Spanische Leitdenkerin für humanitären Kampfbegriff „Aporophobie“ ausgezeichnet

Es gibt viele angeborene Phobien wie etwa die Arachnophobie (Spinnenfeindlichkeit). Den Spinnen, Schlangen, Ratten und anderem Getier gegenüber sind wir spinnefeind, weil entsprechende Reflexe unserem Überleben dienen.
Hinter der Fremdenfeindlichkeit (Xenophobie) stecke eine Aporophobie (Armenfeindlichkeit), die ebenfalls tief in unserem Genom verankert sei, lehrt und nun die preisgekrönte spanische Philosophie-Professorin Adela Cortina, die als gute Gesinnungsethikerin jedoch mit Genetik eher auf Kriegsfuß steht, mithin als genetikophob oder genophob bezeichnet werden kann.
Zweifellos ist Cortina auch dexiophob (rechtsfeindlich) und demophob (volksfeindlich). Laut Cortina ist der Rechtspopulismus besonders fürchtenswürdig, weil er veraltete genetische Reflexe (Archaismen) nutzt, um die Gesellschaft zu spalten. Der Sozialdemokratie sei zu verdanken, dass die Armen- und Benachteiligtenfreundlichkeit in den europäischen Wertekanon Eingang fanden, und diese Errungenschaften stünden jetzt auf dem Spiel.
Für diese Erkenntnis und für die Wortschöpfung „Aporophobie“ erhielt Cortina gestern einen Ehrendoktortitel von der Universität Salamanca.

Gesellschaftsvertrag erzeugte Aporophobie, Weg zum Neuen Menschen beginnt mit Wortschöpfung

Dem griechischen Wortlaut nach handelt es sich bei der Aporophobie um eine „Furcht vor den Mittellosen“.
Die „Aporie“ (aporia) kennt man in der philosophischen Terminologie als „Auswegslosigkeit“, „Notstand“, insbesondere Argumentationsnotstand.
Aporophobie könnte somit auch die Furcht vor der Entlarvung schlechter Argumentation sein.

Cortina hätte allen Grund zur Aporophobie in diesem Sinne.
Ihre Gesinnungsethik weist die bekannten Bruchstellen in besonders eklatanter Form auf, was sie wiederum interessant macht.
Cortina bemerkt, dass die selben „Fremdenfeinde“, die keine schiffbruchwilligen Afrikaner aufnehmen wollen, im allgemeinen durchaus gerne reiche Touristen willkommen heißen. Daher reiche es nicht mehr aus, sie als „Fremdenfeinde“ zu stigmatisieren. Man müsse sie „Armenfeinde“ nennen.
Sie führt den Widerspruch zwischen der herrschenden humanitärfrömmlerischen Terminologie und der beobachteten Realität richtigerweise darauf zurück, dass der Gesellschaftsvertrag (nach Rousseau) auf dem Geben und Nehmen beruht und die mittellosen Einwanderer nicht so sehr wegen ihrer Unvertrautheit auf Ablehnung stoßen wie deshalb, weil sie nehmen, aber nichts zu geben haben. Cortina hat auch erkannt, dass unser Altruismus begrenzt ist, da er auf dem „eigennützigen Gen“ (Richard Dawkins) beruht.
Das ist zweifellos richtig aber, anders als Cortina meint, nicht archaisch sondern auch nach heutigem Ermessen vernünftig.
Cortina stört sich an diesem Widerspruch aber nicht sondern sprint sofort zu moralischer Wertung über.
Jeder Mangel an Altruismus ist für sie verwerflich, jede „Bewunderung der Reichen“ und „Verachtung der Armen“ eine Form von „Korruption“ und „Klientelismus“, da solche Gesinnung Empathie vermissen lasse die Ungleichheiten verschärfe.  Gleiche Empathie für alle Menschen ist für die Philosophin nämlich der unverhandelbare kategorische Imperativ des staatsbürgerlichen Ethos.

Empathie- und Haltungs-Ethik der spanischen Leitdenkerin Adela Cortina: „Um ein guter Bürger zu sein, musst du ein gutes Herz haben und fähig sein, die Werte zu schätzen, mitzufühlen und zu argumentieren.“

Die Wertung ergibt sich daraus, dass die Exklusion derer, die nichts zu geben haben, mit der „Menschenwürde“, den „Menschenrechten“, der Gleichheit und folglich der angeblich nur auf dieser Basis funktionsfähigen „Demokratie“ unvereinbar sei.
Daher müsse die „Aporophobie“ (Armenfeindlichkeit) aus dem nenschlichen Hirn ausradiert werden.
Dies sei möglich, da das menschliche Gehirn sehr formbar sei.
Als Mittel der Wahl sei ein Umerziehungsprogramm in Angriff zu nehmen, wie es beispielsweise Menschenrechtsnetzwerke einschließlich CISV und diverse Fachstellen für Demokratie und Vereine für Demokratiepädagogik in Europa seit geraumer Zeit mit viel Aufwand praktizieren.
Da die Umerziehung sich, wie Cortina immerhin richtig erkannt hat, gegen den Gesellschaftsvertrag und die ihm zugrunde liegenden Instinkte richtet, kann man auch von einem Asozialisierungsprogramm sprechen.
Was für die Umerzieher kein Problem ist, da sie dem Wort „asozial“ bereits ein Nazi-Stigma angeheftet haben.

Die Stigmatisierung von Wörtern steht auch im Zentrum der „Demokratiepädagogik“.
Der erste Schritt bestehe darin, den Feind mit dem neuen Wort „Aporophobie“ zu belegen und dieses in normative Wörterbücher zu bringen, mit denen sich dann die entsprechenden Verhaltensweisen stigmatisieren und „deaktivieren“ lassen, lehrt die Ethik-Professorin.

Ja keine Unterscheidung zwischen Mittellosigkeit, Disziplinlosigkeit und Talentlosigkeit

Die Frage, ob menschliche Gesellschaften ohne Gesellschaftsvertrag funktionieren, stellt Cortina nicht.
Sie hat keinerlei Schwierigkeiten damit, den Leistungsträgern die Durchfütterung der Minderleister aufzuzwingen und sie gar durch Psychoterror in diesem Sinne zu bedrängen, denn dies gebieten schließlich humanitäre Imperative, die in heiligen Schriften niedergelegt sind.
Als zentrale heilige Schrift zitiert Cortina in diesem Zusammenhang die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948.
Was dort und in weiteren, extremeren Folgedokumenten steht, kann nur richtig sein und muss zu Lasten des Gesellschaftsvertrages durchgesetzt werden.
Wo dieser im Weg steht, muss er aus dem menschlichen Bewusstsein getilgt werden.  Für das Pack braucht man demnach bekanntlich Integrationslager.

Cortina fordert hier das moderne Asozialisierungsprogramm ein, vor dem Satoshi Kanazawa, Konrad Lorenz und Irenäus Eibl-Eibesfeld warnen.
Es ist ein Weg der schrecklichen Kinder der Neuzeit (Sloterdijk), der ohnehin schon sehr weit gediehen ist.
Aber die preisgekrönte Leitdenkerin muss eben noch einen Tick radikaler die offenen Türen einrennen als all ihre Mitbewerberinnen.

Was in den Überlegungen der gefeierten Ethikprofessorin erwartungsgemäß ebenfalls völlig fehlt, sind die Erkenntnisse zur Korrelation zwischen Armut (griech. Ptochia) und geistigen Eigenschaften wie Intelligenz (griech. Sophia oder Exypnia) und Reproduktionsverhalten, die sich in unterschiedlichen Kalkülen, Ideologien und Loyalitäten niederschlagen und die Gesellschaft in einer Weise spalten, die sich mit der Informatisierung verschärft und insbesondere wegen der Erblichkeit des IQ kaum überwindbar sind.
Könnte es nicht sein, dass uns die karnickelartige Ausbreitungsstrategie mancher dauerhaft zuwendungsabhängiger Bevölkerungsgruppen mehr Albträume und Phobien bereitet als ihre materielle Not?
Auch auf diese Idee kommt die Professorin nicht.

Wenn man bedenkt, dass die US-Armee Personen mit einem IQ unter 83 nicht einmal als Kanonenfutter rekrutieren will, und dass der IQ erblich ist und Dummheit sich stark reproduziert, kann man sich leicht ausmalen, was das in der heutigen Wissensgesellschaft, in der produktive Teilnahme nur noch ab einem immer weiter steigenden IQ möglich ist und in dem 80% der Ressourcen zu den 20% jeweils etwas besseren (Pareto-Prinzip) gehen, bedeutet.

Die zunehmende Abhängigkeit des sozialen Status von der gemessenen Intelligenz war das große Thema des Buches „Die Glockenkurve“ (The Bell Curve) von Murray und Hernstein, und es findet durchaus Eingang in eine breite Debatte, wenn auch EgalitärfrömmlerInnen das Thema meiden und (mit sinkendem Erfolg) verteufeln.

Plutophobie, Xypnophobie und Leukandrophobie spanischer Leitphilomoren

Was auch erwartungsgemäß fehlt sind Überlegungen zur natürlichen Begrenztheit der „Brüderlichkeit“ (Fraternité) auf den homogenen Nationalstaat und auf Menschen, von denen man glaubt, dass sie auf die Dauer in ihm leistungsfähig sein werden, wenn man ihnen erst mal über die Notlage (Aporie) hinweggeholfen hat.

Aber was will man von einer spanischen Leitdenkerin anderes erwarten? Sie sagt das, was man in Leitmedien wie El Pais täglich liest und nutzt angebliche christliche Doktrinen, um es noch eindringlicher und frommer zu formulieren. In Ihren Auftritten herrscht aber auch kein Mangel an Angstmache und Phobie:

Ihre Haltung lässt sich ohne weiteres als plutophob (reichenfeindlich) und xypnophob (intelligenzfeindlich) beschreiben. Für beides finden sich im Neuen Testament Stützen, die unser Ethikerin ausgiebig nutzt. Zweifellos handelt es sich dann auch bei solchen Phobien um Xenophobien. Die Feindseligkeit, die in Europa den Juden und in Südostasien den Chinesen zweitweilig entgegenschlug, war sicherlich eher plutophober als aporophober Natur. Nicht zuletzt trifft dies auch auf die Leukandrophobie (Weißmannfeindlichkeit) zu, die das egalitärfrömmlerische Lager pflegt.
Nicht zuletzt läuft die Plutophobie und Aporophilie (Ptochophilie) auf eine Förderung der Armut hinaus. Um das zu erkennen muss man nicht einmal das knifflige Thema Dysgenik bemühen. Wichtiger ist die Erkenntnis, dass Wohlstand nicht durch Armutsbekämpfung sondern durch Reichtumsausbreitung entsteht. Regierungsprogramme, die bei den Ärmsten und Dümmsten ansetzten (z.B. „No child shall be left behind“) seien bislang von kläglichem Erfolg gekrönt, resümiert etwa Charles Murray. „Wer hat, dem wird gegeben“, sagt schließlich auch das Neue Testament und begründet damit eine puritanische Ethik, die den Reichtum als göttlichen Segen und die Armut als Fluch auffasst, und diese puritanische Ethik war in der angelsächsischen Welt äußerst erfolgreich, wenn man Max Weber glauben darf. Sogar das Christentum kann somit ptochophob verstanden werden.

Wieder einmal können wir feststellen, dass sich in den spanischen Universitäten ähnlich wie in den meisten westlichen Ländern eine beträchtliche Xypnophobie breit gemacht hat, aus der heraus sich die aktuellen Xenophilie und Moriophilie, Plutophobie und Aporophilie, Ptochophilie und Nekrophilie Spaniens gut erklären lassen.

Kampf gegen Gesellschaftsvertrag ist „Herz und Seele“ der Linken, „Aporophobie“ der passende Kampfbegriff

Wir könnten uns nun auch um einen Ehrendoktor für Wortbildung bemühen, aber vorerst haben wir in Salamanca keine Chance. Wenn von uns geprägte Wörter je große Verbreitung erfahren, dann haben sie allenfalls Aussichten auf leitmediale Unwort-Auszeichnungen. Cortina erntet hingegen leitmedial-universitäre Lobpreisungen, weil sie Menschenrechte ad moriam führt, was durchaus auch von unserer Seite als Verdienst aufgefasst werden kann.

Caroline Emcke, Preisträgerin des Autoritären Humanitärstaats

Einen neuralgischen Punkt hat Cortina wohl getroffen. Ihre Erklärung ermöglicht uns auch zu verstehen, was „Linke“ als „Neoliberalismus“ und „Faschismus“ bekämpfen. Es ist der Gesellschaftsvertrag. Das Festhalten am Gesellschaftsvertrag bedeutet „Aporophobie“. Die gilt es durch, ein Asozialisierungsprogramm auszurotten. Die Folgen sind egal. Deshalb hat Sahra Wagenknecht mit „Fairland“ keine Chance. Der Flüchtling ist Hoffnungsträger der aporophilen Revolution (Asozialisierung). Die Flüchtlingsrevolution sei „Herz und Seele“ seiner Partei, kommentierte Bernd Riexinger auf dem letzten Parteitag seinen turmhohen Sieg gegen Wagenknecht. Genau wie unsere preisgekrönte spanische Leitdenkerin kann sich Die Linke dabei die in Straßburg, Brüssel und Luxemburg verankerten „Werte“ ebenso wie auf Art 1 GG und das in Karlsruhe vorherrschende Staatsverständnis, berufen.

Adela Cortina ist ähnlich wie bei uns die Grüne Jugend oder die Buchpreisträgerin Carolin Emcke eine konsequente Vordenkerin des Autoritären Humanitärstaates. Es mag sein, dass diese VordenkerInnen und ihre bürgerlich-feigen Nachzügler derzeit an Anziehungskraft verlieren, aber noch sitzen sie fest im Sattel. Für die „konservative Revolution der Bürger“, die ein Alexander Dobrindt neulich beschwor, fehlt bekanntlich die argumentative Feuerkraft, die um ein vielfaches stärker als etwa die von Cortina oder Slomka sein müsste, wenn man sie erfolgreich in die Aporie treiben wollte.




2 Kommentare zu „Spanische Leitdenkerin für humanitären Kampfbegriff „Aporophobie“ ausgezeichnet“

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