Dummdeutsche „Kulturschaffende“ contra Seehofer

Kulturschaffende“ machen mobil gegen Innenminister Horst Seehofer. Deutsche Kulturschaffende sind primär dafür berüchtigt, daß sie ihr Vakuum in der Birne durch Exhibitionismus und Dezibel kompensieren.

Daß sich „Kulturschaffende“ in diesem Land hauptsächlich gegenseitig auf die Schulter klopfen, sich gegenseitig Preise verleihen, und durch egalitärfrömmlerische Aufschreie von sich reden machen, darf man getrost als Charakteristikum fortschreitender Dekadenz bewerten.

„Kulturschaffende“ und Dekadenz befruchten einander geradezu inzestuös.

Manche mögen applaudieren. Schrill und lautstark.

Eine schweigende Mehrheit aber wendet sich mit Grauen ab.

Deutschland hat keinen Bach, Goethe, Mozart, Beethoven, Kant, Heine, Fontane, Brahms oder Theodor Storm mehr.

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Theodor Fontane (1883) Gemälde von Carl Breitbach (c) Wikipedia

Tonangebend sind heute T-Pfau-Stars, geliftete B- und C-Promis, Botox-Diven, Silikon-Ungeheuer, regelmässig alkoholisierte Verkehrssünder und politisch korrekte Trittbrettfahrer.

Zum Aufstand der „Kulturschaffenden“ – die offensichtlich Kultur mit Dekadenz verwechseln – hat sich ein Mediziner und CONSERVO-Autor so seine Gedanken gemacht.

 

Dummdeutsch(e) contra Seehofer – Versuch einer „Entwesung“ des Ungeliebten durch „Kulturschaffende“

(www.conservo.wordpress.com)

von altmod *)

Dummdeutsch und Kulturschaffende

Der Begriff Dummdeutsch stammt von Eckhard Henscheid und zielt eigentlich nicht auf Personen ab, sondern auf sprachliche Spezifika, welche von diesen geübt werden. So werden sie dann – stimmt die nationale Herkunft – zweifellos zu „Dummdeutschen“.

Das Wort „Kulturschaffende“ ist gewiss Dummdeutsch, legt man die Definition des Begriffes durch E. Henscheidx) zugrunde:

„»Dummes«, strukturell »dummes« Wortmaterial … wie solches, das erst per fortgesetzte Inflation, gedankenlose Entleerung oder auch bloße Verwendung durch die garantiert falschen Menschen es – von Fall zu Fall anders – geworden ist.“

Dummdeutsch kommt vor allem aus dem Werbe- und Kommerzdeutsch, aus altem Feuilleton- und neuem Professorendeutsch, aus der sog. Psychoszene, aus handfest-törichtem Presse- und Mediendeutsch … (ist) eine fast immer so oder so wichtigmacherische Brühe. (Henscheid)So haben nun sogenannte „Künstlerinnen und Künstler, Kulturschaffende, Kulturvermittlerinnen und -vermittler“ – also offensichtlich Leute, die gern in ihrer wichtigmacherischen Brühe baden – eine öffentliche Proklamation abgesetzt, in der sie Horst Seehofer zum Rücktritt von seinem Amt als Innenminister auffordern.
Der Mann habe sich schwerster Verfehlungen gegen unser Gemein- und Staatswesen schuldig gemacht heißt es: Durch „enthemmte Bierzeltreden“ und „unschlüssige Pressekonferenzen“; und man sei „entsetzt darüber, dass der Bundesinnenminister fortwährend die Arbeitsfähigkeit der Bundesregierung sabotiert und dem internationalen Ansehen des Landes schadet;“.

Wen der gesamte Wortlaut dieses Empörungspamphlets mit der hochtrabenden Überschrift „Würde, Verantwortung, Demokratie“ (fehlt noch die aktuell vielstrapazierte Floskel „Anstand“) interessiert und wer wissen will, wer sie gezeichnet hat, kann dies unter http://www.seehofermussgehen.de/ tun.


Kulturbearbeiter

Nicht nur mit dem Wort „Kultur“ wurde ja in der Vergangenheit durch die „K.-Schaffenden“ mittels deren „Kulturarbeit“ schon allerhand Schindluder getrieben. Man kann einen Gegenstand so bearbeiten, dass er letztendlich nicht wiederzuerkennen ist.

In die Kategorie Dummdeutsch sortiert Henscheid unter anderem diese Wortzusammensetzungen ein: Streitkultur, Lesekultur, Lachkultur, Ereigniskultur, Angstkultur, Schamkultur, Kulturidentität, Kulturraum usw. Der „Kulturbeutel“ ist laut Henscheid ein Feuilletonredakteur, wiewohl man solche auch unter den hier angesprochenen K.-Schaffenden oder -Bearbeitern findet.
Unter denen, welche nun das Verdikt über Seehofer ausgesprochen haben, zählen bekannte Leute wie der Stasi-IM und notorische Lügenbeutel Günter Wallraff und der Tutti-Frutti-Titten-Show-Man Hugo Egon Balder. Fast alle anderen Unterzeichner sind – mir zumindest – unbekannt. Es handelt sich in der Mehrzahl um Schauspieler, Autoren, „Dramaturgen“, Regisseure und „bildende Künstler/innen“, die man wohl nur kennen kann, wenn man Vor- und Nachspann von GEZ-produzierten Schmonzetten und Krimis in sich aufnimmt, dergleichen im Unterschichten-TV konsumiert oder sich auf „Events“ in der Bundeshauptstadt herumstrabanzt. Die meisten dieser „Arbeitskräfte“ werden wohl mittels Staats- oder GEZ-Knete alimentiert. Oder?

Wenn mich jemand über eine tatsächliche Prominenz  – „A, B oder C“ – dieser Leute aufklären kann und mag, mir Ignoranz beweisen will, lasse ich mich folglich gern als kulturfernen Hinterwäldler beschimpfen.

Seehofer als Schädling?

Ich habe nicht die Absicht den Drehhofer in Schutz zu nehmen. Er hat mit seinem wetterwendischen, teilweise krachledernen Verhalten mehr seiner Partei geschadet, als dem Land. Was aber die Dummdeutschen anders sehen:

„Seehofer beschädigt die Werte unserer Verfassung. Sein Verhalten ist provozierend, rückwärtsgewandt und würdelos gegenüber den Menschen. So verstellt er den Weg in eine zukunftsfähige deutsche Gesellschaft. Er einigt das Land nicht, er spaltet es.
Horst Seehofer sollte – noch vor der Landtagswahl in Bayern – vom Amt des Bundesinnenministers zurücktreten.“

Seehofer als „Schädling“? Das passt in die öffentlich-rechtliche „Kulturarbeit“, wie sie nicht nur kürzlich von der Heute-Show des ZDF geleistet wurde.
Die Aufforderung, zurückzutreten, sollte der Drehhofer (noch) nicht beherzigen, würde er damit nur dem Auftrag einer „fünften Kolonne“ der GRÜNEN Folge leisten und dort gewiss mehr als klammheimliche Freude über seine „Entwesung“ auslösen.

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  1. x) Eckhard Henscheid: Dummdeutsch – Ein Wörterbuch, Reclam Verlag Stuttgart, 1993

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Nachtrag:

Die Beschreibung von Dummdeutsch gehört nach Henscheid eigentlich noch ergänzt um „Infiltrate aus der vormaligen DDR…“.

Bei Tichys Einblick ist nicht nur dazu ein interessanter Beitrag zu finden: „Kulturschaffende 1934, 1977, 2018“ – von Dushan Wegner.

„Am 22.11.1976 titelte das SED-Parteiorgan Neues Deutschland: „Überwältigende Zustimmung der Kulturschaffenden der DDR zu Politik von Partei und Regierung …“.

Das hatte Tradition, denn „im Geleitwort zum Handbuch der Reichskulturkammer im Dritten Reich hieß es: „Auch der Kulturschaffende hat ein Amt inne, und zwar ein im weltanschaulich gebundenen Staat besonders wichtiges Amt – wenn er auch nicht zum Beamten im eigentlichen Sinne gemacht wird. Seine Tätigkeit ist nicht unmittelbare Staatsfunktion, sondern ein freies, aber verantwortliches Dienen. (…) Ist aber die öffentliche Seite alles Kulturschaffens einmal erkannt, so ergibt sich zwangsläufig daraus die Notwendigkeit, ein Mittel gegen diejenigen zu schaffen, die sich ihrer öffentlichen Aufgabe nicht bewusst sind oder sie gar zu destruktiven Zwecken missbrauchen.“

Das haben wohl die heutigen „Kulturschaffenden“ ebenfalls verinnerlicht. ( Quelle: https://www.tichyseinblick.de/meinungen/kulturschaffende-1934-1976-2018/)

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*) „altmod“ ist Facharzt und Blogger (altmod.de) sowie regelmäßiger Kolumnist bei conservo
www.conservo.wordpress.com    24.09.2018

3 Kommentare zu „Dummdeutsche „Kulturschaffende“ contra Seehofer“

  1. „Und heute? Heute bleib ich mal liegen!“ Berliner Künstler an einem Montagmorgen.

    Die Woche eines Künstlers stelle ich mir folgendermaßen vor: am Montag bleibt der Künstler liegen, wie schon gesagt, am Dienstag denkt er an’s Aufstehen, am Mittwoch wird gearbeitet, am Donnerstag ist er schon wieder ausgebrannt (besonders bei Künstlern, wo Kunst nicht von Können, sondern von Dürfen kommt), am Freitag ist eh gleich wieder Wochenende, am Samstag und Sonntag pflegt der Künstler seine sozialen Kontakte, sonst bekommt der Künstler Vitamin-B-Mangel. Am Montag muß er dann wegen dem anstrengenden Wochenende wieder liegenbleiben. Und so weiter und so fort …

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