Das bayerische Wahlergebnis – die Preußen sind schuld

Von Claudio Michele Mancini Oktober 17, 2018

Seit drei Tagen wissen wir in Bayern Bescheid. Die GRÜNEN dürfen sich als Sieger bei den Landtagswahlen in Bayern fühlen. Mit einem Ergebnis von 17,5 Prozent erleben sie einen nie gekannten Höhenflug und die Hardcore-Mitglieder der CSU rätseln nach wie vor, wie das möglich war. Zum Glück haben die die „Freien Wähler“, sozusagen die „B-Mannschaft“ der CSU, mit 11,6 Prozent den Super-Gau verhindert.

Nach zwei Tagen heftigen Nachdenkens und Wundenleckens hinter den Kulissen, präsentiert man griffige Standard-Erklärungen. Mit Hingabe hat man daran gefeilt, die Sinndeutungen der katastrophalen Stimmenverluste wählerverträglich im Land zu verbreiten, ohne dabei den kraftstrotzenden Tenor zu vernachlässigen. „Wir haben den eindeutigen Wählerauftrag“, die tausendfach strapazierte Floskel jeweiliger Landesfürsten, die jedem klar machen soll, dass Bayern mit oder ohne Seehofer, notfalls auch ohne Kanzlerin, nicht verloren ist.

Gleich nach den ersten Hochrechnungen kursierten in den Medien und bei den Moderatoren – nicht ohne Häme, versteht sich -, Begriffe wie: Absturz, Desaster, Ende einer Ära, historische Zäsur, Katastrophe, politischer Erdrutsch, Zeitenwende. Ich habe offen gestanden Termini wie Armageddon, Hiob‘sche Heimsuchung oder kannensische Niederlage vermisst. Eine CSU unter 40 Prozent bei einer Landtagswahl, das galt in bayerischen Bierzelten und in den voralpenländischen, geranienumrankten Bauerngehöften als undenkbar, ach, was sag ich, es hatte den Stellenwert des „jüngsten Gerichtes.“

Schuld sind natürliche die vielen Preußen, die in Bayern eingewandert sind. Besonders nach München. Die Landeshauptstadt ist von Preußen und anderen unerwünschten „Reingeschmeckten“ geradezu unterwandert, zumeist gut situierte CSU-Feinde, die sich in den Wohlfühloasen sündhaft teurer Stadtteile und im südlichen Speckgürtel Münchens breit gemacht haben und GRÜN wählen. Eine tiefgreifende Analyse hat ergeben, dass diese immigrierte Wahlspezies aus Gegenden nördlich von Ulm und Würzburg stammen, meist der Gattung „Gutmenschen“ angehören, keine Ahnung davon haben, dass es Rentner und Hartz-IV-Empfänger gibt, schwarze Kinder mit großen Kulleraugen lieben und ihre Delikatessen vorzugsweise bei Käfer und den Salat in unbedenklichen Bioläden einkaufen.

Eine alleinige Schuldzuweisung an die norddeutschen Migranten wäre natürlich übertrieben. Schuld hat natürlich auch die Flüchtlingskrise und damit selbstredend Angela Merkel, was natürlich nicht offen oder gar laut ausgesprochen wird. Trotzdem, den von Söder angeprangerte „Asyltourismus“, der in bierseligen Veranstaltungen in nahezu allen Gemeinderatssitzungen frenetisch beklatscht wurde, den haben linksradikale Moderatorinnen wie Anne Will, Sandra Maischberger und Maybritt Illner medienwirksam angeprangert.

Dass die SPD trotz der aktiven Wahlhilfen gerngesehener Polit-Talk-Shows auf die Größe einer Erdnuss zusammengeschrumpelt ist, nehmen die Blau-Weißen Mandatsträger nur am Rande wahr. Zu unwichtig. Wichtiger dagegen nehmen die CSU-Vasallen den Einzug der AfD in den Landtag. Auch hier sind schnell die Schuldigen gefunden. Renitente Arbeitslose und Hooligans, die nach Chemnitz fahren und Hetzjagden veranstalten. Jetzt gilt es für Söder, zur alten Selbstherrlichkeit und zu den Allmachtsphantasien, an die man sich Jahrzehnte geklammert hatte, wieder zurückzufinden.

Das könnte gelingen, wenn in Zukunft die Ausstrahlung von Sendungen mit Schwerpunkten wie Flüchtlinge, Islam, Terror, Populismus und Extremismus in ländlichen Gebieten verboten werden und man ausschließlich Heimatfilme sendet. Hilfreich wäre es auch, wenn man insbesondere für arbeitsscheue Grünenpolitiker wie Annalena Baerbock und Katharina Schulze politische Berufsverbote ausspräche und sie mal zum arbeiten schickt. Nun ja, ich traue Söder zu, dass er eine Lösung findet. Doch bevor es soweit ist, haben wir die Hessen-Wahl. Dann wird es sich weisen, ob die CSU aus ihren Reihen den zukünftigen Kanzler stellen wird und die SPD ihre Zentrale in Berlin schließt.

3 Kommentare zu „Das bayerische Wahlergebnis – die Preußen sind schuld“

  1. *BR Bayern*

    *CSU will mit den Bayerischen Freien Wählern verhandeln*

    Die CSU will ab morgen mit den Freien Wählern über eine Regierungs- koalition verhandeln.

    Wie der BR aus Teilnehmerkreisen erfuhr, hat sich das CSU-Präsidium in einer Telefonschalte dafür ausgesprochen, mit den Freien Wählern Koalitions-gespräche zu führen. Zuvor hatte den Informationen zufolge auch das CSU- Sondierungsteam für Verhandlungen mit den Freien Wählern/FW gestimmt.Inhaltliche Differenzen bei den Themen Asyl und innere Sicherheit machten laut Ministerpräsident Söder/CSU Koalitionsverhandlungen mit den Grünen unmöglich.

    *Aiwanger: Koalition kann Signal setzen*

    Eine Koalition zwischen der CSU und Freien Wählern kann nach Meinung von FW-Chef Aiwanger ein Signal über Bayerns Grenzen hinaus setzen. Mit ihrem pragmatischen Ansatz würden die Freien Wähler bei den Koalitions- verhandlungen Schnittmengen herausarbeiten und Probleme offen ansprechen. Bundespolitische Visionen verfolge seine Partei aber nicht, so Aiwanger. Inhaltliche Schwerpunkte der FW seien die Abschaffung der Kita-Gebühren, der Erhalt der Krankenhäuser und das Nein zur dritten Startbahn. Er gehe davonaus, dass die Basis am 27.10. zustimme.

    *Grüne enttäuscht über CSU-Entscheidung*

    Die Grünen haben die CSU-Entscheidung für Koalitionsgespräche mit den Freien Wählern als Fehler bezeichnet. „Die CSU wählt den einfachen Weg und damit das politische ‚Weiter so‘. Das ist schlecht für Bayern“, sagte Fraktionschef Hartmann zu der Entscheidung des CSU-Präsidiums. „Ich hätte Markus Söder mehr Mut gewünscht.“ Der Frei- staat brauche einen ökologischen Aufbruch und soziale Erneuerung. Das sei mit den Grünen möglich. Ministerpräsident Söder/CSU erklärte,die Entscheidung sei keine Frage des Mutes sondern der Vernunft gewesen.

    © Bayerischer Rundfunk 18.10.18

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  2. Entscheidend sind die Sitze im Maximilianeum!

    Sitz-Zuteilung im neuen Landtag:
    66 Prozent der Sitze pro Bayern

    Berechnung wie folgt:

    Absolute Mehrheit > = 103 Sitze

    CSU + FW = 112 Sitze > 103 Sitze

    CSU + Grüne = 123 Sitze
    CSU + SPD = 107 Sitze

    CSU + AfD = 107 Sitze > 103 Sitze

    CSU + AfD + FW = 134 Sitze >> 103 Sitze

    CSU + AfD + FW+ FDP = 145 Sitze >> 103 Sitze

    Das sind 66 Prozent der Sitze !

    vgl. Linksgrüner Block

    Grüne = 38 Sitze

    Grüne + SPD = 60 Sitze = 34 Prozent der Sitze

    Fazit:
    Die Mehrheit der Bayern will ihr christlich-konservatives Menschenbild
    gegenüber der Islamisierung und globaler Überfremdung bewahren,
    gegen den linksgrün-versifften Merkel-Block.

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