Gauland: Populismus ist Aufstand gegen demokratieskeptische Humanitaristen, die den Gesellschaftsvertrag gekündigt haben

Alexander Gauland hat sich intensiv mit dem Geraune von führenden MenschenrechtlerInnen und HofpolitologInnen gegen den drohenden „Rechtspopulismus“ auseinandergesetzt und ihm seine eigene Erklärung der Verhältnisse gegenübergestellt.

Demnach sind die Deutschen und andere europäische Völker in drei Gruppen gespalten:

  1. Homo Davosiensis („Davos Man“ nach Huntington, „Anywheres“ nach Goodhart), der sich in Flughäfen, Gewerbegebieten, UNO-Foren und monokulturellen „Internationalen Schulen“ zu Hause fühlt, in denen er eine homogene Auslese von Davosiensern vorfindet, die zufällig irgendwo geboren wurden und mit denen er möglichst nur Englisch sprechen will. Die Komplexität der multinationalen Welt, den Fiskus, den Sozialstaat, die Existenz unabhängiger politischer Subjekte etc empfindet er als überkommenen Ballast, den es abzuschütteln gilt.
  2. In der Heimat verwurzelte tendenziell niedrigere Schichten (empathielose Steuerkartoffeln, „Deplorables“ laut Hillary Clinton, bodenständige Bürger, auch „Somewheres“), die auf den Nationalstaat mehr oder weniger angewiesen sind und jedweden politischen Einfluss, den sie vielleicht haben, über die national verfasste Demokratie gewinnen, aber sich sehr schwer tun, ihre Interessen zu artikulieren.
  3. Eine Schickeria, die eigentlich wenig zu melden hat und von ihrer Interessenlage her eher zu Gruppe 2 gehört, aber gerne auf Gruppe 2 eindrischt, um sich selbst und ihren Mitmenschen zu suggerieren, sie gehöre zu Gruppe 1. Das steigert das Selbstwertgefühl und bringt Vorteile.

Die Davosienser bilden einen neuen Stamm, der über die anderen Stämme herrscht, ohne sich besonders für sie zu interessieren, denn er kann es sich leisten, sich seine Welt gnadenlos zu vereinfachen und zu vereinheitlichen. Deshalb bilden die Davosienser eine träge und arrogante Lernmuffel-Elite.
Sowohl die Davosienser als auch die Schickeria (einschließlich Polit-Schickeria) sind mangels eigener geistiger Substanz zu Anhängern der gängigen egalitären und humanitären Frömmelei geworden, die traditionell von Linken (vor allem Trotzkisten, Kulturmarxisten, klassenkämpferischen EgalitärfrömmlerInnen) vertreten und heute mithilfe eines von ihnen ausgestaltenen UN- und EU-Menschenrechts-Apparates durchgesetzt werden.

Gauland untermauert dies mit vielen Zitaten von Akteuren und Theoretikern seit Ralf Dahrendorf. Er resümiert, der „Populismus“ sei ein Aufstand gegen Machteliten, die „den Gesellschaftsvertrag gekündigt haben“.

Besonders bedrohlich klingt dabei der von Malu Dreyer (SPD-Ministerpräsidentin RP) neulich preisgekrönte Romancier Robert Menasse, der sogar explizit dazu aufruft, „die Demokratie erst einmal zu vergessen“, um den Weg für die Gründung des Euro- und Weltstaates frei zu machen. Menasse drückt ein Bauchgefühl aus, das man auch beim ehemaligen IWF-Chef Michel Camdessus und vielen anderen spürt. Auch Merkel orakelt regelmäßig in diesem Sinne. In Aachen verpflichtete sie deutsche Politiker aller Ebenen, nur in Absprache mit französischen Kollegen zu handeln, und erklärte dies zum neuen Kern der EU. In Davos sprach sie gerade wieder von der „Neuen Weltordnung“, durch die alleine die kommende Finanzkrise in den Griff zu bekommen sei. Den frommen globalhumanitären FantastInnen geht es stets darum, vor ihrer Verantwortung gegenüber der empathielosen Steuerkartoffel in einen globalen Leviathan zu flüchten, mit dem sie unlösbare Probleme wie die „Klimakatastrophe“, die afrikanische Humankatastrophe („Flüchtlingskrise“) oder die „Finanzkrise“ zu lösen versprechen. Zu diesem Zweck schicken sie neuerdings KindersoldatInnen in die Schlacht. Die Grünen bekommen Zulauf, weil sie sich als einzige ganz ohne Skrupel als Partei der edlen globalhumanitären Verantwortungsflucht positioniert haben. All dies sagt Gauland, teilweise in etwas anderen Worten.

Auch der Politologe Jan-Werner Müller, der bei jeder Gelegenheit vor „Populisten“ warnt und einen Gegensatz zwischen diesen und einer „liberalen Demokratie“ konstruiert, hat bemerkt, dass die „Populisten“ viel Resonanz in den Lehren von Jean-Jacques Rousseau vom Gesellschaftsvertrag und Gemeinwillen finden können, und bemüht sich einerseits, Rousseau für die gute linke Sache zu vereinnahmen und andererseits zu behaupten, es gäbe keinen Gemeinwillen und keinen Gesellschaftsvertrag sondern nur die Konkurrenz einer Pluralität von Partikularinteressen, die es mit besonderen Menschenrechten auszustatten und demokratisch zu repräsentieren gelte, auf dass sie das Gemeinwesen täglich neu aushandeln. Die Leugnung des Volkes und des Gemeinwesens maskiert in Wirklichkeit einen demokratiefeindlichen Drang dieser globalistischen Eliten.

Sie wollen kein Volk, keinen Gemeinwillen, keinen Gesellschaftsvertrag, aber sie können im allgemeinen nicht so offen bedrohlich reden wie der SPD-Preisträger Menasse und seine FreundInnen von der Spinelli-Gruppe, die in Brüssel den Euro-Staat zu gründen versuchen.

Welcher Position der Haldenwang-Verfassungsschutz in seinem Kampf gegen die AfD folgt, ist sehr deutlich geworden. Dessen Gutachten versucht einerseits, der AfD Ketzerei oder fehlenden Glaubenseifer bei den humanitären Dogmen vorzuwerfen, die das Baer-Voßkuhle-Gericht neuerdings in Art 1-2 GG hineinliest, und andererseits mit einer Populismus-Rabulistik a la Jan-Werner Müller, die ebenfalls auf Volksleugnung und Volksabschaffung beruht und von Voßkuhle & Co nachgeplappert wird, die in das Grundgesetz hineingelesene Demokratiefeindlichkeit noch weiter auszubauen und zu festigen, um so den Übergang in die globalhumanitäre Autokratie gegen den Aufstand der Populisten (= Demokraten) abzusichern.

„Populismus“ ist Demokratie in einer Phase, wo das Volk sich einer existenziellen Krise bewusst wird, erklärt Bestseller-Autor Eric Zemmour hier einem „Populismus“-Kritiker. Es geht also weniger darum, mitregieren zu wollen, als überleben zu wollen. Zemmour unterscheidet auch zwischen „Populismus“ und „Demagogie“. Wer mit Populismus nicht klar kommt, will wohl zumindest dann, wenn es ernst wird, keine Demokratie mehr.

Es ist sehr wichtig, dies die üblichen Scheinargumente der demokratieskeptischen MenschenrechtlerInnen zu verstehen und sich in ihrer Entkräftung zu üben. Die Anhänger des Nationalstaats sind zahlreicher und haben bessere Argumente, aber nicht unbedingt Talente in hinreichender Anzahl, um gegen das Trommelfeuer aus Verächtlichmachung, Ausgrenzung und Repression bestehen zu können, das ihnen letztere angedeihen lassen.

Anhang

Unsere zivilcouragierten MenschenrechtlerInnen können bisweilen auch gegenüber einer 14jährigen nur durch Diffamierung und Repression bestehen.
Immer mehr Lehrer und Professoren und sogar ihre Kinder werden aus dem Wirtschafts- und Gesellschaftsleben ausgegrenzt und auch rechtswidrig von Universitäten entlassen.





2 Kommentare zu „Gauland: Populismus ist Aufstand gegen demokratieskeptische Humanitaristen, die den Gesellschaftsvertrag gekündigt haben“

  1. Ein preußischer Exilant in Bayern, dazu noch empathielose Steuerkartoffel in niedrigerer Rentnerschicht, also böse, weiß und alt, kennt keine Freunde, nur Feinde.

    Würde mir Sinn und Verstand wie einem Polit-Profi reichen, politischen Einfluss nehmen zu können, gar wie Kickl gegen fundamentale Gesetze vergleichbar modern säkularer Scharia mit Verfassungsrang anzustinken, wäre mir viel Feind und Ehr‘.

    Doch das ist fürwahr mein Ding nicht. Besser andere mit verkopft, verdrehten Texten mehr langweilen als ärgern, die den Vorteil haben, dass kein Verfassungsschutz-Schlapphut mich wegen beleidigender Volksverhetzung vor den Kadi schleppt – keine Lust d’rauf.

    Doch vor einem Fehlurteil meiner Ansicht nach sei Floydmasika gewarnt:

    “ Davosienser als auch die Schickeria sind mangels eigener geistiger Substanz zu Anhängern der gängigen egalitären und humanitären Frömmelei geworden…“

    Als Krisengewinnler wissen die Davosienser wie die ihren Schleim schleckenden Schickeria-Schicksen sehr genau, was sie wollen und wie sie wirken. Ihre durchaus wache und vielfach Universitär prämierte und diplomierte Fähigkeit „Schwachsinn-zu-schmausen“ wie auch „Schwachsinn-zu-multiplizieren“ rechnet sich – für sie, nicht für mich in der zweiten Kategorie.

    Pirincci knüpft sich meisterhaft immer wieder neue Muster dieser verwirrten und verwirrenden Geister vor, welche die Davosienser gleichsam als geistige Bluthunde in den Gräben um ihre Schlösser und Paläste laufen lassen, füttern und auf Eindringlinge abrichten.

    Wer sich wie Kickl, Höcke, Pirincci mit Davosienser und ihren Schickeria-Schicksen anlegt, braucht einen langen Atem und phänomenale Fähigkeiten. Solche Kapazitäten sind selten. Sollten sie auftauchen, werden sie auf’s Härteste bekämpft. Und zwar mit höchst prämierter, juristischer, politischer, medialer, kultureller wie auch klerikaler Potenz!

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