Guttenberg düpiert Söder

Daß die GRÜNEN dem Landesvater Söder Odel vor das Tor kippen, oder Hubert Aiwanger (Freie Wähler) Söder als „master of desaster“ tituliert, mag dem gemeinen Armleuchter ja noch einleuchten. Daß nun auch der adelige Parteikollege Guttenberg zur Option Odel greift, schlägt Wellen im CSU-Milieu.

In einem Exclusiv-Interview mit der „Kleinen Zeitung“ (Graz/Klagenfurt) bezweifelte der ehemalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) am 18.12.2018 die Qualitäten des bayerischen Landesvaters Markus Söder:

„Bislang ist er einer, der noch nicht an die großen Parteichefs der CSU heranreicht. Ich sage das in aller Offenheit. Das intellektuelle und internationale Format eines Franz Josef Strauß oder eines Theo Waigel erreicht Markus Söder noch nicht.“

Der mit Schimpf und Schande 2011 ehrlos aus seinem Amt gejagte Adelige hat mit diesen Äußerungen in ein Wespennest gestochen.

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Guttenberg – Söder

Noch-CSU-Chef und Bundesinnenminister Horst Seehofer, der seinem Protegé Guttenberg mehrfach den roten Teppich für ein mögliches politisches Comeback ausgerollt hatte, bezeichnete die Äusserungen des Freiherrn als „überflüssige Gemeinheit“.

Der bayerische Finanzminister Albert Füracker (CSU) wies Guttenbergs Kritik ebenso zurück. In der BR-Sendung „Jetzt red I“ monierte Füracker:

„Ich rate jedem von uns, der Politik betreibt, wenn er über andere urteilt, erst einmal bei sich selbst anzufangen, erst einmal seine eigene Biografie zu durchleuchten, ob die dann geeignet ist, auf andere mit dem Finger zu zeigen oder gar solche Worte zu wählen.“ (Albert Füracker)

Der ehemalige Parteichef Erwin Huber verurteilte in der „FAZ“ Guttenbergs „unqualifizierten Zwischenruf“. Nach schwieriger Zeit hat die CSU inneren Frieden gefunden, den keiner stören darf, der daran nicht mitgewirkt hat“, sagte Huber. „Seine persönlichen Bemerkungen zu Söder sind indiskutabel.“

Markus Söder, Partei-Chef in spe, hält sich als Angegriffener (noch) zurück. Der frühere Generalsekretär Söder, den Django Asül beim Derblecken auf dem Nockherberg mit Sekret, Schleimspur und Malaria in Zusammenhang brachte, bastelt in der Schmollecke möglicherweise schon an Racheplänen. Django Asül war jedenfalls nach seiner Schleimspur-Persiflage am Nockherberg weg vom Fenster.

Ob eine Rückkehr Guttenbergs in die Politik tatsächlich eine gute Idee wäre, darf nicht nur nach diesem Interview in Zweifel gezogen werden. Als heißer Befürworter der Atlantik-Brücke würde Guttenberg im Zweifel immer gegen deutsche Interessen handeln.

Völlig im Einklang mit dem damaligen Verteidigungsminister Struck (SPD), nach dessen Deutung Deutschland auch am Hindukusch verteidigt werde, sprach sich Guttenberg schon 2007 für eine Ausweitung des ISAF-Mandats und den Einsatz deutscher Soldaten in Afghanistan aus.

Als 2009 durch einen Luftangriff der Bundeswehr in Afghanistan zahlreiche Zivilisten getötet wurden, ließ Guttenberg unter öffentlichen Druck Bundeswehr-Offizieren über die Klinge springen, um seine eigene Haut zu retten.

Verteidigungsminister Guttenberg im Dezember 2009 in Afghanistan
(c) Wikipedia
P.S. wieso Verteidigung? Sind deutsche Truppen in Afghanistan oder umgekehrt?

Guttenberg hat zwar als Erster eingestanden, daß die Bundeswehr in Afghanistan nicht zum Brunnenbauen entsandt wurde, sondern zu einer humanitären Mission, die man bei näherer Betrachtung auch als „Krieg“ bezeichnen könnte. Das hat nichts daran geändert, daß die humanitären Hetzmedien seit dem Überfall 1999 auf Jugoslawien das Wort „Krieg“ durch den verniedlichenden orwellianischen Neusprech „humanitärer Einsatz“ ersetzen.

Daß Guttenberg ein französisches Gesetzesvorhaben kritisierte, welches das Leugne des Völkermords an den Armeniern durch die Türkei unter Strafe stellen wollte, darf man getrost mit Stirnrunzeln zur Kenntnis nehmen.

Die Aufregung um das Guttenberg-Interview dokumentiert, daß nicht nur Europa, Deutschland, die Union,  SPD oder LINKE gespalten sind: in der CSU steht die Werte-Union der „Everybodys darling is everybodys Depp“-Fraktion mit Galionsfiguren wie den eigentlichen Grünherzen Manfred Weber (EU) oder Marschall-Afrika-Minister Gerd Müller gegenüber. Zum Glück kriegt der kickende inzwischen demente Namensvetter nicht mehr mit, was aus der Goppel-Strauß CSU geworden ist.

 

https://www.kleinezeitung.at/politik/aussenpolitik/5548143/ExklusivInterview_Guttenberg_Oesterreich-ist-fuer-mich-ein-Teil

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