Trend Landtagswahl: Umbruch der bayerischen Wählerlandschaft

CSU 42, AFD 13, SPD 13, Grüne 12, FDP 5, Linke 2, Freie Wähler 7 und Sonstige 6% sagt eine aktuelle Umfrage des GMS im Auftrag von Sat1 Bayern. Befragt wurden 1005 Personen. Eine Umfrage, über die sich die CSU eigentlich freuen müsste. Denn zur Landtagswahl 2008 haben 43.4% CSU gewählt, laut Umfrage hätte die CSU also nur ein Minus von 1,4% Punkten, was innerhalb der Fehlertoleranz von Umfragen liegt. Da die AFD damals nicht angetreten ist, zeigt sich damit, das der Aufstieg der AFD nicht bzw. kaum zu Lasten der CSU geht. Auch die manchmal rechten Freien Wähler scheinen kaum zu Lasten der AFD Stimmen zu verlieren. Viel mehr kann die AFD offenbar im Spektrum der Bunten Stimmen abgraben. So verliert die SPD rund 5% Punkte im Vergleich zur letzten Landtagswahl, und auch die FDP muss gut 3% federn lassen. Dies ist ein Indiz dafür, dass es falsch sein könnte, wenn die AFD vor allem die CSU angreift, und die CSU vor allem die AFD. Es ist aber ein Indiz dafür, daß es wohl sowohl für CSU als auch für die AFD möglich ist, weitere Wählerschichten im bunten Lager zu erschließen. Und auch (bisherige) CSU-Wähler werden es wohl viel eher honorieren, wenn die Vereinigte Bunte Zielscheibe der Kritik und des Diskurses ist. Viktor Orban hat in Ungarn die Wahlen nicht gewonnen, weil er die Jobbik als Hauptfeind auserkoren hätte, sondern weil er die linksliberale Ideologie (George Soros) und deren Gegenkonzept, vertreten durch Momentum, Kommunisten etc., im Wahlkampf entlarvt hat. Kurzum: Orban verringerte mit dieser Taktik das bunte Wählerpotential weiter. Und in Österreich konnte Kurz mit seiner ÖVP nur deshalb noch an der FPÖ vorbeiziehen, weil er eben nicht die Nazi-Keule geschwungen hat, sondern stattdessen fast deckungsgleich oder noch rechter wie die FPÖ argumentiert hat. Auch hier funktionierte es: Die Grünen flogen aus dem Nationalrat, die SPÖ konnte nicht zulegen. Das bunte Wählerpotential verringerte sich also dort weiter. Das ist auch in Bayern nötig. Wer aus AFD-Sicht möchte, daß die Wählerstimme in Bayern den doppelten Wert bekommt, der sorgt nicht dafür, daß die CSU weniger Stimmen erhält und die AFD mehr, sondern der sorgt dafür, daß die Grünen/SPD weniger Stimmen bekommen und die AFD mehr. Ohnehin bieten die Bunten Steilvorlagen am laufenden Band. Wer nicht weiß, wie er die CSU bekämpfen kann, der sollte eben mit Biss und Witz die authentischen Bunten entlarven. Und das ist es dann auch, was wohl der echte bürgerlich-bayerische Wähler dann am Ehesten bei der Landtagswahl honorieren dürfte.

Anhang

Michael Klonovsky hielt neulich in München bei der AfD einen brillianten Vortrag in dem er darlegte, auf welche Ideen es bei der Konservativen Revolution der Bürger in den kommenden Jahren ankommt.




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