Die Süddeutsche und der NDR hören Stimmen

Semper aliquid haeret. Ein probates Mittel in der 3D-Technologie: Diffamieren, Dämonisieren, Denunzieren. Bunte Politiker und ebensolche Journalisten fallen dadurch auf, daß sie Zitate aus dem Zusammenhang reissen und sie in verzerrter Neu-Auslegung gebetsmühlenartig multiplizieren. So erfahren Original-Zitate durch den vom politischen Gegner vorsätzlich umetikettierten Inhalt und perfiden Drall bisweilen eine Bedeutungsumkehr um 180 Grad. Akif Pirincci oder Björn Höcke wurden und werden weiterhin sinnentstellend wiedergegeben. Und zwar so, daß man sich berechtigterweise empören konnte. Nur, die so kolportierten Meinungsäusserungen und die Original-Zitate erweisen sich bei genauerer Recherche als nicht deckungsgleich. „Alternative Zitate“ sind eine Form von „Alternativen Fakten“, wie sie das leitmediale Paralleluniversum erzeugt.

Das Metier, dem Gegner die Worte im Mund zu verdrehen, beherrschen die Bunten meisterlich. So wie Computer-Viren massive Schäden am PC verursachen und Krankheitserreger wie Viren Zellen zu deren Vorteil umprogrammieren und den Organismus häufig chronisch oder letal zu Grunde richten, scheinen üble Nachrede und Dämonisieren in der linken DNA immanent zu sein.  Und so kursieren durch linke Bazillen pervertierte Zitate millionenfach repliziert in Printmedien, Äther und Gerüchteküchen.

SPD: „Glatzen, Springerstiefel und NSU und dergleichen Pack“

Alexander Wendt hat auf Publico einige Beispiele herausgegriffen:

Was hatte die AfD-Fraktionschefin Alice Weidel in der Haushaltsdebatte des Bundestages gesagt?
„Burkas, Kopftuchmädchen und alimentierte Messermänner und sonstige Taugenichtse werden unseren Wohlstand, das Wirtschaftswachstum und vor allem den Sozialstaat nicht sichern.“

alice_weidel_kopftuchmaedchen_taugenichtse

Den Satz kann man finden, wie man will. Nur mutwillig verändern sollte man ihn nicht.

Genau das tut die Süddeutsche Zeitung, nach eigener Wahrnehmung die „Qualitätszeitung Nummer eins.“ Auf ihrer Kommentarseite schreibt eine Redakteurin namens Ferdos Forudastan:

„Dass Alice Weidel unter anderem Kopftuchträgerinnen als ‚Taugenichtse’ verunglimpft, wird ihr nicht nur den Beifall von Muslimhassern und Rassisten eintragen.“

Nun kann jeder die Konjunktion „und“ nach „Kopftuchmädchen“ in Weidels Satz lesen und auf Video hören. Die Formulierung „Taugenichtse“ bezieht sich eindeutig auf „alimentierte Messermänner und andere Taugenichtse“.

Wendts Textanalyse bleibt hier oberflächlich.  Es stimmt zwar, dass die „Taugenichtse“ nicht als Oberbegriff der „Kopftuchmädchen“ verstanden werden müssen, sofern man von schriftlicher Rede ausgeht. Weidel stigmatisiert aber so oder so im Effekt Kopftuchmädchen, indem sie sie unter Verbrecher und Taugenichtse einordnet.  Am stigmatisierenden Sinn von Weidels Satz gibt es nichts zu beschönigen. Mit falschen Ausreden klagt man nur sich selbst an.

Weidel-Rede: Claudia Roth zeigt die Bunte Haltung https://vk.com/wall-113930409_6582

Die Frage des Weidel-Verteidigers kann nur sein, ob Stigmatisierung wirklich so schlimm ist.
Von SPD-Oberbürgermeistern hören wir Sätze wie

„Glatzen, Springerstiefel und NSU und dergleichen Pack braucht unsere Stadt nicht.“

fast täglich. Und die SPD-Plattform „Endstation Rechts“ jagd Menschen, die Thor-Steinar-Mode tragen.
Warum echauffiert sich die Republik darüber nicht?
Was aber ist das Kopftuch anderes als das Symbol einer totalitären Unterwanderung unseres Gemeinwesens? Von „Flagge des islamistischen Kreuzzuges“ spricht Alice Schwarzer.
Warum muss eine Politreligion so viel besser behandelt werden als eine Politideologie?
Dem Volksempfinden erschließt sich hier erst mal kein Unterschied.
Warum also so ein „Rassismus“-Geschrei über einen Nebeneffekt eines Satzes aus der Rede von Alice Weidel?

Verleumdungsspiralen von Akif-KZ-Lüge und Petry-Schießbefehl-Lüge bis Broder-Parasiten-Lüge

Die Reaktionen der weltabgewandten FrömmlerInnen reihen sich nur zu gut in das Muster des Stimmenhörens ein, das Wendt dann weiter referiert:

Der Fall gehört in die seit längerem geübte mediale Praxis des Stimmenhörens. Da forderte etwa die damalige AfD-Chefin Frauke Petry in einem Interview laut Qualitätsmedien einen Schießbefehl an der deutschen Grenze – tatsächlich kam der Begriff gar nicht vor, auch nicht im übertragenen Sinn.

Über ein dutzend Medien behauptete 2015, der Autor Akif Pirincci hätte in seiner Rede vor dem Dresdner Pegida-Publikum die Wiedereröffnung von Konzentrationslagern gefordert. In Wirklichkeit lautete der Satz anders. Und zwar deutlich anders. An Pirinccis Rede gab es viel zu kritisieren, er wünschte sich später selbst, sie nie gehalten zu haben. Aber was er eigentlich gesagt hatte, konnte jeder im Netz nachlesen und nachhören. Sein Anwalt Joachim Steinhöfel setzte seinerzeit reihenweise Verfügungen und Widerrufe gegen die kontrafaktische Medienberichterstattung durch.

Imaginäre Stimmen hörte auch der Norddeutschen Rundfunk. Ein Redakteur des NDR interviewte in dieser Woche den Welt-Herausgeber Stefan Aust zur Verleihung des Johann-Heinrich-Voß-Preises an Henryk M. Broder. Bekanntlich setzte gegen die geplante Preisverleihung eine linke, von Grünen-Politikern angeschobene Kampagne ein, inzwischen verzichtete Broder, der keine Lust auf eine Schlammschlacht verspürte, auf die Ehrung. Der NDR-Redakteur Jürgen Deppe fragt den Jury-Vorsitzenden Aust – oder vielmehr, er behauptet:

„Aber wenn Broder Flüchtlinge als zum Beispiel ‘parasitäres Pack’ beschimpft und Andersdenkende als “‘nal-Phabeten’, als ‘Lumpen vom Dienst’, ‘Jung-Stürmer’ und ‘autistische Schmieranten’, dann ist es doch schwierig, das mit den Werten von Humanismus, Aufklärung, Menschlichkeit und Freiheit zu vereinbaren, oder?“

Abgesehen davon, dass sich ein ganz ähnliches Vokabular en masse bei Polemikern wie Ludwig Börne, Karl Kraus und Alfred Kerr findet: „Flüchtlinge“ sind „parasitäres Pack“ – das findet sich so nicht in den Texten Henryk Broders. Richtig ist, dass er in einem Artikel auf der Achse des Guten 2012 Mitglieder von linken NGOs, die in Israel und der Westbank den Nahostkonflikt pflegen und grundsätzlich Israel anprangern, „parasitäres Pack“ nannte. Hier der Beitrag im Original.

Interessanterweise handelt es sich um den gleichen Broder-Artikel, der schon seit Jahren von Wohlmeinenden für Verdrehungen und Sammlungen zusammengeschnippelter Zitate ausgeschlachtet wird.

Später entfernte der NDR die Falschbehauptung und insinuierte nun, Broder habe „Andersdenkende“ als „Parasiten“ bezeichnet.

„Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version des Interviews wurde an einer Stelle der Eindruck erweckt, Henryk M. Broder habe die Bezeichnung ‚parasitäres Pack’ in Bezug auf Flüchtlinge verwendet. Dies trifft jedoch nicht zu. Herr Broder hat diese Bezeichnung in einem anderen Zusammenhang verwendet. Aus diesem Grund ist der entsprechende Hörfunk-Beitrag nicht mehr verfügbar. Im Text ist die Passage geändert worden.“

Aber auch diese neue Version stimmt  – siehe oben  – in dieser pauschalen Weise nicht.

Die qualitätsmediale Strategie lautet: Behaupten, verdrehen, wenn überhaupt, dann unter Druck richtigstellen, und das auch nur halb. Wie viele Leute lesen eigentlich nach einer Sendung noch den kleinen Disclaimer ganz am Ende des Sender-Internettextes, dem zu entnehmen ist, ein Zitat habe doch ein bisschen anders gelautet?

Ein mindestens ebenso häufiges, wie es heute heißt, Narrativ, besteht in der Klage der gleichen Blätter und Anstalten, sie würden mit dem Begriff „Lügenpresse“ belegt.  Das sei furchtbar.

Gegen den Lügenpressevorwurf hülfe allerdings ein geradezu irrwitzig simples Mittel: Passt einfach ein bisschen besser auf, was ihr schreibt oder sendet.

Oder beklagt euch nicht.

Die leitmediale 3D-Technologie beruht auf der Diffamierungsspirale.
Man setzt etwas in die Welt, zelebriert ein Halali, demonstriert mithilfe eigener weltoffene Ärsche die Obszönität des Gegners, macht dann vielleicht irgendwann mal still und leise einen Rückzieher, aber die Bilder der weltoffenen Ärsche sind noch vorhanden und stehen jederzeit bereit, um durch Suggestion die ursprüngliche Lüge zu reaktivieren. Zweck der leitlügenmedialen Praxis ist nichts anderes als das, was man Weidel vorwirft: Stigmatisierung.

Anhang

Humanitäre Hetzmedien bis hin zu Welt und FAZ veröffentlichen alles, was Klicks bringt, solange man sich dabei in moralisch edlem Hass suhlen kann. Sie hassen Trump, weil er sagt, wer sie sind. Ein Blogger, der etwas auf sich hält, wie Dushan Wegner, mag sich nicht „Journalist“ schimpfen.
Welche Qualifikation haben eigentlich die ARD-Faktenfinder? Nein, ganz ehrlich, was qualifiziert zum Beispiel einen Patrick Gensing dazu, über das Dunkelfeld von Kriminalität zu fabulieren, in einem Beitrag, der mit „Welche Zahlen stimmen?“ überschrieben und an Naivität und Unvermögen kaum zu überbieten ist. Der Autor dieses Posts hat sich jahrelang mit der Erklärung von Kriminalität bzw. den Versuchen, die es gibt, Kriminalität zu erklären und mit der Frage, was überhaupt Kriminalität sein soll, befasst. Bücher, Artikel, Beiträge füllen Regale.
ARD-Faktenerfinder Patrick Gensing fantasiert: „Ein krimineller Journalist, ein Propagandist sei er, der Sportler verleumdet: Schon seit Jahren versuchen russische Staatsmedien, die Glaubwürdigkeit des ARD-Journalisten Seppelt zu zerstören.“ Mit diesem schweren verbalen Geschütz beginnt der neuste Beitrag im Faktenfinder der ARD, um dann unverzüglich auf RT Deutsch zu referieren, welches Seppelt angeblich „seit Jahren ins Kreuzfeuer“ genommen hätte.
Schriftstellerin Juli Zeh erhält für ihren Kampf gegen Rechts einen Bundesverdienstorden.
Dass mit dem Kampfbegriff „Hate-Speech“ in Wirklichkeit keineswegs Hass-Kommentare gemeint sind, sondern dieser Begriff nur erschaffen wurde um konservative Meinungsäußerungen zu kriminalisieren und zu zensieren, zeigt der folgende, tatsächliche Hass-Kommentar des Ex-RTL und ntv-Mitarbeiters Karsten Heyde, der trotz seines beleidigendem und vor Hass triefendem Inhalt, von Twitter durchgewunken wurde:

„Sie (Alice Weidel), ist eine widerliche Nazi-Schlampe, dummdreist, zickig, arrogant und hässlich. Ich verachte diese Frau abgrundtief“.

Das „Antisemitismus“-Sündenregister der Prantlprawda ist lang und jetzt um einen weiteren Eintrag gewachsen.
Die Nachkriegszeit begann laut Focus 20 Jahre nach dem Krieg. Hauptsache die Kopftuchmädchen haben Deutschland aufgebaut und Weidel/Sarrazin sind „Rassisten“. Nach dem Abgang von Markwort und Klonovsky ist der Focus so versifft, dass zwischen ihn und Antonia Hofreiter kein Blatt mehr passt.
Bambergs Erzbischof Ludwig Schick predigt zu Pfingsten erneut gegen „geistlosen Populismus“. Er hatte schon einmal PEGIDA-Spaziergänger in ähnlicher Weise als gottesfern und höllennah bezeichnet.
freiheit abenteuer weltoffener arsch reiterPetr Bystron darf nicht Vorsitzender des Unterausschusses für Auswärtige Kulturpolitik werden. Es sei unerträglich, dass Vertreter einer fremdenfeindlichen Partei Deutschland in auswärtigen Angelegenheiten verträten. Daher müssten die üblichen Regeln außer Kraft gesetzt werden (Taktik des weltoffenen Arsches). Derweil versucht die AfD im Ausschuss den Mitgliedern insbesondere der Linken Reisespesen zu kürzen. Petr Bystron sieht nicht ein, dass der Steuerzahler Sevim Dagelens Reise nach New York zu Beratungen über den Migrationspakt bezahlen soll. Die Linke sieht darin eine Retourkutsche und einen weiteren Beweis für die Fremdenfeindlichkeitsbehauptung.
Das Breite Bündnis einschließlich CDU/CSU und FDP zeigte seinen weltoffenen Arsch, um die AfD obszön aussehen zu lassen, und reaktiviert dann immer wieder die einmal erreichte Stigmatisierung.   Die Diffamierungsspirale gehört zum Geschäftsmodell der leitmedial gelenkten Politik.
Im Square Salon von ArteTV diskutiert eine Gruppe leitmedialer EgalitärfrömmlerInnen aus ganz Europa darüber, was die EU noch alles tun soll, um gegenüber den Frauen ihr Versprechen der Gleichstellung einzulösen. Die suhlen sich in ihrer Ideologie, besonders dieser eine Regisseur erzählt einen Quatsch, dass es einen schier schüttelt.




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