The West vs The Rest: Macron hui, Maduro pfui?

Der französische Politiker und Präsidentschaftskandidat, François Asselineau, will das souveräne Frankreich wiederherstellen.
Asselineau hat während seiner Karriere als konservativer Politiker in der Tradition von Charles De Gaulle die venezuelanischen linken und rechten Eliten kennen gelernt und erklärt in einer von klarem Denken und profunder Kenntnis geprägten Ansprache die aktuelle Situation des Landes.


Asselineau sieht Maduro als den von Chavez eingesetzten Nachfolger, dem die Fähigkeiten und das Charisma von Chavez fehlen und der sich, auf schwache Wahlmehrheiten gestützt, an der Macht festbeißt.
Argumente, Venezuela sei eine Diktatur, weil dort die Opposition von den Leitmedien systematisch benachteiligt würde, weist er jedoch mit Verweis auf Leitmedien Frankreichs und anderer Länder entschieden zurück.
Zwar lasse sich feststellen, dass die demokratische Legitimität von Maduro geschwächt sei, aber es führe nur in den Bürgerkrieg oder illegalen Interventionismus, wenn man versuche, eine andere Regierung als seine anzuerkennen.
Die einzige vernünftige Position gegenüber Venezuela sei die des Vatikans und Russlands, die auch von vielen weiteren Ländern außerhalb des US-EU-Blocks und innerhalb der EU von Griechenland geteilt werde. Manche kürzen es mit der Formel „The West vs the Rest“ ab.

Asselineau applaudiert insbesondere Russland, dessen Botschafter Nebensya im Weltsicherheit auf die Illegalität der vom Westen geforderten Intervention hinwies und dabei speziell Frankreichs Präsident Emmanuel Macron vorwarf, er vertrete auch offensichtlich nur eine Minderheit, schlage eine demonstrierende Mehrheit mit harten Maßnahmen nieder und stütze sich auch nur auf eine Parlamentsmehrheit, die bei geringer Wahlbeteiligung von oligarchischen Leitmedien herbeigeführt worden sei. Solle also jetzt der Weltsicherheitsrat etwa auch in Frankreich intervenieren?



Die einzige legale und vernünftige Option bestehe für das Ausland darin, die Parteien des sich abzeichnenden venezolanischen Bürgerkrieges zusammenzubringen und nicht Öl auf das Feuer zu gießen.
Asselineau erinnert an die Zeiten von Charles De Gaulle und George Pompidou als das souveräne nicht-interventionistische Paris die Adresse war, an der Verhandlungen zur Befriedung von allerlei Bürgerkriegen geführt wurden.

Souveränismus gewinnt in Frankreich an Boden

Da es keinen legalen Grund zur ausländischen Intervention gibt, versucht man es derzeit mit einer humanitären Krise und beschuldigt der Regierung, die angesichts der Interventionsdrohungen die Grenzen strenger bewacht, sie blockiere Hilfslieferungen.
Ins gleiche Horn blasen gutmenschelnd-rechte Artikel auf Henryk Broders Achse des Guten, wobei natürlich der Vorwurf der sozialistischen Misswirtschaft und sogar des Antisemitismus, den man Chavez und mit ihm unseren kulturhegemonialen Salonkommunisten ankreiden kann, für unsere innenpolitische Auseinandersetzung interessant ist. Die Souveränität Venezuelas gerät dabei in den Hintergrund.
Während in Deutschland der Souveränismus à la De Gaulle, Asselineau oder Putin eine Minderheitsströmung innerhalb der AfD ist, vor der Henryk Broder warnt, hat es sich innerhalb der französischen Rechten wieder als Hauptstrom etabliert.

Das gilt nicht nur für Marine Le Pen und François Asselineau sondern auch für François Fillon (den die Medienoligarchen demontierten und durch Macron ersetzten) und den jetzigen Parteichef der Republikaner, Laurent Wauquiez. Der Aufstieg von Laurent Wauquiez hat zur Pensionierung der früheren schwächlichen „bürgerlichen“ Rechten geführt, die von der hegemonialen Linken zwar nicht geliebt aber geduldet wurde, weil sie Frankreich aufgegeben hatte und außer Wirtschaftsliberalismus keine eigenen Werte mehr vertrat. Der Schriftsteller Eric Zemmour („Le Suicide Français“, „Le Déstin Français“ etc) ist somit von einem randständigen Rächzpopulisten zum Ideengeber ganz Frankreichs und insbesondere der gesamten Rechten geworden. Zwischen FN/RN und Republikaner passt diesbezüglich kaum noch ein Blatt.

Souveränismus rührt in Buntschland an der „Verfassung“

Deutschland ist jedoch fester denn je NATO-loyalistischer Hand. Die Achse des Guten freut sich über eine zunehmende Einigkeit mit Heiko Maas. Henryk Broder bemängelt an der AfD vor allem ihre Russlandfreundlichkeit und erhält wenigstens dafür donnernden Applaus der Springer-Welt, was ihn allerdings nicht vor deren Inquisition schützt. Deutlich ist jedoch, dass man bei uns schon zum Prüffall der Wächterräte wird, wenn man die Souveränität von Venezuela oder die russische Sicht der Dinge verteidigt.
Der BRD-, EU- und NATO-Festlichkeiten gerne als Festredner eingeladene Historiker Heinrich August Winkler (80jährig, SPD-Mitglied) begrüßt die Überprüfung der AfD durch den Verfassungsschutz. Mit Blick auf die Weimarer Republik sagte er dem Spiegel:

„Es reicht, wenn eine Partei versucht, das Erbe der Deutschnationalen anzutreten. Das kann man der AfD sehr wohl vorhalten. Das macht sie auch mit Recht zu einem Prüffall für den Verfassungsschutz … Wir Deutschen müssen, sensibilisiert durch unsere Geschichte, stets besonders die Gefahr des illiberal und antiwestlich auftretenden Nationalismus im Blick haben“.

Autoritärer Humanitärstaat schreibt Westlichen Sonderweg vor

Winkler hat stets den westlichen Interventionismus in der Ukraine verteidigt und Russland als Nachfolger des unseligen antiwestlichen Sonderweg-Erbes dargestellt. In dieser Erzählung, die uns per Verfassungsschutz aufgezwungen werden soll, ist der Westblock als Kern des Weltstaates das postnationale gute Ziel der Geschichte, und wer Sonderwege geht, tut dies, weil er auf einen „ethnischen Volksbegriff“ gestützt den „autoritären Nationalstaat“ wiederbeleben will, was auch das Baer-Voßkuhle-Gericht zuletzt als verfassungswidrig erkannte. Da dieser gefährliche historische Irrweg auf jeden Fall vermieden werden muss, lehnt Winkler auch Volksentscheide ab.
Wir sehen am Fall Venezuela allerdings ein Szenario „The West vs The Rest“, in dem der westlich-globalistische Weg zum Sonderweg wird.
Wenn die bunten Eliten sich fester an ihre globalen Strukturen klammern und damit die Gesellschaft zerbrechen und die Völker zum Revoltieren bringen, ist auch bei uns der Zeitpunkt irgendwann erreicht, wo das Ausland mit den Argumenten von Macron und Maas bei uns intervenieren will.
Man wird den Eindruck nicht los, dass es genau das ist, was Maas, Macron und andere im Schilde führen, wenn sie aus Anlass der venezolanischen Krise das Völkerrecht kreativ fortbilden.

Wink von Winkler: NATO-Patriotismus hui, Nationalpatriotismus pfui

Heinrich August Winkler ist ein Anhänger des Westens und hat eine „Geschichte des Westens“ geschrieben. Früher nannte man den „Westen“ auf Deutsch das „Abendland“. Bei Winkler ist die Identität des Westens schon etwas geschrumpft, aber zur völligen Preisgabe seiner Substanz im Namen der Humanität ist Winkler nicht bereit. „Rettung verpflichtet nicht, Menschen einwandern zu lassen“, schreibt er seiner Partei ins Stammbuch. Winkler scheint gewissermaßen ein Patriot des „Westens“ zu sein. Darin Henryk Broder und der Springer-Welt nicht ganz unähnlich. Durch ihn erhält die AfD nach der neulichen Broder-Rede einen weiteren Hinweis darauf, welcher Widerstand gegen die Masseneinwanderung derzeit die besten Chancen hat, von den herrschenden Machteliten toleriert oder gar kooptiert zu werden.

Von Free Deniz zu Free Billy

Der JF-Reporter Billy Six wird in Venezuela wegen angeblicher Spionage festgehalten.
Wie im Fall Deniz Yücel sieht man einen Journalisten der aus Sicht einer verunsicherten Regierung ein Spion sein könnte, da er Unberührbare aufsucht.
Man kann eine Petition unterzeichnen. Deniz Yüzel gehört auch zu den Unterstützern.

Anhang

Mama Merkel warnt in Japan vor Künstlicher Intelligenz.
In Pullach bei München investieren Grundschulen in Intersexuelle Toiletten.
Auch in Garching und Taufkirchen schreiten Grundschulen auf diesem Weg voran. „Die Umsetzung von Unisex-Toiletten ist ein wichtiger Schritt, damit transsexuelle und intersexuelle Menschen diskriminierungsfrei leben können“, sagte die zuständige Gleichstellungsbeauftragte im Landratsamt, Hanna Kollan, der TZ.







Ein Gedanke zu „The West vs The Rest: Macron hui, Maduro pfui?“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.