Sind wir niemand mehr? Anmerkungen zu einer verkorksten Fußball-WM

Sind wir niemand mehr? Anmerkungen zu einer verkorksten Fußball-WM

 

von Notan Dickerle, Anwärter auf den Leuchtturmpreis für mutigen Journalismus gegen Bunt

 

Jetzt haben wir sie, die Schande von Kazan! 36 Jahre nach der Schande von Gijòn. Damals, bei der Fußball-WM in Spanien, hatten sich die Mannschaften von Deutschland und Österreich durch eine Art Nichtangriffspakt das gegenseitige Weiterkommen gesichert, auf Kosten der Algerier. Deutschland war trotzdem bis ins Finale gekommen, dort allerdings Italien unterlegen. In Russland gab es so ein relatives Happy End nicht, wohl auch keine abgekarteten Spiele der deutschen Elf. Oder glaubt etwa jemand, die Südkoreaner hätten Manuel Neuer mit unsauberen Methoden davon überzeugt, im Sturm besser als im Tor aufgehoben zu sein? Na also! Vielleicht hätte man die zugegeben theatralische „Bild“-Schlagzeile vom 12.März d.J. „Darf man heiter bei Putin Fußball-WM spielen, während er in Syrien Kinder totbombt?“ doch weniger als Watschenpolemik denn als Warnung in einem weiteren Sinne interpretieren sollen. Nein, heiter ging es bei allen drei Spielen der deutschen Elf nicht zu, nicht einmal beim einzigen Sieg.

Fussball

Fußball ist in Deutschland nicht irgendein Sport, sondern ist ganz eng mit der – horribile dictu – nachkriegsdeutschen Leitkultur verbunden: „Wir sind wieder wer!

Wir sind wieder wer

Diese für die nach WK II geschlagenen, gedemütigten Deutschen tröstliche Feststellung hat Ludwig Erhard zwar bereits Ende 1949 getroffen. Zum geflügelten Wort wurde sie indes nach dem „Wunder von Bern“, der ersten von Deutschland gewonnenen Fußball-WM 1954.

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Fußball-WM 1954 Weltmeister Deutschland   (Foto: Hartung)

Seither folgten drei weitere WM-Titel, zuletzt bei der WM 2014 in Brasilien, sowie der sagenhafte Platz 1 auf der FIFA-Weltrangliste. In sämtlichen Weltmeister-Turnieren war Deutschland nicht nur vertreten, sondern erreichte mindestens das Viertelfinale (1962, 1994, 1998), meistens das Halbfinale (1958, 1970, 2006, 2010) oder das Endspiel, das 1966, 1982, 1986 und 2002 verloren ging. 1954, 1974, 1990 und 2014 ging die deutsche Elf als Sieger vom Platz.

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Sie hieß in all‘ dieser Zeit wie selbstverständlich „Deutsche Nationalmannschaft“. Erst im Jahr 2015 wurde das „National-“ im Rahmen der Präsentation eines neuen Logos weggemendelt; seither gibt es offiziell nur noch „Die Mannschaft“. Es war das gleiche Jahr, in dem in Deutschland die Grenzen geöffnet wurden für einen nie da gewesenen Ansturm von Migranten und einen bisher unvorstellbaren Angriff auf die monoethnische, gewachsene Kultur des deutschen Nationalstaats. Zufall?

 Zwei Wochen nach dem Wunder von Bern, am 17.Juli 1954, also im sensiblen Zeichen des Krebses, wurde in Hamburg Angela Dorothea Kasner geboren, die bereits nach wenigen Wochen mit den Eltern in die DDR übersiedeln und dort sozialisiert werden sollte. Die Frau, die seit November 2005 die Geschicke des Landes steuert und seinen Bürgern – denjenigen, die schon länger hier leben, aber auch den immer zahlreicher werdenden anderen – zunächst zögerlich, doch dann immer radikaler die bunte „Willkommenskultur“ übergestülpt hat. Die die ursprünglich konservative CDU immer weiter nach links und immer weiter nach multikulti-grün geführt hat. Die zunehmendes proaktives Verständnis für „europäische Lösungen“, die Abschaffung der Nationalstaaten, in Hinterzimmern internationaler Organisationen und ominöser „Masterminds“ ausgeküngelte Migrationspakte und somit die politische Agenda der Antideutschen entwickelt hat. Zur „Mannschaft“ und ihrem Übungsleiter Joachim „Jogi“ Löw hat sie ein gutes Verhältnis, hat sie sogar im Trainingslager im Südtiroler Eppan Anfang des Monats besucht. “Es soll ein gutes Omen für die WM sein“ schrieb die befreundete Springer-“Welt“. Heute wissen wir: der Besuch der Kanzlerin hat den Jungs jedenfalls kein Glück gebracht.

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Jogi Löw ist übrigens kurz nach Übernahme der Kanzlerschaft durch Angela Merkel Bundestrainer geworden, wie die beiden überhaupt eine gewisse Kongruenz aufweisen: bei eher bodenständigem (schwäbischen) Auftreten krempelte Löw die Mannschaft zunächst behutsam, dann immer deutlicher um. Von den kampfbetonten deutschen Sekundärtugenden („Panzer“, „Dampfwalze“) zu einer eleganteren, kombinationsorientierten Spielweise, die in Sternstunden den Vergleich mit Südamerika nicht zu scheuen brauchte. Die neudeutsche Kardinaltugend der Weltoffenheit honorierte Löw durch Berufung von Kickern mit Migrationshinter- manchmal auch -vordergrund.

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Auch wenn sich einige Spieler mit „Doppelpaß“ weigerten, die Nationalhymne mitzusingen, galt die Elf bis vor kurzem als Musterbeispiel für gelungene Integrationsarbeit.

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Die Illusion von der Integration.

Es reichte, daß sich niemand dem obligatorischen Besuch in Auschwitz verweigerte, den die Mannschaft im Juni 2012 zu absolvieren hatte – sozusagen als Bestätigung deutscher Kollektivschuld (-scham, -verantwortung) vor dem Hintergrund der manchmal als „Merkel-Doktrin“ bezeichneten Auffassung, die Sicherheit Israels sei ein Teil der deutschen Staatsräson (2017 mußte sogar die U21 die Bußreise antreten). Ob Schuldgefühle sportlichen Leistungen förderlich sind?

Auch sonst stand Jogi Löw der vom DFB als Teil des globalistischen Establishments betriebenen Politisierung der Nationalelf nicht entgegen: besonders die Exoten unter den deutschen Spielern betreiben in jeder Übertragung eines bedeutenden Spiels vorgeschalteten Werbeclips Volkspädagogik gegen die modernen Todsünden die da heißen „racism“, „sexism“ und „homophobia“. Das Auflaufen eines jeden Spielers mit einem kleinen Kind an der Hand ist übrigens die Idee eines der Hauptsponsoren internationaler Fußballturniere, der US-amerikanischen Fast-food-Kette MacDonalds. Auch „outen“ dürfen sich die Spieler seit neuestem und (aus-)weinen sowieso. Fußball soll nicht länger etwas für harte, zynische Kerls à la Udo Lattek sein, sondern Kuschelcharakter bekommen mit Verwöhnaroma. Und bitte keine „Entgleisungen“, weder auf dem Platz noch sonstwo, nicht meckern, nicht schimpfen, „hetzen“ schon gar nicht, keine Triumphgesten gegenüber dem Gegner, kein „Sich-das-Trikot-vom-Körper-reissen“ – Fair Play ist angesagt, perfekte Selbstkontrolle, und überall lauert der Videobeweis! Das „Emotionsmanagement“ ist weit fortgeschritten, auch und gerade dort, wo es um starke Emotionen geht wie beim Fußball.

All‘ diese merkwürdigen Begleiterscheinungen stören so lange nicht, als sich der Erfolg einstellt. Sowohl Merkel als auch Löw hatten lange Zeit diesen Erfolg. Die Kanzlerin galt zeitweise als die mächtigste Frau der Welt, der Bundestrainer bis gestern als Weltmeister – der triumphale 7:1-Sieg der Deutschen gegen die Brasilianer bei der WM 2014 in deren eigenem Land dürfte der eigentliche Höhepunkt seiner Laufbahn gewesen sein. Jetzt ist die „Mannschaft“ geknickt – so wie es die Partei „Die Linke“ und die Antifa für das Land ohnehin gefordert haben: „’Deutschland knicken‘: Linksjugend ruft zum Abbrechen von Deutschland-Fähnchen auf“, um „zu verhindern, daß der öffentliche Raum schwarz-rot-gold werde.“  (www.ksta.de/panorama) Angela Merkel scheint es indes nicht viel anders zu gehen als ihrem Trainer, der bei der letzten Bundesversammlung für die Grünen Baden-Württembergs als Wahlpromi zur abgesprochenen Kür von Frank-Walter Steinmeier zum Bundespräsidenten entsandt worden ist. Auch ihr will nichts mehr gelingen, so daß immer mehr Alt- wie Neubürger feststellen, daß die Kaiserin nackt ist. „Haste Scheiße am Fuß haste Scheiße am Fuß“ hätte die coole Marietta vom Zweiten Deutschen Staatsfunk gestern abend beinahe den Weltmeister von 1990, Andy Brehme zitiert. Ladylike etepetete, wie sie bei Fragen des guten Geschmacks einmal ist, beließ sie es bei einer Andeutung. Die Bemerkung deutet allerdings in die richtige Richtung: Fußballspieler wie Führungspolitiker (einschließlich -innen) brauchen Eier, um ihr Land erfolgreich gegen die Begehrlichkeiten der Konkurrenz zu vertreten.

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am besten nach St. Helena

Die Welt ist kein Streichelzoo und im Fußballstadion geht es neben den Emotionen um sehr viel Geld und nicht um eine politisch korrekte Fair Play-Trophäe.

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Nach dieser vermasselten Weltmeisterschaft brauchen wir bei der Nationalelf ebenso einen Neuanfang wie in der Politik nach der Merkelschen Migrationskatastrophe: Multikulti ist ebenso gescheitert wie die „Mannschaft“ bei der WM in Rußland.

Querverweise:
https://bayernistfrei.com/2018/06/27/hirnloses-bunt/

https://bayernistfrei.com/2018/06/17/elf-freunde/

Die besten Tweets zum deutschen WM-Aus

Ein Gedanke zu „Sind wir niemand mehr? Anmerkungen zu einer verkorksten Fußball-WM“

  1. Umfrage der Welt: Ist das Ausscheiden der „Mannschaft“ verdient?

    Zustimmung: Über 90 Prozent (ich war auch einer)
    Frei nach Ina Deter: Welch ein Land, was für Hänger

    Bloss das wir diesmal neue Männer brauchen. In Politik und Privatleben. Nicht diese lispelnden Heulsusis und anderes aus dem Orkus des Genders …

    Gefällt 2 Personen

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