Kaiserdämmerung. 9. November 1918. Berlin – München – Wien.

9. November 1918

Berlin – München – Wien

Das Bismarck-Reich und sein ruhmloses Ende

von Dr. Gerd Sudholt

 

Seit 1917 machte sich eine wachsende Unruhe über die lange Dauer des Krieges bemerkbar. Was hatten diese erstarrten Fronten, diese festgefahrenen Operationen zu bedeuten? Wo blieb der Sieg, der immer wieder versprochen wurde und der doch in eine immer fernere, ungewisse Zukunft zu entschwinden schien? Am 19. Juli hatten die Mehrheitsparteien des Reichstags mit 212 gegen 126 Stimmen eine Resolution für einen Verhandlungsfrieden auf der Grundlage des Verzichts auf alle Annexionen angenommen. Diese Abstimmung war ein ernstes Vorzeichen. Sie ließ ein Nachlassen des Kampfwillens der Parlamentarier erkennen.

Um die gleiche Zeit machten sich in der schwerfälligen deutschen Kriegsmaschinerie die ersten Abnutzungserscheinungen bemerkbar. Das bedeutete sicher noch nicht viel, doch arbeitete sie nicht mehr mit der gleichen Durchschlagskraft und Regelmäßigkeit wie zuvor. Ihre Räder griffen nicht mehr mit der unfehlbaren Genauigkeit ineinander, die stets ihr Stolz gewesen war. Die Bande des Vertrauens und des bedingungslosen Gehorsams, die Soldaten und Vorgesetzte zusammenschweißten, begannen sich zu lockern.

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Generalfeldmarschall Hindenburg Kaiser Wilhelm II Erich Ludendorff 1917 (c) Wikipedia

Hindenburg und Ludendorff hatten durch einen ultimativen Schritt beim Kaiser, den sie vor die Wahl zwischen sich und den Kanzler stellten, den Rücktritt Bethmann-Hollwegs erzwungen. Der Reichstag sah in dem »Mann des Fetzens Papier« ein Hindernis für den Frieden, der Generalstab  einen Mann, der zu sehr auf die Einflüsterungen der Parteien hörte. Der Kronprinz gab ihm schließlich den Gnadenstoß, als er vor einer Reichstagsdelegation äußerte: »Werfen Sie doch den Mann aus dem Reichstag hinaus!« 1

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Theobald von Bethmann Hollweg (1856-1921) Deutscher Reichskanzler

Der Kaiser ernannte Michaelis zum Nachfolger, übrigens ohne Mitwirkung des Reichstags – die letzte politische Tat des Kaisers. Der neue Reichskanzler war jedoch außerstande, der Lage Herr zu werden. Bald wurde er durch Graf Hertling ersetzt, der auch nicht mehr vermochte als sein Vorgänger.

Anfang 1918 wuchs die Spannung zwischen Oberster Heeresleitung und politischer Führung. Trotz des U-Boot-Krieges verschärfte sich die britische Blockade, die Rohstoffe wurden knapp, und die Bevölkerung der Städte litt unter dem Lebensmittelmangel.

An der Front kämpfte das Heer, durch alle verfügbaren aus Russland herangeführten Divisionen verstärkt, verbissen weiter. Die Frühjahrsoffensiven gaben ihm neuen Mut. Hieß es nicht bereits, die Reserven der Alliierten seien erschöpft? Ein letzter entschlossener Vorstoß konnte den Sieg bringen, und die abgekämpften Männer konnten endlich heimkehren!

Die Offensive erforderte jedoch gewaltige Anstrengungen. Die Truppen waren erschöpft, die mörderischen Kämpfe ließen sie ausbluten, die jungen Rekruten fielen zu Tausenden. Auch der Materialverschleiß wurde von Tag zu Tag größer.

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Frontverlauf Frühjahr 1918 (c) Wikipedia

Weder am 21. März noch am 9. April, 27. Mai oder 9. Juni gelang es den deutschen Truppen, die alliierte Front zu durchbrechen. Um diese Zeit schrieb Hindenburg seiner Familie: »Es wird nicht meine Schuld sein, wenn der Krieg für uns ungünstig ausgeht.« Wer trug aber dann die Schuld? Ludendorff, dessen Hammerschläge nur zu einer gefährlichen Ausweitung der Front geführt hatten? Der Reichskanzler, dessen mangelnde Tatkraft jede Initiative erstickte? Sicher nicht die Armee, denn die deutschen Soldaten setzten ihren Kampf mit unbestreitbarer Tapferkeit fort.

Westfront, deutscher Panzer in Roye
Westfront deutscher Panzer A7V (21.3.1918) Bundesarchiv

Mittlerweile war sich der Große Generalstab weder im Unklaren über die Ankunft der amerikanischen Kontingente (eine Tatsache, die der Heimat noch verschwiegen wurde= noch über die entscheidende Bedeutung dieses Zustroms ausgeruhter Truppen, die bald in den Kampf eingreifen würden. Als die Initiative am 18. Juli auf die Alliierten überging, erkannten die deutschen Generale, dass sie keine Aussicht mehr hatten, den Krieg zu gewinnen.

Doch wenn sie auch sahen, dass der Sieg ihnen entglitt, so beugten sie sich doch nicht der Erkenntnis der Niederlage. Genau gesagt waren sie sich der Katastrophe, die ihnen bevorstand, nicht einmal vollauf bewusst. Ihrer Ansicht nach ging es darum, Klarheit über die Haltung der Alliierten zu gewinnen und inzwischen den Kampf fortzusetzen. Sie nahmen an, der Friede könne noch unter nicht allzu ungünstigen Bedingungen geschlossen werden. Hatten sie nicht Belgien und eine beträchtliche Zahl französischer Departements als Pfänder in der Hand? Die Hindenburg-Linie blieb weiterhin eine sehr starke Stellung, die gegebenenfalls als Auffanglinie dienen konnte. Dort konnte sich die Armee verschanzen und den Augenblick für eine Wiederaufnahme der Offensive abwarten. Diese falsche Lagebeurteilung zeigt, wie weit sich die deutschen Heerführer vom Boden der Tatsachen entfernt hatten.

Am 8. August erlitt die deutsche Front ihren ersten schweren Rückschlag. Langsam öffneten sich die Augen. Am 14. August wurde ein Kronrat nach Spa einberufen. Unter den Teilnehmern war der Kaiser, Hindenburg und Ludendorff die entscheidenden Persönlichkeiten. Doch hatte der Kaiser schon seit langem auf die militärische Führung verzichtet, und die strategischen Entscheidungen wurden fast ausschließlich von Hindenburg und Ludendorff getroffen.

»Auf der Konferenz von Spa erklärte die Oberste Heeresleitung den führenden Politikern des Reiches2 «, wie Ludendorff berichtet, »dass wir den Kriegswillen unserer Feinde durch kriegerische Handlungen nicht mehr zu brechen hoffen dürften und sich unsere Kriegführung als Ziel setzen müsse, durch eine strategische Defensive den Kriegswillen der Feinde allmählich zu brechen3 «. Daraus schloss der Kaiser, dass man auf den günstigsten Augenblick achten müsse, wo man sich mit den Alliierten verständigen könne. Hindenburg glaubte noch, dass es ihm gelingen werde, die Front in Frankreich zu halten und dadurch schließlich dem Feind seinen Willen aufzuzwingen.

Weder vom Großen Hauptquartier noch von der Regierung wurde allerdings eine Initiative ergriffen, wenn man von der Schaffung einer Zentralstelle für Presse und Propaganda absieht, deren Aufgabe es war, der Heimat die Lage an der Front zu verheimlichen.

Zu dieser Zeit nahm die Offensive der Alliierten täglich größere Ausmaße an. Am 13. September 1918 wurden die deutschen Truppen auf die Hindenburg-Linie zurückgeworfen. Am gleichen Tage teilte ein Abgesandter Kaiser Karls mit, Österreich sei entschlossen, um Frieden zu bitten. Das österreichisch-deutsche Bündnis war damit faktisch auseinandergebrochen. Am 26. September legte Bulgarien die Waffen nieder. Die deutschen Truppen in der Türkei waren von ihren rückwärtigen Verbindungen abgeschnitten und jeder Hoffnung auf eine Rückkehr beraubt. Die völlig verstörte Regierung drang auf die Anwesenheit des Kaisers in Berlin. Wilhelm II. verließ Spa und begab sich in seine Hauptstadt.

Zwischen dem 20. Und dem 30. September übermittelte das Große Hauptquartier dem Kabinett immer beunruhigendere Nachrichten: »Die Truppen halten noch stand, aber niemand kann voraussagen, wie es morgen aussieht«; »Die Front kann von einem Augenblick zum anderen durchbrochen werden…«

Und was tat die Regierung? Gar nichts. Sie hatte das Empfinden, dass sie weder das Vertrauen der Obersten Heeresleitung noch das des Reichstags besaß. Am 28. September wurde sie von Ludendorff, der bereits die Nerven verlor, bedrängt, unverzüglich einen Waffenstillstand herbeizuführen. Dadurch hoffte er, den Rücktritt des Reichskanzlers Hertling und die Bildung eines neuen Kabinetts, in dem die wichtigsten Fraktionen des Reichstags vertreten sein sollten, zu erreichen.

Einige Kritiker haben den Versuch gemacht, die Haltung Ludendorffs mit der Behauptung zu erklären, er habe einer augenblicklichen Panikstimmung nachgegeben. Andere sehen in seinem Eingreifen ein gewissenloses Manöver: Er habe die Revolution herausfordern wollen, um die Bürde, eine aussichtslose Lage zu bereinigen, auf sie abwälzen und ihr dann die Schuld an der Niederlage zuschieben zu können. 4 Damit würde man dem Generalquartiermeister eine vorausschauende Weitsicht unterstellen, die zu jener Zeit niemand besaß.

Wahrscheinlicher ist, dass Ludendorff angestrebt hat, eine Art »Wohlfahrtskomitee« ähnlich dem des französischen Konvents von 1793 ins Leben zu rufen. Gab er dem neuen Kabinett die Möglichkeit, sich auf eine solide parlamentarische Mehrheit zu stützen, so hoffte er, das ganze Volk werde sich dann zur Verteidigung der Heimat erheben. »Packen Sie das Volk! Reißen Sie es hoch!« rief er bei einer Sitzung des Kriegskabinetts. 5 Aber Deutschland besaß keinen Danton oder Gambetta. Hegte Ludendorff die Hoffnung, zusammen mit Hindenburg eine Art »Duumvirat« bilden und mit gewissen Verfassungsreformen eine »Revolution von oben« durchführen zu können, um der Unzufriedenheit der Massen den Wind aus den Segeln zu nehmen? Das ist nicht ausgeschlossen. Doch davon war keine Rede mehr. Die Dinge waren auf eine abschüssige Bahn geraten, die alle Berechnungen zu Nichte machte.

Am 29. September telegraphierte Hindenburg nach Berlin. »Die Lage verschärft sich täglich und kann die Oberste Heeresleitung zu schwerwiegenden Entschlüssen zwingen … Jeder versäumte Tag kostet Tausende von tapferen Soldaten das Leben.«

Am 5. Oktober wurde Prinz Max von Baden zum Nachfolger des Reichskanzlers Hertling berufen. Am selben Abend wurde, nach einem Entwurf Ludendorffs, die erste Note an Präsident Wilson abgeschickt, in der der amerikanische Präsident gebeten wurde, »einen Frieden auf der Grundlage der 14 Punkte« auszuhandeln.

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Woodrow Wilson (1916) US-Präsident

Drei Tage später ließ Wilson bei der deutschen Regierung anfragen, ob sie »diese Punkte als Grundlage eines Vertrages annehmen würde«. Prinz Max von Baden gab am 12. Oktober die Versicherung ab, »der Zweck der einzuleitenden Besprechungen wäre lediglich der, sich über praktische Einzelheiten ihrer Anwendung zu verständigen«. Am 14. Oktober fügte Wilson seinen Forderungen das Verlangen hinzu, eine »demokratische und repräsentative Regierung in Berlin einzusetzen«. Als der Kanzler dem zugestimmt hatte, teilte Wilson dem Prinzen Max von Baden mit, er sei nunmehr geneigt, mit den alliierten Regierungen über die Bedingungen eines Waffenstillstandes zu verhandeln.

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Doch während dieses Notenwechsels hatte sich die militärische Lage weiter verschlechtert. Am 15. Oktober hatten die alliierten Armeen die Hindenburg-Linie durchbrochen. In diesem Augenblick stand dem Oberkommando die Katastrophe deutlich vor Augen. Noch hielt die Armee stand, was angesichts der Wucht der französischen Angriffe, der schrecklichen Verluste, der unzureichenden Versorgung und der unvermeidlichen Demoralisierung eines Rückzuges wie ein Wunder erscheinen mochte. In immer spärlicheren Gruppen harrten die Männer an ihren Maschinengewehren aus. Erdverkrustet, mit eingefallenen Gesichtern, seit Tagen ohne Schlaf, feuerten sie mit kalter und verzweifelter Wut. Aber sie dachten nicht mehr nach, darüber waren sie hinaus. Der einzige Reflex, der ihnen blieb, war der Druck des Fingers auf den Abzugshahn, die mechanische Bewegung des Schießens.

Am 23. Oktober machte Präsident Wilson darauf aufmerksam, dass die Alliierten bei Verhandlungen mit den militärischen Machthabern und den monarchistischen Kräften »nicht mehr den Frieden anbieten, sondern unmissverständlich die Kapitulation verlangen« würden. Am nächsten Tag richtete Hindenburg einen Aufruf an das deutsche Heer: »Die Antwort Wilsons fordert die militärische Kapitulation. Sie ist deshalb für uns Soldaten unannehmbar.«

Das hieß mit anderen Worten, dass die Weiterführung der Verhandlungen nicht mehr Sache der Obersten Heeresleitung war. 6

Der Kaiser fühlte sich in Berlin, wo eine Atmosphäre des Misstrauens und der Angst herrschte, nicht mehr sicher. »Um seinen Männern für ihre übermenschlichen Leistungen Dank zu sagen«, kehrte er zur Front, das heißt ins Große Hauptquartier, zurück. Dort, inmitten seiner Paladine, glaubte er sich vor Drohungen und Ränken geschützt. Instinktiv suchte er Schutz hinter dem Generalfeldmarschall – den er keineswegs schätzte, – denn die Autorität des Feldmarschalls wuchs in dem Maße, in dem seine eigene schwand. Lange Zeit hieß es, das große Hauptquartier habe den Kaiser zurückgerufen. Davon kann keine Rede sein. Seine Ankunft in Spa war für die Generale eine schwere Belastung. Wenn Wilhelm II. schon abdanken musste, war es dann ihre Sache, ihm diesen Entschluss abzuringen? Außerdem verschärfte seine Abreise aus Berlin die Lage, denn sie schnitt eine der letzten Verbindungen zwischen der Obersten Heeresleitung und der Reichskanzlei ab.

In der Heimat wurden die Stimmen, die die Abdankung des Kaisers forderten, immer zahlreicher. Prinz Max von Baden sah nur noch eine Lösung: Wilhelm II. musste freiwillig dem Thron entsagen, bevor die Alliierten ihm den Thronverzicht zur Bedingung machten. Doch der Kaiser klammerte sich an seine Stellung. Begriff er die Lage nicht, oder wollte er sie nicht verstehen?

Am 1. November kommt der preußische Innenminister Drews nach Spa, um dem Kaiser die Notwendigkeit einer freiwilligen Abdankung klarzumachen. Der Kaiser zittert vor Empörung. Er ruft Hindenburg herbei, um diesem unverschämten Zivilisten eine Abfuhr zu erteilen, und lässt ihm durch den Feldmarschall erwidern: »Wenn der Kaiser das Heer verlässt, würde es sich in einen Haufen von Räubern und Plünderern verwandeln« – eine für die Frontsoldaten keineswegs schmeichelhafte Bemerkung.

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General Wilhelm Groener (1917) (c) Wikipedia

Am gleichen Tage trifft in Spa General Groener ein, der als Nachfolger Ludendorffs zum Generalquartiermeister ernannt worden war. 7  Er war ein erfahrener Techniker, ein Spezialist für das Eisenbahnwesen. Seit Beginn seiner Laufbahn im Jahre 1897 war er der Eisenbahnabteilung des Großen Generalstabes zugeteilt, jener Abteilung, »die sozusagen die Herzkammer darstellt, die die Adern des strategischen Körpers mit Blut füllt«. 8  Dort hatte er lange Zeit die Lehren Moltkes und Schlieffens über die Rolle des Transportwesens in der modernen Strategie durchdacht und war zu der Schlussfolgerung gelangt: »Wenn die Eisenbahnen nicht mehr fahren, hört das Kriegführen heutzutage von selbst auf.« 9  Er war es, der nach seiner Ernennung zum Chef dieser Abteilung den Mobilmachungsbefehl aufgestellt und durchgeführt hatte. Innerhalb von 14 Tagen mussten drei Millionen Mann und 850.000 Pferde an die Fronten in Ost und West befördert werden, was mehr als 29.000 Transportzüge erforderte. Im Laufe des Krieges ließ er hinter den Fronten ein ganzes Eisenbahnnetz anlegen, in Flandern, in Lothringen, in der Pfalz, in Ostpreußen, in Polen, auf dem Balkan und sogar in Kleinasien.

»Die strategischen Bahnen Groeners«, bemerkt Oberst von Velsen, »haben im Weltkrieg die gleiche Rolle gespielt wie die römischen Straßen für die Unternehmungen Cäsars oder die Verwaltung der öffentlichen Straßen für die Napoleonischen Feldzüge«. 10

Groener war das Zustandekommen der Offensive im Westen bis zur Marneschlacht im Jahre 1914 zu verdanken; ebenso der erste Feldzug in Ostpreußen mit den Schlachten von Gumbinnen und Tannenberg, die Herbstoffensive in Polen, der Winterfeldzug in Masuren, der Angriff bei Gorlice im Mai 1915, die Ausweitung des deutschen Vormarsches bis nach Brest-Litowsk, der zweite Feldzug in Ostpreußen bis zur Düna und zur kleinen Beresina, die beiden Offensiven in Serbien und Rumänien, die Angriffe auf Riga und gegen Italien und schließlich die Vorbereitung der großen Schlacht in Frankreich 1918. Sein Wirkungsbereich als uneingeschränkter Herrscher über alle Schienen-, Straßen- und Wasserwege erstreckte sich von Antwerpen bis Brest-Litowsk, von Flandern bis Litauen, von Kurland bis Palästina, ja sogar bis Bagdad.

Am 26. Mai 1916 wurde er zum Kriegsernährungsamt versetzt. Auch hier spielte das Transportwesen eine hervorragende Rolle. Durch ein unvorsichtiges Wort bei einer Unterhaltung mit Stinnes fiel er jedoch in Ungnade. 11  Er wurde an die russische Front, nach Kiew, versetzt, wo er Generalstabschef der Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Eichhorn wurde. Als Ludendorff seinerseits in Ungnade fiel, holte man Groener zurück, um an dessen Stelle zu treten. Groener zeichnete sich durch Scharfblick, Methodik und exaktes Denken aus. Die »Junker« erkannten ihn allerdings trotz der großen Dienste, die er seinem Vaterland geleistet hatte, nicht als einen der ihren an. Er stammte aus Württemberg, als aus einem Lande, das keinen Anteil an der historischen Größe Preußens hatte. Umgekehrt blieb auch für ihn, der dreißig Jahre seines Lebens dem Studium technischer Probleme gewidmet hatte, das mystische Band, das die Junger mit dem Staat verband, ein undurchdringliches Geheimnis.

Groener kehrte aus der Ukraine zurück. Er kannte die Lage an der Westfront kaum und hatte nur einen unklaren Begriff von den Vorgängen in Deutschland. Er befürchtete das Schlimmste. 12  Doch durfte er gleich bei seiner Ankunft in Widerspruch zu seinen Vorgesetzten geraten, die nach außen hin immer noch Optimismus bekundeten? Groener beschränkte sich also darauf, sich dem Standpunkt des Generalfeldmarschalls anzuschließen. So erklärte er, die Minister, die nach einer Abdankung des Kaisers riefen, seien Verrückte, »die den klaren Blick und den Verstand verloren haben«.

Die Stellung Wilhelms II. schien ihm allerdings unwiderruflich erschüttert. Nur eine glanzvolle Tat hätte ihm ein wenig von seinem Ansehen zurückgeben können. Beim Generaladjutanten, Generaloberst von Plessen, regte Groener an, der Kaiser solle sich an die vorderste Front begeben und dort den Krieg an der Spitze seiner Soldaten beenden. »Seine Majestät soll unverzüglich an die Front gehen«, bemerkte Groener, »und zwar nicht etwa zu Paraden, zu Besichtigungen und zur Verleihung von Eisernen Kreuzen, sondern einfach an die Front, und dort solle nun der Kaiser es darauf ankommen lassen, ob eine Kugel ihn träfe. Wenn der Kaiser falle, gebe es kein schöneres Ende für ihn, und wenn er verwundet werde, so sei nach seiner festen persönlichen Überzeugung mit dem Moment ein Umschlag in der Stimmung des deutschen Volkes zu erwarten«. 13  Plessen war über diese Ansicht empört und erwiderte scharf:

»Sie wollen also das Leben Seiner Majestät aufs Spiel setzen?«

Als der Kaiser von dem Plan unterrichtet wurde, zeigte er sich ablehnend. Er fand die ihm zugedachte Rolle »töricht und melodramatisch«. Sein Tod würde im Übrigen nichts an der Lage ändern. Er begriff nicht, dass ihm eine solche Geste, so romantisch sie auch sein mochte, vor der Geschichte Größe verleihen und vielleicht die Zukunft seiner Dynastie sichern würde.

Am 4. November rief Prinz Max von Baden Groener dringend nach Berlin. Während letzterer mit den »Politikern« verhandelte, erließ Hindenburg am 5. November einen neuen Tagesbefehl und erklärte, dass das Heer in bedingungsloser Treue hinter dem Kaiser stehe und sich die Abdankungsfrage für die Soldaten nicht stelle.

Dies traf vielleicht für das Heer zu, nicht aber für die Marine; denn am 3. November meuterten 20.000 Matrosen des unter Befehl von Admiral von Hipper stehenden 1. und 3. Geschwaders. Am 4. November hissten die Besatzungen der Linienschiffe »König«, »Kronprinz Wilhelm«, »Großer Kurfürst«, »Thüringen«, »Helgoland« und »Markgraf« die rote Fahne auf den Masten ihrer Schiffe.

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Admiral von Hipper und sein Stab (1916)

Die Heizer verweigerten den Dienst und rissen das Feuer aus den Kesseln. Matrosen besetzten die Kommandobrücken, zerstörten die elektrischen Leitungen, blockierten die Maschinen, löschten die Positionslichter, demolierten die Anker und Scheinwerfer und pöbelten ihre Offiziere an. Befehle wurden nicht mehr ausgeführt. Die Mannschaften murrten, ergingen sich in Drohungen und erklärten:

»Wir nehmen unser Schicksal jetzt selbst in die Hände!« 14

Am 5. November kreuzten die meuternden Schiffe vor Lübeck. Einige hundert Matrosen gingen an Land, stürmten die Kasernen, entwaffneten die Posten, rissen den Offizieren die Schulterstücke herunter und plünderten die Arsenale. Am Abend waren sie Herren der Stadt.

Am 6. November griff die Meuterei auf Altona, Bremen und Wilhelmshaven über. Von da aus verbreitete sie sich über ganz Deutschland. Die meuternden Matrosen bildeten »Eiserne Brigaden« und marschierten auf Hamburg, Köln, Berlin, Frankfurt, Stuttgart, Magdeburg und Leipzig, wo die Sturmglocken der Revolution laut erdröhnten. 15

Prinz Max von Baden hatte am 5. November eine letzte Note von Präsident Wilson empfangen, in der er ersucht wurde, »beglaubigte Vertreter der deutschen Regierung zu Marschall Foch zu entsenden, damit dieser sie von den Waffenstillstandsbedingungen in Kenntnis setzen könne«. General Groener war der Meinung man dürfe nicht länger warten, doch setzte er sich dafür ein, dass kein Offizier mit dieser Aufgabe betraut werde.

Am 6. November rief Prinz Max von Baden den Abgeordneten Erzberger, den Führer der Zentrumspartei, zu sich und beauftragte ihn, sich in Begleitung von General von Gündell als Abgesandten des Großen Hauptquartiers zum französischen Oberkommando zu begeben. Der Vertreter des Auswärtigen Amtes riet Erzberger jedoch unter dem Vorwand, »dieser Offizier sei für eine solche Aufgabe ungeeignet«, davon ab, General Gündell mitzunehmen. So fuhr General von Winterfeldt, ehemaliger Militärattaché in Paris, im Auftrag der Reichskanzlei 16  mit Erzberger nach Compiègne. Die deutsche Oberste Heeresleitung ihrerseits bestimmte niemanden dazu, sie bei den Verhandlungen zu vertreten.

Als General Groener am Donnerstag, 7. November, von Berlin nach Spa zurückkehrte, waren seine Illusionen verflogen. Er kannte nun die Vorgänge in der Heimat und wusste auch, dass das Heer nur noch bis zum Ende der Woche standhalten konnte. Fochs Divisionen standen in Brüssel, an der Maas und in Sedan. Spätestens am Sonnabend würden sie auf deutschen Boden vordringen.

Am Morgen des 8. November bedrängte Prinz Max von Baden die in Spa befindlichen Vertreter der Regierung, die Abdankung des Kaisers zu erreichen. Aber der Kaiser blieb ihren Vorstellungen gegenüber taub, und der Generalfeldmarschall stand noch immer auf seiner Seite.

Schließlich gelang es Groener, Hindenburg mit sachlichen Darlegungen wankend zu machen. Der Zorn der Generale richtete sich gegen ihn. Was mischte er sich in Dinge, die ihn nichts angingen? Konnte er das Heer nicht aus dem Konflikt herauslassen?

Kaiser und Kronprinz drohten dem Generalquartiermeister ein Kriegsgerichtsverfahren an. Hindenburg sträubte sich dagegen: Die Stunde sei zu ernst, um sich bei persönlichen Streitereien aufzuhalten. In letzter Minute rettete er Groener vor der Ungnade.

Nachts rief die Oberste Heeresleitung fünfzig Frontgenerale zusammen. Sie sollten nach Spa kommen und dem Kaiser ein ungeschminktes Bild der Lage geben.

Nacheinander trafen sie am grauen Morgen des 9. November in Spa ein und wurden sofort ins Zimmer des Generalquartiermeisters geführt. Groener klärte sie über die Vorgänge in Deutschland auf und malte ihnen die Lage in den düstersten Farben. In der Telegraphenabteilung der Obersten Heeresleitung hatte sich ein Soldatenrat gebildet. Große Unruhe herrschte in der Etappe. Im Elsaß hissten einige Einheiten bereits die rote Fahne. Die Eisenbahnen, Telegraphenämter, Munitionslager und die Rheinbrücken waren in der Hand der Revolutionäre.

Groener teilte den verstörten Generalen außerdem mit, dass der König von Bayern am 7. November aus seiner Hauptstadt fliehen musste und dass sich extremistische Kräfte Münchens bemächtigt hätten. Eröffnete er ihnen auch, dass sich seit dem 6. November ein Unterhändler auf dem Wege nach Compiègne befand, um die Alliierten um die Waffenstillstandsbedingungen zu bitten? Das ist anzunehmen. Eines sagte er ihnen aber nicht – weil er es selbst noch nicht wusste: dass Prinz Max von Baden, von den Sorgen der letzten Wochen niedergebrochen, im Begriff war zurückzutreten. Noch vor Ende des Tages gab der Reichskanzler Ebert den Auftrag, eine neue Regierung zu bilden; und rief Philipp Scheidemann, »sozusagen aus dem Handgelenk, aber auch ganz selbstverständlich für einen Sozialdemokraten«, von einem Fenster des Reichstagsgebäudes herab die Republik aus. 17

Anmerkungen:

1  Erzberger: »Erlebnisse im Weltkrieg«, S. 262.
2   Offensichtlich durch Vermittlung von Staatssekretär von Hintze, der die Reichskanzlei beim Großen Hauptquartier vertrat.
3  Ludendorff: »Die zweite Marneschlacht«, S. 166.
4  General Morgan geht noch weiter, wenn er behauptet, die Oberste Heeresleitung habe das Vorhandensein einer revolutionären Regierung in Berlin begrüßt, »die die odiöse Verantwortung für Waffenstillstandsverhandlungen und Unterzeichnung eines Waffenstillstandes auf sich nehmen würde und deren Akt später sowohl von ihr als auch vom Obersten Kriegsherrn, dem Kaiser, für nichtig erklärt werden könnte, nachdem die Verbündeten abgerüstet hätten.« (Vgl. Wheeler-Bennett, »Die Nemesis der Macht«, Düsseldorf 1954, S. 45.) Eine solche Hypothese scheint sehr gewagt. Das hieße denn doch, die Politik des Bösen zu weit treiben.
5  Diese Hoffnung wurde übrigens von einer Anzahl führender deutscher Persönlichkeiten, besonders von Rathenau, geteilt.
 Er empfand darob sogar eine gewisse Befriedigung. »Wir fühlten uns sehr erleichtert darüber«, schrieb Prinz Max von Baden, »daß das Heer nicht vor Foch hinzutreten hatte.« (»Erinnerungen« II, S. 305.)
7  Einen Augenblick hatte man an General von Seeckt gedacht, doch hatte Prinz Max von Baden Groener den Vorzug gegeben.
8  Generalleutnant Ernst Kabisch: »Groener«. S. 16
9  Groener: »Der Weltkrieg und seine Probleme«, Berlin 1920.
10  Schwarte: »Geschichte des Krieges 1914-1918«, I. Teil: »Die technische Vorbereitung der militärischen Operationen«.
11  »Wir müssen zufrieden sein«, sagte Groener, »wenn der Krieg mit einem Remis ausgeht. Es kommt darauf an, unsere Politik und unsere Kriegführung rechtzeitig darauf einzustellen.«  Stinnes war keineswegs überzeugt davon. Er verließ den Raum mit den an Groener gerichteten Worten: »Ludendorff wird siegen!«, worauf Groener ihm auf der Schwelle erwiderte: »Ludendorff wird nicht siegen!« Sehr wahrscheinlich hat Stinnes diese Worte dem Generalquartiermeister weitererzählt. (Ernst Kabisch: »Groener«, S. 53).
12  Seit 1917 hatte Groener vorausgesehen, dass ein Scheitern der militärischen Operationen die Revolution in Deutschland nach sich ziehen würde. Er hatte aus zu großer Nähe die intensive Propaganda der Bolschewisten an der Ostfront erlebt, um nicht zu befürchten, dass die aus Russland an die Westfront verlegten Einheiten die innere Auflösung der Armee beschleunigen würden.
13  Herzfeld: »Die deutsche Sozialdemokratie und die Auflösung der nationalen Einheitsfront im Weltkrieg«, Leipzig 1918. Wiedergegeben von Kabisch: »Groener«, S. 60.
14  Kapitän z. S. a. D. von Waldeyer-Hartz: »Die Meuterei der Hochseeflotte«, S. 28. Zu den Einzelheiten über die Meuterei der deutschen Marine vgl. auch Hans Kutscher: »Admiralsrebellion oder Matrosenrevolte?«, S. 53-76; Bernhard Rausch: »Am Springquell der deutschen Revolution: Die Kieler Matrosenerhebung«.
15  »Die Forderungen der Matrosen … begannen mit dieser: erstens sofortiger Rücktritt des Kaisers! Aus allen anderen der genannten Orte liefen die gleichen Forderungen ein: Fort mit dem Kaiser, Amnestie, Waffenstillstand, Frieden, Wahlrecht.« (Scheidemann: »Der Zusammenbruch«, Berlin 1921, S. 191)
16  Erzberger: »Erlebnisse im Weltkrieg«, S. 326/327. Auch General v. Winterfeldt trat Anfang Februar 1919 zurück, um nichts mehr mit den weiteren Verhandlungen zu tun zu haben.
17  Scheidemann: »Der Zusammenbruch«, S. 173. Man hat ihm deshalb später Vorwürfe gemacht, denn es war Sache einer verfassunggebenden Versammlung, über die künftige Regierungsform zu entscheiden. In dem Prozess, der im Oktober und November 1925 gegen ihn in München angestrengt wurde, hat er sich gegen diesen Vorwurf mit der Versicherung verteidigt, »weder er noch seine Mitarbeiter hätten die Revolution gewünscht oder geplant. Sie hätten Prinz Max von Baden als Regenten des Reiches willig akzeptiert und sogar Prinz August Wilhelm (den jüngsten Sohn des Kaisers) als Regenten in Preußen«

2 Kommentare zu „Kaiserdämmerung. 9. November 1918. Berlin – München – Wien.“

  1. Lieber Philolaos, dieser Text kommt mir sehr bekannt vor, den hat uns doch Herr Dr. Sudholt bei den Preußen erzählt. Hat er den wörtlich abgelesen oder ist Jacques Benoist-Méchin sein Pseudonym? Servus, H.

    ________________________________ Von: Bayern ist FREI Gesendet: Donnerstag, 15. November 2018 13:56 An: fradiavolo@hotmail.de Betreff: [Neuer Eintrag] Kaiserdämmerung

    Philolaos veröffentlichte:“Kaiserdämmerung Das Bismarck-Reich und sein ruhmloses Ende Von Jacques Benoist-Méchin Seit 1917 machte sich eine wachsende Unruhe über die lange Dauer des Krieges bemerkbar. Was hatten diese erstarrten Fronten, diese festgefahrenen Operationen “ Kommentiere diesen Beitrag, indem Du über dieser Zeile antwortest

    Neuer Beitrag auf Bayern ist FREI [https://bayernistfrei.files.wordpress.com/2017/10/biflogo2.png?w=32] [http://0.gravatar.com/avatar/65994c0466442eb22e638667df7902be?s=50&d=identicon&r=G] Kaiserdämmerung von Philolaos Kaiserdämmerung

    Das Bismarck-Reich und sein ruhmloses Ende

    Von Jacques Benoist-Méchin

    Seit 1917 machte sich eine wachsende Unruhe über die lange Dauer des Krieges bemerkbar. Was hatten diese erstarrten Fronten, diese festgefahrenen Operationen zu bedeuten? Wo blieb der Sieg, der immer wieder versprochen wurde und der doch in eine immer fernere, ungewisse Zukunft zu entschwinden schien? Am 19. Juli hatten die Mehrheitsparteien des Reichstags mit 212 gegen 126 Stimmen eine Resolution für einen Verhandlungsfrieden auf der Grundlage des Verzichts auf alle Annexionen angenommen. Diese Abstimmung war ein ernstes Vorzeichen. Sie ließ ein Nachlassen des Kampfwillens der Parlamentarier erkennen.

    Um die gleiche Zeit machten sich in der schwerfälligen deutschen Kriegsmaschinerie die ersten Abnutzungserscheinungen bemerkbar. Das bedeutete sicher noch nicht viel, doch arbeitete sie nicht mehr mit der gleichen Durchschlagskraft und Regelmäßigkeit wie zuvor. Ihre Räder griffen nicht mehr mit der unfehlbaren Genauigkeit ineinander, die stets ihr Stolz gewesen war. Die Bande des Vertrauens und des bedingungslosen Gehorsams, die Soldaten und Vorgesetzte zusammenschweißten, begannen sich zu lockern.

    [1024px-Hindenburg,_Kaiser,_Ludendorff_HD-SN-99-02150]Generalfeldmarschall Hindenburg Kaiser Wilhelm II Erich Ludendorff 1917 (c) Wikipedia

    Hindenburg und Ludendorff hatten durch einen ultimativen Schritt beim Kaiser, den sie vor die Wahl zwischen sich und den Kanzler stellten, den Rücktritt Bethmann-Hollwegs erzwungen. Der Reichstag sah in dem »Mann des Fetzens Papier« ein Hindernis für den Frieden, der Generalstab einen Mann, der zu sehr auf die Einflüsterungen der Parteien hörte. Der Kronprinz gab ihm schließlich den Gnadenstoß, als er vor einer Reichstagsdelegation äußerte: »Werfen Sie doch den Mann aus dem Reichstag hinaus!« 1

    Der Kaiser ernannte Michaelis zum Nachfolger, übrigens ohne Mitwirkung des Reichstags – die letzte politische Tat des Kaisers. Der neue Reichskanzler war jedoch außerstande, der Lage Herr zu werden. Bald wurde er durch Graf Hertling ersetzt, der auch nicht mehr vermochte als sein Vorgänger.

    Anfang 1918 wuchs die Spannung zwischen Oberster Heeresleitung und politischer Führung. Trotz des U-Boot-Krieges verschärfte sich die britische Blockade, die Rohstoffe wurden knapp, und die Bevölkerung der Städte litt unter dem Lebensmittelmangel.

    An der Front kämpfte das Heer, durch alle verfügbaren aus Russland herangeführten Divisionen verstärkt, verbissen weiter. Die Frühjahrsoffensiven gaben ihm neuen Mut. Hieß es nicht bereits, die Reserven der Alliierten seien erschöpft? Ein letzter entschlossener Vorstoß konnte den Sieg bringen, und die abgekämpften Männer konnten endlich heimkehren!

    Die Offensive erforderte jedoch gewaltige Anstrengungen. Die Truppen waren erschöpft, die mörderischen Kämpfe ließen sie ausbluten, die jungen Rekruten fielen zu Tausenden. Auch der Materialverschleiß wurde von Tag zu Tag größer.

    [800px-Western_front_1918_german]Frontverlauf Frühjahr 1918 (c) Wikipedia

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