Die „Zivilgesellschaft“ spielt moralische Elite

von Dr. Marcus Franz

Wenn heute ein politischer Kommentator als besonders intellektuell wahrgenommen werden will und er sich fest im Juste Milieu verankern möchte, dann darf in seinen Texten und Reden keinesfalls das Wort „Zivilgesellschaft“ fehlen. Sobald ein Publizist diesen Begriff in einen Aufsatz einflicht, hat er schon fast den Leitartikel-Platz gewonnen.

Eine Definition

Doch was oder wer ist eigentlich diese Zivilgesellschaft, die von den medialen Mahnern und den stets besorgten politischen Kritikern des Status quo in Permanenz mit erhobenem Zeigefinger beschworen wird? Wen meinen diese Leute, wenn sie pathetisch die Zivilgesellschaft anrufen und uns im Brustton der Überzeugung mitteilen, dass diese wackere Gesellschaft den überall anschwellenden rechten Strömungen nicht weichen werde?

Der Begriff „Zivilgesellschaft“ war bis vor kurzem unverdächtig, eine politische Schlagseite zu haben. Die  societas civilis war schon in der Antike bekannt und man meinte damit grundsätzlich jenen Teil der Gesellschaft, der von den freien Bürger gebildet wurde. Im weiteren Sinne bezeichnet(e) man mit dem Ausdruck alle Bürger, die nicht zur Verwaltung und nicht zu den Behörden oder zur Armee gehören. Ganz allgemein wurde der Begriff auch gerne für die Gesellschaft als Ganzes verwendet.

Stille Begriffsumdeutung

Doch das ist seit einiger Zeit anders geworden. Wer heute „Zivilgesellschaft“ sagt, will exklusiv sein und schließt damit nicht mehr alle zivilen Staatsbürger mit ein, sondern meint nur noch die guten Bürger – nämlich jene, die sich definitiv als „nicht rechts“ deklarieren und die von ihren Kritikern auch etwas abfällig als die Gutmenschen kategorisiert werden. Laut Mainstreammedien und den dort ansässigen Kommentatoren kann nur derjenige ein Mitglied der Zivilgesellschaft sein, der Haltung zeigt und sich als migrationsfreundlich, Brüssel-affin und anti-national geriert. Patrioten, Konservative, Traditionelle oder gar sich selbst als „Rechte“ bezeichnende Menschen können per definitionem heute nicht (mehr) Teil dieser elitär daherkommenden und sich im Besitz der moralischen Deutungshoheit wähnenden Zivilgesellschaft sein.

Klein, aber laut

Die zahlenmäßig vergleichsweise recht kleine Zivilgesellschaft tritt verhältnismäßig laut auf, weil sie in den öffentlich-rechtlichen Medien willige Verstärker findet und von den zahlreichen linksideologisch geprägten Propagandisten in den diversen Redaktionen massiv unterstützt wird. Die neue Zivilgesellschaft versteht sich als Fahnenträger der sogenannten Weltoffenheit und sie möchte jene paneuropäische Ideologie vermitteln, die in Deutschland noch immer die veröffentlichte Meinung beherrscht und die in Österreich die oben zitierte Haltung in Form des „Widerstandes“ gegen die ach so rechte Regierung bildet.

Woher kommen diese „Guten“?

Die Zivilgesellschafter rekrutieren sich aus allen Lagern. Es eint sie der Tugendstolz und das dahinterstehende Gefühl, moralisch a priori im Recht und daher dem tendenziell eher konservativ-traditionell eingestellten Volk haushoch überlegen zu sein. Dieses Überlegenheitsgefühl geben die Zivilgesellschafter natürlich nie zu, denn sie verstehen sich als zum Vorbild berufen und sie verkörpern in ihrem Weltbild gewissermaßen einen höheren Auftrag, den das Volk nur noch nicht verstanden hat, weil es ständig von den bösen Rechtspopulisten verführt wird.

In Deutschland sind es die Grünen, die SPD und Teile der Merkel-CDU, die sich als die neue Zivilgesellschaft fühlen und in dieser Rolle auf die anderen dementsprechend arrogant herabblicken. In Österreich sind es ebenfalls die Grünen, die zwar zur Zeit ein ausserparlamentarisches Dasein führen und dort Selbstfindung betreiben, aber nichtsdestotrotz mit ihren vom vielen Wackeln schon ganz wunden Zeigefingern weiterhin vor den grässlichen Folgen der rechten Regierungspolitik warnen. Im österreichischen Parlament sind es sämtliche Oppositionsparteien, die nicht müde werden, die rechten und nationalistischen Untaten von Kurz, Kickl, Strache und Co anzuprangern und die neue Zivilgesellschaft zu fördern. 

Last not least sind es wie erwähnt die Moderatoren und Kommentatoren in den öffentlich-rechtlichen Medien und in den noch immer so bezeichneten Qualitätszeitungen. Ohne Unterlass und unter ständiger Anrufung der von ihnen längst heilig gesprochenen neuen Zivilgesellschaft singen sie das Lied von der besseren linken Welt, die ohne Grenzen auskommt – und in der sich dann die betulichen Moralisten aller Lager wie weiland Nietzsches letzte Menschen wissend zublinzeln werden. 

Kommentar schreiben Kommentare: 3

  • #1 Joaquin Veyron (Dienstag, 20 November 2018 09:42) Für mich haben die sog. „Gutmenschen“ überhaupt keine moralische Autorität, da sie sich durch grenzenloses Dümmlichkeit und Verlogenheit auszeichnen.

    Beispiele gefällig?

    1) „Gutmenschen“ veranstalten richtige Empörungserdbeben, wenn bspw. ein FDP-Politiker einer Journalistin vom Spiegel um 0 Uhr in der Nacht möglicherweise eine anzügliche Bemerkung macht. Verüben 1000 Moslems bspw. zu Silvester in Köln 2015 einen regelrechten Sexmobexzess auf 1000 Frauen, veranstalten die gleichen „Gutmenschen“ in eine Relativierungsolympiade

    2) „Gutmenschen“ schreien nach Frauenquoten, gender-gerechte Schreibweise etc., sind aber beeindruckend still angesichts der bestialischen und barbarischen Frauenunterdrückung in islamischenGesellschaften.

    3) „Gutmenschen“ schreien ständig „Rassismus“, sagen aber nichts, wenn Moslems ihren Hass und Gewalt auf Nicht-Muslime frein Lauf lassen

    4) „Gutmenschen“ sorgen sich ständig um „Menschenrechten“ von muslimischen Terroristen, Messermördern und Vergewaltigern, die Menschenrechte von all den Männern, Frauen und Kindern, die von diesenMoslems vergewaltigt, ermordet, erstochen etc. werden, jucken sie nicht.

    5) usw. usf.

    Von „Moral“ und „Anstand“ kann bei diesen „Gutmenschen“ keine Rede sein!
  • #2 Torsten Braun (Dienstag, 20 November 2018 09:57) Sehr guter Kommentar von Herrn Veyron, der bei jeden vernünftig denkenden Menschen zu dem Schluss kommen muss, dass die verblendeten Gutmenschen gerne ihre moralische Selbstüberhöhung leben können… und zwar in ihren eigenen vier Wänden. Sollen sich gerne einen integrationsunwilligen, bildungsfernen Moslem oder zwei … mit nach Hause nehmen, die Verantwortung übernehmen und einfach malabwarten was passiert … viel „Spaß“!
  • #3 Wilhelm Scheidl (Dienstag, 20 November 2018 17:26) „Immer noch haben die die Welt zur Hölle gemacht, die vorgeben, sie zum Paradies zu machen.“ (Friedrich Hölderlin)

    Und der US-amerikanische Wirtschafts-Wissenschaftler Milton Friedman weiß Folgendes über die Gutmenschen:
    „Der fundamentale Trugschluss im Wohlfahrtsstaat, welcher sowohl in die Finanzkrise als auch zum Verlust der Freiheit führt, liegt im Versuch, Gutes auf Kosten anderer zu tun.“


Ein Gedanke zu „Die „Zivilgesellschaft“ spielt moralische Elite“

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