Giselher Suhr ist tot!

Giselher Suhr (*14.8.1945 Tauberbischofsheim) verstarb für uns ganz überraschend am 22. August 2018. Noch an seinem Geburtstag freute er sich über die raffinierten Geburtstagsgrüße via Facebook.

Nach seinem Jura- und Soziologiestudium arbeitete Suhr als freier Mitarbeiter beim NDR, später als ZDF-Korrespondent in der DDR. Von 1991-1997 leitete Suhr das ZDF-Landesstudio Brandenburg, von 1997 bis 2009 fungierte er als Leiter des Landesstudios Sachsen-Anhalt. Ab 2010 arbeitete Suhr für das ZDF-Landesstudio Berlin.

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Giselher Suhr (14.8.1945-22.8.2018)

Giselher Suhr war seit 1965 SPD-Mitglied, entfremdete sich aber zunehmend von der Politik der SPD und wechselte nach 2013 zur AfD.

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Unser Beileid seiner Familie und seinen Kindern.

 

Im Chemiker Dr. Ludwig Fanghänel (1937-2017) und im Juristen Raoul Muhm (1962-2018) vermelden wir das Ableben zweier großartiger Experten und wunderbarer Menschen, die zum Freundeskreis von BAYERN IST FREI gehörten.

Liebe Freunde, ruhet in Frieden!

 

Anhang:

Dankenswerterweise liefert Emannzer einen Artikel von Giselher Suhr zum Thema Süddeutsche Zeitung, Zensur und Meinungsmonopol, den ich hier im Anhang anfüge:

Und damit zurück zur Überschrift, dem Aufmacher, und zum bekannten Reporter, Moderator, Korrespondenten und Studioleiter Giselher Suhr

In seinem bemerkenswerten Artikel in „Freie Welt“ schreibt er einen, mehr als treffenden Artikel über diese Badewanne (oder den Orkus) unserer Medien:

… Auf zum letzten Gefecht! Wie die Süddeutsche Zeitung ihre Leser zensieren will.

Ordnung schaffen im Kommentarbereich – okay. Aber wie die SZ jetzt die Abschaffung ihres Kommentarbereichs zu einzelnen Artikeln begründet, zeigt, dass bestimmte Meinungen wohl nicht mehr vorkommen dürfen ..

Dank Herrn Suhrs freundlicher Genehmigung, freue ich mich, diesen hochaktuellen Artikel von ihm hier veröffentlichen zu dürfen. Denn die Brisanz dieses Themas nimmt jeden Tag mehr und mehr zu:

„.. Wenn man sie Leitmedien nennt, fühlen sie sich geschmeichelt. Wenn mann sie als Mainstreammedien tituliert, machen sie auf “Breitmaulfrosch”. Der sagte bekanntlich dem Storch, der seinen Hunger auf Breitmaulfrösche kundtat: “Hier gibt es doch gar keine Breitmaulfrösche!”

Aber es gibt sie, diese Mainstreammedien, die MM. Allen voran die SZ, die auch schon mal Prantls Alpenprawda genannt wird. Ein MM schwimmt im breiten Strom des Konsenses, lässt sich treiben von der buchstäblich “herrschenden” Meinung. Die MMs, wie die Süddeutsche, dienen der Durchsetzung der Deutungshoheit der Nomenklatura Gutmenschen an den Schaltstellen der Macht. Sie müssen nicht selber “gut” sein. Sie leiten ihren Machtanspruch ab von scheinbar unumstößlichen höheren Werten. Als da sind Gerechtigkeit, Klimaschutz, Kampf gegen Rechts und “außenpolitische Zuverlässigkeit” – sprich (West-) Bündnistreue. Sie sind Teil der Macht, und nicht Anwalt der von politischer Machtausübung Betroffenen.

Dieses Mainstream-Machtmonopol ist aber durch die Möglichkeiten des Netzes bedroht. Das zeigt sich am deutlichsten im Kommentarbereich der MM. Wo die Autoren ihre Meinung bisher (wer schreibt der bleibt) unhinterfragt ins Blatt stellen konnten, hat nun der Leser die Möglichkeit, eine Gegenmeinung zu posten. Er kann (endlich) Artikel 5 unseres Grundgesetzes auch für sich in Anspruch nehmen:

Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten… Eine Zensur findet nicht statt.

Lange haben die MM dieses Recht in ihren Kommentarbereichen respektiert. Es garantierte Klickzahlen, die als Bedeutungsgewinn willkommen waren.  Aber natürlich waren kritische Kommentare nicht willkommen. Die Süddeutsche Zeitung will deshalb ihre bisherige Kommentarfunktion abschaffen. Natürlich unter Berufung auf einen “höheren”Wert: “Eine bessere öffentliche Streitkultur”.  Aber während die FAZ die Namen ihrer kommentierenden Leser verlangt, will die SZ gar keine Kommentare mehr ohne Zensur ”Moderation” durchgehen lassen. Das bisherige Sperren des Kommentarbereichs für “bestimmte Themen” (SZ) war wohl zu auffällig. Was die SZ selber unter “Streitkultur” versteht zeigt sie, wenn sie Nutzerbeiträge in Onlinezeitungen als “Schleppscheiße” bezeichnet.

Worum es eigentlich geht, ist die Verteidigung des Meinungsmonopols der politischen Korrektheit. Die SZ schreibt zur Begründung ihrer Zensur: “Der Abgrund in den das Land dieser Tage schaut” (Wahlergebnis Sachsen, AfD?) sei in Wahrheit “Ein Spiegel (welch schiefes Bild!) in dem man erkennen kann, welche Brandstifter in den vergangenen Jahren außerhalb des Netzes soviel Feuer gelegt haben, dass es jetzt auch innerhalb brennt”. Und wer sind diese “Brandstifter”? Die SZ nennt Thilo Sarrazin (pars pro toto): “Wenn man beispielsweise an das Verhältnis des ehemaligen Bundesbankers Thilo Sarrazin zu der stets auf ihre demokratische Tradition bedachten SPD betrachtet, fällt es schwer, nicht an einen Querulanten in der Online-Diskussion zu denken.”

Demnach ist ein Sarrazin im Netz wohl ein “Schleppscheißer”. Und solchen Querulanten soll im Netz das Handwerk gelegt werden.

“Vestigia terrent – die Spuren schrecken”, meinte der Fuchs in der Fabel Äsops. Er wollte nicht zum kranken Löwen in die Höhle gehen, weil alle Spuren hinein, aber keine heraus führte.

Ob die SZ eine Kommentarfunktion wie bisher hat oder nicht – davon geht die Welt nicht unter. Was aber ist, wenn sich immer mehr Publisher, die sich in ihrem Meinungsmonopol bedroht fühlen, ein “Querulanten”-Verbot in ihrem Online-Auftritt durchsetzten? Was, wenn der Gesetzgeber sich nach dem Beispiel der MM aufgerufen fühlt, Meinungen eines “Schleppscheißers” und “Brandstifters” wie Sarrazins ganz im Netz zu verbieten? Das Argument dafür hat die Alpenprawda SZ auch schon mitgeliefert: Brandstiftung ist ein Straftatbestand. StGB 306 – siehe insbesonder weiter unten “Querverweise”. Ein kleiner Schritt der Süddeutschen. Ein großer Schritt gegen die Freiheit im Netzt. Leser, hört die Signale! …“

2 Kommentare zu „Giselher Suhr ist tot!“

  1. Um Himmels willen, was für eine schlimme Nachricht über einen großen Mann. Ich hatte mal etwas persönlicheren Kontakt zu ihm, als ich nachfragte, ob der Artikel in „Freie Welt“ von mir, mit Vorwort, übernommen werden darf.

    Seine charmante Antwort darauf: „Natürlich, dafür ist er doch da“.

    Er war ein großer Mann und ein scharfer Denker. Ich bedauere zutiefst seinen Tod und werde ihn vermissen. Wieder ein guter Journalist, der von uns gegangen ist.

    R.I.P. Giselher

    Ich werde den Artikel umgehend altualisieren:
    https://emannzer.wordpress.com/2014/09/11/das-letzte-gefecht-der-medien/

    Gefällt 1 Person

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