Zwischen den Zeilen lesen hilft bei Thea Dorns Patrioten-Leitfaden

Beim neuen Buch von Thea Dorn „Deutsch, nicht dumpf. Ein Leitfaden für aufgeklärte Patrioten“ – 336 Seiten Lesestoff, erschienen im Knaus-Verlag München – wird es sich wohl anbieten, zwischen den Zeilen zu lesen, denn kaum eine Patriotin in der heutigen Zeit versteht es so gut wie sie, immer wieder im öffentlichen Fernsehen geschickt das indirekt anzubringen, woran es in unserer Gesellschaft krankt. Legendär ihr Auftritt bei Maischberger in der es um Thilo Sarrazin ging,
bei der sie beklagte, daß wir eine Aufregung aber keine Debatte über unsere Leitkultur gehabt hätten und wo Sigmar Gabriel (SPD) von der vereinigten Bunten  sich genötigt sah, Thea Dorn zu widersprechen. Laut Meinung der SPD ist es demnach nicht eine Voraussetzung sich für  deutsche Kunst- und Kultur (wie die deutsche Sprache) zu interessieren, wenn man dauerhaft Teil der bunten Gesellschaft sein will. Man müsse daher tolerant gegenüber fremden Kulturen sein  (bedeutet in der Konsequenz also, am Ende englisch, arabisch oder türkisch als  mögliche  Hauptsprache in Bayern und  im ehemaligen Deutschland hinzunehmen), alles andere sei problematisch:

Kurzum, hier wurde unsere Agenda  gut verteidigt.

Beispiel TAZ-Interview mit Thea Dorn

Darin antwortet sie auf die allererste Frage, ob sie Feministin sei, folgendermaßen:

Jein. Meiner Eigenwahrnehmung nach bin ich es nicht. Aber so, wie unsere Gesellschaft augenblicklich strukturiert ist, muss ich es wohl sein.

Zwischen den Zeilen gelesen könnte das  heißen, daß unsere – die bunte Gesellschaft – sie wohl zum „Müssen“ zwingt, denn Müssen ist bunt.  Ja, die Gesellschaft ist augenblicklich so strukturiert, – nun  das lässt sich – und wird sich ja ändern.

Zwischen den Zeilen lesen wird  auch bei einem aktuellen Interview mit Thea Dorn in der Augsburger Allgemeinen wichtig. T-Online fasst den entscheidenen wichtigen Aspekt so zusammen:

Neue rechte Bewegungen einerseits, aber auch „die politisch desinteressierten Lifestyle-Kosmopoliten“ und die Anhänger der Willkommenskultur setzten den Zusammenhalt des Landes aufs Spiel.

Nun, der erste Teil des Satzes ist ja gegen Rechts werden nun die meisten denken. Klar, aber das ist auch der gesellschaftliche Konsens, daß für alles Übel in der Welt wie ein fehlender Zusammenhalt in der Gesellschaft die Rechten (oder ersatzweise Putin] Schuld sind. Denn so konnte  die feine bunte Mehrheitsgesellschaft bisher alle Fehlentwicklungen auf eine lange Zeit kleine unbedeutende rechte  Oppositionskraft  bequem  abwälzen.  Der erste Satzteil sagt damit nichts neues, der zweite Teil jedoch ist dann eine unzulässige bzw. tabuisierte Erweiterung und ist nicht mehr buntkonform. Plötzlich werden hier die Bekämpfer der Rechten, also die „Anhänger der Willkommenskultur“ als jene bezeichnet, die den Zusammenhalt des Landes aufs Spiel setzen. Ja wer sind denn die Anhänger der Willkommenskultur? – CDU ? SPD? GRÜNE? Die 87% ? Ein deutlicherer Wink mit dem Zaunpfahl geht kaum.

Und im neuen Buch? Da wirbt Thea Dorn für Gegenzauber  Patriotismus. Begriffe sollen Rechten entrissen werden. Sehr gut!  Einerseits wird damit möglicherweise suggeriert, daß bislang Liebe zur Heimat ausschließlich von Rechten besetzt sind und waren, andererseits zeigt das Wort „Gegen“ auf, daß man sich also im Endeffekt als Bürger [sic!] wohl doch gegen das herrschende breite bunte Bündnis wenden soll.

Und was war mit Eva Herman, die 2007 entlassen wurde? War es damals nicht Dorn, die da eine Entlassung befeuerte?   Tickte Thea Dorn 2007 noch anders?  Auch hier gibt das Interview mit der Augsburger Allgemeinen Aufschluss:

Mein Umdenken in Sachen Deutschland hat vor acht Jahren begonnen. 2010 war ich längere Zeit in den USA – und dort wurde mir zum ersten Mal bewusst, dass ich viel deutscher bin, als ich bis dahin wahrhaben wollte:

2010 also? Gut möglich. 2010 war das Jahr, wo ein rechter Blog von Thea Dorn – die Heilige der Wendehälse sprach.

Anlass war ein Aufwachartikel, der sich mit Meinungsfreiheit und Zensur befasst.

Wörtlich heißt es da beispielsweise zusammengefasst:

Verharmlosungen sind geschützt, Polemik gilt als Volksverhetzung

und:

Der Bundeskanzlerin scheint die schale Ironie zu entgehen, die sich ergibt, wenn sie Kurt Westergaard bescheinigt, er müsse solche Karikaturen zeichnen dürfen, »egal ob wir sie für nötig und hilfreich halten oder eben nicht«, und bei ihrer Festrede als »Geheimnis der Freiheit« den »Mut« preist. Ist Meinungsfreiheit erst dort in Gefahr, wo unliebsame Autoren und Künstler mit dem Tod bedroht beziehungsweise tatsächlich attackiert werden? Lässt sich in einem demokratisch triftigen Sinne von Meinungsfreiheit reden, wenn das unausgesprochene Gesetz lautet: Natürlich darf bei uns jeder offen seine Meinung sagen – nur soll er, bitte, nicht glauben, er könne dann noch ein relevantes öffentliches Amt bekleiden oder anstreben?

Was für ein toller Appell für die Meinungsfreiheit von einer deutschen Schriftstellerin. Statt mimosenhafte Verschärfungen zur Volksverhetzung im Bundestag  zuletzt ( auch von Teilen der AFD) hier ein Bekanntnis zum freien Wort.

Im neuen Buch  verteidigt Dorn nun zudem den Heimatbegriff, appelliert jedoch auch an die Mäßigung beider Seiten. Damit grenzt sie sich aus meiner Sicht sowohl vom Braun- als auch vom Buntblödel ab.   Sie beklagt „Exzesse politischer Korrektheit“, die „mimosenhaften Sensibilität“ und bittet „Minderheitenfürsprecher“ und die „queere Community“ daher  identitätspolitisch abrüsten.

Das Buch wird anders wirken als Thilo Sarrazins „Deutschland schafft sich ab“. ist gemässigt und sehr sehr vorsichtig. Und dennoch ist der Sinneswandel Thea Dorns seit 2010 unübersehbar. Es kann daher möglich sein, daß mit diesem Buch  noch mehr Menschen weg von den Bunten hin zur neuen Mitte geführt werden – ob gewollt oder nicht gewollt. Mögen es vor ein paar Jahren  nur ein kleiner Teil von Intellektuellen, Schriftstellern und Künstlern gewesen sein, die JA zu Deutschland gesagt haben, so wächst der Teil der Menschen offenbar nun immer schneller. Es ist wie mit einem Schneeball, der den Hang hinunterläuft. Ist dieser erst einmal in Bewegung,  so lässt sich dieser dann auch nicht mehr von ein paar Buntifa-Trillerpfeifen und der angeblichen Klimaerwärmung aufhalten, die dann am Straßenrand gegen den Schneeball anpfeifen. Der Schneeball wird größer werden, bis hin zu einer Lawine und so den Dachschaden bei manch einem im Tal durch überrollen aufzeigen.

Anhang

Während der Buntblödel gerne im Aufstand der Anständigen  moralische Anhöhen besetzt, hat der Aufstand der Vernünftigen es schwer, denn er stützt sich eher auf altbewährte konservative Instinkte als auf Argumentierfreude. Der Dumpfblödel setzt auf Taten statt Worte. Er schmollt gegen den eierlosen Drehhofer, solange der nicht an der Grenze schießt, sieht aber sich selber nicht in der Pflicht, juristische Regeln zu verstehen und kulturelle Voraussetzungen zu schaffen. Sobald die Menschen ihre Instinkte und unhinterfragten Memplexe überwinden und auf eigene Vernunftkonstrukte zu vertrauen beginnen („Aufklärung“), geraten sie aber auf den erstbesten bequemen Abweg. Im Anfang war das Wort, aber wer der Schlange glaubt, zerstört seine Zivilisation. Kanazawa spricht vom Intelligenzparadox. Im Prinzip ist der aufgeklärte Patriotismus (Aufstand der Vernünftigen), den Thea Dorn zu lehren versucht, der Humanitärfrömmelei (Aufstand der Anständigen) weit überlegen, aber den Kampf entscheiden die Dumpfblödel und Buntblödel, und im allgemeinen obsiegen letztere. Erst nach weitgehend vollzogener Zerstörung Deutschlands beginnt, wie Giovanni di Lorenzo gerade in der ZEIT fest stellt, die Hegemonie der von den Grünen getriebenen Buntblödel zu wackeln.





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