Die deutsche Nationalneurose am Beispiel von Jakob Augstein

Unser Partner-Blog CONSERVO hat einen Beitrag von Adrian F. Lauber über den Sproß von Martin Walser und Journalisten Jakob Augstein (SPIEGEL) veröffentlicht, der in seinem Umfang einzigartig sein dürfte.

„Eine Vorbemerkung von Peter Helmes

Adrian F. Lauber ist einer der profiliertesten Blogger, die für conservo schreiben. Seine Beiträge sind fundiert, faktenreich und mit einem Höchstmaß an Sorgfalt und Quellen zusammengestellt. Und: Adrian Lauber hat einen klaren politischen Standort, an dem er keine Zweifel aufkommen läßt.

Das gefällt natürlich nicht jedem Leser, von denen etliche ihm politische Einseitigkeit vorwerfen. Sie meinen damit sein klares Bekenntnis zur transatlantischen Partnerschaft und zu Israel. Daß er damit auch zu den entschiedenen Gegnern der radikalen Moslems zählt, liegt auf der Hand – und verdient unsere Hochachtung.

Selbstverständlich respektiert Lauber auch andere Meinungen, so sie auf dem Boden des Grundgesetzes fußen, und paßt damit nahe ideal zur Philosophie meines Blogs „conservo“. Ich bin stolz darauf, ihn unter den Autoren von conservo zu wissen.

Neue Artikelserie zur „suizidalen deutschen Haltung“

Zu dieser neuen Artikelserie, die unter dem Oberbegriff „deutsche Nationalneurosen“ stehen, gehört der folgende umfangreiche und in die Tiefe gehende Beitrag, in dem Lauber – wie er schreibt – versucht, der deutschen Nationalneurose, ihren Widersprüchen, ihrer Destruktivität und dem – paradoxer Weise – darin versteckten nationalen Aufbegehren auf den Grund zu kommen. Lauber:

„Als Beispiel habe ich mir den Journalisten Jakob Augstein ausgesucht, weil mir scheint, dass er die hervorstechenden Eigenschaften des suizidalen Deutschland besser verkörpert als andere Personen des öffentlichen Lebens (jedenfalls von denen, die ich zur Kenntnis genommen habe)“.

Hier ist der Beitrag, für den ich Adrian ausdrücklich danke. Peter Helmes, 20.05.2018:———-

Die deutsche Nationalneurose am Beispiel Jakob Augstein

www.conservo.wordpress.com)

Von Adrian F. Lauber *)

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INHALT                                                                                                                                        I.      : Augstein – Links bis auf die Knochen

II.      : Antideutsch und deutschnational – ja, geht das denn zusammen?

III.     : Islam-Vergötzung

IV.      : Der Migrant als neues Revolutionssubjekt 

V.        : Ein deutsches Problem mit den Juden

VI.       : Die Ablehnung Amerikas und ihre historischen Wurzeln

VII.     : Augstein und die USA

VIII.   : Deutschland heute: selbstzerstörerisch, neurotisch, voller Ressentiments

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Das neurotische, suizidale Deutschland ist schon ein Phänomen für sich.

Es ist nicht ganz einfach zu durchschauen, aber vielleicht wird es etwas leichter, wenn man tonangebende, den politischen Diskurs und die politische Kultur dieses Landes prägende Personen analysiert. Mir scheint, kaum einer ist dafür so geeignet wie der Publizist Jakob Augstein. Ich habe bisher noch keinen gesehen, der den Knacks dieses sich selbst zerfleischenden Landes in seiner Vielschichtigkeit besser verkörpert.

I. Augstein – Links bis auf die Knochen

Wer hierzulande nicht zum „Wutbürger“, zum „rechten Pöbel“, zum „braunen Schmutz“ erklärt werden will, ist ein guter, braver Linker. Und sei es nur zum Schein, damit man dazu gehört.

Bei Jakob Augstein ist das anders. Er ist links aus Überzeugung. Nicht von ungefähr trägt seine „Spiegel“-Kolumne den Titel „Im Zweifel links.“ Für ihn hat der Kapitalismus abgewirtschaftet und die Marktwirtschaft gehört abgeschafft.

Mit dieser Ansicht befindet er sich in bester Gesellschaft, hat der Staat in Deutschland doch schon jetzt große Teile der Ökonomie in der Hand und knöpft seinen Bürgern über Steuern und Abgaben ca. 70 Prozent ihres Einkommens ab.

Dieser Umstand hält die Deutschen freilich nicht davon ab, in der freien Marktwirtschaft und im so genannten Raubtierkapitalismus die Wurzeln all ihrer Miseren zu sehen. Dass es diesen zügellosen Raubtierkapitalismus, so wie sie ihn sich vorstellen, gar nicht mehr gibt, stört dabei nicht.

Augstein stört es auch nicht, denn von der Beschäftigung mit Fakten hält der Mann scheinbar nicht viel. Allerdings bin ich ihm dankbar für seine Ehrlichkeit. Er gibt nämlich offen zu, dass er sich durch so etwas Lästiges wie Tatsachen nicht beirren lassen will. „Die Tatsachenmenschen haben abgewirtschaftet.“, schreibt Augstein.1

Auch mit der Faktenresistenz befindet er sich in diesem Land in bester Gesellschaft.

In einem Video-Interview empfahl er übrigens, Euro-Skeptikern in einer Diskussion mit folgender „Argumentation“ zu begegnen: „Du mit deinen Zahlen, du bist irgend so’n Spasti, du verstehst aber gar nicht, was los ist.“

In seinem Buch „Sabotage“ behauptet Augstein, wir müssten uns zwischen Demokratie und Kapitalismus entscheiden.

Der Mann offenbart einen Abgrund von Unkenntnis, der nicht weiter schlimm wäre, wenn er nicht ein so öffentlichkeitswirksamer Publizist wäre. Es ist ja nicht verboten, keine Ahnung zu haben, aber dann muss man doch nicht unbedingt Journalist werden …

Kapitalismus ist nichts anderes als die Umschreibung für das gleichzeitige Bestehen von Eigentumsrecht und Vertragsfreiheit. Das ist das Fundament unseres (inzwischen verfallenden) Wohlstands. Der Kapitalismus hat uns ein Leben mit einem unglaublichen Komfort ermöglicht. Der freie Westen hat den Kalten Krieg gewonnen, der sozialistische Ostblock ist zusammen gebrochen, das Sowjetreich existiert (Gott sei Dank!) nicht mehr.

Ein entscheidender Grund für das Scheitern der Planwirtschaft ist denkbar simpel: Eine einzelne Zentralplanungsinstanz kann unmöglich die Bedürfnisse all der Menschen da draußen kennen und befriedigen. Das ist ausgeschlossen. Der einzige, der Deine Bedürfnisse wirklich kennt, bist Du selber. Früher oder später geht die Ökonomie den Bach runter, wenn ein Zentralplaner sie zu steuern versucht. Manchmal dauert es eine Weile, aber letztendlich kann eine sozialistische Wirtschaft den Wettbewerb mit einer freien nicht bestehen.

Der Augstein und vielen, vielen anderen Deutschen so verhasste Kapitalismus hat mehr gegen Armut und Hunger ausgerichtet als alle Sonntagsreden von Gregor Gysi und Sahra Wagenknecht. Im Jahre 1820 lebten ungefähr 85 Prozent der Weltbevölkerung in absoluter Armut, 1950 waren es noch ungefähr 50 Prozent und heute sind es etwa 20 Prozent. Ein Werk der verteufelten Globalisierung.2 Dabei ist zu bedenken, dass sich die Weltbevölkerung in den letzten zweihundert Jahren explosionsartig vermehrt hat und es trotzdem gelungen ist, die Armut in einem solchen Ausmaß zu bekämpfen. (Um 1800 lebten auf der Erde schätzungsweise eine Milliarde Menschen, heute sind es ca. 7,47 Milliarden!3) Natürlich bleibt sie heute noch ein großes Problem, aber ich denke, auch das wird sich lösen lassen. Das Potenzial existiert.

Die ärmsten Länder der Welt kranken daran, dass es dort eben keine funktionierende Marktwirtschaft und kein tatkräftiges Unternehmertum gibt. Es besteht eine wissenschaftlich nachweisbare Korrelation zwischen dem Freiheitsgrad und dem Wohlstand einer Nation. Die unfreien Länder dieser Erde sind arm.

Wobei es auch Länder gibt, die den Gegenbeweis anzutreten versuchen: China hat sich seit Deng Xiaoping in einem hohen Maße für die Marktwirtschaft geöffnet und einen atemberaubenden Aufstieg hingelegt, aber die politische Unfreiheit aufrechterhalten. Natürlich hat der Otto-Normal-Chinese heute ungleich mehr persönliche Freiheit als unter Mao Zedongs totalitärer Tyrannei, aber trotzdem ist nicht drum herum zu reden, dass China bis heute eine Diktatur ist, eine Parteidiktatur. Es fragt sich, ob es der kommunistischen Partei gelingen wird, diese autoritäre Herrschaft aufrecht zu erhalten oder ob sie aufgeweicht und schließlich zusammen brechen wird, je mehr ökonomische Freiheit und je mehr Wohlstand es gibt.

Reden wir aber nicht nur von den ärmeren Ländern: Da wir nicht in einem irdischen Utopia leben, gibt es natürlich Armut und Ungerechtigkeit auch in den freien Ländern dieser Welt. Aber die Armen in diesen Ländern sind immer noch ca. neun Mal reicher als ihre Widerparts in sozialistischen Ländern.Hätte ich in diesem Lande etwas zu sagen, würde ich die Bücher von Roland Baader4 und Thomas Sowell5 zum Pflichtstoff an allen deutschen Schulen machen. Dann würden die Kinder vielleicht endlich mal realitätsnah lernen, wie Wirtschaft funktioniert und sich nicht mehr von rot-grünen Phantastereien ihren Verstand vernebeln lassen. Die Augsteins würden ziemlich doof aus der Wäsche gucken.

Ein zentrales Problem ist nicht der Kapitalismus per se, sondern der Korporatismus: die Verschmelzung von Staats- und Konzernmacht. Großkonzerne erkaufen sich wohlgefällige Politik und benutzen die Staatsmacht, um lästige Konkurrenz durch einen Wust an überflüssigen Regulierungen vom Markt zu fegen.

II. Antideutsch und deutschnational – ja, geht das denn zusammen?

Augenscheinlich nicht, aber bei Jakob Augstein lässt sich – so meine ich – eine seltsame Mischung aus Ablehnung der eigenen Nation und deutschnationalem Ehrgeiz beobachten.

Einerseits scheint es Augstein mit demographischer Umschichtung und Islamisierung Deutschlands gar nicht schnell genug zu gehen.

Augstein scheint geradezu Genugtuung darüber zu empfinden, dass dieses Land die Kontrolle über seine Grenzen verloren hat, wenn er schreibt:

„Die Rechten – Seehofer, die AfD, die „FAZ“ – machen aus Ellwangen ein Duell zwischen Asylbewerbern und dem deutschen Rechtsstaat. Lieber nicht. Wenn es sich hier wirklich um ein Duell handelt, dann steht der Ausgang fest: der Rechtstaat kann nicht gewinnen.

Dobrindts Traum ist die Dolchstoßlegende eines Abschiebewüstlings.

Der CSU-Mann bestärkt damit die schlechte Laune vieler Deutschen im Angesicht der Einwanderung – und die Täuschung, der sie unterliegen. Es ist die Täuschung, die vollständige Kontrolle darüber zu haben, wer sich auf unserem Staatsgebiet aufhält. Ganz gleich, ob man das für wünschenswert hält oder nicht – es funktioniert einfach nicht und wie in anderen Lebensbereichen gilt auch hier: Man sollte sein Herz nicht an unerfüllbare Wünsche verschwenden.

Auch auf die Gefahr der Frivolität: Pech für das Recht! Im Jahr 2017 wurden etwa 24.000 Personen abgeschoben. Das waren noch mal ein paar weniger als 2016.“ 6

(Wobei es mir ein Rätsel ist, wie Augstein darauf kommt, dass Horst Seehofer rechts sei. Er trägt doch brav den links-grünen Kurs der Bundesmerkel mit, ab und zu brüllt der bayerische Löwe, landet dann aber wieder zuverlässig als Merkels Bettvorleger. Was will Augstein denn noch? Aber es passt ins Bild. In Augsteins Welt ist man schnell „rechts“, wenn man sein Weltbild nicht teilt.)

Augstein frohlockt über das Ende der Rechtsstaatlichkeit und unkontrollierten Massenzustrom in die Bundesrepublik, der unumkehrbare Tatsachen schafft und die Weichen in Richtung demographische Selbstzerstörung und Islamisierung Deutschlands stellt.

Das ist übrigens derselbe Augstein, der – wie es sich für Linke ziemt – die soziale Ungerechtigkeit im Lande beklagt. Ich frage mich, was er dazu sagt, dass Einheimische, die ein Leben lang gearbeitet und für diesen Staat Steuern gezahlt haben und heute – aus welchen Gründen auch immer – auf Sozialhilfe angewiesen sind, genauso behandelt werden wie Ausländer, die einfach ins Sozialsystem einwandern können – und ohne Arbeit allein durch Kinderreichtum ein mehr als stattliches Einkommen auf Steuerzahlerkosten zusammen kratzen können. Allein bis zum Jahr 2007 hat die Bundesrepublik für Migranten, die mehr aus den Sozialsystemen entnehmen als einzahlen, eine Billion (!) Euro Sonderschulden gemacht, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung schon vor fast acht Jahren berichtete.7 Das war vor der Abschaffung unserer Grenzen!

Aber darum geht es jetzt nicht.

Augsteins Freude über die Selbstauflösung dieses Landes scheint eigentlich ein Anlass zu sein, ihn irgendwo in antideutscher Richtung zu verorten.

So einfach ist die Sache aber nicht.

Zum Abhörskandal des US-Geheimdienstes NSA schlug Augstein Töne an, die in eine ganz andere Richtung deuten.

„Wollen sich die Deutschen dem Joch [der USA] mit stiller Lust beugen, wie Heinrich Manns ‹Untertan› sie empfand (…) oder wollen sie dieser Macht eine Gegenmacht entgegensetzen?“, fragt er rhetorisch. „Im neuen ‹Spiegel›“, so fährt er zustimmend fort, „erklärt der Soziologe Heinz Bude in einem Essay, warum dieses Land endlich seine Rolle als eine der mächtigsten Nationen der Welt annehmen muss.“8

Hansjörg Müller kommentierte Augsteins Artikel wie folgt: „Deutschland, das ist Augsteins Leitmotiv, soll 68 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges endlich wieder auf den Tisch hauen und der Welt sagen, wo es langgeht. Ein Schlussstrich soll gezogen werden: Heute gehe es „nicht um die Geschichte Deutschlands, sondern um die Gegenwart der Welt“. Nein, wer so daherredet, der ist kein Linker. So redet ein Deutschnationaler.“9

Auf den Tisch gehauen werden soll vor allem gegenüber zwei Nationen, mit denen Augstein und sein links-grünes Deutschland noch Rechnungen offen haben: Amerika und Israel.

Darauf werde ich noch eingehen.

Augsteins nationaler Machtehrgeiz könnte erklären, warum er gleich so aus der Haut fährt, wenn er es mit EU- und Euro-Skeptikern zu tun hat und sich nicht anders zu helfen weiß, als sie als „Spastis“ zu beschimpfen.

Für Augsteins Geschmack geht die Selbstaufgabe der nationalstaatlichen Demokratie noch gar nicht schnell genug. Er schreibt:

„Ein neues Versprechen tut Not. Die EU wurde auf den Trümmern des Faschismus errichtet. Heute muss sie auf den Trümmern des Kapitalismus neu errichtet werden.

Das Ziel ist klar. Man muss es gar nicht die „Vereinigte Staaten von Europa“ nennen. Eine Föderation der Nationalstaaten genügt. Die ersten Schritte sind die gemeinsame Haushaltspolitik, die koordinierte Steuerpolitik, die Stärkung des Europäischen Parlaments und der Kommission. Später eine Brüsseler Regierung, deren Kopf vom Parlament gewählt wird; eine zweite Kammer daneben, als Vertretung der Staaten.

In der Eurokrise gab es die „Chance für den großen Sprung“. Der Europapolitiker Javier Solana hat das 2011 so formuliert. Angela Merkel hat sie nicht genutzt.“ 10

Vielleicht ist ein Aufgehen Deutschlands in einem autoritären EU-Megastaat für ihn ein Mittel zum Zweck: zu dem Zweck, wieder Großmacht zu werden. Eine Macht, die Amerika und Israel die Stirn bieten kann.

III. Islam-Vergötzung

Die Funktionseliten der verfallenden Bundesrepublik sind begeistert vom Islam. Die wenigsten dürften den Koran und die Hadithen gelesen haben, aber sie sind fest entschlossen, diese Ideologie gut zu finden und sie zu einem Teil Deutschlands zu machen – offenbar mit allem, was dazu gehört.

(Das letzte Mal, dass deutsche Politiker den Islam so klasse fanden, war zu einer Zeit, als ein gewisser Adolf H. dieses Land regierte. Er und der Reichsführer SS Himmler haben den Islam in höchsten Tönen gelobt. Nur mal so zum Nachdenken.11)

Jakob Augstein betätigt sich auch in dieser Sache als Sprachrohr des Zeitgeistes. Für ihn ist der Islam eine tolerante Religion des Friedens. Und wer was anderes sagt, ist „islamophob“ und ein Rassist.

Dass der Islam eine Weltanschauung und keine Rasse ist, sollte sich unter denkenden Menschen eigentlich von selbst verstehen, aber den Augsteins dieser Welt gelingt es immer wieder, diesen Umstand einfach nicht wahrzunehmen.*****

Eigentlich ist es Augstein selbst, der aus dem Islam-Problem ein Rasse-Problem macht, wenn er schreibt: „Es darf kein neuer Rassismus im Schatten der Sorgen erblühen, die sich der Westen über das Scheitern der arabischen Welt macht. Denn wir erleben ja das schmerzhafte Zerbrechen der postkolonialen Staaten. (…) Die meisten Muslime aber leben in Indonesien, Pakistan, Indien und Bangladesch. Die Probleme des arabischen Islam sind nicht unbedingt ihre.“12

Augstein ist derjenige, der einen „arabischen“ Islam konstruiert, als ob in der arabischen Welt ein anderer Koran gelesen würde als in der Türkei, im Iran oder meinetwegen in Pakistan oder in Bangladesch. So wird aus dem Islam-Problem schnell ein Araber-Problem.

Auf dem Blog „Aron Sperber“ wurde treffend kommentiert: „Aus einem Ideologie-Problem ein Rassen-Problem zu machen, ist in Deutschland nichts Neues. Deutschland hatte nach dem Ersten Weltkrieg ein reales Kommunismus-Problem. Hitler hat daraus ein Judenproblem gemacht. Am Ende waren Millionen Juden ausgerottet und halb Europa kommunistisch.“13

Augstein phantasiert sich seine eigene heile Islam-Welt zusammen.

Er schreibt: „Die schlichte Wahrheit – dass es sich beim radikalen Islamismus um eine Perversion, nicht das Wesen dieser Großreligion handelt, wird zwar andauernd wiederholt, aber immer weniger geglaubt. Der eigentlich wahre und bedenkenswerte Satz: „Das hat nichts mit dem Islam zu tun“ wird zum Hohn gebraucht. Am Ende bleibt nur Zynismus. In den Kälteecken der schmuddeligen neu-rechten Netzseiten herrscht er schon lange vor. Jetzt erfasst er auch große Medien.“ 14

Der Islam an sich ist also friedlich, und wer etwas anderes sagt, gehört in die neurechte Schmuddelecke.

Es ist natürlich ein Zeichen von besonderer Friedfertigkeit, wenn der Koran die Gläubigen dazu anhält, Juden und Christen zu unterjochen und Heiden umzubringen. Es zeugt von ausgeprägter Toleranz, wenn die Herrschaft des Islam überall durchgesetzt werden muss und nichts auf Augenhöhe mit ihm koexistieren darf. Es ist eindeutig ein Zeichen von Menschenfreundlichkeit, wenn ein Kriegsherr namens Mohammed als „Allahs perfektes Beispiel“ gilt, dem die Gläubigen nachzueifern haben – und wenn sie das wortwörtlich tun, müssen sie logischer Weise auch töten im Namen Allahs.15

* Wenn der Islam laut Augstein so friedlich und tolerant ist, warum ist es in über 20 islamischen Ländern strafbar, diese Religion zu verlassen?16

* Warum sind in fast allen islamischen Ländern Frauen Menschen zweiter Klasse?17

Warum ist Homosexualität in fast allen islamischen Ländern strafbar, in einigen sogar mit dem Tod?18

* Wenn der Islam so friedlich ist, warum wurden in türkischen und aserbaidschanischen Fußballstadien die Fußballer lauthals ausgepfiffen und ausgebuht, als sie eine Schweigeminute für die Opfer der Pariser Terroranschläge vom November 2015 einlegten?19

* Warum geben laut Pew Research Center in diversen islamischen Ländern absolute Mehrheiten an, die Scharia als Gesetz des Landes zu wollen und dass Apostaten den Tod verdienen?20

* Wenn der Islam von Grund auf friedlich ist, warum ist der Judenhass in der islamischen Welt alltäglich? Und zwar in einem solchen Ausmaß, dass das Judentum seit den Vierziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts fast vollständig aus der islamischen Welt getilgt wurde?21

Jakob Augstein würde mir auf diese Fragen vermutlich gar nicht antworten, sondern mich als „Spasti“ bezeichnen, als „Tatsachenmensch“, der sowieso „abgewirtschaftet“ habe. Und das noch im günstigsten Falle. Vielleicht würde er mich auch einen Nazi nennen.

Augstein will die Realität nicht sehen. Er muss sie verdrängen, denn sonst könnte er seine ganz persönliche, weitgehend faktenfreie Weltsicht auch gar nicht aufrechterhalten.

Die „kulturelle Bereicherung“ durch den real existierenden Islam, der nach Deutschland importiert wird, ist für ihn über jeden Zweifel erhaben.

Wenn diese Bereicherung ihre Opfer fordert, wie beispielsweise zu Silvester 2015 in Köln, ist der Mann sich nicht zu schade, die Opfer zu verhöhnen und die Schandtaten der Täter zu verharmlosen. Und im Grunde ist doch sowieso klar, von dem die wirkliche Gefahr ausgeht: nämlich von den rassistischen Deutschen.

Auf „Spiegel Online“ schrieb Augstein: „Die Frauen von Köln sind dabei längst Nebendarsteller. Schlimmer: Sie werden zum zweiten Mal missbraucht.

Es sind nicht die notgeilen Muslime, die wir fürchten müssen. Sondern uns selbst.“

Und weiter: „Justizminister Heiko Maas sprach von „Zivilisationsbruch“ – ein Wort, das bislang für die Shoa vorbehalten war. Und Cem Özdemir nannte das, was sich in jener Nacht abgespielt hatte, grässlich. So, als seien in Köln Frauen verspeist, nicht beraubt und bedrängt worden.“ 22

Da zieht er das Ganze auch noch ins Lächerliche, indem er darauf verweist, dass die Frauen ja nicht verspeist worden seien. Das Ganze war also im Grunde eine Bagatelle.

Und mit dem Islam hat es sowieso nichts zu tun.

Wenn es schon mal – für meinen Geschmack zu selten – vorkommt, dass sich Muslime (bzw. Menschen, die nominell Muslime sind, den Koran und die Hadithen aber zum Glück nicht wörtlich nehmen) vom islamischen Terror deutlich distanzieren, werden sie von Jakob Augstein als „Onkel-Tom-Türken“ tituliert.23

Kann es sein, dass hinter einer solchen Haltung noch etwas anderes steckt?

IV. Der Migrant als neues Revolutionssubjekt

Die Linken haben eine schwere Enttäuschung zu verkraften. Das Proletariat, das sie zur Revolution führen wollten, hat nicht so funktioniert, wie sie es ihm zugedacht haben. Otto-Normal-Verbraucher hatte einfach kein Interesse an der Weltrevolution und wollte nichts weiter, als seinen Wohlstand mehren, ein einigermaßen abgesichertes Leben führen, vielleicht auch eine Familie gründen.

Und entgegen der Behauptungen des linken Obergurus Karl Marx ist das so genannte Proletariat nicht in Verelendung versunken. In Wahrheit ist der Wohlstand auch für die breite Masse stetig gestiegen.

Der Linksintellektuelle ist in seiner Eitelkeit gekränkt und entwickelt bisweilen eine regelrechte Verachtung für den „kleinen Mann von der Straße.“

„Es ist zum Heulen: die Menschen, die ihm zukreischen und wie sie aussehen. Es sind die hässlichsten Menschen Wiens, ungestalte, unförmige Leiber, strohige, stumpfe Haare, ohne Schnitt, ungepflegt, Glitzer-T-Shirts, die spannen, Trainingshosen, Leggins. Pickelhaut. Schlechte Zähne, ausgeleierte Schuhe.“ 24

Doch siehe da! Es taucht ein Hoffnungsträger am Horizont auf.

Der Migrant. Genauer gesagt: der Migrant von einer ganz bestimmten Herkunft.

„Die Flüchtlinge aus dem Nahen Osten sind ein schönerer Menschenschlag. Und jünger.“ 25

Auch Jakob Augstein ist, wie erwähnt, ganz begeistert von den Neuankömmlingen aus der islamischen Welt.

Diejenigen, die diese Begeisterung nicht teilen, hat er als Feinde ausgemacht. „Längst hat sich die Islamverachtung der Gebildeten mit dem Rassismus der Unterschicht vereint.“, schreibt er auf „Spiegel Online.“26 (Auch da haben wir sie: die hochmütige Verachtung gegen die so genannte Unterschicht, deren Vorkämpfer ein Linker doch angeblich sein will.) Auch er bemüht das Sprachbild vom „dunklen Deutschen.“

Ich finde die Annahme äußerst plausibel, dass die linken Ideologen – nachdem das einheimische Proletariat ihre Revolutionssehnsüchte enttäuscht hat – sich den Migranten zum neuen Revolutionssubjekt auserkoren haben, insbesondere den muslimischen Migranten.

Denn nach marxistisch inspirierter Lesart sind „wir“, der Westen, schuld an Armut und Elend in der islamischen Welt. Wir müssen dafür büßen. Also wäre es nur folgerichtig, wenn sich die Muslime zur Revolution gegen uns erheben.

Die Behauptung, dass wir schuld seien am Elend der anderen, lässt sich zwar nicht halten, aber durch Fakten lassen sich Augstein und seine Genossen nicht beirren.27

Links-grüne Ideologen haben die Abschaffung unserer Grenzen und den Beginn einer zügellosen Einwanderung aus einem unseren Werten regelmäßig feindlich gesonnenen Kulturkreis nicht etwa als existenzielle Herausforderung begriffen, sondern von Anfang an frenetisch gefeiert.

Kathrin Göring-Eckardt (Die Grünen) sagte doch tatsächlich: „Unser Land wird sich ändern, und zwar drastisch, ich sag‘ euch eins, ich freu‘ mich drauf, vielleicht auch weil ich schon mal eine friedliche Revolution erlebt habe. Dieses hier könnte die sein, die unser Land besser macht.“ 28

Da haben wir es! Eine Revolution soll stattfinden und diese verhasste Gesellschaft gründlich umkrempeln. (Und möglichst bitte auch die „scheiß deutsche“ Kultur für immer unter sich begraben. Die Chancen stehen sehr gut.)

Und dabei soll das muslimische Proletariat helfen. Insofern könnte es einen Sinn ergeben, dass Jakob Augstein über so genannte „Onkel-Tom-Türken“ wütend ist, die sich vom islamischen Fundamentalismus distanzieren und einfach ihr ganzes revolutionäres Potenzial preisgeben!

Nur wird es für die linken Ideologen ein böses Erwachen geben. Die Islamische Revolution des Iran (1979) hat nicht lange gebraucht, ihre eigenen linken Kinder zu „fressen.“ Linke, die den Schah loswerden wollten, fanden sich alsbald in einer noch viel schlimmeren Diktatur und auf der Abschussliste wieder.

Das muslimische Proletariat wird eher sein eigenes Ding machen, als den Augsteins und den Göring-Eckardts ihre Träume zu erfüllen.

V. Ein deutsches Problem mit den Juden

Deutschland hält sich viel auf sein Geschichtsbewusstsein und seine eingebildete moralische Überlegenheit zugute.

Doch bei näherem Hinsehen tun sich Abgründe auf.

Diese Gesellschaft hat aus der Geschichte viel weniger gelernt, als sie sich selbst glauben machen will. Heute wird Stück für Stück deutlicher, dass Eike Geisel mit seinem harten Verdikt, dass die Erinnerung in Deutschland „die höchste Form des Vergessens“ sei, Recht hatte.29

Dieses Land hat ein Problem mit den Juden.

Wohlgemerkt: nicht mit toten Juden. Die stören ja nicht. In tote Juden ist man hierzulande geradezu vernarrt. Vom Gedenken an den Holocaust kann man gar nicht genug bekommen. Da werden literweise Krokodilstränen vergossen. Da kann man sich auf eine völlig risikofreie Art und Weise moralische Punkte holen, indem man sich tapfer gegen eine nicht mehr existierende Diktatur wehrt. Da kann man zeigen, dass man ein geläutertes, moralisch über jeden Zweifel erhabenes Volk geworden ist. Der Glaube an die so gewonnene moralische Überlegenheit treibt bisweilen grotesk aussehende Blüten: wie sagte Eberhard Jäckel anlässlich des fünften Jahrestages der Einweihung des Berliner Holocaust-Mahnmals? „Es gibt Völker, die uns um dieses Mahnmal beneiden.“30 (Auf so einen Satz muss man im nüchternen Zustand erstmal kommen!)

Dasselbe Deutschland, das tote Juden beweint, hat offenbar kein Problem damit, massenhaft Judenhass aus der islamischen Welt zu importieren31 und den deutschen Juden damit dasselbe Schicksal zu bereiten, das ihre Brüder und Schwestern in Schweden, Frankreich und anderen Ländern bereits ereilt hat. Dort sind Hetze und Gewalt radikaler Muslime gegen Juden inzwischen so alltäglich, dass Juden seit Jahren das Weite suchen.32

Warum lässt das so viele Menschen kalt?

Weil sie im Grunde ihres Herzens davon überzeugt sind, dass die Juden doch selber schuld seien, wenn sie Hasspropaganda, Gewalt und Verfolgung zum Opfer fallen.

„Bei der Politik, die Israel macht, kann ich verstehen, dass man etwas gegen Juden hat.“ Dieser Aussage stimmten 40 Prozent (!) der befragten Deutschen in einer am 24. April 2017 veröffentlichten Studie zu. (2014 waren es noch 28 Prozent gewesen.)33

Auch für den deutschen Judenknacks und den fortlebenden Antisemitismus ist Jakob Augstein ein anschauliches Beispiel.

Für diesen Mann ist der jüdische Staat Israel der Aggressor, völlig egal was er tut. Es ist ein Kriegstreiber und der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu ist imstande, die „ganze Welt“ am „Gängelband“ in seinem Sinne zu führen.

Diese Behauptungen sind keine Ausrutscher gewesen. Jakob Augstein dämonisiert und verleumdet den jüdischen Staat seit Jahren konsequent, womit er seinem juristischen Vater Rudolf Augstein alle Ehre macht.

Der „Spiegel“-Gründer hatte für Israel auch nichts Positives übrig. Augstein senior hatte für sich die leider sehr typische Täter-Opfer-Umkehr vollzogen und aus Israelis die neuen Nazis gemacht. So schrieb er zum Beispiel: „Es dürfen sich nun nicht dieselben Leute, die uns und denen, die nach uns kommen, die Erinnerung an die Rampe von Auschwitz für immer ins Gedächtnis brennen wollen […], den Palästinensern gegenüber als ,Herrenmenschen’“ aufführen.“ (Der Spiegel 42 / 1990)

Augstein wähnte sich natürlich als Opfer. Er hielt sich für zu Unrecht verleumdet. „Inzwischen nehmen wir die Formel, Israel-Kritiker = Antizionist = Antisemit’ als unvermeidlich hin.“ / „Ich habe längst gelernt, dass einer ein Antisemit ist, der die Politik des Staates Israel kritisiert.“ 34

Die Existenz und der Erfolg von Augsteins Magazin haben in Wahrheit den Beweis dafür erbracht, dass auch scharfe Kritik an israelischer Politik keineswegs tabuisiert ist und dass damit ein breites Publikum angesprochen wird. Wäre es so, dass irgendeine finstere jüdische Lobby Kritiker zu Unrecht als Antisemiten verdammen und zum Schweigen bringen lässt, hätten der „Spiegel“ und zahlreiche weitere Zeitungen schon vor Jahrzehnten vom Markt verschwunden sein müssen.

Aber weder der alte Augstein noch sein Ziehsohn waren bzw. sind imstande, das zu erkennen. Der jüdische Staat ist ihre Obsession.

Die Grenze zwischen Kritik und Verleumdung ist dabei schon lange verschwommen. Wie ich in meiner Artikel-Serie über Israels Verunglimpfung ausführlich gezeigt habe, ist es einfach schlimmer Unsinn, Israel der Apartheid zu bezichtigen oder ihm gar einen Völkermord an Palästinensern zu unterstellen. Israel ist die einzige Demokratie des Nahen Ostens, in der auch Araber volle Bürgerrechte genießen und mit mehr Freiheit und mehr Wohlstand leben als in jedem arabischen Land. Daran, dass es keinen palästinensischen Staat gibt, sind die Palästinenser selber schuld. Sie haben selbst in den Jahren 2000, 2008 und 2014 Angebote zur Errichtung eines solchen Staates zum Scheitern gebracht und die Palästinensische Autonomiebehörde lässt schon die Schulkinder zu mörderischem Judenhass erziehen. Überdies finanziert sie mit so genannten Märtyrerrenten Attentäter und ihre Familien.35

In Israels unmittelbarer Nachbarschaft – im Gazastreifen und im Libanon – lauern außerdem die Terrororganisationen Hamas, Palästinensischer Islamischer Dschihad und Hisbollah, deren erklärtes Ziel es ist, den jüdischen Staat auszulöschen. Hinter ihnen steht der Gottesstaat Iran, der größte staatliche Sponsor des Terrorismus, der u. a. diese Organisationen mit Geld und Waffen versorgt. Das totalitäre und antisemitische Mullah-Regime verfolgt als eines seiner wichtigsten Ziele die Vernichtung Israels. Der Oberste Führer des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, hat sogar ein konkretes Zeitlimit gesetzt, als er im September 2015 erklärte, dass das „zionistische Regime“ in 25 Jahren nicht mehr existieren werde.36

Israel wehrt sich militärisch gegen die Terroristen, hat aber in seinen Operationen in Gaza und im Libanon erhebliche Anstrengungen, unternommen, um zivile Opfer zu vermeiden, indem es die Menschen per Telefon, mit Flugblättern und übers Radio vor bevorstehenden Angriffen gewarnt hat. Zivile Opfer konnten aber auch deshalb nicht vermieden wären, weil die Dschihadisten ihre eigenen Landsleute als menschliche Schutzschilde missbrauchen. Sie wollen, dass Menschen als „Märtyrer“ sterben. Denn sie können sich darauf verlassen, dass dafür Israel am Pranger steht. Man könnte es ganz zynisch auch so formulieren: Jeder Tote ist ein Etappensieg im antiisraelischen Propagandakrieg.

Für die Augsteins dieser Welt spielt das alles keine Rolle. Für sie ist Israel der Buhmann, egal was ist.

Schon der klassische Antisemitismus zeichnete sich dadurch aus, dass er Juden immer in eine „No-Win“-Situation brachte, wie Henryk M. Broder richtig sagte. Der reiche Jude war ein Ausbeuter, der arme Jude war ein Schnorrer, der intelligente Jude war arrogant, der dumme Jude war eine Belastung für seine Mitmenschen, der Jude, der sich integrierte, hatte sich in den Volkskörper eingenistet; der Jude, der das nicht tat, machte es auch nicht recht. Der Jude konnte es nur falsch machen. Für einen Antisemiten ist es im Grunde wurscht, was ein Jude tut oder unterlässt. Antisemitismus speist sich aus paranoidem Wahn und hat mit dem, was in der realen Welt geschieht, wenig bis nichts zu tun.

Was nun Israel betrifft, ist Kritik an diesem Land keineswegs Antisemitismus. Keiner, der noch ganz bei sich ist, würde das unterstellen. In Israel gibt es Probleme wie anderswo auch. Auch Israel macht Fehler. Es gibt – wie anderswo auch – politische Extremisten in Israel und sie dürfen, ja müssen kritisiert werden.

Aber wenn die alten antisemitischen Ressentiments (der Glaube an spezifisch jüdische Rachsucht oder an die jüdische Weltverschwörung) auf Israel projiziert werden, wenn dieses Land immer zum Aggressor gestempelt wird, selbst wenn es sich verteidigt, dann ist was anderes im Busch.

Wenn Jakob Augstein behauptet, Jerusalem brauche nur anzurufen und Berlin beuge sich seinem Willen, artikuliert er dieselben Ressentiments, die man sonst eher rechts außen antrifft.37 Der Judenstaat hält uns unter seiner Knute, er erpresst uns derart mit dem schlechten Gewissen, dass wir ihm gegenüber völlig willenlos sind.

Ist das so? Wieso kann Deutschland dann ungestört fette Geschäfte mit dem Iran machen, der Israel auslöschen will? Wieso kann Deutschland ungestört Juden- und Israelhass en masse importieren? Wieso haben schon frühere Bundeskanzler wie Willy Brandt kläglich versagt, als es richtig gewesen wäre, Israel in einer existenziell bedrohlichen Situation beizustehen?38 1980 erklärte Bundeskanzler Helmut Schmidt Israel zur „größten Gefahr für den Weltfrieden.“ Komischer Weise wurde er nicht auf Geheiß der Israel-Lobby aus dem Amte gejagt.39 Wenn der Judenstaat uns so fest im Griff hat, wie ist dann all das möglich?

Aber Israel hat nicht nur uns in der Hand, sondern buchstäblich die ganze Welt. Laut Augstein „führt die Regierung Netanjahu die ganze Welt am Gängelband eines anschwellenden Kriegsgesangs.“40

So schrieb er in einem Beitrag aus dem Jahr 2012, in dem er sich lobend über Günter Grass‘ weitgehend faktenfreies41 Machwerk „Was gesagt werden muss“ äußerte und davor warnte, dass Israel den Krieg gegen den Iran vorbereite und offenbar gleich die ganze Welt mit hinein stürzen könnte.

Der Jude als Strippenzieher, der die ganze Welt am Gängelband führt … Hm, irgendwie kommt mir das bekannt vor. Wo habe ich so etwas schon mal gehört?

Der Angriff auf den Iran wurde in der Tat angedacht. Israel hat Gründe, den totalitären Mullah-Staat und Terrorsponsor zu fürchten. Es wurde darüber geredet, einen Präventivschlag auszuteilen, um eine atomare Bewaffnung des Gottesstaates zu verhindern. (Ähnlich wie Israel es 1981 im Irak und 2007 in Syrien getan hat.) Aber der von Augstein befürchtete Krieg, der die ganze Welt in den Abgrund reißt, ist ausgeblieben. Der Aggressor ist der Iran, der mit Hilfe der von ihm finanzierten Dschihadisten-Milizen die Vorherrschaft in der Region übernimmt und bis vor Israels Haustüre vorrückt. (Abgesehen davon, dass wir inzwischen wissen, dass das Mullah-Regime die Welt über seine nuklearen Ambitionen getäuscht hat.)

Von syrischem Staatsgebiet aus wurde Israel beschossen und hat mit Angriffen auf iranische Stellungen in Syrien reagiert. Diese Juden sind schon etwas merkwürdig drauf. Wenn sie angegriffen werden, wehren sie sich. Und sie denken gar nicht daran, ihrem Todfeind zu erlauben, gleich vor ihrer Tür eine militärische Präsenz aufzubauen. Kaum zu glauben!

Augstein glaubt es scheinbar auch nicht, dass Israel sich wehrt. Für ihn bleibt der jüdische Staat ein Aggressor. „Wenn die USA den Iran sanktionieren will muss Europa nicht folgen. Und China und Russland erst recht nicht. Es darf sich nicht die ganze Welt dem kriegerischen Kalkül der USA, Israels und Saudi Arabiens unterwerfen.“, schreibt er am 8. Mai anlässlich der Aufkündigung des Atom-Deals mit dem Iran durch US-Präsident Trump auf Twitter.42

Viel deutlicher kann man nicht Farbe bekennen. Der totalitäre Iran, der den Holocaust leugnet, Terroristen sponsert, die Region destabilisiert und Israel auslöschen will, ist das Opfer. Und wieder ist es gleich „die ganze Welt“, die einem kriegerischen Kalkül des ewigen Aggressors Israel unterworfen werden soll.

Für Augstein scheint es zwischen dem totalitären, Dschihad finanzierende Antisemiten-Regime des Iran und den Regierungen in Jerusalem und Washington keinen qualitativen oder moralischen Unterschied zu geben. „Es gibt keinen Anlass, die Machthaber von Teheran für verrückter zu halten als ihre Pendants in Washington und Jerusalem. Schon gar nicht mit Blick auf Benjamin Netanyahu und seine Freunde bei den US-Republikanern.“ 43

Auch ein Zeichen von Antisemitismus ist es, den Juden zu unterstellen, sie seien doch selber schuld an antisemitischem Vernichtungswahn. Auch in diese Richtung hat Augstein schon argumentiert, so zum Beispiel, als er vor Jahren behauptete, Israel selber wolle die Bedrohung durch den Terrorismus aufrecht erhalten und die Israelis „fürchten um ihr Feindbild.“44 Welchen konkreten Vorteil Israel durch fortdauernden Raketenbeschuss und durch Todesopfer in seinem Volk haben soll, weiß ich nicht. Nicht einmal aus PR-Sicht hat Israel dadurch einen Vorteil, weil es sowieso verlässlich zum Buhmann gemacht wird, wenn es wagt, das Feuer zu erwidern.

Augstein befindet sich mit seiner Verachtung für Israel in bester Gesellschaft. Einer im Jahr 2007 veröffentlichten Umfrage des BBC World Service zufolge hatten 77 Prozent der befragten Deutschen ein negatives Israel-Bild.45 Der Historiker Michael Wolffsohn beobachtet, dass sich das über Jahrzehnte immer wieder bestätigt hat. Er schreibt: „Der Befund ist eindeutig und durch zahlreiche seriöse Umfragen seit Anfang der 1980er Jahre vielfach belegt: Israel zählt für „die“ Deutschen zu den unbeliebtesten Staaten der Welt. Mehr noch, und wieder vielfach durch Umfragen belegt: Israel ist bei „den“ Deutschen viel unbeliebter als in fast allen EU-Staaten. Und noch mehr: Bei einigen Umfragen wird Deutschland im Israel-Hass nur noch von extremen arabisch-islamischen Staaten übertroffen.“46

Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung führte im Jahr 2007 zu dem Ergebnis, dass 30 Prozent der befragten Deutschen angaben, Israel tue den Palästinensern heute im Prinzip dasselbe an wie die Nazis den Juden. 2013 wurde die Umfrage ebenfalls durchgeführt und dieses Mal stimmten 41 Prozent der Befragten dieser Auffassung zu.47

Die deutschen Nationalneurotiker werden mit der NS-Zeit nicht fertig. Es tut ihnen in ihrer Seele gut, den jüdischen Staat zu verteufeln und zu verachten. Wenn sie sich einreden, die Israelis würden mit den Palästinensern im Wesentlichen dasselbe machen wie die Nazis mit den Juden, ist der Schuldhaushalt scheinbar ausgeglichen. Eine große Last fällt vom Gewissen ab. Und jetzt reden wir nicht mehr über die deutsche Geschichte, sondern erheben uns gegen die Verbrecher, die uns mit dem schlechten Gewissen erpressen wollen!

Ein nationalistisches Aufbegehren, gespeist aus völlig falschen Vorstellungen und antisemitischer Paranoia. Wie sagte Zvi Rex so schön? „Die Deutschen werden den Juden Auschwitz nie verzeihen.“48 (Ich bitte alle Leser um Verzeihung, auf die es nicht zutrifft. Aber ich bin mir inzwischen sicher, dass solches Denken in sehr vielen deutschen Köpfen eine Rolle spielt. Die nicht richtig verarbeitete Vergangenheit kann zu Hass führen. Dazu, dass man Aggressionen gegen diejenigen entwickelt, deren bloße Existenz an die historischen Verbrechen erinnert.)

Eine Art nationales Aufbegehren scheint sich auch der scheinbar so antinationale Jakob Augstein zu wünschen. Kein Wunder, dass er über Günter Grass so genanntes Gedicht „Was gesagt werden muss“ entzückt war.

„Es ist dieser eine Satz, hinter den wir künftig nicht mehr zurückkommen: „Die Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden.“ Dieser Satz hat einen Aufschrei ausgelöst. Weil er richtig ist. Und weil ein Deutscher ihn sagt, ein Schriftsteller, ein Nobelpreisträger, weil Günter Grass ihn sagt. Darin liegt ein Einschnitt. Dafür muss man Grass danken. Er hat es auf sich genommen, diesen Satz für uns alle auszusprechen. Ein überfälliges Gespräch hat begonnen.“ 49

Augstein legte offenbar großen Wert darauf festzustellen, dass ein Deutscher diese Behauptung ausgesprochen hat – und das gleich stellvertretend „für uns alle.“ (Herr Augstein, klammern Sie mich bitte aus. Grass und Sie haben nicht für mich gesprochen.)

Ein Deutscher hat es gewagt, so dass sich jetzt die Deutschen in ihrer Gesamtheit gegen den Judenstaat auflehnen können, der uns alle „am Gängelband“ führt. Puh, was für eine Erleichterung! Ein Damm ist gebrochen!

In diesem Sinne halten wir wackeren Humanisten heute auch zum unschuldigen Iran und nicht zum jüdischen Aggressor.

Einen weiteren Knaller teilte Augstein aus, als vor kurzem im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg ein junger Araber, der wegen einer Kippa auf seinem Kopf irrtümlich für einen Juden gehalten wurde, von einem anderen Araber deswegen tätlich angegriffen wurde. „Jude!“, hatte der Angreifer immer wieder geschrien und mit seinem Gürtel zugeschlagen.

Der Angegriffene war in Wahrheit ein arabischer Israeli, dem ein Freund erzählt hatte, dass es in Deutschland nicht mehr sicher sei, mit einer Kippa auf die Straße zu gehen. Er hatte das nicht glauben wollen und den Selbstversuch gemacht.

Jakob Augstein kommentierte auf Twitter: „Wie gestört ist unsere Wirklichkeit, dass jemand auf die Idee kommt, das Tragen der Kippa als Provokation zu nutzen – und damit auch Erfolg hat! Deprimierend. Deutschland 2018.“

Der Kölner Schauspieler, Autor und Blogger Gerd Buurmann hat dazu treffend bemerkt:

„Ich frage mich jedoch: Wie gestört muss jemand sein, dass er auf die Idee kommt, das Tragen der Kippa sei eine Provokation?

Die Antwort darauf lautet: Sehr gestört! Man muss so gestört sein, dass man entweder auf die Idee kommt, seinen Gürtel zu ziehen, um auf offener Straße auf einen Mann mit Kippa einzuschlagen oder man muss so gestört sein, dass man zur Tastatur greift, um vor einem Millionenpublikum auf einen Mann, der eine Kippa trägt, einzuschreiben.

Für Jakob Augstein ist schon das Tragen einer Kippa eine Provokation. Schon die pure Existenz eines Menschen, der für jüdisch gehalten werden kann, erklärt er zu einer Störung der Wirklichkeit. Juden stören und provozieren durch ihre pure Existenz. Das ist es, was Jakob Augstein insinuiert.“ 50

Was soll ich dazu noch ergänzen? Nur so viel: es ist konsequent. Die von Augstein hofierten muslimischen Einwanderer machen halt nichts falsch, sie bringen auch überhaupt keine problematischen Weltanschauungen mit nach Deutschland. Und natürlich hat nichts mit dem Islam zu tun. Juden sind es, die „provozieren“, ergo: selber schuld sind, wenn ihnen der geballte radikal-islamische Antisemitismus im wahrsten Sinne des Wortes entgegen schlägt.

VI. Die Ablehnung Amerikas und ihre historischen Wurzeln

Jakob Augsteins Ablehnung gilt nicht nur dem jüdischen Staat, sie gilt auch den Vereinigten Staaten von Amerika.

Auch damit ist er in guter Gesellschaft und steht in einer langen Tradition.

Jetzt wird es etwas schwierig, denn es gibt ja gute Gründe für Kritik an amerikanischer Politik. Die USA sind eine Weltmacht, die selbstverständlich das Interesse hat, sich ihre Macht zu erhalten. Und sie hat mehr als einmal Unrecht begangen, wenn es dem Machterhalt oder der Machterweiterung gedient hat. Natürlich gibt es in der Geschichte der Vereinigten Staaten bzw. in ihrer Vorgeschichte Fehler und Verbrechen.

Ich selbst habe, als ich auf Facebook noch nicht gesperrt war, immer wieder Texte gegen die fehlgeleitete Politik der Administrationen Bush und Obama geschrieben. Der herbeigelogene Irak-Krieg von 2003 zum Beispiel war ein schwerer Sündenfall.

Auch an der Innenpolitik der USA gibt es zweifellos vieles zu kritisieren.

Aber es gibt neben dieser Kritik auch ein weit verbreitetes antiamerikanisches Ressentiment in unserer Gesellschaft.

Jetzt, wo Donald Trump Präsident ist, tritt es immer offensichtlicher zu Tage. Trump ist für die Deutschen eine regelrechte Hassfigur. Er verkörpert, wie Henryk Broder richtig sagte, das, was sich die Deutschen unter dem „hässlichen Amerikaner“ vorstellen. Ein erfolgreicher, milliardenschwerer Unternehmer kann ja nur ein Verbrecher und Ausbeuter sein, dem man sich als linker Antikapitalist moralisch turmhoch überlegen wähnt. Dann ist er zu allem Überfluss auch noch ein Mann, der offensiv nationale Interessen seines Landes wahrnimmt und sich damit in den Augen des Antinationalstaates Deutschland den denkbar größten Affront leistet. Der Mann ist eine einzige wandelnde Provokation.

Aber auch bevor Trump die politische Bühne betrat, gab es in Teilen dieser Gesellschaft die Tendenz, Amerika zu verteufeln und für so ziemlich alle großen Übel der Gegenwart verantwortlich zu machen. Als ob Menschen im islamischen Kulturkreis willenlose Marionetten ohne eigenen Willen wären, verklärte man alle möglichen bewaffneten Konflikte und Flüchtlingsbewegungen zum Ergebnis amerikanischer Aggressionen. Von der Terror- und Dschihad-Förderung durch den Iran und andere Akteure in der islamischen Welt wollte man nichts hören und nichts sehen. Der Feind war schon in Washington lokalisiert.

Amerika wurde von deutschen Intellektuellen schon seit Generationen als „anders“ wahrgenommen, wobei „anders“ hier im Sinne von „minderwertig“ gemeint ist.

„Zentrale Motive dieser stilisierten Gegensätze sind: Kultur gegen Zivilisation; Gemeinschaft gegen Gesellschaft; Arbeit gegen Job/Geld; „eine Sache um ihrer Selbst willen tun“ gegen Pragmatismus und Zweckrationalität; Held gegen Händler; tapfere Soldaten gegen technische Kriegsmaschinerie; Familie gegen Emanzipation; organischer Staat gegen abstrakten Staat; deutsches Gemüt und Tiefe gegen Seelenlosigkeit. Diese Motive tauchen im Amerikabild der letzten 200 Jahre immer wieder auf, manchmal in leicht veränderter Form, daher werden sie uns in diesem Text immer wieder begegnen. An passenden Stellen wird näher auf die einzelnen eingegangen werden.“ 51

So ungefähr sieht die Vorstellung aus, die sich viele im alten Deutschland von den angeblich kultur- und seelenlosen USA machen.

In einem lesenswerten Aufsatz heißt es dazu:

„Historisch ist der Antiamerikanismus zu begreifen als eine Reaktion auf die Umbrüche der Moderne. Im 18. Jhd. befand sich die Welt im Umbruch, sie wurde nach und nach entzaubert, die Wissenschaft machte enorme Fortschritte, aber auch die Gesellschaft als solche befand sich in steter heftiger Veränderung – die alte Ordnung stand in Gefahr, was man nicht zuletzt an der Französischen Revolution sehen kann. Insgesamt sahen sich v.a. die Eliten von der als Barbarei begriffenen Moderne und dem aufziehenden Kapitalismus bedroht. Der sich rasch verbreitende Kapitalismus, der alles dem Diktat der Warenförmigkeit unterwarf und darum überkommene feudale Strukturen und personale Abhängigkeitsverhältnisse zerschlagen musste, rief ambivalente Reaktionen hervor: Neben die Verlockungen der Moderne mit ihren Versprechungen von Glück  und individueller Freiheit, repräsentiert durch Konsum und ‚unbegrenzte’ Möglichkeiten, trat die durch die Auflösung alter Bindungen verursachte Verunsicherung, die Angst vor Risiko, Anonymität, Vereinzelung, Verantwortung.

In Deutschland verstand man diese Dialektik der Bürgerlichen Gesellschaft nicht, hieß sie weder gut, noch versuchte man sie revolutionär zu überwinden. Vielmehr wollte man der Moderne durch Abgrenzung entkommen. Man teilte sauber zwischen guten (deutschen) und schlechten (undeutschen / britischen / französischen / jüdischen…) Eigenschaften und wollte letztere aus Deutschland raushalten. Dabei ist zu bemerken, dass die Bildung der deutschen Nation auf Abgrenzung vom Westen beruht, d.h. man bekämpfte die Ideen der Französischen Revolution sowie das unterstellte Händlertum der Engländer, wollte mit der Moderne nichts zu tun haben. Dagegen setzte man Herrschaft im klassischen Sinne, also Aristokratie etc. und die organisch gewachsene Gemeinschaft. Kurz: es ist, wie es ist. (…)

Das in der amerikanischen Verfassung festgeschriebene individuelle Glücksversprechen ‚Pursuit of Happiness’ wurde einseitig in Richtung Profitstreben interpretiert, die vermeintlich einseitige Orientierung am Gewinn den US-Bürgerinnen negativ ausgelegt und die deutsche Arbeit als etwas Besseres dargestellt. Amerika wurde Kulturlosigkeit unterstellt. Was auch nicht ganz unlogisch ist: schließlich kann die bloße Existenz eines nicht auf völkischen und/oder aristokratischen Grundlagen ruhendes Herrschaftssystem als Bedrohung angesehen werden. Wenn es auch anders funktioniert, und vielleicht sogar besser, dann fehlt die Legitimationsgrundlage für die offene Unterdrückung eines Großteils der Bevölkerung. So war der Antiamerikanismus auch Sache der alten Bildungseliten, des politisch unselbständigen Bürgertums und der rechten Aristokratie. An dieser Stelle ist es wichtig zu bemerken, dass nicht etwa „Amerika der Eroberer“ o.ä. im Zentrum stand, sondern „Amerika der Verführer, die Verlockung“ (Markovits). Die einfachen Leute setzten – und das ist bis heute noch gerne so – in die USA große Hoffnungen auf ein besseres, freieres Leben. Nicht umsonst ist ein nicht unbedeutender Teil der deutschen Bevölkerung in die Staaten emigriert.

Auch das liberale Bürgertum war den USA – dem Land des Liberalismus – alles andere als abgeneigt. Schließlich lebten sie die bürgerliche Freiheit und Gleichheit vor, und waren der einzige Staat, der die Frankfurter Paulskirchenversammlung als legitime Volksvertretung anerkannte. Später sollten nicht wenige der dort versammelten in die USA emigrieren, um den deutschen Behörden zu entkommen. Doch das Amerikabild dieser Zeit wurde vor allem geprägt durch Bücher in denen die USA oder Amerikaner eine Rolle spielten; einige davon sind verfasst von Amerikareisenden, doch allen gemein ist, wie Christian Schwaabe feststellt, dass sie von erschreckender Tatsachenunkenntnis geprägt sind. So wurde Amerika von den deutschen Eliten „erfunden“, ein spezielles Amerikabild geprägt. Berühmtestes Beispiel hierfür ist wohl Nikolaus Lenau. Andere wichtige Autoren sind: Fallersleben, Gutzkow, Laube, Kürnberger und auch Heine (Goethe ist explizit auszunehmen). Zusammengefasst: Die europäischen Intellektuellen waren Amerika alles andere als freundlich gesonnen. „Die Dichotomie von Deutschlands ‚Kultur’ und Amerikas ‚Zivilisation’ bezeichnete den Gegensatz zwischen Idealismus, Nobilität und Tiefgang auf der einen und Materialismus, Vulgarität und Seichtheit auf der anderen Seite.“ Ob es sich dabei um Hegel, Heine, Jacob Burkhardt, Lenau, dem wie allen Romantikern die „amerikanische Bodenlosigkeit“ als unverzeihliche Sünde galt, oder später Nietzsche, Freud und Heidegger, sie alle wussten über den USA wenig Gutes zu sagen.

Mit der ab 1870 offensiver imperialistisch werdenden Politik des Dt. Reiches und der zunehmenden Konzentration der Außenpolitik auf die gesamte Welt, nicht mehr nur auf Europa, und dem Kampf um Kolonien, gerieten auch die politisch wie ökonomisch mächtiger werdenden USA ins Zentrum des antiwestlichen Ressentiments. Mit dem Spanisch-Amerikanischen Krieg 1898 müssen die USA endgültig als bedeutende politische Macht anerkannt werden. Als Deutschland im Jahr 1900 erstmals Kredite von den USA nimmt, ist das Geschrei der Wirtschaftseliten groß; es wird eine Abhängigkeit vom den USA befürchtet.  Der nationalistische Wahn verschärft sich in dieser Zeit ungemein, die imperialistische Konkurrenz nimmt ebenso zu, wie die mehr und mehr auf die USA projizierten antiwestlichen Ressentiments. Das Abgrenzungsbedürfnis steigt zunehmend. Nicht Händler, Helden wollten sie sein. Der nationale Männerbund, der Dekadenz und Genusssucht verachtete und die Opfergabe an die Gemeinschaft propagierte, sollte sich im mythisch umwölkten Fronterlebnis, „in Stahlgewittern“ verwirklichen. Westliche Zivilisation mit ihrem Abwägen, Diskutieren, ihren vermittelten Formen der Entscheidungsfindung etwa durch Parlamente galt als verweiblicht, zugleich heuchlerisch und feige, drückte man sich doch so vor dem Risiko der direkten Dezision, der Faust auf dem Tisch und der Kugel in den Kopf. Oder in den Worten Bernd Beiers: „Mit dem Ende der bürgerlich –liberalen Epoche (1914) hatte das Bürgertum einen regressiven, antiliberalen und antidemokratischen Antikapitalismus entwickelt, aber keine bürgerliche Konzeption der Gesellschaft durchgesetzt.“ „Ausgesprochener Antiamerikanismus sollte allerdings erst mit dem gewaltigen Einschnitt des Ersten Weltkrieges an die Oberfläche treten – dann aber mit voller Wucht“ (Diner).“ 52

Wir wissen, wie es weiterging. Der Erste Weltkrieg kam. Deutschland verlor und wurde gedemütigt, ausgenommen und fälschlich zum Alleinschuldigen erklärt. Antiwestliche Ressentiments wurden in unserem Land dadurch gewiss nicht geringer, im Gegenteil.

Sie paarten sich mit primitiv verkürztem Antikapitalismus und Antisemitismus. Alsbald war das „internationale Finanzjudentum“ als diabolischer Strippenzieher der Welt ausgemacht und sein Werkzeug war die aufstrebende Weltmacht USA.

Der Modernisierungsschub, der in den Zwanziger Jahren einsetzte, sorgte für große Verunsicherung. Dabei war die Angst vor Entwurzelung und Werteverfall ja nicht völlig aus der Luft gegriffen. Aber das Gefährliche daran war, dass sie sich mit antisemitischen und antiwestlichen Ressentiments paarte. Auf der einen Seite die gute deutsche Kultur, auf der anderen die seelenlose, verdorbene jüdisch-amerikanisch-westlich geprägte Zivilisation, wobei man „Zivilisation“ als abwertenden Begriff zu benutzen pflegte – in Abgrenzung zur höherwertigen „Kultur“, die die Amerikaner angeblich nicht haben.

In der Propaganda des NS-Regimes kam Amerika an sich erstaunlicher Weise eine Weile ganz gut weg. Aber man hatte – wie zu erwarten war – die Juden als teuflische Strippenzieher ausgemacht, die die USA gegen Deutschland in Stellung gebracht hätten. Als sich die USA und Deutschland ab Dezember 1941 im Krieg befanden, ließ man den altbekannten Ressentiments dann wieder freien Lauf.

Nach 1945 änderten sich die Dinge. In dem bereits zitierten Aufsatz heißt es:

„Nach der bedingungslosen Kapitulation des Deutschen Reiches vom 8. Mai 1945 war ein offen auftretender, militaristisch auftrumpfender Antiamerikanismus von rechts in Deutschland diskreditiert. Angesichts der Blockkonfrontation suchte die 1949 gegründete BRD ihr Heil in der Anlehnung an den Westen, die deutsch-amerikanischen Beziehungen gerieten zu dem zentralen außenpolitischen Bezugspunkt. Rudolf Augstein schrieb rückblickend: „Die Kluft zwischen Ost und West hat uns aus der schlimmen Isolierung der Gaskammern herausgeholfen.“. Nur über die USA konnte eine partielle Souveränität bei gleichzeitiger militärischer und ökonomischer Abhängigkeit wiedergewonnen werden. Das Telos Adenauers wie auch der kompletten bundesrepublikanischen Elite der folgenden Jahrzehnte war die sogenannte Wiedervereinigung mit der DDR, wenn nicht gar die Grenzen von 1937 (wie es noch von Teilen der SPD in den 60er Jahren gefordert wurde). Dafür mussten manches Mal verschlungene Wege gegangen werden, die wechselseitige, aus unserer Perspektive natürlich stets völlig unberechtigte, Vorwürfe des Vaterlandsverrates wegen übertriebener Anbiederung an die Besatzungsmächte nach sich zogen. So erkannte Kurt Schumacher in Adenauer den „Kanzler der Alliierten“, obwohl jener sich doch so redlich um den Ausbau der Souveränität bemühte. (…)

Die in allen, besonders den gebildeten Schichten tradierten Ressentiments gegen die USA verschwanden also nicht über Nacht aus Deutschland, ihnen wurde gar eine weitere Facette hinzugefügt: die Demütigung, von einem solch kulturlosen und durchkommerzialisierten Lande besiegt und besetzt worden zu sein und anschließend gar deren liberaldemokratisches System aufgepfropft bekommen zu haben. In der Ablehnung der Reeducation und den Kampagnen gegen die Entnazifizierung, wo von rechts außen über Kirchen und Gewerkschaften bis hin zur KPD alle gemeinsam für die Freilassung von NS-Kriegsverbrechern eintraten, zeigte sich die Massivität und Breite des nationalistischen, antiamerikanischen Widerstandes.

Allerdings verblieb dieser sekundäre, ebenso wie der primäre Antiamerikanismus im Weiteren in der Öffentlichkeit weitgehend in der Kommunikationslatenz, äußerte sich vorwiegend im privaten Raum. Zugleich setzte vor allem auf kulturellem Gebiet eine Öffnung gegenüber den modernen Produkten amerikanischer Popkultur ein, ein Jugendphänomen welches mit den Begriffen der Halbstarken und der Beat-Generation umrissen ist.

Mit den studentischen Protesten gegen den Vietnamkrieg setzte ein Umschwung ein, dessen ganze Tragweite wohl erst heute erkennbar wird: Die USA waren für die Linke nun nicht mehr länger in erster Linie die Befreier vom Nationalsozialismus, sie wurden zu einem Land, welches grausame imperialistische Kriege in aller Welt zu verantworten hatte. Kurz gesagt: Sie wandelten sich zum Täter, der – auch dank einer abstrusen Faschismus-Analyse – umstandslos mit den aus der eigenen Familie nur zu gut bekannten Tätern in eins gesetzt werden konnte, was durch Parolen-Klassiker wie „USA – internationale Völkermordzentrale“ und „USA-SA-SS“ angezeigt wird.

Während Rechtsradikale wie der Herausgeber der Zeitschrift Criticon die Amerikaner (…) der „Endlösung der deutschen Frage“ bezichtigten, gab sich die Linke internationalistisch und solidarisierte sich vordergründig mit dem fremden Volk. So erkannte Hans-Magnus Enzensberger in Vietnam „Ausrottungs-Bombardements“, wusste um bereits angelegte „Listen von Konzentrationslagern“ und eruierte als Ziel der USA die „politische, ökonomische und militärische Weltherrschaft“.

In den an sich berechtigten Protesten gegen den Vietnam-Krieg drückte sich ein intensives Bedürfnis nach projektiver Entlastung aus: Wenn man schon in einem Land mit einer solch schrecklichen Vergangenheit und Gegenwart zu leben hatte – immerhin wurden ja auch die Zustände in der BRD als „faschisiert“ analysiert – so sollten doch zumindest die Anderen, die ehemaligen Befreierinnen, auch nicht besser wegkommen.  (…)

Erst ab 1989, mit dem Wiedererlangen der vollen politischen Souveränität, wurde die Westbindung in breitem Maße in Frage gestellt. Eine weit über die Grenzen der Linken hinausgehende Protestbewegung formulierte bereits während des Golfkriegs 1991 ihre Kampfansage an die USA. Gerhard Schröder, damals niedersächsischer Ministerpräsident, forderte die „sofortige Einstellung der Kampfhandlungen“, da hier „ein Volk kollektiv für seine diktatorische Führung bestraft“ werde, und verweigerte die Teilnahme an einer von der jüdischen Gemeinde organisierten Solidaritätsbekundung für Israel, da er darin „kein Zeichen für den Frieden“ erkennen konnte. In der taz schrieb der Salonfaschist Alain de Benoist gegen eine „neue amerikazentrierte Weltordnung“ an, der Philosoph Ernst Tugendhat erkannte „das größte Kriegsverbrechen seit Hitler“, die Grünen in Rheinland-Pfalz bezeichneten die Amerikaner als die „Mongolen des 20. Jahrhunderts“, die Sozialistische Zeitung warnte vor einem „drohenden Holocaust am Golf“ und Rudolf Augstein wähnte „Deutschland im Fadenkreuz“. Die Nationalzeitung der DVU bewarb das Buch „Ami go home“ des Stern-Autors Rolf Winter, welches zuvor bereits in der konkret angepriesen worden war. Klaus Bittermann konstatierte: „Immer noch hält die Friedensbewegung als vaterländische Bewegung ihre Heimat für den Spielball fremder Supermächte, bedroht vom Krieg, der im Nahen Osten stattfindet, in Wirklichkeit aber den Deutschen gilt.“. 53

Einen Einschnitt markierten die Terroranschläge vom 11. September 2001. In diversen deutschen Medien und unter so genannten Intellektuellen kam eine regelrechte und ziemlich ekelhafte Schadenfreude zum Vorschein.

„Ein Berliner Feuilletonist, der zu den Begabteren seines Faches gehört, verschwendet keinen Gedanken an die vielen Toten und stellt ganz entspannt fest, „der Einsturz zweier hässlicher und sehr verzichtbarer Türme“ habe nur eine „nationalfolkloristische Bedeutung“.

Für ihn „wird der 11. September 2001 bleiben als die Geburtsstunde der bemannten fliegenden Architekturkritik“. Und: „Das Ingenieurbüro bin Laden & Erben könnte weiterhin viel zur Verschönerung der Welt beitragen.“

Ja, die Witzigkeit kennt keine Grenzen. Und die Kehrseite eines physischen Kollateralschadens mit fast 3000 Toten kann auch ein ästhetischer Kollateralnutzen sein.

Bereits fünf Tage nach 9/11, am 16. September 2001, hatte der Komponist K-H Stockhausen die Anschläge als „das größte Kunstwerk, was es je gegeben hat“ , bezeichnet.“ 54

Der Unternehmer Wolfgang Joop „bedauerte „nicht, dass das Symbol der Twin Towers nicht mehr steht, weil sie kapitalistische Arroganz symbolisieren“, und ein Leserbrief an die „Welt“ eröffnete den ganz unschuldigen deutschen Hass: Es „huscht mir auch ein Lächeln über das Gesicht. Bislang haben die Amerikaner der USA immer nur Zerstörungen außerhalb ihres Landes angerichtet. Jetzt erfahren sie einmal selbst, was es heißt Opfer zu sein“.“ 55

Bereits im Mai 2002 wiederholte sich in Berlin ein Setting ähnlich dem von Bitburg 1985: am 8. Mai, dem Jahrestag der deutschen Kapitulation im Zweiten Weltkrieg, konnte Gerhard Schröder beinahe ungestört mit (…) Martin Walser – welcher schon 1971 als Nationalkommunist von amerikanischen „Gaskammern“ phantasierte und heutzutage Bush als „zweitklassigen Cowboy“ abqualifiziert – plauschen, während zwei Wochen danach 50.000 Bürgerinnen, Linke, Rechte, gegen den Bush-Besuch aufliefen. Das Mobilisierungsplakat von Attac, um nur ein Beispiel herauszugreifen, bildete im „Stürmer“-Stil einen hakennasigen Uncle Sam ab, der mit der Welt Jojo spielt. Die Friedensdemos im Februar 2003, als in ganz Old Europe Millionen marschierten und in der Reichshauptstadt „Gerhard halt durch“-Schilder präsentierten, gerieten zu einer mythologischen „Umkehrung des August-Erlebnisses von 1914“ (Bernd Beier in Uwer u.a.): statt blinder Kriegsbegeisterung allseitige Friedenseuphorie. Rückblickend wurde die Massenmobilmachung vom ehemaligen französischen Finanzminister Dominique Strauss-Kahn in der Frankfurter Rundschau als „Geburt einer Nation“, der europäischen Nation, gefeiert, von Jürgen Habermas und Jacques Derrida zum „Signal für die Geburt einer europäischen Öffentlichkeit“ geadelt. Spätestens damit war klargestellt: Deutsch-Europa ist primär in Abgrenzung zu den Vereinigten Staaten zu denken, welche das Nicht-Identische symbolisieren, all jene Eigenschaften, die das Bild vom friedlichen, sozial gerechten, kulturell hochstehenden Europa stören. Im Gegensatz zu früheren Jahren, als den antiautoritären Studentinnen der geballte Zorn der öffentlichen Meinung entgegenschlug, stehen die friedensbewegten Antiamerikanerinnen nicht mal mehr nominell gegen die deutschen Herrschaftsinteressen, sie formulieren sie vielmehr mit am offensten. (…)

So wie nicht der 11.9., sondern erst die US-Reaktion als Kriegserklärung angesehen wurde, so werden die USA heute gemeinhin als Kriegstreiber, Kriegsverbrecher und

US-Imperialistinnen wahrgenommen, wenn nicht gar als Faschistinnen, denen die Befreiung der Welt vom Nationalsozialismus nicht verziehen werden kann. Währenddessen beschwören die engelsgleichen Deutschen mit dem Zauberwort Frieden die romantische Sehnsucht nach einer widerspruchsfreien Gemeinschaft herauf und setzen dem „brutalen Unilateralismus“ einen „sanften Multilateralismus“ entgegen, der in Wahrheit die tödliche Zärtlichkeit der Völker meint.

Amerika wird jedoch nicht allein mit Krieg, sondern mit Gewalt im Allgemeinen in Verbindung gebracht: gängige Assoziationen sind Drive-By-Shootings, Cowboys, Gangkriege, „Rassenunruhen“ und brutale Cops. Rolf Winters Buch „Ami go home“ führte den Untertitel „Plädoyer für den Abschied von einem gewalttätigen Land“. Die USA seien von ihrem Kern her eine gewalttätige Gesellschaft, behauptet die Antiamerikanerin, in ihr herrsche keine metaphysische, substantielle Einigkeit, ihre fehlende Einheit müsse erst nachträglich, eben über Gewalt, hergestellt werden bzw. zeige sich in den entsprechenden Exzessen, den Amokläufen, Massakern und sogenannten Rassenunruhen. Die allgegenwärtige Gewalt der bürgerlichen Gesellschaft wird den USA angelastet, die jedes Maß, jede moralische Urteilskraft verloren hätten, außer Rand und Band geraten seien.“ 55

In der Tat: das Bild, das viele von Amerika haben, ist das einer durch und durch gewalttätigen und vor allem rassistischen Gesellschaft. Ein Bild, das radikal linke Ideologen aus den Staaten selber zu verbreiten helfen.

Mit der Realität hat das nicht viel zu tun. Die Organisation Black Lives Matter versucht seit Jahren einen künstlichen Rassenkrieg herbei zu propagieren, indem sie unterstellt, ein rassistischer Polizeistaat würde gezielt Jagd auf wehrlose, unbewaffnete Schwarze machen.

In Wirklichkeit werden mehr Weiße von Polizisten erschossen als Schwarze, obwohl Schwarze – wie die Kriminalitätsstatistik des FBI belegt – wesentlich häufiger mit der Polizei in Konflikt geraten. Unbewaffnet war außerdem nur eine Minderheit.56 Die Probleme der schwarzen Communities in den USA sind heute ganz andere als noch vor fünfzig, sechzig Jahren, als der Rassismus in der Tat allgegenwärtig und vielfach noch gesetzlich verankert war. Heute aber sind die vordringlichen Probleme der schwarzen Amerikaner der Zusammenbruch der Familie, eine Gewalt verherrlichende Ghetto-Subkultur, hohe Abhängigkeit vom Sozialstaat. Aber anstatt ihnen dabei zu helfen, aus diesem Teufelskreis zu entkommen, versuchen BLM und Konsorten ihnen ein künstliches Feindbild zu vermitteln: den bösen weißen Mann.

Diese Propaganda verfehlt auch im Ausland ihre Wirkung nicht. Auch in Europa gibt es viele, die ernsthaft glauben, unbewaffnete schwarze Männer seien für die amerikanische Polizei so etwas wie zum Abschuss freigegebenes Freiwild.

(Übrigens will ich nicht bestreiten, dass es auch reale Polizeigewalt in Amerika gibt.57 Es gibt auch bei der amerikanischen Polizei Charakterschweine, die ihre Machtposition missbrauchen und zu Unrecht Gewalt anwenden.)

Kurz und gut: traditionell galt Amerika in den Augen deutscher Eliten als eine uns moralisch und zivilisatorisch weit unterlegene Nation.

Dieses Bild ist auch durch starke Verzerrungen in der Geschichtsschreibung entstanden. Was für ein furchtbares Land die USA seien, wird gerne schon damit begründet, dass es ja auf einem Genozid an den Indianern aufgebaut worden sei. Nun ist es völlig richtig, dass es an den indigenen Einwohnern Landraub und Verbrechen seitens der europäischen Kolonisten gegeben hat. Aber man weiß heute, dass die absolute Mehrheit der im Zuge der Besiedlung Amerikas gestorbenen Indianer nicht gezielt und planmäßig ermordet wurde, sondern Krankheiten zum Opfer fiel, die die Fremden aus Europa mitgebracht hatten und gegen die die Indianer nicht immun waren. Und überlebende Indianer sind nach und nach in der amerikanischen Gesellschaft aufgegangen. Heiraten zwischen Eingeborenen und europäischen Kolonisten waren nichts Ungewöhnliches.58

Auch waren die Indianer keineswegs eine durch und durch friedliche Wir-haben-uns-alle-lieb-Zivilisation, die vor der Ankunft der Weißen gar nicht wusste, was Krieg ist. Das wussten sie ganz genau. Es gab Indianerstämme, die sich in Sachen Brutalität hinter vielen Weißen wahrlich nicht zu verstecken brauchten.59

So oder so: dafür, dass den Indianern Unrecht angetan wurde, können die heute Lebenden nichts.

Weiterhin wird mit dem angeblich allgegenwärtigen Rassismus in Amerika argumentiert, um das Land zu verteufeln. Dazu sagte ich schon: die angebliche Jagd der bösen Polizei auf wehrlose Schwarze ist BLM-Propaganda, nicht die Realität. Systemischen Rassismus, d. h. gesetzlich verankerten Rassismus, gibt es nicht mehr. Vor fünfzig, sechzig Jahren war das ein Thema. Da gab es noch die Rassentrennung, Schwarze durften in diversen Bundesstaaten nicht aufs College gehen und und und. Zum Glück gehört das der Vergangenheit an.

VII. Augstein und die USA

Mit der Wahl Donald Trumps hat Jakob Augstein bereits „die Rückkehr des Faschismus“ in den USA ausgemacht.60

(Er war nur eins von vielen Beispielen. David Berger beschrieb die Reaktionen auf Trumps Wahlsieg zutreffend als „journalistischen Amoklauf der deutschen Medien.“61 Alexander Grau sprach von der „Bankrotterklärung eines ganzen Milieus.“62)

Auch diese Rhetorik ist unter Linken nicht neu. Deutsche Geschichte wird – vermutlich aus einem bewussten oder unterbewussten Bedürfnis nach Selbstentlastung – in die amerikanische Gegenwart entsorgt.

Mit dem Begriff „Faschismus“ wird im heutigen Deutschland von sehr vielen Leuten so schlampig und achtlos umgegangen, dass es wehtut.

Trump einen Faschisten zu nennen, ist schlicht grotesk.

Aber in Augsteins Weltbild passt es. Für ihn läuft die Welt schließlich Gefahr, sich dem „kriegerischen Kalkül“ der Aggressoren-Triade USA, Israel und Saudi-Arabien zu unterwerfen.

Den Terror-Sponsor Iran im Speziellen wie auch den islamischen Fundamentalismus im Allgemeinen fasst unser guter Jakob dagegen mit Samthandschuhen an.63

Ebenso den autokratischen Präsidenten Russlands, Wladimir Putin, der offenbar ohne Bedenken mit den iranischen Mullahs gemeinsame Sache macht.64

Früher hätte ich das für eine Übertreibung gehalten und darüber gelacht. Heute glaube ich, dass Henryk M. Broder Recht hatte. Es gibt zwei Völker, mit denen „die“ Deutschen offene Rechnungen haben.

Das eine ist Israel, weil ein erheblicher Teil der Deutschen mit der NS-Zeit nicht fertig wird und den Juden den Holocaust noch lange nicht verziehen hat.

Das andere ist Amerika. Broder vermutet – neben den tradierten antiamerikanischen Ressentiments – eine gekränkte Eitelkeit dahinter. Wie sagte er so schön? „Ich glaube, dass der deutsche Studienrat aus Aachen es den Amerikanern nie verzeihen wird, dass er von einem Kaugummi kauenden Neger aus Alabama von den Nazis befreit werden musste.“

Mir scheint das plausibel zu sein. Ausgerechnet die Amerikaner, auf die wir hochmütig herabzuschauen gelernt hatten, mussten uns von der Nazi-Diktatur befreien und uns den Weg in die Moderne westlicher Prägung weisen.

Dass dieser Nation dadurch eine eingebildete Kränkung zugefügt wurde, kann ich mir durchaus vorstellen. So erkläre ich mir auch die Neigung, deutsche NS-Vergangenheit in die amerikanische Gegenwart hinein zu projizieren. Ähnlich wie im Umgang mit Israel geht es um Selbstentlastung, um das Abladen eigener historischer Schuld. Was wollt Ihr noch von uns? Ihr wart oder seid doch selber solche Schweine wie viele unserer Ahnen es waren!

Hinzu kommt, dass die Deutschen sich als Reaktion auf die Verbrechen der NS-Zeit in einen absolut weltfremden Gesinnungspazifismus geflüchtet haben, den Dennis Prager wie folgt zusammen fasste: Die Deutschen haben aus der Geschichte nicht gelernt, dass das Böse bekämpft werden muss, sondern dass Kämpfen böse ist.

Diese Weltfremdheit geht einher mit einer unglaublichen (und extrem nervtötenden) Arroganz und Selbstgerechtigkeit. Das Gezeter darüber, dass ein Land wie Israel es wagt, sich nötigenfalls auch militärisch gegen terroristische Bedrohungen zu verteidigen, ist nur folgerichtig.

Die Verachtung für Amerika passt auch ins Bild. Wobei ich hier zu unterscheiden bitte: ich selber habe Amerikas Kriege im Irak und Libyen verurteilt, die mehr Unheil gestiftet als irgendetwas genutzt hätten.

Wenn ich von Verachtung für Amerika oder Antiamerikanismus spreche, meine ich damit die völlig einseitige, obsessive Fixierung auf die Politik der USA, die man zur Wurzel so ziemlich aller Übel zu erklären versucht. Als gäbe es keine anderen Akteure auf dem globalen Schachbrett der Politik! Ständig wird auf historischen Beispielen dafür herum geritten, wie die CIA missliebige Staatschefs gestürzt hat wie im Iran 1953 oder in Chile 1973 oder wie sie mit Osama bin Ladens Mudschaheddin und dem pakistanischen ISI gemeinsame Sache gemacht hat, als es galt, die Sowjets in Afghanistan zu bekämpfen. Diese Vergehen sind alle real, aber man sollte auch mal darüber reden, dass der sowjetische KGB ein großer Förderer des islamischen Fundamentalismus, des Terrorismus und des Antisemitismus war, dass der KGB sowjetische Machtinteressen brutal durchgesetzt, fremde Länder unterwandert hat und gegen missliebige Politiker mit aller Härte zu Werke gegangen ist.65

Das blenden viele völlig aus. Auch reden sie so, als wären Menschen außerhalb der westlichen Welt für ihr Tun und Unterlassen nicht verantwortlich. Sind Araber, Türken, Iraner oder Pakistanis geringere Wesen als wir? Können sie nicht selbständig denken und handeln? Wieso soll an dem, was sie tun, automatisch der Westen bzw. in erster Linie Amerika schuld sein?

Früher ist mir das nie aufgefallen, weil ich selber einige antiamerikanische Vorurteile und Sichtweisen hatte, die ich gar nicht als solche wahrgenommen habe und nach eingehender Prüfung der Fakten ändern musste.

Ich für meinen Teil bin froh darüber, dass die USA den Zweiten Weltkrieg gewonnen haben und dass zumindest die westliche Hälfte Deutschlands und Europas in ihren Machtbereich geriet. Die Amerikaner haben sich nicht einwandfrei, aber viel, viel besser benommen als es Besatzungsmächte nach einem gewonnenen Krieg zu tun pflegen. Wiederaufbau und ein Leben in Freiheit haben die Deutschen auch amerikanischer Hilfe zu verdanken.

Ebenso bin ich froh, dass der Westen und nicht der von der Sowjetunion geführte Ostblock den Kalten Krieg gewonnen hat. Schlimm genug, dass der linke Totalitarismus bis heute verherrlicht und verklärt wird, aber wenigstens gibt es das Sowjetreich nicht mehr.

Ich bin auch froh darum, dass ein mehr oder weniger freiheitliches Land wie die USA gibt, das die Macht hat, sich gefährlichen Aggressoren wie dem Iran entgegen zu stellen und dem bedrohten Israel beizustehen. Die Europäer wollen das ja offenkundig nicht tun.

Natan Scharanski hat den geistige Verfasstheit Europas vor wenigen Jahren im Interview mit der „Welt“ sauber auf den Punkt gebracht: „Heute sehen wir ein postnationales und postliberales Europa, das keinen seiner Grundwerte verteidigt, sondern Frieden um jeden Preis erringen will.“ 66

Und in diesem Zustand der Weltfremdheit und Wehrlosigkeit wähnt sich Europa – und Deutschland wohl mehr als alle anderen – unbelehrbaren Bösewichten wie dem amerikanischen Präsidenten auch noch moralisch überlegen.

Die Aufregung um die Kündigung des Atom-Abkommens mit dem Iran durch Donald Trump scheint mir symptomatisch. Der Böse ist der Mann im Weißen Haus. Die Bedrohung durch den Iran, die durch das dubiose Abkommen keineswegs gemindert, sondern eher noch vergrößert wurde, wird vielfach überhaupt nicht zur Kenntnis genommen.67

Aber worüber soll man sich wundern? Den deutschen Funktionseliten gelingt es ja auch, die Gefahr des islamischen Fundamentalismus im eigenen Land einfach zu übersehen. Warum sollten sie sich in Bezug auf den Orient mehr dafür interessieren?

Und Irans antisemitisches Vernichtungsprogramm dürfte in diesem Land längst nicht auf so viel Ablehnung stoßen, wie wir es uns eigentlich wünschen sollten.

—–

VIII. Deutschland heute: selbstzerstörerisch, neurotisch, voller Ressentiments

Jakob Augstein habe ich als Beispiel für die deutsche Nationalneurose ausgewählt und in dieser Serie bearbeitet, weil ich bislang keine andere Person finden konnte, bei der ich so viele hervorstechende Eigenschaften des suizidalen Deutschland gleichzeitig im Bild sehe.

Das gerade lustvolle Zelebrieren der eigenen Zerstörung durch offene Grenzen und Islamisierung, der links-grüne, antikapitalistische Zeitgeist, der Judenknacks bzw. das weiterlebende antijüdische Ressentiment, der Antiamerikanismus, die antiwestlichen Ressentiments und bei all dem eine unheimliche Arroganz und Überheblichkeit.

Sus Scrofina hat in einem Gastbeitrag für Philosophia Perennis etwas sehr Kluges geschrieben:

Nur wer sich und seinesgleichen liebt, kann auch Empathie und Wertschätzung, ja sogar auch nur dann echte Liebe für andere empfinden, weil er sich selber schätzt, seine Grenzen kennt und sich nicht aufgibt.

In unserer verkehrten Welt mit ihrer Fernstenliebe, die sich in Wirklichkeit aus der Quelle des Selbsthasses speist, ist die Gefahr stets groß, dass aus dieser vermeintlichen, unreflektierten Liebe fürs exotisch Fremde, schnell auch wieder der Hass aufs Andere seine Renaissance feiern kann. Das erkennen wir schon daran, dass nur ein bestimmter Migrationshintergrund ein guter ist. Auch nur eine bestimmte Religion, nämlich ausgerechnet die, die für Außenstehende die meisten Assoziationen mit faschistischen Zügen weckt, ist eine gute.

Die größten Buntschreier haben kein Problem damit, sich mit übler Arroganz und widerlicher Ignoranz über zum Beispiel Polen, Tschechen, Ungarn, Slowaken zu stellen, nur weil diese sich erdreisten, nicht nach der deutschen Führerpfeife zu tanzen sondern ihr eigenes, souveränes Ding machen zu wollen.

Und wer lässt die bis gestern geistig freie Oase Afrin gnadenlos in die Hände von Islamisten fallen? Wer verweigert den mutigen iranischen Frauen, die ihre Zwangskopftücher, -schleier und -bettlaken abwerfen und dafür mit Versehrung an Leib und Leben gestraft werden, den Respekt und die Solidarität?68

Ja, Selbsthass ist in der Tat fruchtbarer Boden für Hass auf andere, seien es nun die Osteuropäer, seien es die Israelis oder die heute von Donald Trump repräsentierten Amerikaner oder wer auch immer.

Dieses seelisch kaputte Land schreit nach Liebe. Darum geht es wohl bei der wahnsinnigen „Willkommenskultur“, wie auch Tuvia Tenenbom in seiner Dokumentation „Allein unter Flüchtlingen“ beobachtet hat. Als Begründung für die Abschaffung der Grenzen wurden immer wieder die Verbrechen der Deutschen aus der Hitler-Zeit angeführt. Man glaubt, sich und dieses Land rein waschen zu können. Eine seltsame Anschauung, wenn man bedenkt, dass man durch Abschaffung der Grenzen und islamische Masseneinwanderung auch den Antisemitismus in diesem Land vervielfacht.

Dieses angeblich so zivilisierte, tolerante, weltoffene, „bunte“ Land ist voller Ressentiments. Diese sind auch keine Randphänomene mehr. Antiwestliche, antiisraelische und antiliberale Gefühle haben längst auch Teile der Mitte erfasst.69 Linke und rechte Versatzstücke bilden ein ideologisches Gemenge. Manche sprechen von einer neuen „Querfront“, womit sie Bezug nehmen auf eine Idee, die aus den zwanziger Jahren stammt. Damals träumten Nationalbolschewisten von einer Allianz von KPD und NSDAP.

Auch heute wieder gibt es solche Ideen. Links außen und rechts außen finden im Antisemitismus, in obsessiver Fixierung auf die ewigen Sündenböcke Israel und Amerika oder auch im Antikapitalismus gemeinsame Schnittmengen.

Und das politische Establishment scheint es mit seiner Wahnsinnspolitik geradezu darauf anzulegen, diesen Kräften mehr Zulauf zu verschaffen.

Fragt sich, was kommt: Untergang oder Radikalisierung. Beides scheint möglich.

Auf dem Blog „Aron Sperber“ gibt es einen lesenswerten Beitrag unter dem Titel „Mad Merkel macht die Querfront salonfähig“, in dem es heißt:

„Die Islamisierung ist eine sehr reale Gefahr, und die etablierte Politik scheint dieser Gefahr nicht gewachsen zu sein.

Auch der Kommunismus stellte nach dem Ersten Weltkrieg in vielen Ländern eine sehr reale Bedrohung dar.

Hitler war mit dem Versprechen angetreten, die Deutschen vor jener Gefahr zu bewahren.

Bei Hitler war der Kommunismus jedoch nicht einfach der Kommunismus, sondern Teil einer großen jüdischen Weltverschwörung.

Antisemitische Propaganda heute: Europas mögliche Selbstzerstörung ist nicht etwa selbstverschuldet, sondern das Ergebnis einer jüdischen Verschwörung, die auf „Genozid“ an der „weißen europäischen Rasse“ abzielt

Zumal Juden und Freimaurer nach Hitlers Ansicht nicht nur den Kommunismus, sondern auch alle Demokratien steuerten, sah sich Hitler dazu ermächtigt, die eigene Demokratie nach seiner Machtergreifung abzuschaffen und alle anderen freien Demokratien militärisch anzugreifen.

Dabei scheute der Anti-Bolschewist nicht davor zurück, sich mit dem bolschewistischen Hauptfeind zu verbünden.

Am Ende waren Millionen Juden ausgerottet und halb Europa kommunistisch.

Heute stellt der Islamismus eine mindestens genauso reale Gefahr für die Welt dar wie der Kommunismus zu Hitlers Zeiten.

Und wieder gibt es in Deutschland Demagogen, welche die reale Bedrohung dafür ausnützen wollen, ihren eigenen Kampf zu führen.“ 70

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Quellen:

  1. Spiegel Online, 1.4.2013: „Die Jesus-Alternative“ von Jakob Augstein http://www.spiegel.de/politik/deutschland/s-p-o-n-im-zweifel-links-die-jesus-alternative-a-891885.html
  2. The Guardian, 5.4.2008: „Appointment with farce“ by Alan Johnson https://www.theguardian.com/commentisfree/2008/apr/05/appointmentwithfarce
  3. Wikipedia: Weltbevölkerung https://de.wikipedia.org/wiki/Weltbev%C3%B6lkerung
  4. „Interview mit Roland Baader – Streiflichter des Lebens“ https://www.youtube.com/watch?v=2eLOcIp-vYw

Speaker’s Corner: „Rahim Taghizadegan: „Die belogene Generation“ (Roland-Baader-Treffen 2016)“ (Veröffentlicht: 12.3.2016) https://www.youtube.com/watch?v=LtioUV8BI-o

  1. The Rubin Report: „Thomas Sowell: Discrimination and Disparities (Full Interview)“ (Veröffentlicht: 18.4.2018) https://www.youtube.com/watch?v=5Ivf9jrXGAY
  2. Spiegel Online, 7.5.2018: „Die Abschiebelüge“ von Jakob Augstein http://www.spiegel.de/politik/deutschland/asyl-und-rechtsstaat-die-abschiebeluege-kolumne-von-jakob-augstein-a-1206527.html
  3. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.6.2010: „Deutschland verschläft den Kampf um Talente“ von Gunnar Heinsohn http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/integration/die-schrumpfvergreisung-der-deutschen-deutschland-verschlaeft-den-kampf-um-talente-1579548.html
  4. Spiegel Online, 8.7.2013: „Wir Untertanen“ von Jakob Augstein http://www.spiegel.de/politik/deutschland/jakob-augsteins-kolumne-zu-merkels-schweigen-im-nsa-skandal-a-909930.html
  5. Die Achse des Guten, 14.8.2013: „Jakob Augstein: Aussen rot und innen braun“ von Hansjörg Müller http://www.achgut.com/artikel/jakob_augstein_aussen_rot_und_innen_braun
  6. Spiegel Online, 23.6.2016: „Last Exit“ von Jakob Augstein http://www.spiegel.de/politik/ausland/rechtspopulismus-eu-brexit-kolumne-von-jakob-augstein-a-1099330.html
  7. MENA Watch, 28.2.2018: „Es gab da eine gewisse Faszination der Nazis für den Islam“ https://www.mena-watch.com/es-gab-da-eine-gewisse-faszination-der-nazis-fuer-den-islam/
  8. Aron Sperber, 16.1.2016: „Islam ist keine Rasse, Islamkritik kein Rassismus“ https://aron2201sperber.wordpress.com/2016/01/16/islam-ist-keine-rasse/
  9. ebd.
  10. Spiegel Online, 15.1.2015: „Das Islam-Missverständnis“ von Jakob Augstein http://www.spiegel.de/politik/ausland/jakob-augstein-ueber-anschlaege-in-paris-und-unser-verhaeltnis-zum-terror-a-1013013.html
  11. Jürgen Fritz Blog, 18.5.2018: „Sie irren, Herr Broder, bezüglich des Islam“ https://juergenfritz.com/2018/05/18/broder-islam/

Hamed Abdel-Samad: „Mohamed. Eine Abrechnung“, München 2015

Hamed Abdel-Samad: „Der islamische Faschismus. Eine Analyse“, München 2014

Gad Saad: „My Chat with Bill Warner on Political Islam (THE SAAD TRUTH_123)“ (Veröffentlicht: 21.1.2016) https://www.youtube.com/watch?v=EDmfUdQL8ho

  1. Wikipedia: Apostasy in Islam https://en.wikipedia.org/wiki/Apostasy_in_Islam
  2. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.1.2016: „Sie hassen uns“ von Samuel Schirmbeck http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/gastbeitrag-von-samuel-schirmbeck-zum-muslimischen-frauenbild-14007010.html
  3. The Washington Post, 16.6.2016: „Here are the 10 countries where homosexuality may be punished by death“ by Max Bearak and Darla Cameron https://www.washingtonpost.com/news/worldviews/wp/2016/06/13/here-are-the-10-countries-where-homosexuality-may-be-punished-by-death-2/?noredirect=on&utm_term=.6ae1f8c5edbc
  4. Paul Joseph Watson: „The Truth About Islam“ (Veröffentlicht: 23.11.2015) https://www.youtube.com/watch?v=4LBpmPXv1R4
  5. Pew Research Center, 30.4.2013: „The World’s Muslims: Religion, Politics and Society“ http://www.pewforum.org/2013/04/30/the-worlds-muslims-religion-politics-society-overview/
  6. The Tower Magazine, Issue 39, June 2016: „There Was a Jewish Nakba, and It Was Even Bigger than the Palestinian One“ by Edy Cohen http://www.thetower.org/article/there-was-a-jewish-nakba-and-it-was-even-bigger-than-the-palestinian-one/

Basler Zeitung, 13.3.2017: „Die Rückkehr des Judenhasses“ von Bassam Tibi https://bazonline.ch/ausland/standard/die-rueckkehr-des-judenhasses/story/17648613

  1. Spiegel Online, 11.1.2016: „Lust der Angst“ von Jakob Augstein http://www.spiegel.de/politik/deutschland/koeln-wenn-sexismus-und-rassismus-sich-treffen-kolumne-a-1071403.html
  2. Aron Sperber, 20.6.2017: „Was ist ein Onkel-Tom-Türke?“ https://aron2201sperber.wordpress.com/2017/06/20/was-ist-ein-onkel-tom-tuerke/
  3. Aron Sperber, 9.9.2015: „Grausliche Proleten, schönes Weltproletariat“ https://aron2201sperber.wordpress.com/2015/09/09/grausliche-proleten-schoenes-weltproletariat/
  4. ebd.
  5. Spiegel Online, 12.10.2015: „Der dunkle Deutsche“ von Jakob Augstein http://www.spiegel.de/politik/deutschland/fluechtlinge-dunkeldeutschland-waechst-augstein-kolumne-a-1057306.html
  6. Die Achse des Guten, 8.4.2018: „Afrikas Malaise und die letzte marxistische Legende“ von Markus Somm https://www.achgut.com/artikel/afrikas_malaise_und_und_die_letzte_marxistische_legernde
  7. Tichys Einblick, 22.7.2016: „Die Wurzeln des rotgrünen Utopismus in der Migrationskrise“ von Christoph Deldoma https://archive.is/6873n#selection-669.0-669.58
  8. Lizas Welt, 6.8.2007: „In memoriam Eike Geisel“ https://lizaswelt.net/2007/08/06/in-memoriam-eike-geisel/
  9. Die Achse des Guten, 11.3.2012: „Wellness-Oase für Vergangenheitsbewältigung“ von Michael Miersch http://www.achgut.com/artikel/wellness_oase_fuer_vergangenheitsbewaeltigung
  10. The Jerusalem Post, 5.6.2017: „German Study: Over 50% of Muslim Refugees Hold Antisemitic Views“ by Benjamin Weinthal https://www.jpost.com/Diaspora/German-study-Over-50-percent-of-Muslim-refugees-hold-antisemitic-views-494832
  11. Gatestone Institute, 16.2.2018: „Islamic Anti-Semitism in France: Toward Ethnic Cleansing“ by Guy Millière https://www.gatestoneinstitute.org/11903/france-islam-antisemitism

Welt Online, 3.9.2010: „Das schwedische Malmö vertreibt seine Juden“ von Elmar Jung https://www.welt.de/politik/ausland/article9382767/Das-schwedische-Malmoe-vertreibt-seine-Juden.html

Gatestone Institute, 16.8.2016: „Sweden: The Silence of the Jews: Part IV of a Series: The Islamization of Sweden“ by Ingrid Carlqvist https://www.gatestoneinstitute.org/8695/sweden-jews-islamization

  1. The Jerusalem Post, 6.5.2017: „Study: 40% of Germans Hold Modern Antisemitic Views“ by Benjamin Weinthal https://www.jpost.com/Diaspora/Study-40-percent-of-Germans-hold-modern-antisemitic-views-489919

CNN, 25.1.2018: „Anti-Semitism is still alive in Germany 70 years after the Holocaust“ by Paul Hockenos https://edition.cnn.com/2018/01/25/opinions/anti-semitism-in-germany-hockenos-opinion/index.html

  1. Lizas Welt, 5.1.2007: „Augstein um Augstein“ https://lizaswelt.net/2007/01/05/augstein-um-augstein/
  2. Siehe meine Artikel-Serie „Israel – ein Nazi- und Apartheidsstaat?!“
  3. Haaretz, 9.9.2015: „Iran’s Supreme Leader: Israel Will Not Exist in 25 Years“ by Barak Ravid https://www.haaretz.com/khamenei-israel-will-not-exist-in-25-years-1.5397028

CNN, 10.9.2015: „Iran’s supreme leader: There will be no such thing as Israel in 25 years“ by Eliott C. McLaughlin https://edition.cnn.com/2015/09/10/middleeast/iran-khamenei-israel-will-not-exist-25-years/index.html

  1. Spiegel Online, 4.6.2012: „Die deutsche Atom-Lüge“ von Jakob Augstein http://www.spiegel.de/politik/ausland/u-boote-fuer-israel-wie-deutschland-die-sicherheit-in-nahost-gefaehrdet-a-836816.html
  2. Welt Online, 9.6.2013: „Wie Willy Brandt den Nahost-Frieden verspielte“ von Hagai Tsoref, Michael Wolffsohn https://www.welt.de/politik/deutschland/article116955753/Wie-Willy-Brandt-den-Nahost-Frieden-verspielte.html
  3. Michael Wolffsohn: „Israel, Brandt und die SPD“ https://www.wolffsohn.de/cms/images/Snippets_pdf/130616%20wams%20wolffsohn.pdf
  4. Spiegel Online, 6.4.2012: „Es musste gesagt werden“ von Jakob Augstein http://www.spiegel.de/politik/deutschland/jakob-augstein-ueber-guenter-grass-israel-gedicht-a-826163.html
  5. flatworld, 4.4.2012: „Die faktenfreie Wahnwelt des Günter Grass“ von Clemens Wergin http://flatworld.welt.de/2012/04/04/die-faktenfreie-wahnwelt-des-gunter-grass/
  6. Jakob Augstein auf Twitter, 8.5.2018, 20:53: https://twitter.com/Augstein/status/993926846562619392
  7. Aron Sperber, 9.4.2015: „Augsteins Beitrag zu Irans Plan“ https://aron2201sperber.wordpress.com/2015/04/09/augsteins-beitrag-zu-irans-plan/
  8. Die Achse des Guten, 27.5.2011: „Im Selbstzweifel links“ von Bernd Zeller http://www.achgut.com/artikel/im_selbstzweifel_links/
  9. BBC World Service: „Israel and Iran Share Most Negative Ratings in Global Poll“ http://news.bbc.co.uk/2/shared/bsp/hi/pdfs/06_03_07_perceptions.pdf
  10. Focus Online, 12.7.2014: „Kritik oder Antisemitismus: Warum hassen so viele Deutsche Israel?“ von Michael Wolffsohn https://www.focus.de/politik/experten/wolffsohn/zwischen-kritik-und-antisemitismus-warum-hassen-so-viele-deutsche-israel_id_3983132.html
  11. Gatestone Institute, 18.4.2016: „False Moral Equivalence as a Tool to Demonize Israel“ by Manfred Gerstenfeld, Jamie Berk, https://www.gatestoneinstitute.org/7813/israel-moral-equivalence
  12. The Jerusalem Post, 28.1.2014: „Why Europe Blames Israel For the Holocaust: Post-1945 Anti-Semitism“ by Benjamin Weinthal https://www.jpost.com/Jewish-World/Jewish-Features/Why-Europe-blames-Israel-for-the-Holocaust-Post-1945-anti-Semitism-339571
  13. Tapfer im Nirgendwo, 6.4.2012: „Der neue Grassismus“ von Gerd Buurmann https://tapferimnirgendwo.com/2012/04/06/der-neue-grassismus/
  14. Tapfer im Nirgendwo, 19.4.2018: „Das glaube ich nicht!“ von Gerd Buurmann https://tapferimnirgendwo.com/2018/04/19/das-glaube-ich-nicht/
  15. copyriot.com: „George W. Bush – Enemy No. 1: Zum deutschen Antiamerikanismus“ http://www.copyriot.com/sinistra/reading/texte/antiam.html
  16. ebd.
  17. ebd.
  18. Welt Online, 11.9.2011: „Ein Abgrund aus Infamie und Schadenfreude“ von Henryk M. Broder https://www.welt.de/politik/specials/911/article13597726/Ein-Abgrund-aus-Infamie-und-Schadenfreude.html
  19. copyriot.com, a.a.O.
  20. Audiatur Online, 21.7.2016: ‘„BlackLivesMatter“ und das neue Gerücht über die Weltverschwörung der Juden‘ von Stefan Frank http://www.audiatur-online.ch/2016/07/21/blacklivesmatter-und-das-neue-geruecht-ueber-die-weltverschwoerung-der-juden/

Paul Joseph Watson: „The Truth About ‚Black Lives Matter’“ (Veröffentlicht: 7.7.2016) https://www.youtube.com/watch?v=sJHvppVEBTY

JihadWatchVideo: „Robert Spencer on Black Lives Matter and the Leftist/Islamic Alliance“ (Veröffentlicht: 23.8.2016) https://www.youtube.com/watch?v=HD5v6qn0YS0

The Rubin Report: „Larry Elder and Dave Rubin: Conservatives, Black Lives Matter, Racism (Full Interview)“ (Veröffentlicht: 15.1.2016) https://www.youtube.com/watch?v=IFqVNPwsLNo

  1. Rebel Media: „Real Police Brutality Exists“ by Lauren Southern (Veröffentlicht: 2.10.2016) https://www.youtube.com/watch?v=Ffcl72mtEHo
  2. Stefan Molyneux (Freedomain Radio): „The Truth About The Native American Genocide“ (Veröffentlicht: 21.6.2016) https://www.youtube.com/watch?v=WNHKDJzgqJg
  3. Steven Crowder: „Thanksgiving: A Politically Incorrect Guide“ (Veröffentlicht: 25.11.2015) https://www.youtube.com/watch?v=ZGK9KHUnaaQ
  4. Spiegel Online, 17.11.2016: „Trump beim Namen nennen“ von Jakob Augstein http://www.spiegel.de/politik/deutschland/donald-trump-wie-seine-wahl-die-demokratie-gefaehrdet-kolumne-a-1121716.html
  5. Philosophia Perennis, 5.2.2017: „Donald Trump und der journalistische Amoklauf der deutschen Medien“ von David Berger https://philosophia-perennis.com/2017/02/05/donald-trump-und-der-journalistische-amoklauf-der-deutschen-medien/
  6. Cicero Online, 16.1.2017: „Die Bankrotterklärung eines ganzen Milieus“ von Alexander Grau https://www.cicero.de/innenpolitik/meistgelesene-artikel-206-die-bankrotterklaerung-eines-ganzen-milieus
  7. Aron Sperber, 18.8.2017: „Heiß gegen Trump. Lauwarm gegen Islam-Terror.“ https://aron2201sperber.wordpress.com/2017/08/18/heiss-gegen-trump-lauwarm-gegen-islam-terror/
  8. Aron Sperber, 16.2.2016: „Augsteins Realitätsverlust“ https://aron2201sperber.wordpress.com/2016/02/16/augsteins-realitaetsverlust/
  9. Clarion Project, 30.9.2012: „The Soviet-Jihad Connection: Interview with Pavel Stroilov“ by Meira Svirsky https://clarionproject.org/soviet-jihad-connection-interview-pavel-stroilov/

National Review, 24.8.2006: „Russian Footprints“ by Ion Mihai Pacepa https://www.nationalreview.com/2006/08/russian-footprints-ion-mihai-pacepa/

Gatestone Institute, 16.10.2016: „The Soviet-Palestinian Lie“ by Judith Bergman https://www.gatestoneinstitute.org/9090/soviet-union-palestinians

Christopher Andrew, Wassili Mitrochin: „Das Schwarzbuch des KGB“, Propyläen, Berlin 1999 https://www.amazon.de/Das-Schwarzbuch-KGB-Christopher-Andrew/dp/3549055889

  1. Welt Online, 2.12.2014: „Es gibt keine Zukunft für Juden in Europa“ von Gil Yaron https://www.welt.de/politik/ausland/article134912891/Es-gibt-keine-Zukunft-fuer-Juden-in-Europa.html
  2. Siehe meine Artikel-Serie „Das Ende eines schlechten Deals“
  3. Philosophia Perennis, 23.3.2018: ‘Deutschland – Schrei nach Liebe oder: „will kommen“‘ von Sus Scrofina https://philosophia-perennis.com/2018/03/23/schrei-nach-liebe/
  4. Cicero Online, 31.10.2015: „Antiwestliche Ressentiments sind in der Mitte angekommen“ von Alexander Grau https://www.cicero.de/kultur/antiwestliche-ressentiments-die-gefaehrliche-querfront-ist-der-mitte-der-gesellschaft
  5. Aron Sperber, 31.10.2015: „Mad Merkel macht die Querfront salonfähig“ https://aron2201sperber.wordpress.com/2015/10/31/mad-merkel-macht-die-querfront-salonfaehig/
********
*) Der bekannte Blogger Adrian F. Lauber ist seit November 2017 regelmäßig Autor auf conservo.
www.conservo.wordpress.com    21.05.2018

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