Deutschland im Strudel der Ochlokratie

Der „Untergang des Abendlandes“ beschleunigte sich nach dem Tod von Oswald Spengler (1880-1936).
Spengler selbst hatte mit seiner Analyse der Verfallsprozesse dazu beigetragen, dass die Konservativen sich nicht allzu sehr für die Demokratie stark machten, als sie zwischen nationalen und internationalen Sozialisten zerrieben wurde.
Er selbst hatte ein Zeitalter der Cäsaren prophezeit, das auf die Krise der liberalen Demokratie folgen würde, und sowohl links (Antonio Gramsci) als auch rechts gab man ihm Recht, ohne deshalb unbedingt von der Führungsleistung eines Lenin, Stalin, Mussolini oder Hitler begeistert zu sein.
1933, drei Jahre vor seinem Tod, publizierte Spengler ein Buch, das zuerst den Titel „Deutschland in Gefahr“ tragen sollte.  Im Jahre der Veröffentlichung (1933) änderte Spengler den Titel in „Jahre der Entscheidung“ ab. Interessant sind Spenglers Gedanken auch aufgrund der Parallelen der Jahre von 1918-33 zu den Jahren der Merkel-Republik.
Trotz militanter Bekenntnisse zur liberalen Demokratie erleben wir deutlich, dass sich eine von Leitmedien getriebene politische Klasse hinter der großen Kanzlerin versammelt, die politische Auseinandersetzung weitgehend abschafft und alle Kräfte, die das System ins Wanken bringen könnten, wegbeißt. Horst Seehofer durfte zuletzt eine wochenlange leitmediale Kampagne erleben, die ihn als empathielosen alten weißen Mann aus Bayern und Mutti-Meuchler darstellte.
Die Militanz, der Fanatismus, der blanke Hass und die Rechthaberei von Gruppierungen wie den Grünen oder der Antifa erzeugen auch ähnliche Ergebnisse wie man sie von der NSDAP kennt. Es zeigt sich, dass in der Politik nicht etwa eine rationale Auseinandersetzung sondern ein Kampf um die Grenzen des Sagbaren stattfindet. Mit diesem Kampf allein erreicht man eine medienrelevante Aufmerksamkeit und eine Stellung der Dominanz. Die Demokratie heutzutage hauptsächlich um der autoritären „Wehrhaftigkeit“ willen geschätzt, die man als „Fachstelle für Demokratie“ („Rechtsextremismusexperte“) an den Tag legen darf. Sie scheint ferner mit dem Auftreten einer humanitären Ideologie verbunden zu sein, die unter Namen wie „Menschenwürde“, „Menschenrechte“, „Humanitarismus“ und „normativer Individualismus“ ein anarchistisches Potenziel birgt, welches man unter dem Vorwand der „Wehrhaften Demokratie“ autoritär durchsetzen kann.
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Man will nicht verändern und verbessern, sondern aufsprengen und zerstören.
Oswald Spengler schreibt in «Jahre der Entscheidung»:

„Aus jeder Gesellschaft sinken beständig entartete Elemente nach unten, verbrauchte Familien, heruntergekommene Glieder hochgezüchteter Geschlechter, Mißratene und Minderwertige an Seele und Leib – man sehe sich nur einmal die Gestalten in diesen Versammlungen, Kneipen, Umzügen und Krawallen an; irgendwie sind sie alle Mißgeburten, Leute, die statt tüchtiger Rasse im Leib nur noch Rechthabereien und Rache für ihr verfehltes Leben im Kopfe haben, und an denen der Mund der wichtigste Körperteil ist.
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Es ist die Hefe der großen Städte, der eigentliche Pöbel, die Unterwelt in jedem Sinne, die sich überall im bewußten Gegensatz zur großen und vornehmen Welt bildet und im Haß gegen sie vereinigt: politische und literarische Boheme, verkommener Adel wie Catilina und Philipp Egalité, der Herzog von Orleans, gescheiterte Akademiker, Abenteurer und Spekulanten, Verbrecher und Dirnen, Tagediebe, Schwachsinnige, untermischt mit ein paar traurigen Schwärmern für irgendwelche abstrakten Ideale. Ein verschwommenes Rachegefühl für irgendein Pech, das ihnen das Leben verdarb, die Abwesenheit aller Instinkte für Ehre und Pflicht und ein hemmungsloser Durst nach Geld ohne Arbeit und Rechten ohne Pflichten führen sie zusammen.

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Die Hefe der großen Städte;  17.3.2018 (c) BIF

Aus diesem Dunstkreis gehen die Tageshelden aller Pöbelbewegungen und radikalen Parteien hervor.

Hier erhält das Wort Freiheit den blutigen Sinn sinkender Zeiten. Die Freiheit von allen Bindungen der Kultur ist gemeint, von jeder Art von Sitte und Form, von allen Menschen, deren Lebenshaltung sie in dumpfer Wut als überlegen empfinden. Stolz und still getragene Armut, schweigende Pflichterfüllung, Entsagung im Dienst einer Aufgabe oder Überzeugung, Größe im Tragen eines Schicksals, Treue, Ehre, Verantwortung, Leistung, alles das ist ein steter Vorwurf für die »Erniedrigten und Beleidigten«.

Denn, es sei noch einmal gesagt, der Gegensatz von vornehm ist nicht arm, sondern gemein. Das niedrige Denken und Empfinden dieser Unterwelt bedient sich der entwurzelten, in all ihren Instinkten unsicher gewordenen Masse der großen Städte, um seine eigenen Ziele und Genüsse der Rache und Zerstörung zu erreichen.
Deshalb wird dieser ratlosen Menge ein »Klassenbewußtsein« und »Klassenhaß« durch ununterbrochenes Reden und Schreiben eingeimpft, deshalb werden ihr die führenden Schichten, die »Reichen«, die »Mächtigen«, in gerader Umkehrung ihrer wirklichen Bedeutung als Verbrecher und Ausbeuter gezeichnet, und endlich bietet man sich ihr als Retter und Führer an.

Alle »Volksrechte«, die oben aus krankem Gewissen und haltlosem Denken rationalistisch beschwatzt wurden, werden nun als selbstverständlich von unten, von den »Enterbten« gefordert, niemals für das Volk, denn sie sind immer denen gegeben worden, die gar nicht daran gedacht hatten sie zu verlangen und die damit nichts anzufangen wußten. Sie sollten das auch gar nicht, denn diese Rechte waren nicht für das »Volk« bestimmt, sondern für die Hefe der sich selbst ernennenden »Volksvertreter«, aus der sich nun ein radikaler Parteiklüngel bildet, der den Kampf gegen die gestaltenden Mächte der Kultur als Gewerbe betreibt und die Masse durch das Wahlrecht, die Pressefreiheit und den Terror entmündigt.“

Jahre der Entscheidung

Im Namen der „wehrhaften Demokatie“ wird die Demokratie selbst ausgehöhlt und zerstört.

Die alten Griechen kannten das Muster schon. Sie sprachen von „Ochlokratie“ (Pöbelherrschaft) als Verfallsform der „Demokratie“ (Volksherrschaft), die ebenso wie andere Herrschaftsformen (etwa die des Königs oder des Adels) als inhärent instabil galten, weil der Souverän in jedem Falle korrumpierbar ist. Platon spricht in seiner Staatslehre von der Ochlokratie als einer kecken Wirtschaft, die sich einstellt, weil der Pöbel (Ochlos) von egalitären Neid getrieben ist und nicht bereit ist, Unterscheidungen zwischen Lehrer und Schüler, zwischen Bürger und Fremdem oder auch zwischen Gut und Böse, Wahr und Falsch anzuerkennen geschweige denn gegen Widerstand durchzusetzen.

Die demokratische Verfassungstheorie, wie wir sie in unseren Schulen lernen, redet uns wiederum ein, dass ein politisches System allein durch die „demokratischen“ Prozesse Legitimität gewinne. Doch in Wirklichkeit liegt die Wahrheit im Pudding. Eine gute Katze ist nicht eine schwarze oder weiße sondern eine, die Mäuse fängt (Deng Xiaoping). Eine gute Staatsform ist eine, die den unpolitischen Normalbürger in Ruhe über Generationen hinweg säen und ernten lässt. Die vermeintliche Legitimität der demokratischen Prozesse verführt die Demokraten dazu, höhere Steuern zu verlangen und die Leistungsträger unverschämter zu enteignen, entrechten und ersetzen als jedes andere System es wagen würde. Insoweit erfüllt die Demokratie ihre Zwecke bisweilen schlechter als konkurrierende Systeme. „Die Republik tötete das Volk“, resümiert Jean Raspail, womit er sowohl den Genozid der französischen Revolutionäre am Volk der Region Vendée als auch den heutigen humanitären Genosuizid meint. Das Ancien Régime hielt sich offenbar noch eher an den „Gesellschaftsvertrag“. Die „Demokraten“ neigen dazu, ihre Prozeduren und Wohlfühldogmen wie Monstranzen vor sich herzutragen und einen abergläubischen Tanz um sie herum durchzuführen. Sie verwechseln Mittel und Zweck.   Ihre Verfassungen schweigen typischerweise über den Zweck.   Sie vertrauen blind darauf, dass ihre Prozeduren schon dazu führen werden, dass das Volk einen passenden Zweck täglich neu aushandelt.  Das leistet sich kein Unternehmen und keine ordentliche Organisation.

Gegen die liberale Demokratie findet derzeit eine Abstimmung mit den Füßen statt.   Der unpolitische Normalbürger hat zwar nicht den Nerv, humanitären Gesinnungsterroristen entgegenzutreten, aber er denkt an Auswanderung.  In diesem Zusammenhang lässt sich ernsthaft argumentieren, dass man lieber auf China als auf Australien setzen sollte.  Vielleicht sogar lieber auf Nordkorea als auf Neuseeland, denn Nordkorea steht ganz am Anfang des Zyklus von Tyrannis zu Ochlokratie.  Richard Lynn prophezeit, aufgrund der in der Demokratie besonders seit den 1960er Jahren inhärenten humanitärfrömmlerischen Dysgenik und Ablehnung jedweder eugenischer Lenkung, wie sie zu Spenglers Zeiten noch alle Demokraten von links bis rechts anstrebten, werde die Fackel der Zivilisation in etwa 50 Jahren entweder ganz erlöschen oder von China weitergetragen werden. Das Grundgesetz sei als Anti-Eugenik-Programm geschrieben worden, behauptete Sigmar Gabriel neulich, als es um Thilo Sarrazins Verbleib in der SPD ging, und tatsächlich enthält die EU-Version des GG, die Grundrechtscharta von 2009,  ein explizites Verbot jedweder Eugenik, aus dem Verbote der pränatalen Diagnostik und der Embryonenselektion abgeleitet werden, und somit eine offizielle Politik des Herabzüchtung und des Niedergangs, wie sie die Ochlokratie kennzeichnet. Der autoritäre Humanitärstaat befiehlt uns im Namen einer „liberalen Demokratie“, dass wir gefälligst die Verantwortung für die Misserfolge von Afrikanern, Zigeunern, „alleinerziehenden“ Sozialstaatsbräuten etc zu übernehmen, ihnen Platz zu machen und ihre zahlreiche Brut zu alimentieren haben. Der politische Horizont der Ochlokraten endet bei der bedingungslosen Heiligkeit jedweden menschlichen Lebens und übersieht geflissentlich, dass Reproduktion an Grenzen der Thermodynamik stößt und dass die Rahmenbedingungen, die wir ihr mit der Politik setzen, stets Bedingungen der Zucht (lat. „cultura“)  sind, ob wir das wollen oder nicht.





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