dosiert provozieren.
    Wer die Verkündung des Märtyrer in der Moschee- Schule toleriert –
    ist Faschist, da nur bei Kindern in Migration : ebenso Rassist !
    Sagen u. begründen Sie den Mißbrauch : sagen Sie es der Merkel !
    Mit „der Islam ist böse“ wird’s nicht mit Eichenlaub u. Lorbeer….
    Die AfD ist zum Punkt auch nicht viel besser.

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    1. Mit einem Neuaufguss des Antitotalitarismus kommen wir keinen Millimeter weiter. Diese Art von liberalem Kreuzzug ist eher das Problem als die Lösung. S. auch die Rede von Solzhenitsyn im Anhang. Er war qualifizierter als jeder andere, über die Übel des Totalitarismus zu reden, erkannte aber im Westen die noch größeren Übel, an denen wir zugrunde gehen. Und auch der Sowjetkommunismus war letztlich ein Verfallszwischenprodukt der verstrahlenden westlichen Zivilisation. Uns fehlt nicht Individualismus sondern Kollektivismus, Wir-Gefühl. Wir haben uns sogar gegen das Wir-Gefühl, das ja ins Totalitäre umschlagen kann, extra gewappnet. Uns fehlt auch die kulturelle Grundlage, die für ein vernünftiges Wir-Gefühl sorgen kann. Russland hatte 2000 noch eine nicht ganz vergessene Basis, auf der Putin es wieder aufrichten konnte.

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      1. Das sind zwar schöne Worte, in größter Ferne evtl. wirksam.
        Ein Nahziel ist die nächste Wahl u. das Ergebnis für die AfD.
        Wenn eine AfD „Glauben“ kritisiert ist sie wie Don Quijote….
        Sie macht sich lächerlich, produziert blinde wütende Agression…
        Von der Oma wird’s nie ein Kreuz auf dem Zettel geben .
        Oma sollte aber wissen, daß ihre 8- jährige Enkeltochter eine Person ohne Wert – der letzte Dreck – ist, ein Kafir der letzten Stufe…
        Wie wollen Sie dem Kollektiv den Vorzug geben, wenn wir die eigenen
        Werte nicht mehr definieren können, im Gegenteil destruktiven Werten
        die uneingeschränkte Gültigkeit verschaffen.
        Nach Kickl wird der politische Islam in diesem Jahr in AT verboten.
        Khorchide sagt öffentlich (derStandart, 06.10.17) der politische Islam will alles kontrollieren u. beherrschen !
        Und wir sitzen da wie die Ölgötzen – strategisch- methodisches Vor- gehen – Schach- matt – der politischen totalitären Ideologie.

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  2. Die Leistungsfähigkeit Deutschlands hat mit der Bereitschaft zum Gehorsam und der Leidensfähigkeit zu tun. Dazu kommt eine Portion Feigheit, man ist lieber auf der Seite der Macht, man wendet erst, wenn die Kampfhandlungen beendet sind. Hauptsache nie in der Minderzahl sein, oder sogar allein darstehen. Eier? Mangelware.
    Man musste diesem komplexbeladenem Volk nur sagen „Wir sind die Gewinner! Die Guten! Die Mitte!“ und die Deppen lassen sich blenden, statt selbstbewusst, nüchtern und ohne fremde (mediale) Hilfe, die Taten und Fakten zu sehen und zu bewerten. Dieser Depp namens Hitler hat es nicht geschafft, Deutschland 100Prozent zu zerstören. Mit Merkel kann mehr erreicht werden. Auch der Teufel lernt und wo er selbst nicht in Erscheinung treten will, schickt er einen Pfaffen oder ein altes Weib.

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