Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht. Illusion Integration.

Deutschland ist kein Einwanderungsland. Andererseits erweist sich Einwanderung in einem verträglichen Ausmaß als win-win Konstellation. So mit den Hugenotten aus Frankreich im 16. Jahrhundert. Mit italienischen Künstlern und Eismachern im Barock und Rokoko. Mit polnischen Bergarbeitern im Ruhrpott in der Gründerzeit.

Der verheerende Blutzoll an jungen deutschen Männern im Zweiten Weltkrieg führte in Zeiten des Wirtschaftswunders zu Gastarbeiter-Anwerbeabkommen mit Italien (1955), Griechenland, Spanien oder Portugal. Bis 1964 wurden 1 Million Gastarbeiter in Deutschland willkommen geheißen.

Italiener, Griechen und Jugoslawen bereicherten Deutschland nicht nur als tüchtige Handwerker oder Akademiker, sondern auch kulinarisch mit Pizzerien, Balkan-Restaurants und mediterraner Küche.

Japaner, Chinesen, Vietnamesen und Thailänder fügten sich geräuschlos und harmonisch in die deutsche Gesellschaft ein. Seither ist die asiatische Küche aus Deutschland nicht mehr weg zu denken. Durch ihren Fleiß sind Asiaten wertvolle Mitglieder der deutschen Gesellschaft geworden. In allen Branchen und Bereichen. Von Arzthelferinnen über Orchester-Musiker bis hin zu einem Gesundheitsminister der FDP.

Am 30.10.1961 wurde das Anwerbeabkommen mit der Türkei unterzeichnet. Zuerst unterschieden sich türkische Gastarbeiter nicht elementar von anderen Gastarbeitern. Der interkulturelle Austausch zwischen Deutschen und Türken war die ersten dutzend Jahre nicht viel anders als mit anderen Nationen. Deutsch-türkische Freundschaften und Ehen waren an der Tagesordnung.

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Heinz Kühn (SPD, 1981)

Aber der Zuzug an Türken nahm kein Ende mehr. Die zweite Generation der Türken war anders. Weniger konziliant, weniger integrationswillig, aggressiver, sogar provokant. „Ey, hast du ein Problem?!“ pöbelten junge Türken in Situationen, die sie herbei provozierten und auf Eskalation aus waren. Oder fanatischer noch: „Willst du meine Religion beleidigen?“. Szenarien, die weder bei Italienern, Griechen, Portugiesen, Spaniern, Kroaten, Serben oder Slowenen bekannt waren. Die Extrawurst für Türken war der erste Schritt zur Spaltung der Gesellschaft. Sogar unter muslimischen Zuwanderern untereinander. Plötzlich flammten auf deutschem Boden Stellvertreterkriege zwischen Türken und Kurden auf.

Traurige Bekanntheit erwarb sich der Serienstraftäter „Mehmet“ (*1984 München), der bereits bis 1998 als 14 Jähriger mehr als 60 Straftaten beging und dann schließlich in seine türkische Heimat abgeschoben wurde.

Bei einer U-Bahn-Schlägerei 2007 schlug der 20 jährige Serkan A. einen pensionierten Schuldirektor krankenhausreif. An den Folgen der Fußtritte gegen den Kopf leidet das Opfer noch bis heute.

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Die Spannungen zwischen türkischen Migranten und Alteingesessenen haben seit spätestens der 1980er Jahre zugenommen. Sie entluden sich in Brandanschlägen wie in Mölln (wobei es allerdings mehr um einen Streit von Zuhältern untereinander ging als um fremdenfeindliche Motive), Ehrenmorden und in den Mordserien des NSU.

„Wenn die Zahl der Ausländer, die als Minderheit in einer Nation leben, eine bestimmte Grenze überschreitet, gibt es überall in der Welt Stimmungen des Fremdheitsgefühls und der Ablehnung, die sich dann bis zur Feindseligkeit steigern. Allzuviel Humanität ermordet die Humanität. Wenn jedoch eine Grenze überschritten ist, wird sich die Feindseligkeit auch auf jene erstrecken, die wir sogar gern bei uns haben möchten.“ (Heinz Kühn, SPD, im Jahr 1980)

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Es dauerte keine Generation, bis türkische Gemeinden mit Sonderwünschen für Streß sorgten. Halal, Schächtungen, Moscheen, Minarette, Imame, Islam-Unterricht, kein gemeinsamer Schwimmunterricht für türkische Mädchen, Ehrenmorde. Türkische Wohnungen geziert von TV-Satellitenschüsseln Richtung Ankara und Istanbul, Kioske und Tankstellen ausgestattet mit türkischen Printmedien illustrierten das Auseinanderdriften zweier Werte-Systeme.

Seit den 1980er Jahren entfernten sich Deutsche und Türken immer mehr von einander. Parallelgesellschaften wurden Fakt. Stadtbilder von Essen bis Graz, von München bis Bremen wurden immer mehr geprägt von verschleierten Frauen jeden Alters, die Kopftücher trugen wie Neonazis ihre Springerstiefel.

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Herbert Wehner

Eine geplante wirksame Verschärfung des Asylrechts wurde seit 1980 von der SPD, FDP und den GRÜNEN so vereitelt, daß eine Spaltung des Landes und ein vergiftetes Klima unvermeidlich geworden waren.

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Aggressive, anmaßende Kopftuch tragende junge Intellektuelle verhöhnen offen die Spielregeln des Gastlandes und gerieren sich immer öfter in Herrenmenschen-Manier.

Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht. Wer jetzt noch der Meinung ist, Integration sei das Allheilmittel und der Schlüssel zur Lösung, verkennt das Ausmaß des Dilemmas. Die Drehorgel artigen Wiederholungen der leeren Formel von der Integration entpuppen sich als Mogelpackungen. In 40 Jahren ist nichts besser geworden. Die Gräben werden tiefer.

Die Dosis macht das Gift. Imad Karim, Akif Pirincci oder Leyla Bilge gehören zu einer Minderheit geglückter Bereicherung und Integration.

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Erdogan Assimilation

Die Mehrheit der hier lebenden Türken lehnt Steinmeier als ihren Präsidenten ab, auch wenn sich Mezut Özil für einen Fototermin mit Steinmeier vermutlich überreden oder gar kaufen ließ. Fahnenmeere roter Halbmond-Flaggen für Erdogan haben bis zum Überdruß untermauert, daß die Mehrheit türkischer Herzen für Erdogan Feuer und Flamme sind.

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Helmut Kohl Integration (c) MM

Bundeskanzler Helmut Kohl hatte das Problem bereits zu Beginn der 1980er Jahre richtig eingeschätzt. Seine Bemühungen, die Konsequenzen des aus dem Ruder laufenden Experiments muslimische Zuwanderung abzufedern, wurden von der SPD, aber auch von der FDP und den GRÜNEN torpediert.

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Helmut Kohl Rückkehrprämie 1982

Der Autor im Blog „Zuwanderung.net“ blickt zurück:

 

Was Kohl nicht gemacht hat

Die Thatcher-Protokolle, ein Geheimpapier über das erste Treffen des neuen Bundeskanzlers mit der damaligen britischen Premierministerin zeigen, wie Kohl offenbar Hunderttausende Türken außer Landes schaffen wollte.

Was damals in der Bonner Republik gesellschaftlicher Konsens war, würde im Deutschland von heute als ziemlich weit rechts gelten.

Kohl will laut den Dokumenten im Oktober 1982 die Türken einfach nur loswerden. “Deutschland habe kein Problem mit den Portugiesen, den Italienern, selbst den Südostasiaten, weil diese Gemeinschaften sich gut integrierten”, zitiert Protokollant Coles den Kanzler, der gerade vier Wochen im Amt ist. “Aber die Türken kämen aus einer sehr andersartigen Kultur. […] Deutschland habe 11 Millionen Deutsche aus osteuropäischen Ländern integriert. Aber diese seien Europäer und stellten daher kein Problem dar.”

Als Beispiele für das “Aufeinanderprallen zweier verschiedener Kulturen” nennt Kohl Zwangsehen und Schwarzarbeit der Türken. Jeder zweite von ihnen müsse daher gehen, für die Bleibenden sieht der Kanzler spezielle Schulungen vor: “Diejenigen, die integriert werden, müssten Deutsch lernen.”

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Assimilation Helmut Kohl

Von den Zuwanderern aus Anatolien hielt der Pfälzer damals offenbar nicht allzuviel. “Nicht integrationsfähig und auch im Übrigen nicht integrationswillig”, sei die größte Gastarbeitergruppe in der Bundesrepublik, urteilt er schon als Oppositionschef der CDU. Und in seiner ersten Regierungserklärung, zwei Wochen vor dem Treffen mit Thatcher, sagt er: “Integration ist nur möglich, wenn die Zahl der bei uns lebenden Ausländer nicht weiter steigt.” Aber seinen konkreten Plan, binnen vier Jahren jeden zweiten Türken loszuwerden, verschweigt Kohl. Obwohl sich die öffentliche Empörung womöglich in Grenzen gehalten hätte.


Kommentar: Wir haben Helmut Kohl die Wiedervereinigung und den Euro zu verdanken. Und Merkel. Die Wiedervereinigung war sicherlich gut, der Euro und Merkel kann uns noch allen, auch den anderen europäischen Staaten, das Genick brechen. Und bezüglich seines Plans, die Anzahl der Türken in Deutschland um 50% zu reduzieren: Er hat also damals schon die Notwendigkeit erkannt. Gemacht hat er nichts. Auch das kann uns noch das Genick brechen. Es ist also noch zu früh, um seine politischen Leistung abschließend zu beurteilen.

 

11 Kommentare zu „Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht. Illusion Integration.“

  1. Ich empfehle dringend, das Buch von Heike Knorz, Diplomatische Tauschgeschäfte, zu lesen. Der Zusammenhang mit den Weltkriegstoten ist nur sehr begrenzt richtig. Es ging um ganz Anderes.

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  2. Lieber Claudio-Michele, ich habe zu Kohls Zeiten stringent CDU gewählt, was anderes stand nicht zur Debatte. Er hat zweifellos viel für Deutschland geleistet. Euro und sein tödliches „Mädchen“ mal ausgenommen. Aber wie konnten er und seine damals noch konservativen Mitstreiter zulassen, dass sich eine sozialistisch-marxistische Ideologie schleichend wie eine letal verlaufende Krankheit in dieses Land, in die ganze Gesellschaft einnisten konnte. War man in 16 Jahren betriebsblind geworden? Ich habe dutzende Bücher verschlungen, dutzende Autoren bis auf´s Mark ausgesaugt und bin zu keiner schlüssigen Erkenntnis gelangt. Jetzt baden wir ALLE die Versäumnisse der damals vermeintlich fest im Sattel sitzenden Konservativen aus. Wir plagen uns jetzt mit Millionen von Invasoren, nichtsnutzigen linken Studenten, Lügenpresse, zerfallender Infrastruktur, gestorbener Moral, verrotteter Bildung, Gender, Energiekollaps und und und herum. Wann hat das Land die Notbremse demontiert und weggeworfen, im rotgrünlackierten Schnellzug, der in Höchstfahrt in den Sackbahnhof einfährt ?

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  3. Um mal zu veranschaulichen, wie weit man die Re-Migration in den 80ern gesellschaftlich akzeptierte und offenbar nicht für politisch inkorrekt gehalten hat, hier einen Sketch von Dieter Didi Hallervorden und seinem Deutschkurs für Türken:

    Heute unvorstellbar für hyperventilierende Gutmenschen, NGOs und die Parteien-/Medienlandschaft. Im Gegenteil, der Comedian wäre aktuell medial erledigt, nebst dem übertragendem Sender.

    Wie auch immer, wer sich die 80er/90er nicht vorstellen kann, dem sei diese Google-Suche anempfohlen, welch schnell zu einem durch und durch ‚ausländerfeindlichem‘ Artikel des „Spiegel“ führen dürfte:

    „AUSLÄNDER Nix Kasko“

    Ach ja, zum Thema Helmut Kohl hier nun ein paar Worte der SPD in Person vom geschätzten Altkanzler Schmidt via „Weltwoche“ und Hervorhebung durch mich:

    Für Sozialdemokraten war die „Belastungsgrenze überschritten“. Bundeskanzler Helmut Schmidt machte sich 1981 Sorgen darum, wie lange die Bundesrepublik noch mit den Folgen der Zuwanderung aus der Türkei fertig werden könne und erklärte im Februar 1982 in einem Zeit-Interview: „Mir kommt kein Türke mehr über die Grenze.“

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  4. Nicht nur die Türken lehnen Steinmeier als „ihren“ Präsidenten ab, da gibt es noch viel mehr, die das tun! – Im übrigen gab es mit der ersten Generation türkischer Gastarbeiter auch deswegen kaum Probleme, weil D damals noch ein viel konservativeres und die Türkei ein viel laizistischeres Land war. Die soziokulturelle Entwicklung beider Länder ging seither diametral auseinender: in D setzte sich ein antiautoritärer, atheistischer Hedonismus durch, die Türkei wurde reislamisiert. Die buntgrünen Deutschen haben mit den Türken viel weniger Gemeinsamkeiten als früher die altväterliche Adenauer-Generation.

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