Japans Patrioten brechen mit Abe

Jetzt reicht es dem nationalkonservativen Sender Sakura TV und seiner Gemeinde, die letzte Woche zum 12. Mal gegen das geplante japanische Einwanderungsgesetz demonstrierten und dabei alle Register der Gelehrsamkeit und Rhetorik aufboten, um ihrem Premier ins Gewissen zu Reden.

Die japanische „rechtskonservative“ Regierungspartei Jimintô/LDP des Premierministers Abe verliert ihre patriotischen Unterstützer und wird eine Partei der Wirtschaftslobbyisten und globalen Investoren.
In der Regierung Abe bestimmen globalliberale Wirtschaftslobbyisten den Kurs.
Sie haben das neue Einwanderungsgesetz gegen alle Bedenken im Eilverfahren durchgepeitscht.

Zugleich nahm die Regierung Abe den UN-Migrationspakt ohne jede Diskussion an, nachdem sie zuvor Vorbehalte angemeldet hatte.
Viele Lokalpolitiker jammern über Landflucht und sinkende Bevölkerung.
Arbeitgeber wollen keine höheren Löhne und keine Investitionen in Produktivität.
Regierungen wollen sparen und nicht investieren.
Als Lösung propagieren sie Einwanderung.

So kann man kurzfristig die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Japan gegenüber Billiglohnländern halten.
Auch von der EU erhalten sie diesen Rat.
Sie behaupten sogar ins Blaue hinein, die europäischen Länder hätten davon profitiert und Japans Stagnation sei auf unzureichende Einwanderung zurückzuführen.
Dabei gibt es in Europa Länder wie Estland und Georgien, die Millionen von Einwohnern verloren haben aber dennoch starkes Wirtschaftswachstum aufweisen.
Die migrationistische Propaganda hat keine andere Grundlage als opportunistisches Kurzzeitdenken von Unternehmern und Politikern, die Lasten abwälzen wollen.

In der Expertenrunde von Sakura TV sind mehrere Abgeordnete der Regierungspartei, die sich kraftvoll und fleißig dagegen stemmten.


Das Bündnis mit Abe war sowohl für Abe als auch für Sakura 12 Jahre lang von großem Nutzen.
Linksglobalistische Medien jammern, Abe sei dank dieser rächzpopulistischen Kräfte („Netz-Rechte“) an die Macht gekommen und dort geblieben.
In der Tat hätten diese Leitmedien ihn längst gestürzt, wenn er nicht Unterstützung aus dem Netz hätte.
Aber irgendwann ist Schluss.
Die „Graswurzel-Bewegung“ um Sakura TV will jetzt eine echte nationale (anti-globalistische) Oppositionspartei gründen und somit Ausgrenzung riskieren. Sie sehen dabei auch anti-globalistische Linke als Verbündete. Sie propagieren eine keynesianische, auf schuldenfinanzierte Infrastrukturinvestitionen gegründete Wirtschaftspolitik, die viel mit linken Ökonomen wie Krugman oder Stiglitz gemein hat und zugleich an Erfolgserlebnisse japanischer Wirtschaftspolitik von TAKAHASHI Korekiyo bis SHIMOMURA Osamu anknüpft.
Die Experten um Sakura TV wissen sehr gut, dass die Wirtschaftslobbyisten bei einer frontalen Auseinandersetzung mangels argumentativer Substanz sehr schnell auf Sentimentalismus und Dämonisierung setzen werden. Sie kennen die europäische Situation sehr genau, sowohl aus eigener Anschauung als auch aus Publikationen wie etwa von Douglas Murray. Es bleibe jetzt aber nichts anderes mehr übrig, als auf Konfrontation zu gehen, denn andernfalls sei Japan schon sehr bald nicht mehr Japan, befürchten die Teilnehmer der hochkarätigen dreistündigen Diskussionssendung.
In ihrem Aufrufvideo sprachen sie von einem „Gesetz zur Auflösung der Nation“, einer existenziellen „Krise, durch die Japan in etwas anderes als Japan umgewandelt wird“.
Sie fordern, dass solche grundlegenden und unkorrigierbaren Weichenstellungen, die noch eine größere Bedeutung als Verfassungsänderungen haben, nur durch Volksabstimmung beschlossen werden dürfen.
Jetzt wollen sie ebenso zügig die Konsequenzen ziehen, wie die Regierung sie überging.

Eine gewisse Hoffnung setzen sie jedoch auch noch in verschiedene Sicherheitsvorkehrungen, die sie im Vorfeld in das Einwanderungsgesetz einbauen konnten. Im Vergleich zum buntdeutschen Einwanderungsgesetz ist das japanische harmlos. Wie tief der Bruch der Patrioten mit dem Regierungslager wird, werden wir in den nächsten Wochen sehen.





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